Campen in Japan 2018

Das Jahr 2018 ist für uns ein ganz besonderes Jahr: Es ist das letzte Jahr in dem wir beide noch arbeiten müssen. Daher ist es unser letzter Urlaub in der gewohnten Art und Weise. Wir überlegten lange, welches Reiseziel sozusagen den krönenden Abschluss unserer bisherigen Urlaubsreisen bilden könnte und sind dann nach langer Diskussion auf Japan gekommen. Wir waren schon einmal kurz davor, aber dann kam Fukoshima …

Nachdem fest stand, wohin uns die Reise führen sollte, begann ich mit meinen Recherchen, wie man diesen Urlaub optimal gestalten könnte. Wir wollten natürlich wie immer so unabhängig wie möglich sein und eine geführte Rundreise in einer großen Reisegruppe kam für uns nicht in Frage. Irgendwann stolperte ich im Internet über einige Beiträge, die sich der Möglichkeit beschäftigten, mit einem Camper selbständig durch Japan zu reisen. Das klang alles sehr spannend und ich brauchte Moni nicht lange zu überzeugen, dass wir eine solche Camper-Tour in den Mittelpunkt unserer Reise stellen sollten.

Da die Anzahl der Anbieter, mit denen man wenigstens in englisch und nicht in japanisch kommunizieren konnte, sehr überschaubar ist, fanden wir sehr schnell den passenden Anbieter: Japan Campers. Eine Reihe von E-Mails später und der weiteren Planung stand die Route fest. Wir wollten zuerst nach Shanghai (China) fliegen, um dort für knapp 4 Tage unsere Tochter mit Familie zu besuchen, die in Suzhou, eine 10-Millionen-Stadt (!!) etwa 60 km nord-westlich von Shanghai, lebt. Danach wollten wir nach Tokio fliegen, 2 Tage die Stadt erkunden und dann einmal mit dem berühmten Shinkansen zu fahren. Unser Ziel war die Küste von Matsushima, die als eine der drei schönsten Landschaften Japans gilt, wo wir allerdings nur einen vollen Tag bleiben wollten/konnten. Nach der Rückfahrt mit dem Shinkansen nach Tokio, mussten wir noch über eine Stunde mit einem Vorort-Zug fahren, um dann in Narita unseren Camper zu übernehmen. Für die folgenden 2 Wochen hatten wir keinen konkreten Plan, da wir erst Vor-Ort entscheiden wollten, wie wir die Reise gestalten können.

Alles klappte so, wie wir es geplant hatten und am 06. Mai 2018 übernahmen wir unseren Camper. Es war diesmal ein Camping-Van, ein Nissan etwas größer als ein VW Bulli.

Im Vorfeld stellten wir fest, dass der uns geläufige Internationale Führerschein in Japan nicht gültig ist. Der Internationale Führerschein gilt nur in den Staaten, die dem „Wiener Abkommen über den Straßenverkehr“ von 1968 beigetreten sind. Parallel gibt es das „Genfer Abkommen über den Kraftfahrzeugverkehr“ aus dem Jahr 1949 dem viele amerikanische und asiatische Staaten wie Japan beigetreten sind (mehr dazu auf Wikipedia).
Daher mussten wir unsere Führerscheine auf japanisch übersetzen lassen, was Japan Campers für eine kleine  😉   Gebühr übernahm. Aus dem scheckkarten-großen Führerschein wurde ein 3-seitiges DIN A4-Dokument. Leider ist es nur 3 Monate gültig. Hier drei Auszüge zum selbst vergleichen:

Die eigentliche Reise will ich hier nicht schildern, sondern nur unsere Erfahrungen mit dieser Art von Camper-Van. Dabei sind natürlich vor allem die Dinge wichtig, die wir bei unseren weiteren Planungen mit berücksichtigen sollten.

Das waren die wesentlichen Punkte:

  • Trotz der großen Gesamthöhe konnte man im Inneren nicht stehen. Entweder musste man gebückt gehen oder – wie beim Kochen – fast auf Knien herumrutschen. Das war extrem störend.
  • Insgesamt war relativ wenig Stauraum da, auch wenn wir weder Zeit und Muße hatten, um unsere Sachen für die kurze Reisezeit optimal zu verstauen.
  • Wir hatten relativ viel Stellplätze bzw. Campingplätze, wo entweder keine Dusche vorhanden war oder die Dusche erst aufgemacht wurde, wenn der „Platzwart“ gegen 09:00 Uhr seinen Dienst aufgenommen hat. Für unseren geplanten Aufbau war die Variante „Außendusche“ eigentlich exotisch,  nunmehr sehr ich es eher als zwingend notwendig.
  • Zum Schlafen musste man erst alles umbauen bzw. umräumen, auch dies sollte in unserem Camper so nicht sein.

Ein paar Detail-Bilder zur Ausstattung des Van:

Blick von hinten in den Camper mit Doppelstockbetten.
Die Doppelstockbetten. Die Liegefläche kann man auch auf der unteren Ebene einrichten, dass war aber sehr ungemütlich. Also schliefen wir in den Doppelstockbetten.
Sitzflächen mit einhängbarer Tischplatte. Man konnte daher nur schräg am Tisch sitzen.
Links ein Regal mit der Elektronik zum Aufladen und den WLAN-Router. Dahinter die Küchenzeile mit Gasherd, Waschbecken und Kühlschrank unten.
Küchenzeile geöffnet.
Unter dem Herd befand sich der Frischwasser- und der Abwasserkanister sowie zwei Gaskartuschen. Eine davon musste ich austauschen, aber dies ging völlig problemlos.
Der Kühlschrank war relativ klein.
Noch einmal ein Blick von der Seitentür nach hinten.  
Das war der kleine WLAN-Router, der eine eigene SIM-Karte hatte und damit alle Geräte im Innenraum mit Internet-WLAN versorgen konnte.

Unsere Reiseroute:

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Narita --> Tokio
Tokio --> südlich Nagoya
Südlich Nagoya --> Kyoto
Kyoto --> Himeji
Himeji --> Ako
Ako --> Kure
Kure --> Kobe
Kobe --> Nara
Nara --> Suwa
Suwa --> Fuji
Fuji --> Kamakura
Kamakura --> Sakura
Sakura --> Japan Campers

Comments

  1. […] Japan-Reise 2018 reichte der internationale Führerschein nicht, sondern ich musste eine japanische Übersetzung machen lassen. Da ich sowieso zur KfZ-Zulassung in Meckenheim musste, erkundigte ich mich auch […]

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