Takapuna Beach und Auckland

Nachdem der Adrenalinspiegel der vergangenen aufregenden und manchmal aufreibenden Tage, Wochen und eigentlich auch Monaten ganz langsam zurück geht, habe ich wieder etwas mehr Muße mich dem Blog zu widmen.
Gestern haben wir alle unsere Sachen aus dem Studentenwohnheim in unseren Camper geworfen und sind auf einen stadtnahen Campingplatz gefahren, den uns unsere deutsche Firma Seabridge, die die Verschiffung organisiert hat, als erste Station empfohlen hat. Es war auch kein Problem einen Standplatz zu bekommen. Wir haben gleich für vier Tage gebucht, um erst einmal runterzukommen. Ein paar Probleme hatten wir auch noch zu lösen.
Bevor ich aber dazu komme, möchte ich wie versprochen noch einmal zu Auckland zurück kommen und über die ersten Erfahrungen berichten. Ein paar Dinge haben uns wirklich überrascht.

Es wird überall gebaut,
nicht nur in Auckland, sondern offensichlich auch im Umland. Neue Gebäude werden hochgezogen, neue Straßen gebaut, Straßen repariert … überall Kräne und Absperrungen. Als wir am Samstag das erste Mal durch Auckland spazieren gingen, fielen uns die Schilder an den Bushaltestellen auf, dass der Busverkehr in Gesamt-Auckland ab Sonntag eingestellt wird und man über ein Ende rechtzeitig informieren wird. Als Grund wurden „industrial actions“ genannt. In der Zeitung habe ich abends gelesen, dass ab Montag die Busgewerkschaften streiken wollen und vor Weihnachten nicht mit einem geregelten Busverkehr in Auckland zu rechnen ist. Zugleich oder unter Nutzung des Stillstandes durch den Streik wurden mehr als 60 Baustellen zur Straßenerneuerung abgesperrt, die zeitgleich (!) am Sonntag morgen eingerichtet wurden und wo dann auch fleißig gearbeitet wurde.

Es sind unglaublich viele Asiaten
im Straßenbild von Auckland zu sehen, vor allem Inder, Koreaner, Japaner und Chinesen. Die gesamte Kneipenszene ist fest in asiatischer Hand. Neuseeländische Restaurants kann man mit der Lupe suchen, wenn man dann noch die üblichen Ketten wie McDonalds oder Starbucks abzieht. Das scheint auch ein ernstes Problem zu sein, denn während ich einen schönen, alten viktorianischen Gebäudekomplex filmte, sprach mich eine ältere Dame an und regte sich masslos darüber auf, dass nunmehr all diese Gebäude in asiatischer Hand seien.

Man sieht sehr viele Obdachlose und Bettler
im Straßenbild von Auckland. Die meisten schienen einen Maori-Hintergrund/-Herkunft zu haben. (Das schreibe ich völlig wertfrei, da ich die Ursachen nicht kenne). Uns erinnerte dies an die Städte in Australien, wo wir – leider – sehr viele Aborigines gesehen haben, die am Zwiespalt zwischen Tradition und westlicher (aufgezwungener?) Lebensart gescheitert waren.

Neuseeland ist Rangie-Land,
im Straßenbild sieht man unglaublich viele Pick-Ups, von denen nach unserem Gefühl mehr als die Hälfte Ford Ranger sind. Natürlich werden wir hier auch von vielen angesprochen, die das deutsche Nummernschild sehen und immer hebt man den Daumen, wenn es um den Ranger geht. Japanische Autos wie der Toyota Hilux seien eh viel schlecher.

Neuseeländer sind unglaublich hilfsbereit,
wenn wir auch nur ein bisschen den Anschein eines verloren gegangenen ( verwirrten 😉 ) Rentner-Paares machten, bot sofort jemand seine Hilfe an. Das hat uns auch bei den erst klein erscheinenden Problemen mit der Gasversorgung gerettet, dazu später aber mehr.

Hier noch ein paar Bildimpressionen von Auckland.

Albert-Park
Albert-Park
Weihnachten ….
Im Yachthafen

Auch in Auckland gibt es einen Fischmarkt, aber ein paar Nummern kleiner als in Tokio. Aber trotzdem sehr nett.

Man konnte nicht nur Fisch kaufen, sondern auch in einigen Restaurants essen. Wir entschieden uns für Garnelen in einer Knoblauchsauce.

Der Trip auf dem Pacific Coast Highway war auch sehr schön. Ein besonderes Highlight war der Besuch einer Austernfarm, wo wir absolut frische Austern essen konnten, die köstlich nach Meer und mehr schmeckten.

Aktuelles

Da wir unsere Gasflaschen, die wir in Deutschland gekauft hatten, nicht mitnehmen durften, begaben wir uns auf die Suche nach einem Ersatz. Das war nicht ganz so schwierig, aber leider gab es nur kleinere Flaschen (4 kg) als ich vorher hatte (6 kg). Die nächste Größe hier war aber 9 kg und die habe ich nicht in das entsprechende Fach des Campers bekommen. Also kauften wir die 4 kg Flasche. Als ich sie im Fach montieren wollte, stellte ich fest, dass die Adapter, die wir in Deutschland gekauft hatten und auch für Neuseeland funktionieren sollten, nicht funktionieren. Wir fuhren verschiedene Baumärkte an, aber nur Schulterzucken. Kurz vor Ladenschluss erreichten wir noch einen Spezialladen für Gasinstallationen, wo sich zwei Mitarbeiter stirnrunzelnd über unsere Installation beugten und einhellig feststellten, dass dies ein ganz schwieriges Problem sei. Aber sie hätten noch die Adresse eines Spezial-Spezialisten, der uns vielleicht helfen könne. Per E-Mail schrieb ich ihn an und nach kurzer Zeit kam die Antwort, dass dies wirklich schwierig sei, er aber ab der 2. Januarwoche sich mit diesem Problem auseinandersetzen könne. Die Aussicht ohne Kochmöglichkeit, ohne Heizung und ohne Warmwasser für längere Zeit weiter zu fahren, deprimierte dann doch gewaltig.

Dann erinnerte ich mich an meine frühere Idee, einen zweiten externen Gaskocher für das Kochen und Bruzeln im Freien zu holen. Wenn wir den Kocher hier kaufen, musste er ja auch mit der hier gekauften Flasche funktionieren. In einem „Warehouse“ kauften wir einen dreiflammigen Herd, damit wir wenigstens kochen können.
Jetzt fehlte uns nur noch das Gas. Wie in Deutschland auch, gibt es hier ein Gasflaschen-Tauschsystem an den Tankstellen und also fuhren wir die erste an und wurden enttäuscht: Dort werden nur die 9 kg Flaschen getauscht, für unsere Flasche wurden wir an eine Caltex-Tankstelle verwiesen. Also wieder suchen, finden, losfahren. Es waren nur ein paar Kilometer, aber mit dem gigantischen Verkehr und den alle auf der falschen Seite fahrenden Autos ist das nicht so einfach. Wir finden aber die Tankstelle und es stellte sich heraus, dass die 4 kg Flaschen nicht getauscht, sondern vor Ort gefüllt werden. Gesagt, getan, bzw. tun lassen.

Auf dem Zeltplatz angekommen stellten wir fest, dass der Gasherd, der mitgelieferte Regulator zur Druckminimierung und die Flasche auch nicht zusammen passten. Desaster !!!
Da schon später Abend war, konnten wir nichts mehr tun und gingen mit einem mulmigen Gefühl – zumindest für dieses Problem – ins Bett.

Heute morgen machten wir uns auf in das „Zentrum“ von Takapuna und wie es der Zufall so will, in einem Kaufhaus sprach uns ein Mann an, ob er helfen könne. Wir schilderten ihm das Problem und er verwies uns auf einen etwas weiter entfernten Laden, der aber unser Problem auf jeden Fall lösen können würde.

Unsere Rettung

Wir fuhren hin, gerieten an einen älteren (für uns höchtens gleichaltrig) Mitarbeiter, der sich die Probleme schildern lies und dann auch die Lösung hatte: Der deutsche Regulator wurde einfach vom Schlauch mit der Zange abgeknippst, ein neuseeländischer Regulator angebaut und an die Flasche geschraubt. Genial!

Für den Gaskocher brauchten wir den Regulator, den wir im Baumarkt gekauft hatten, nicht (er schimpfte über die Inkompetenz der Standardmärkte). Mit einem einfachen Adapter ließ sich auch der Gaskocher an die Flaschen anschließen. Alle Probleme in ca. 25 Minuten gelöst!!!
Da wir die Standardinstallation im Camper nicht unbedingt jedes Mal mit dem extra Gaskocher wechseln wollen, werden wir uns wohl noch, wie auch ursprünglich geplant, eine zweite Gasflasche anschaffen.

Wir probierten auf dem Campingplatz unser neues Equipment aus und konnten die gestern gekauften leckeren Rindersteaks braten. Sie haben köstlich geschmeckt.

Danach nutzen wir das erste Mal die Gelegenheit, uns in das etwas kühle Wasser des Pazifik zu stürzen. Es war sehr schön und in der Sonne konnten wir uns auch schnell wieder aufwärmen. Hier waren heute ca. 25°C im Schatten, aber die Sonnenintensität ist sehr hoch, so dass ich mit meinem mittlerweile gelichtetem Haar schon ziemlich aufpassen muss. Langsam kam ein Relax-Gefühl auf, das mich an einen Spruch eines lieben Ex-Kollegen erinnerte: „Wie schnell ist nix getan“.

Comments

  1. Dörte

    Es ist so wunderbar, eurem Blog zu folgen. Ich freue mich immer, wenn ich ein Mail bekomme, dass es wieder etwas zu lesen gibt!☺️

    1. Liebe Dörte, und wir freuen uns über die rege Anteilnahme aller unserer Freunde, Verwandten und Bekannten 😉 Hannes stellt übrigens in kürzeren Abständen aktuelle Beiträge in unseren Blog und verschickt nicht immer dazu eine Mail … damit es kein Spam wird … sagt er.
      Ja, wir genießen es total und hoffen, dass uns dieses Lotterleben lange erhalten bleibt 🙂 Liebe Grüße

  2. […] klar und die Sonne schien. Da wir die Route auch schon mit dem Mietwagen, ganz am Anfang unserer Reise gefahren waren, konnten wir in Ruhe durchfahren. Das Wetter war schön, es ließ sich gut fahren […]

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