Northland

Heute ist Dienstag, der 17. Dezember 2019. Wir haben die Region Auckland verlassen und sind im Northland angekommen. Der Camper steht im Riverside Holiday Park in Mangawhai.

Im Moment stürmt und regnet es. Es ist zwar nicht kalt, ca. 19…20°C, aber der Regen peitscht einen von der Seite statt von oben und der Camper wird ab und zu von einer Bö ins Wanken gebracht. Kein Wetter um großartige Dinge zu machen. Daher haben wir hier um einen Tag verlängert und hoffen auf besseres Wetter für morgen.

Vorgestern (15.12.2019)
waren wir noch in Takapuna Beach. Nachdem wir 4 Tage auf diesem Campingplatz waren fühlten wir uns ausgeruht und motiviert, um so richtig mit unserer Rundreise durch die Nordinsel zu beginnen. Unser grober Plan sieht so aus, dass wir die nächsten Tage bis an die Nordspitze der Insel fahren und uns dann in Richtung Süden bewegen. Um den 20. Januar wollen wir Wellington an der Südspitze zu sein, mit der Fähre auf die Südinsel fahren, um dann nach Christchurch weiter zu reisen. Unsere Tochter samt Familie haben eine Rundreise mit einem Wohnmobil geplant und übernehmen ihren Wagen am 26. Januar in Christchurch. Wir freuen uns darauf, Stefanie, Holger und die beiden Kinder wiederzusehen. Etwa eine Woche werden wir gemeinsam die Südinsel erkunden, bevor sie in Richtung Nordinsel und Auckland aufbrechen müssen. Wir wollen auf der Südinsel bleiben und dann den Sommer genießen (hoffentlich – Zweifel bleiben bei dem heutigen Blick aus dem Fenster).

Nach dem letzten Frühstück in Takapuna, packten wir alles zusammen und wollten losfahren. Dann der nächste Schreck: Ich konnte das Auto nicht anlassen, entweder kein Strom, d.h. Batterie leer oder es ist etwas mit dem Anlasser. Mit meinen Voltmeter habe ich die Batteriespannung gemessen, ca. 7,5 Volt, also Batterie leer, warum auch immer, denn wir hatten die Kabine an eine externe Stromversorgung angeschlossen.. Das schlechte Wort mit „Sch…“ lag mir auf der Zunge.
Ich kramte das Starthilfekabel aus dem Wagen und suchte jemand, der mir helfen konnte. Dies war aber bei den freundlichen Neuseeländern kein Problem.

Starthilfe auf dem Campingplatz

Es dauerte nur eine Weile bis wir und er die richtigen Punkte gefunden hatten, wo das Kabel ausreichend Kontakt hat. Nach zwei, drei Versuchen sprang das Auto an. Ein Stein fiel uns vom Herzen, auch wenn damit natürlich noch nicht die Ursache gefunden ist.

Unser erstes Zwischenziel war die Halbinsel Whangaparaoa mit dem Shakespear Regionalpark, wo wir ein bisschen wandern gehen wollten. Zuerst parkten wir aber unseren Camper vor dem Eingang des Nationalparkes und gingen eine Runde schwimmen. Erfrischt zogen wir uns um und gingen los. Am Eingang des Parkes gab es eine Desinfektionsstation, wo das Schuhwerk sorgfältig gesäubert und desinfiziert wurde.

Die Desinfektionsschleuse

Ziel ist die Eindämmung des Sterbens der Kauri-Bäume, der„Kauri dieback disease“-Krankheit. Einen ausführlichen Bericht findet man hier. Die ältesten Kauri-Bäume sind bis zu 2000 Jahre alt, wurden bereits durch die Besiedlung der europäischen Einwanderer drastisch reduziert und sind nunmehr vor allem durch die Verbreitung des gefährlichen Pilzes durch den Tourismus bedroht.
Der Weg führte zuerst auf Holzbalken durch den kleinen Urwald, bevor man eine große Hochebene erreichte, die aus Weideflächen für Schafe und Rinder besteht. Ein Hinweisschild machte darauf aufmerksam, dass man hier versuchen will, die Weideflächen zu verringern und nicht benötigte Flächen wieder zu renaturieren. Leider dauert dies halt mehrere Hundert Jahre….

Eine andere Plage sind eingeschleppte Ratten. Man versucht auch dagegen anzugehen. Überall sahen wir ausgelegte Köder und viele Fallen.

Zurückgekommen, stiegen wir in unser Auto und mit Schweißperlen auf der Stirn startete ich das Auto. Es sprang an!

Wir quartierten uns auf dem Pinewoods Motor Park in Red Beach ein. Ein sogenannter TOP10 Campingplatz, der aber auch entsprechend eingerichtet war. Vor allem die Sanitär-Anlagen waren hervorragend.
Zum Abschluss des Tages sprangen wir noch einmal in stürmisches Wasser. Schwimmen war wegen des Wellenganges nicht drin, aber es hat trotzdem Spaß gemacht.

Gestern (16.12.2019)
sind wir nach dem Frühstück in Richtung Norden aufgebrochen. Unser Ziel des heutigen Tages war das Städtchen Mangawhai. Diesmal sprang der Wagen ohne Probleme an. Eigentlich wollten wir die gleich in der Nähe gelegenen heißen Quellen mit angeschlossenem Bad und Spa besuchen, aber noch am Abend vorher hatte ich gelesen, dass sie geschlossen sind. Ein russischer Investor hat das Objekt gekauft und es wird nur schleppend seit mehr als 5 Jahren umgebaut.

Unser nächstes Ziel war der Ort Puhio. Der Ort wurde Ende des 19.Jahrhunderts von böhmischen Einwanderern gegründet. Einige der alten Bauten sind noch gut erhalten.

Die alte Kirche.
Sogar ein kleines Hotel gibt es.

Berühmt ist der Ort aber vor allem durch die Käserei, die Gesamt-Neuseeland mit ihrem Käse beliefert und der mehrfach preisgekrönt ist. Wir kauften 3 verschiedene Sorten und probierten sie abends aus. Sie schmeckten wirklich sehr gut.

Danach fuhren wir weiter zum Parry Kauri Park. Der Park ist zwar ziemlich klein, aber man kann einige gewaltige Kauri-Bäume sehen. Der Rundgang, der ähnlich wie der gestern auf Holzbalken durch einen sehr fremd wirkenden Urwald führte, war beeindruckend.

Ein etwa 800 Jahre alter Kauri Baum. Er hat einen Stammumfang von knapp 8 m.

Auf dem Weg zum Parry Kauri Park waren wir an einem Honigzentrum vorbeigekommen. Kurz entschlossen fuhren wir die zwei, drei Kilometer wieder zurück, besichtigten das Honig-Zentrum, in dem man u.a. durch eine Glasscheibe lebende Bienen bei der Arbeit beobachten kann. Natürlich mussten wir ein kleines Gläschen Manuka-Honig kaufen, von dem wir schon einiges gehört hatten und der wahre Wunderdinge vollbringen soll. Es gab von einfachem Manuka-Honig, der einen gewissen Anteil anderen Honig haben darf, bis zu hochreinen Manuka-Honig. Unser 250 ml Glas 5+ Manuka mit einem MGO-Gehalt von 83+ mg/kg kostete umgerechnet ca. 13 €. MGO ist Methylglyoxal, einem antibakteriell wirkenden Mittel. Daneben gibt es noch andere Einteilungen, wer zum Experten aufsteigen kann, kann sich hier

kundig machen.

Ein Beispiel für die vielen, schönen Strände ist der ziemlich abgelegene Pakiri-Sandstrand. Der Weg führte über die ersten unbefestigten Straßen, so dass auch Rangie etwas von der Fahrt hatte 😉. Leider war es wieder sehr windig und wir sprangen nur kurz am schönen weißen Strand in die Wellen.

Menschenleere, helle Strände…

Dann fing das Regen-Wetter an, dass bis heute immer schlimmer wurde. Also fuhren wir auf kürzestem Weg zum Zeltplatz in Mangawhai.

Heute (17.12.2019)
früh beschlossen wir, einen Tag länger hier in Mangawhai zu bleiben, da bei diesem Wetter eh nicht viel möglich ist. Es war auch kein Problem zu verlängern.
Am Vormittag lockerte das Wetter etwas auf und wir beschlossen die etwa 20 km entferne Waipu Höhle zu besuchen. In einer Höhle kann es ja nicht regnen. Die Höhle liegt in den Bergen und die letzten 10 km waren schon eine ziemlich abenteuerliche unbefestigte Piste. Trotz des Wetters waren ein Dutzend Besucher da und wir versuchten in die Höhle zu gehen. Sie ist frei zugänglich und im touristischen Sinne nicht erschlossen (Leitern, Licht, Markierungen o.ä.). Der Regen spielte uns aber wieder einen Streich, denn in den Höhlengängen stand das Wasser mindestens kniehoch und dass wollten wir uns dann doch nicht antun.
Eigentlich wollten wir auch den Mangawhai Cliffs Walkway gehen, der spektakuläre Aussichten über die Klippen und Strände der Umgebung bieten soll. Statt dessen hatten wir keine so schönen Ausblicke aus unserem Camperfenster. Auch der neuseeländische Weihnachtsbaum direkt vor unserer Tür macht uns nicht glücklich…

Als kleines Trostpflaster werde ich dann die im Ort gekauft Wagyu (!)-Bratwürste in die Pfanne werfen.

(Ich hoffe es ist Wagyu und die Verkäuferin sich nur verschrieben hat)

Mal sehen was das Wetter morgen so bietet.

Comments

  1. Doris

    Was ist bitte Wagyu?? Ah, eine japanische Rinderrasse?
    Ich hoffe, sie hat als Trost sehr gut geschmeckt…. Das Wetter wird hoffentlich auch wieder ein wenig netter. Ist ja fast wie zuhause! 🙂

    Vielen lieben Dank, dass wir so toll an Eurer Reise teilhaben können. Ein wunderschönes Land, dieses Neuseeland…. 🙂

    1. Hallo Doris,

      leider hat die Wurst nicht gehalten, was der Name versprochen hat. Sie hat zwar nicht schlecht geschmeckt, aber ob da Wagyu-Rind dabei war bezweifle ich. Wir
      hatten ja die Gelegenheit echtes Wagyu-Fleisch vom Kobe-Rind in Kobe (!) zu essen: ein unvergleichliches Erlebnis ! Aber als Camper ist man sowieso auf einfache Kost eingestellt.

      Tschüß

      Hannes

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