Mount Taranaki

Diesen Beitrag schreibe ich im Ohawe Beach Motor Camp. Ich kann mir Zeit mit dem Blog-Beitrag lassen, denn hier gibt es keinerlei Internet-Verbindung. Es ist ein sehr einfacher Campingplatz und bisher auch unser billigster: für uns beide, das Auto auf einem Stellplatz mit Strom kostet es 20 NZ$ (~ 12€). Sogar die Nutzung der Waschmaschine ist umsonst. Heute war es auch ein bisschen wärmer und die Sonne hat sich mal herausgewagt.

Die letzten drei Tage waren bestimmt vom Mount Taranaki. Wir haben ihn ein kleines Stück bewandert, haben New Plymouth als größte Stadt im Distrikt Taranaki besucht und haben den Berg auf dem Surf Highway fast vollständig umrundet. Der 2518 m hohe Berg ist weithin das Wahrzeichen der Landschaft. Er ist vulkanischen Ursprungs und ist 1755 das letzte Mal ausgebrochen. Geologisch gesehen als vor ein paar Minuten…

Der Berg hieß bei den Maori schon immer Taranaki, aber James Cook nannte ihn nach dem Earl of Egmont Mount Egmont. Aber seit der Mitte der 80-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts heisst er auch offiziell wieder Taranaki. Geblieben ist der Name aber bei der Bezeichnung des Naturparkes rings um den Berg, der Egmont National Park. Seine dominante Stellung in der Landschaft kann man bereits beim Blick in den Autoatlas erahnen:

Man sieht auch sehr schön, dass über 50 verschiedene Bäche und Flüsschen von ihm gespeist werden. Die Maoris haben eine ganze Reihe von interessanten Legenden über den Taranaki. Sie hier (weiter) zu erzählen, würde aber den Rahmen sprengen.

Am Mittwoch, den 08.01.2020, starteten wir zu unserer Wanderung am Mount Taranaki. Zuerst mussten wir aber ca. 35 km bis zum Dawson Falls Visitor Center in ca. 920 m Höhe fahren. Das Wetter war anfangs noch relativ gut, wurde aber im Lauf des Tages immer schlechter. Gott sei Dank, sind wir ohne größere Regenschauer durchgekommen. Zielpunkt unserer Rundtour war ein großes Plateau in knapp 1200 m Höhe. Hier ein paar Impressionen von der Wanderung.

Das Besucherzentrum und dahinter wäre der Mt. Taranaki zu sehen, wenn…
Die Wanderwege waren hervorragend ausgeschildert.
Der Wald hatte immer etwas mystisches.
Die Brücke trägt ihren Namen „Swing Bridge“ zu Recht.

Auch wenn die Wanderung nur rund 10 km lang war, durch die reichlich 500 Höhenmeter mit vielen Stufen und Treppen war sie schon recht anspruchsvoll. Zudem waren wir ewig nicht mehr richtig wandern und müssen uns erst wieder Kondition anlaufen. So waren wir froh und zufrieden mit uns, dass alles so gut geklappt hatte.

Hier das Höhenprofil der Wanderung

Am nächsten Tag (Donnerstag, 09.01.2020) fuhren wir nach New Plymouth. Die Strecke war relativ kurz, so dass wir schon am frühen Vormittag dort ankamen. Wir nutzten die Zeit für einen Stadtrundgang durch die rund 74.000 Einwohner zählende Stadt. Hier ein paar Eindrücke :

Das Len Lye Zentrum mit der Govett-Brewster-Galerie

Sehr schön ist der Coastal Walkway, der sich über 12 km entlang der Küste bei New Plymouth hinzieht und sehr gut ausgebaut ist. Weithin sichtbares Wahrzeichen ist die „Wind Wand“, eine 45 m hohe, flexible Stange, an der eine Leuchte mit 1300 LEDs angebracht ist, die im Dunkeln rot leuchtet.

Sie stammt von dem Künstler Len Lye, dem auch das eindrucksvolle Len-Lye-Zentrum mit der Spiegelfassade im Komplex mit der Govett-Brewster-Galerie gewidmet ist. Len Lye (1901-1980) war ein neuseeländischer Bildhauer, Künstler, Schriftsteller und Filmemacher. Insbesondere mit beweglicher (kinetischer) Bildhauerei setzte er sich auseinander.

Am Coastal Walkway konnten wir auch Bildhauern bei der Arbeit zuschauen. Im Rahmen eines Symposiums wurden verschiedenste Skulpturen aus Stein gemeißelt, die bis Ende des Monats fertig sein sollen und dann am 1 .Februar versteigert werden.

Die Bildhauer bei der Arbeit.
Hier kann man schon etwas erkennen

Architektonisch beeindruckend ist auch die Te Rewa Rewa Brücke. Sie bildet mit dem Mount Taranaki im Hintergrund und der Meeresnähe eine wundervolle Einheit.

In der Mitte kann man den Mount Tanaki sehen.

Die Gegend im den Mount Taranaki ist bekannt für ihre vielen hervorragenden Gärten. Wir haben uns den Pukepura Park angeschaut, der einerseits mitten in der Stadt ist, andererseits eine Oase der Natur bildet.

Ich musste noch einmal unter unser Auto kriechen, da sich einer der vier Augbolzen, mit denen die Kabine auf der Ladefläche festgezurrt wird, gelockert hatte. Dadurch hatte sich die Kabine verschoben und musste auch noch einmal neu aufgesetzt werden.

In der Touristen-Information, die in ganz Neusseland i-Site heißt, fanden wir Werbung für Mike`s Beer Brewery, die älteste Craftbierbrauerei Neuseelands. Neben Bier habe ich auch ein schönes T-Shirt gekauft (Das Bild ist extra für Lutz):

Bald sind wir ja auch in Wellington, der Craft-Bier-Hauptstadt mit über 20 Brauereien. Das wird anstrengend 😉

Unser Weg führt weiter nach Süden. Wir nahmen aber nicht den Weg zurück über Stratford, sondern fuhren am Freitag, den 10.01.2020, den Surf Highway, der immer entlang der Küste fast um den gesamten Mount Taranaki führt. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn aller ein paar Kilometer sieht man Schilder mit den Hinweisen zu einem Surfstrand.

Für unsere Mittagspause haben wir einen solchen Abstecher gemacht und uns die frische Meeresbriese um die Nase wehen lassen. Auch hier war der Sand grau bis schwarz.

Oakura Beach
Mittagessen auf dem Parkplatz direkt am Strand – es gibt Chicken Wings.

Ansonsten war die Landschaft relativ eintönig. Im Gegensatz zu den hügeligen Landschaften, die wir bisher hatten, war es hier ziemlich flach, so dass der Blick immer wieder auf den Mount Taranaki fiel, der alles überragt. Das Wetter und die unterschiedlichen Blickwinkel veränderten die Sicht auf den Berg praktisch mit jeder Minute. Wir waren immer wieder geneigt anzuhalten und zu fotografieren oder zu filmen.

Am frühen Nachmittag beschlossen wir nicht mehr weiter zu fahren, sondern uns erst einmal einen Campingplatz zu suchen. Wir hatten auch schon mehr als 150 km hinter uns gebracht und das ist in Neuseeland eine ziemlich lange Strecke (zumindest mit dem Camper).

Der Platz liegt direkt am Meer, ist relativ einfach und war ziemlich leer als wir ankamen. Mittlerweile hat er sich etwas gefüllt. Morgen geht die Reise weiter Richtung Wellington, wo am 21.01.2020 die Überfahrt auf die Süd-Insel gebucht ist.

Steilküste bei Ohawe bei Ebbe.

Hinterlasse einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.