Zwischenfazit (1)

Nunmehr sind wir schon fast 6 Wochen in Neuseeland. Zeit, ein erstes Zwischenfazit zu ziehen. Ein paar Gedanken ohne Reihenfolge oder Priorität, einfach so wie sie uns eingefallen sind.

  • Wir vermissen nichts (materielles)
    Auch wenn unser Raum und unser Inventar beschränkt ist, im Moment vermissen wir nichts, was uns wichtig wäre.
  • Es spielt sich Routine ein
    Mittlerweile hat sich morgens und abends eine Routine eingespielt, wo wir beide wissen, was wir zu tun haben und an was wir gemeinsam denken müssen.
  • Wir schlafen gut
    Auch wenn die Kabine von außen sehr klein aussieht, ist der Schlafbereich völlig ausreichend. Dadurch, dass man alle Seitenfenster schließen, das Dachfenster verdunkeln und den Schlafbereich mit einem Vorhang abtrennen kann, fühlt man sich wie in einer Schlafhöhle. Zudem wissen wir abends bereits, was wir am nächsten Tag machen wollen bzw. können (wenn das Wetter mitspielt), so dass einem abends keine Probleme mehr durch den Kopf geistern, was man alles noch ganz dringend erledigen müsste oder welche Arbeit noch unerledigt auf einen wartet.
  • Einkaufen ist kein Problem
    Es gibt zwar nur wenige verschiedene große Supermarktketten wie Countdown, New World oder Pak’n Save, aber die haben dafür 7 Tage die Woche und (fast) 365 Tage geöffnet. Das kommt uns entgegen, denn das Wochenende unterscheidet sich bei uns von einem normalen Wochentag überhaupt nicht. Nachteil dieser wenigen Ketten: Das Angebot ist immer gleich; hat man eine Filiale gesehen, kennt man alle weiteren.
  • Kommunikation
    Wir haben beide eine SIM-Karte von 2degrees gekauft und nach ein paar Schwierigkeiten im Handling klappt die Internet-Verbindung jetzt problemlos. Für die Laptops gibt es oft auf den Zeltplätzen WLAN. Meistens umsonst, bei einigen müsste man bezahlen. Aber zur Not schließen wir die Smartphones an die Laptops an. Die Netzabdeckung ist sehr unterschiedlich. In ländlichen Gebieten oder beim Wandern ist dann schon mal Funkstille. Wenn wir uns mal nicht sofort melden, keine Panik. Keine Nachrichten sind (meistens) kein schlechtes Zeichen.
  • Lebensmittel, die wir vermissen
    Im Allgemeinen gibt es nur (labbriges) Toastbrot. Manchmal gibt es Ciabatta oder französische Baguettes, aber die haben meistens nur die Form und den Namen mit dem Original gemeinsam. Knusprig sind sie alle nicht. Ganz selten findet man Sauerteig-Brot, wobei das auch Weißbrote sind. Die Möglichkeit, richtiges dunkles Roggenbrot zu kaufen, hatten wir nur 3…4 mal.
    Das Wurstangebot ist ebenfalls sehr übersichtlich: Bacon in vielen Variationen, verschiedene Salami-Sorten, gekochter Schinken…das war es eigentlich schon. Als Leberwurstersatz haben wir verschiedene Patés ausprobiert, die auch ganz gut schmecken.
    Ansonsten ist das Käse-Angebot sehr gut, Fisch-Konserven gibt es in vielen Variationen und das Obst- und Gemüseangebot ist ebenfalls mit deutschen (guten) Supermärkten vergleichbar. Auch die Preise sind insgesamt mit deutschen Preisen vergleichbar – mit Abweichungen nach oben und unten. Alles was aus Europa importiert wird, (z.B. italienischer Schinken oder Salami) ist natürlich teuer.
  • Fahren auf der „falschen“ Seite
    Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Wenn man im Verkehr mitschwimmt, ist es kein Problem. Auch die vielen Kreisverkehre stellen kein Hindernis mehr dar, man muss nur bei mehrspurigen Kreisverkehren vorher überlegen, welche Ausfahrt man nehmen will. Meine Tom-Tom-App auf dem Smartphone funktioniert ohne Probleme (inkl. Warnung vor stationären Blitzern und Staumeldungen, wobei ich außerhalb von Auckland keine größeren Staus mehr gesehen habe).
    Auch das Tanken ist genauso wie in Deutschland geregelt. Diesel gibt es überall und ist sehr billig, meistens zwischen 1,40 und 1,50 NZ$ (~ 0,80…0,90€).
  • Wetter viiiiiiel schlechter (kälter) als gedacht
    Bisher war das Wetter – von einigen positiven Ausnahmen abgesehen – wesentlich schlechter und kälter als wir uns das vorgestellt hatten. Und wir sind noch auf der Nordinsel! Die Nachttemperaturen liegen zwischen 9°C und 13°C, die Tagestemperaturen quälen sich manchmal bis 19°C, 20°C – aber wir hatten auch schon 27°C. Dazu weht fast immer ein straffer Wind, der einen noch mehr frösteln lässt. Dass wir die Heizung im Camper so oft einschalten müssen, hätten wir nicht gedacht.
  • Campingplätze
    Die Campingplätze sind sehr unterschiedlich, aber immer akzeptabel. Bis auf die Weihnachtswoche war es problemlos, am Nachmittag einen Zeltplatz anzusteuern und einen Platz zu bekommen. Da wir uns noch nicht dazu durchringen konnten, unseren Camper für das „Self Contained“-Zertifikat auszurüsten (dazu fehlt uns noch ein Abwassertank mit mindestens 40 l Inhalt), können wir dafür ausgelegte Zeltplätze nicht anfahren. Auf der anderen Seite sind die Annehmlichkeiten eines „normalen“ Campinglatzes wie Duschen, ordentliche Sanitäranlagen oder auch Waschmaschinen und Trockner nicht zu verachten. Bisher haben wir dies also noch nicht als Mangel empfunden. Die Preise für 2 Personen plus Camper liegen im Durchschnitt bei 35 bis 55 NZ$ (20…35€). Wir haben aber auch schon umsonst bzw. für 20 NZ$ übernachtet.
  • Cash
    Die Bargeldbeschaffung an Geldautomaten oder das Bezahlen mit der Kreditkarte ist völlig unproblematisch. In einigen Städten gab es bereits Restaurants oder Geschäfte, die kein Bargeld mehr nehmen. Was Moni als „Finanzministerin“ stört, sind die Auslandsgebühren, egal welche Form der Bezahlung man wählt. Im Durchschnitt sind das immer so um die 1 bis 1,5%. Es lässt sich aber nur mit viel Aufwand durch Einrichtung lokaler Bankkonten und die Einschaltung weiterer Kreditinstitute umgehen, also werden wir damit leben müssen (und können es auch), zudem wir irgendwann weiterreisen wollen.
  • Die Zeit
    vergeht wie im Flug. Jetzt sind wir schon 6 Wochen in Neuseeland und wenn wir früher jedem erzählt haben, dass wir neun Monate bleiben wollen, wird der verbleibende Zeitraum schnell immer kleiner. Unglaublich! Aber die „Lücke“ ist ja gefüllt mit vielen, vielen Erlebnissen, die wir jetzt schon hatten.
  • Dialekt
    Wir verstehen jetzt zwar etwas mehr NZ Dialekt, aber manchmal muss ich entweder nochmals nachfragen oder bleibe ratlos zurück. Die meisten Neuseeländer geben sich aber Mühe, wenn sie merken, dass man Ausländer ist und der schon mehrfach erwähnte „Verwirrte-Alte-Rentner-Effekt“ hilft auch immer weiter 😉

Comments

  1. Michael Holzapfel

    Viele liebe Grüße aus der Voreifel verbunden mit den besten Wünschen für ein frohes neues Jahr 2020, vor allem Gesundheit und noch eine Menge schöner Erlebnisse wünschen wir Ihnen und Ihrer Frau.
    Bruni und Michael

    1. Vielen Dank für die lieben Grüße !
      Auch Ihnen und Ihrer Familie ein gesundes und frohes Jahr. Die (Neben-)Straßen sind übrigens hier wie für Motorradfahrer geschaffen: wunderbare Landschaften, Hügel und Täler, endlose Kurven ….

      Tschüß aus dem heute etwas wärmeren Neuseeland (zum Baden hat es gereicht).

      Hannes & Monika

      Hannes

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