Wellington

Wie im letzten Beitrag angekündigt, war Wellington unsere nächste Station. Da wir die Hauptstadt Neuseelands etwas intensiver erkunden wollten, hatten wir uns in ein zentrum-nahes Motel eingemietet, da die Campingplätze sehr weit außerhalb der Stadt lagen und wir keine Lust hatten, früh und abends noch lange Fahrten zu machen. Zudem ist in den großen Städten das Thema Parkplatz für unseren Camper immer ein Problem. In ein Parkhaus passen wir nicht rein und die Außenplätze sind meistens auch eng und nur begrenzt verfügbar. Daher hatte ich schon ein paar Tage eher im Capital View Motel ein Doppelzimmer für zwei Tage gebucht. Es lag so, dass wir das Zentrum zu Fuß erreichen konnten.

Die beiden Tage waren vom Wetter her zwei Extreme. Am ersten Tag hatten wir fast nur Nebel und Sprühregen, was einem den Stadtbummel deutlich vermiesen kann. Erst am späten Nachmittag wurde das Wetter etwas besser. Dieser dichte Nebel bzw. die Wolken, die am Erdboden begannen, waren aber auch für Wellington außergewöhnlich, denn am nächsten Tag las ich in der Lokalzeitung, das deswegen sehr viele Flüge von und nach Wellington abgesagt werden mussten.

Der zweite Tag war das komplette Gegenteil. Nachdem früh morgens wieder in paar Wolken in den Bergen hingen, lockerten sie sich zunehmend auf und ab dem spätem Vormittag war es dann wolkenlos und sonnig. Und auch die Temperaturen stiegen, so dass ein richtiges Sommergefühl aufkam.

Am Sonntag, den 19.01.2020, fuhren wir von Waikanae Beach nach Wellington. Es waren nur ca. 60 Kilometer und wir waren relativ zeitig in Wellington. Da wir das Quartier sicher hatten, suchten wir uns einen Parkplatz im Zentrum, um mit der Stadtbesichtigung (sofern man etwas im Nebel und im Regen erkennen konnte) zu beginnen.

Das Nationalmuseum Te Papa Tongarewa

Direkt am Nationalmuseum wurden wir fündig und „stolperten“ dann direkt in den Sonntagsmarkt, auf dem vorrangig Obst und Gemüse aus der Region angeboten wurde. Rings um den eigentlichen Markt hatten sich diverse Anbieter internationaler Küchen aufgestellt, die leckeres Essen anboten, aber es war halt noch zu früh für ein Mittagessen.

Wellington wurde 1840 gegründet und aufgrund seiner zentralen Lage für Neuseeland insgesamt und der Nähe zur Südinsel 1865 die neue Hauptstadt, bis dahin war dies Auckland. Die Kernstadt Wellington ist mit 200.00 Einwohnern nicht sehr groß, hat sich aber stark in die Fläche bzw. in die umliegenden Berge ausgebreitet. Im Großraum Wellington wohnen etwa 500.000 Einwohner, immer noch recht klein für eine Hauptstadt.

Wir versuchten aus der Not eine Tugend zu machen und fingen die ersten Eindrücke ein. Uns tröstete, dass wir noch einen Tag vor uns haben und auch auf der Rückfahrt von der Südinsel zur Nordinsel können wir noch einen Stopp in Wellington einlegen.

Rings um das modernisierte Hafengelände gibt es viele Skulpturen. Hier zwei interessante:

„Solace of the wind“ (Max Patte/2008)
„Fruit of the garden“ (Paul Dibble/2002)

Blick über das Hafenbecken auf einen Teil der Wasserfront. Im Nebel/Regen sieht halt alles grau aus.

In einer Brewbar machten wir eine erste Pause in der Craft Beer Hauptstadt Neuseelands.

Hier gibt es über 20 kleine Craft-Bier-Brauereien. Tendenz steigend. Die meisten Restaurants bieten zwischen 5…15 Craft-Biere aus dem Fass an….

Noch ein paar Eindrücke:

Teil der Hafenpromenade
Die Oper von Wellington

Abends erfuhren wir noch beim Einchecken im Hotel, dass am nächsten Tag in Wellington ein lokaler Feiertag ist. Es ist der Anniversary Day, an dem der Landung der ersten europäischen Siedler in der Bucht von Wellington am 22. Januar 1840 gedacht wird. Ähnlich wie in anderen Ländern wird der Tag dann auf dem diesem Datum am nächsten liegenden Montag verschoben, so dass immer ein verlängertes Wochenende entsteht.

Der Wetterbericht für Montag, den 20.01.2020 versprach sehr schönes Wetter und diesmal stimmte der Wetterbericht auch. Heute wollten wir den schönen Blick vom Mt. Viktoria Lookout auf die Stadt genießen.

Zuerst kamen wir aber am zentralen War Memorial Neuseelands vorbei, einem monumentalen Turmbau, aber mit interessanten Einzelheiten.

The man with the donkey.

Die Geschichte dahinter findet man hier.

Denkmal zu Ehren der Australisch-Neuseeländischen Beziehungen

Der Weg zum Lookout führt durch einen dichten Wald, an dem wir auch den ersten Drehort für „Herr der Ringe“ besichtigten. Der Hobbit’s Hideaway war ziemlich unscheinbar, aber es stand schon eine Gruppe Filmfans mit einem Guide davor, der ihnen die entsprechenden Filmszenen nahe brachte. In ganz Neuseeland sind die Drehorte verstreut und es pilgern viele Filmfans aus der ganzen Welt an diese Orte.

Der Weg führt vom Hobbit’s Hideaway weiter den Berg hinauf. Immer wieder kreuzten den Weg waghalsige Mountain Bike Downhill Spuren. Obwohl der Lookout nur knapp 200 m hoch ist. Zog es sich durch das Bergauf / Bergab ganz schön in die Länge und in die Beine. Oben angekommen waren wir nicht alleine, schließlich kann man auch mit dem Bus oder dem Auto hinauffahren.

Aber der Weg hatte sich gelohnt, die Aussicht auf die Stadt in der Meeresbucht war toll.

Dann ging es ziemlich steil und schnell runter zum Stadtstrand. Wir relaxten ein bisschen und liefen durch das modern umgestaltete Hafengelände in Richtung Kabelbahn.

Die Standseilbahn führt 120 m hinauf auf einen Bergrücken, wo sich auch der große Botanische Garten befindet. Von da aus wollten wir in einem weiten Bogen hinab zum Regierungsviertel laufen.

In der Talstation der Seilbahn merkten wir, dass das Kreuzfahrtschiff, das wir bei der Einfahrt vom Viktoria-Lookout aus gesehen hatten, offensichtlich alle Passagiere in die Stadt gekutscht hatte. Zudem war, wie gesagt, Feiertag und schönes Wetter, so dass auch viele Neuseeländer die Gelegenheit nutzen wollten. Jedenfalls war die Schlange riesenlang, so dass wir uns entschlossen, den Weg anders herum zu gehen, also zuerst durch das Regierungsviertel und dann hinauf zum Botanischen Garten.

Hier in paar Eindrücke aus dem Regierungsviertel.

Der Weg führte weiter hinauf zum Botanischen Garten. Es war ein sehr weitläufiges Gelände mit vielen einzelnen Teilen. Wir waren aber schon ziemlich geschafft, um uns noch intensiv im Garten umzuschauen, sondern wollten zügig zur Bergstation der Kabelbahn.

Der sogenannte „Beehive“(Bienenstock) genannte Teil des Parlamentsgebäudes.
Das „Parliament House“

Unsere Vermutung war richtig, hier waren wesentlich weniger Leute und die Kabinen der Seilbahn waren groß, so dass eine Menge Leute hineinpassen.

So brauchten wir nur ein paar Minuten warten und waren nach kurzer Fahrt wieder unten im Zentrum. Der restliche Weg fiel uns ziemlich schwer, so dass wir froh waren, im Motel anzukommen.

Heute Morgen (21.01.2019) mussten wir schon um 05:30 Uhr aufstehen, da wir rechtzeitig die Fähre auf die Südinsel erreichen mussten. Für die zwei Tage im Motel haben wir wieder den halben Camper ausräumen müssen (etwas übertrieben), aber wir mussten alles wieder an Ort und Stelle verstauen. Es war aber alles kein Problem, schon gegen 07:15 Uhr erreichten wir die Interislander-Fähre.

Wir erhielten Bordkarten und mussten uns in die Spur zu den anderen Wohnwagen stellen. Nachdem alle LKWs verladen waren, konnten wir einfahren.

Wir gingen nach oben in die Besucherdecks. Wir hatte noch eine Stunde Zeit bis zur Abfahrt. Die eigentliche Überfahrt dauert 3 ½ Stunden. Gegen 12:30 Uhr sollten wir in Picton ankommen. Es ging pünktlich los und entgegen aller Befürchtungen wegen der Wellen und des Wetters in der Cook Street, war das Meer sehr ruhig. Zwar blies ein kalter Wind, aber das Schiff lag ruhig in der See und ich glaube, niemand nutzte die überall angebrachten Behälter mit den großen Tüten…

Blick auf Picton

Die Ausfahrt ging ziemlich schnell von statten und wir fuhren bis Blenheim, etwa 25 km. Der erste Campingplatz, den wir uns vorher ausgeguckt hatten, war aber vorrangig für Backpacker und Montagearbeiter und gefiel uns überhaupt nicht. Also fuhren wir weiter zum TOP10 Holiday-Park, bekamen auch ohne Probleme einen Stellplatz und gingen nachmittags noch in das Städtchen. Blenheim ist ein Zentrum des Weinanbaus im Marlborough-Gebiet. Einen ersten Eindruck bekamen wir an der Wine-Station, einem alten Bahnhof, der zur Weinverkostung umgebaut worden war.

Interessant war das Konzept der Wine-Station: Es gab ca. 10 Schränke in den jeweils 8 verschiedene Weinflaschen standen. Man bekam eine Chipkarte und konnte dann mit dieser Chipkarte an den Weinautomaten ein ¼ Glas, ein ½ Glas oder ein ganzes Glas des gewünschten Weines automatisch „zapfen“. Die Kosten wurden auf der Chipkarte vermerkt und am Schluss wurde dann der Gesamtbetrag bezahlt. Zu jedem Wein gab es auch eine ausführliche Beschreibung des Weines und des Weinbaubetriebes.

Das Wetter war sehr schön, wir bummelten noch durch das winzige Städtchen und zogen uns dann auf unseren Campingplatz zurück.

Kriegerdenkmal und Uhrenturm
Das ist Blenheim … und nicht in der Wüste. Die kahlen Hügel sind abgeholzte Berge.

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