Zurück nach Christchurch

Darf ich vorstellen – unser neues Maskottchen: Merrie, das Merinoschaf.

Bei dem Lächeln konnten wir nicht widerstehen.

Wieder einmal war schlechtes Wetter angesagt. Bereits in der Nacht regnete es. Frühmorgens (Sonntag, der 08.03.2020) war es zwar bewölkt, aber es regnete nicht. Also zogen wir feste Schuhe an, um den Mount John zu besteigen und das darauf befindliche Observatorium zu besichtigen. Die direkte Umgebung des Sees ist wegen des besonders dunkeln Nachthimmels berühmt. Daher wurde vor über 50 Jahren das Observatorium der Universität Canterbury auf dem Berg errichtet. Im Jahr 2012 wurde das 4300 Quadratkilometer große Gebiet zum Aoraki Mackenzie International Dark Sky Reserve erklärt, dessen Lichtverschmutzung in diesem Gebiet streng kontrolliert wird. Es ist das einzige seiner Art auf der südlichen Hemisphäre und eines von nur acht auf der Welt. Das Ganze wird auf vielfältige Art auch für Touristen vermarktet, aber bei diesem Wetter haben wir nicht einmal die Sonne gesehen, geschweige denn abends den Sternenhimmel.

Der Weg zum Observatorium führte ziemlich steil auf den Berg. Es waren immerhin über 300 Höhenmeter auf den 1031 m hohen Berg zu bewältigen.

Wir brauchten eine knappe Stunde, um oben auf dem Gipfelgelände anzukommen.

Es war ein flacher Gipfel mit Parkplatz (auch eine Strasse führt hinauf), Café und den vielen Gebäuden des Observatoriums.

Wir genossen den weiten Blick über den Lake Tekapo, auch wenn das Wetter nicht so prickelnd war.

Nach einer kurzen Pause im Café stiegen wir bei wieder einsetzendem Nieselregen hinab zum Lake Tekapo. Der Abstieg ging natürlich etwas schneller.

Moni hatte sich gewünscht, den Thermen Tekapo Springs direkt am Fuß des Berges einen Besuch abzustatten. Da heute Frauentag ist, konnte ich mich dem Wunsch natürlich nicht verschließen 😉. In der Therme gab es verschiedene Becken mit unterschiedlich warmem Wasser. Das Maximum waren 38°C und es ging hinunter bis 28°C.

Daneben gab es auch spezielle Spa-Angebote, wie verschiedene Massagen und ähnliches. Wir blieben aber nur eine Stunde in den warmen Becken. Es fing zudem noch an zu regnen.

Danach gingen wir noch kurz im Örtchen Lake Tekapo Mittagessen und fuhren weiter nach Fairly. Bei Dauerregen spazierten wir nur kurz die Hauptstraße auf und ab und beschlossen dann, weiter in Richtung Christchurch bis nach Geraldine zu fahren.

Das Denkmal für die Outlaw-Legende James MacKenzie mit seinem Hund Friday

Kurz vor Geraldine entdeckten wir eine kleine Craft Beer Brauerei am Straßenrand und hielten natürlich kurz.

Mit ein paar Bieren der Valley Brewery im Gepäck fuhren wir weiter. Hier sahen wir sehr viele weitläufige Gehege mit Hirschen, vor allem Hirschkühen.

In Geraldine gibt es einen TOP 10 Holiday-Park direkt im Stadtzentrum. Wir fanden dort ohne Probleme einen Stellplatz und trotz des Regens machten wir noch einen kurzen Stadtrundgang.

Eine Besonderheit war der Laden der Talbot-Käserei. Dort kauften wir neben einem Gruyere-Käse auch einen Hirsch-Käse. Dazu weiter unten mehr. Talbot Forest ist übrigens der ursprüngliche Name von Geraldine.

Nach dem kurzen Spaziergang machten wir es uns in unserem Camper bequem.

Da heute Morgen schönes Wetter angesagt war (Montag, der 09.03.2020) und auch wirklich die Sonne schien, wollte ich den gestrigen Stadtspaziergang im Regen noch einmal im Sonnenschein wiederholen und ein bisschen filmen. Geraldine ist eine typische neuseeländische Kleinstadt ohne (für uns ersichtliche) Besonderheiten. In Geraldine beginnt auch die „Inland Scenic Route“ (SH 72). Sie führt durch die Canterbury Plains bis an die Pazifikküste nördlich von Christchurch.

Nach wenigen Kilometern sah ich dann den Abzweig zum Peel Forest Park. Ein Prospekt hatte ich in der Touristeninformation in Geraldine mitgenommen, für interessant befunden und so beschlossen wir einen Abstecher dahin zu machen. Der Peel Forest Park ist einer der wenigen Wälder in dieser Gegend, die alten Mischwaldbestand mit vielen Buchen haben. Wir hielten auf einem großen Grasplatz, der offensichtlich als Ausgangspunkt für die Wanderungen im Park gedacht war.

Wir sahen auch, dass sich nicht weit weg ein Campingplatz befindet. Wir beschlossen zuerst die kurze aber doch anstrengende Wanderung zum niedlichen Wasserfall Acland Falls zu machen und auf dem Rückweg den Campingplatz zu besichtigen.

Für die Acland Falls brauchten wir eine reichliche halbe Stunde (aber bergauf/bergab). Danach liefen wir zum Campingplatz. Er ist wunderschön gelegen, sehr großzügig und es waren kaum Camper auf dem Platz Wir wollten das schöne Wetter zum Nichtstun nutzen und beschlossen kurzerhand hier zu bleiben.

Es war ein DOC-Campingplatz , daher haben wir mit unserem DOC-Site-Pass nur 6 NZ$ bezahlt (inkl. fließendes warmes und kaltes Wasser, Duschen, Küche, Waschmaschine … !!!). Wir ließen den Tag bei strahlendem Sonnenschein und bei max. 26°C ausklingen.

Morgen soll es wieder regnen und danach müssen wir schon in Christchurch sein. Zum Abendessen haben wir zum ersten Mal Hirschmilch-Käse nach Havarti-Art, gegessen. Es hat sehr gut geschmeckt. Mehr über den Hirsch-Käse kann man hier lesen.

Wie im Wetterbericht angekündigt, war es heute Morgen (Dienstag, der 10.03.2020) mit dem schönen Wetter vorbei. Es regnete zwar noch nicht, aber der Himmel war voller dunkler Wolken. Wir hatten uns darauf eingestellt und wollten den Tag eigentlich als Reisetag nach Christchurch nutzen. Wir verabschiedeten uns von einem der schönsten Campingplätze bisher und fuhren weiter auf der „Inland Scenic Route“ (SH72), die wir heute fast bis zu Ende fahren wollten. Ein kleines Stückchen davon hatten wir bereits befahren, auf unserer Fahrt von Methven nach Glentunnel. Insbesondere die Rakaia-Schlucht hatte sich – positiv – in unser Gedächtnis gebrannt.

Die Fahrt war relativ unspektakulär und verlief durch weite Ebenen, ehe wir nördlich von Methven wieder am Mount Hutt und den Bergen vorbeikamen. Aber sie waren kaum zu sehen, nur ab und zu gab es einen Blick in Richtung Südalpen. Wir kamen wieder an der Rakaia-Schlucht vorbei und bogen dann kurz vor Darfield Richtung Norden ab. In der Waimakariri Schlucht machte wir eine kurze Pause und bewunderten das blass-blaue Wasser, das aus den Bergen kommt.

Im kleinen Örtchen Oxford wollten wir – schon wegen des Namens – halten. Aber es regnete. Oxford bestand wieder nur aus wenigen Metern Hauptstraße und so fuhren wir weiter. Unser Ziel der Campingplatz in Rangiora, einem kleinen Städtchen nördlich von Christchurch. Nachdem wir an dem Platz angekommen waren und uns kurz umgesehen hatten, beschlossen wir, weiter zu fahren. Der Platz war bereits um diese Uhrzeit (13:00 Uhr) ziemlich voll und machte nicht den besten Eindruck. Dazu trug sicherlich auch der Niesel-Regen bei, der uns mittlerweile seit Stunden begleitete. Daher wollten wir die wenigen Kilometer noch bis zur Pazifik-Küste zurücklegen, in der Hoffnung, dass sich das Wetter wenigstens ein bisschen bessert. Wir buchten uns auf dem Woodend Beach Holiday Park ein, der direkt am Strand liegt. Es war ein sehr großer Platz und außer Dauercampern waren kaum andere Gäste zu sehen.

Das Wetter besserte sich zwar etwas, aber wir hatten sowieso nichts mehr vor. Morgen geht es nach Christchurch in den TOP10 Holiday Park und übermorgen geben wir unseren Rangie schon zur Reparatur ab.

Nur gut, dass heute (Mittwoch, 11.03.2020) nur die kurze Etappe nach Christchurch vor uns lag. Das Wetter wurde langsam immer herbstlicher. Temperaturen von 10…12 °C, Nieselregen, leichter Wind. Wir verabschiedeten uns von dem Campingplatz in Woodend Beach ohne Wehmut, denn er war nicht besonders schön. Da wir nicht schon um 09:00 Uhr im vorgebuchten TOP10 Holiday Park in Christchurch auftauchen konnten, machten wir noch zwei Zwischenstationen. Die erste war das kleine Örtchen Kaiapoi am gleichnamigen Fluss.

Wir machten bei dem schlechten, kalten Wetter nur einen kurzen Spaziergang und fuhren weiter.

Der obligatorische Uhrenturm

Der zweite Stopp war New Brighton. Dort waren wir bei unserem ersten Aufenthalt in Christchurch immer nur vorbeigefahren und hatten uns dann vorgenommen, bei der nächsten Gelegenheit uns die neugestaltete Uferpromenade anzusehen. Aber bei dem Wetter waren die Straßen menschenleer und die Promenade war lange noch nicht fertig, sondern Baustelle.

Aber auf die neue Pier konnte man schon gehen und den unentwegten Surfern zuschauen, die auch bei diesem Wetter ihrem Hobby nachgingen.

Uns fror schon beim Zuschauen. Die wenigen Angler am Ende der Pier hatten wohl auch kein Glück.

Wir fuhren dann zum Campingplatz und wurden erst einmal vertröstet: die Hütte war noch nicht fertig und wir sollten warten. Wir bekämen eine SMS, wenn wir kommen können. Das Versprechen ging aber unter und wir checkten dann kurz vor 14:00 Uhr regulär ein. Wir hatten noch einige Diskussionen mit der unfreundlichen Dame von der Rezeption, wo wir unsere Kabine hinstellen können. Schließlich wählten wir selbst einen Platz direkt hinter unserer Hütte aus, der zwar schon fast zu anderen Zeltplätzen gehörte, aber eigentlich sollten wir keinen stören.

Links unsere „Cabin“ Nr. 31
Kabine erfolgreich abgesetzt.

Wir hätten zwar den Camper mit Kabine in die Werkstatt bringen können, aber uns war es lieber, wenn wir die wichtigsten Sachen im Zugriff haben. Wir mussten zwar eine ganze Menge von der Kabine und dem Auto in die Hütte räumen, aber irgendwann hatten wir es geschafft.

So schlecht war die Hütte nicht, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Sogar eine Heizung gab es, bei diesem Wetter sehr hilfreich.

Morgen können wir dann mit Rangie in die Werkstatt fahren und dann sind hoffentlich alle Probleme gelöst. Die Reparatur wird etwa 5 Werktage brauchen, da auch lackiert werden muss, so dass wir uns auf 8 Nächte (einschl. Wochenende) in der Hütte einstellen. Wenn wir das Auto eher übernehmen können, wollen wir natürlich wieder „auf die Piste“.

Heute (Donnerstag, der 12.03.2020) ist der Termin für die Abgabe unseres Rangie zur Reparatur.

Ich hatte als Uhrzeit zwischen 09:00 und 10:00 Uhr vereinbart und wir waren auch kurz nach 09:00 Uhr bei Action Collision. Man erkannte uns wieder und schon nach 5 Minuten waren wir wieder draußen, mit gemischten Gefühlen.

Nunmehr müssen wir warten und versuchen, hier unsere Zeit in Christchurch sinnvoll zu gestalten. Ob und wie uns das gelungen ist, werde ich nach Übernahme unseres Rangie berichten. Bis dahin!

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