Die Karawane zieht weiter!

Nachdem wir am 12.03. unseren Rangie abgegeben hatten, mussten wir die nächsten 8 Tage überbrücken. Zwar war die Hoffnung da, dass er vielleicht eher fertig repariert sein könnte, aber wir stellten uns mental darauf ein.

Letztlich hat alles irgendwie geklappt, wir haben die Zeit überstanden und konnten gestern Nachmittag (Mittwoch, 18.03.2020) unser Auto wieder abholen.

Von den vielen Spuren, die die beiden Unfälle hinterlassen hatten, war absolut nichts mehr zu sehen. Wir fuhren noch etwas einkaufen und dann auf unseren Campingplatz. Damit wir morgen früh schnell wegkommen, wollten wir auf jeden Fall noch die Kabine auf den Pick-Up aufsetzen und alles technisch reisefertig machen. Nach ein, zwei Stunden war alles erledigt und wir konnten beruhigt schlafen gehen.

Heute Morgen (Donnerstag, 19.03.2020) haben wir den Umzug aus unserer Kabine, in der wir 8 Nächte gewohnt hatten, in unseren Camper vollbracht und als alles verstaut war, sind wir gegen 9.30 Uhr losgefahren.

Die Tage in Christchurch haben wir natürlich versucht, möglichst sinnvoll zu verbringen, aber das war nicht ganz einfach. Die Innenstadt hatten wir schon gesehen und durch das Erdbeben sind viele Freiflächen entstanden, die erst nach und nach gefüllt werden können. Einen Mietwagen für die ganze Zeit zu nehmen, wollten wir auch nicht, daher versuchten wir stadtnahe Ziele mit dem Bus zu erreichen. Das funktionierte zwar ganz gut, aber war zeitaufwändig, manchmal umständlich und letztlich auch nicht unbedingt billig. Eigentlich wollten wir viel mit dem Fahrrad fahren, aber das hat auch nicht geklappt: Das Wetter war nicht so prickelnd, zudem konnte man im Holiday Park keine Fahrräder leihen, sondern man hätte dazu erst mit dem Bus in die Stadt fahren müssen – und zurück natürlich auch. Also haben wir darauf verzichtet.

Einschub: Corona-Virus

Das Thema begleitet uns jetzt auch hier, wobei die Dramatik im Moment noch nicht ganz so groß ist wie in Europa und in Deutschland. Als wichtigste Maßnahme (aus unserer Touristensicht) hat Neuseeland verfügt, dass alle Ausländer, die in das Land reisen, eine selbst zu organisierende 14-tägige Quarantäne absolvieren müssen. Damit wird die Zahl der Camper-Reisenden aus Deutschland, die – glaube ich – die Mehrzahl der Ausländer gestellt haben, dramatisch zurück gehen. Ein großes Problem haben die Backpacker die noch ankommen, die gar nicht wissen, wie sie die Quarantäne organisieren sollen. Außerdem dürfen bis Juni keine Kreuzfahrtschiffe Neuseeland mehr anlaufen. Im Übrigen sind alle Neuseeländer aufgerufen, Touristen an die Polizei zu melden, die sich ihrer Meinung nach nicht an die Quarantänebestimmungen halten. Wir hoffen nur, dass keine Campingplätze geschlossen werden, sonst hätten auch wir ein echtes Problem.

Derzeit hat Neuseeland (Stand 19.03.) 28 Infizierte, aber noch keinen Toten. Alle Infizierten der letzten Tage waren Rückkehrer aus den USA oder Europa, die vor den Quarantänebestimmungen noch in das Land gekommen sind. Die Regierung gibt täglich Pressekonferenzen zum Thema und hat auch eine spezielle Webseite eingerichtet. Alle Großveranstaltungen wurden und werden abgesagt, auch Hamsterkäufe scheint es zu geben, wie wir heute im Supermarkt am Regal mit Toilettenpapier feststellen konnten…

Die letzte Woche will ich nicht im Detail beschreiben, nur eine paar berichtenswerte Episoden:

Quake-City

Die Quake-City ist ein modernes Museum in Christchurch, das dem verheerenden Erdbeben von 2011 gewidmet ist. Es vermittelt Wissen über die Erdbebengefährdung Neuseelands insgesamt aber natürlich besonders der Region von Canterbury und der Stadt Christchurch. Anhand von vielen Einzelschicksalen werden die Geschehnisse auch emotional dargestellt. Insgesamt eine sehr lohnenswerte Ausstellung, die uns berührt hat.

Das Erdbeben von 2011 hatte viele Vorläufer.

Lyttelton

Lyttelton ist eine kleine Hafenstadt im Süden von Christchurch.

Sie ist ein wichtiger Hafen für Kreuzfahrtschiffe und war wichtiger Ausgangspunkt für einige Antarktis-Expeditionen.

Denkmal für die treuen Hunde die die Antarktis-Expeditionen unterstützt haben.

Sie hat knapp 3000 Einwohner und ist von Christchurch per Auto oder Bus durch den zweit-längsten Autotunnel Neuseelands erreichbar. Von seiner Eröffnung 1964 bis 2017 war er mit 1,9 km der längste Tunnel, bevor er 2017 vom Waterview Tunnel bei Auckland mit 2,4 km abgelöst wurde.

Die kleine Innenstadt von Lyttelton hat noch eine ganze Reihe historischer Häuser. Sehenswert ist die Timeball Station, die 1876 errichtet wurde und durch das Heraufziehen und Herablassen eines großen Balles den Seefahrern in der Umgebung die genaue Uhrzeit vermittelte. Die Station funktionierte bis 2010, als der erste Erdstoß Lyttelton traf und wurde 2011 durch das große Erdbeben zerstört.

Die gesamte Station sah vor der Zerstörung aus wie eine Burg, nach dem Erdbeben wurde aber nur der Turm 2018 wieder aufgebaut.

Mitten in der Hauptstraße fanden wir die Eruption-Craftbierbrauerei, der wir natürlich einen Besuch abstatten mussten.

Rangiora

Auf Plakaten hatten wir die Werbung für ein Volksfest in Rangiora gesehen, dass unter dem Motto „Beats and Eats“ stand. Wir mussten mit dem Bus zwar eine Dreiviertel-Stunde fahren. Im kleinen Stadtpark waren mehr als 30 Stände bzw. Wagen mit unterschiedlichsten Essen- und Getränkeangeboten aufgebaut. In der Mitte stand ein Pavillion, wo Musik gemacht wurde.

Auch für die Kinder wurden eine Menge Aktivitäten durchgeführt. Insgesamt war es ein sehr relaxtes Familienfest mit gemütlicher Atmosphäre.

Nachmittagswanderung (Sonntag) in Christchurch

Wenn wir früher in Meckenheim am Wochenende, insbesondere am Sonntag, ausnahmsweise mal nichts vorhatten, drehten wir wenigstens unsere „Sonntagsrunde“ durch Meckenheim. Meckenheim geht nicht mehr, also liefen wir von unserem Campingplatz durch Christchurch. Nicht besonders schön, da meistens an befahrenen Straßen, aber wir entdeckten dann noch die Craftbier-Brauerei Two Thumbs. Sie lag ziemlich versteckt und war sehr alternativ.

Aber es war gemütlich und sogar ein Sänger und Gitarrist gab Proben seines Könnens.

Sumner

Sumner ist ein kleiner Vorort von Christchurch an der südlichen Küste, bevor die Berge anfangen, die Lyttelton und dann die Halbinsel Banks Peninsula umgeben. Wir wollten eine kleine Wanderung machen und fuhren mit dem Bus bis zur Endstation nach Sumner. Sumner entpuppte sich als schöne Strandsiedlung mit einem weiten Sandstrand, der im Sommer sicherlich gut besucht ist.

Es war bei unserem Besuch zwar warm aber mit 14°C Wassertemperatur nicht zum Baden geeignet. Mittlerweile liegen hier schon die ersten Eicheln und Kastanien auf dem Boden und auch die Laubfärbung des Herbstes scheint einzusetzen. Wie beobachteten aber viele Surfer, die in Strandnähe ihr Wellenglück suchten.

Unser Wanderweg zog sich etwa 300 m entlang eines Tales einem Pass mit wunderschöner Aussicht und dann im weiten Bogen wieder zurück nach Sumner.

Insgesamt sind wir über 13 km gelaufen und haben 550 Höhenmeter bewältigt. Für eine Nachmittagswanderung ausreichend.

Monitor/Fernseher

Ein Manko unserer Ausstattung war, dass ich zwar viel gefilmt habe, wir uns aber die Filme nicht ansehen konnten. Zu zweit an einen kleinen Laptop ist das nicht prickelnd. Also hatte ich schon lange mit dem Gedanken gespielt, einen Monitor zu kaufen. Wir nutzen also die Zwangspause und fuhren zu einem weit außerhalb liegenden Elektronikkaufhaus.

Wir wurden fündig und kauften letztlich einen Fernseher, da er günstiger war, als ein PC-Monitor. So wird unser Camper nach und nach optimiert.

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