Queenstown

Nachdem wir gestern (Sonntag, 24.05.2020) in Queenstown angekommen sind, haben wir wie immer zuerst einen Campingplatz gesucht und auch beim zweiten Anlauf gefunden. Der Queenstown Lakeview Holiday Park liegt sehr zentral – etwa 10 Gehminuten zum Zentrum – und ist riesig. Es gibt allein über 150 Wohnmobilstellplätze, von den aber etwa 7…8 belegt waren.

Wir richteten uns ein und gingen erst einmal in die Stadt. Queenstown ist die Tourismushauptstadt von Neuseeland, hier gab es kein Abenteuer, das man nicht buchen konnte. Sie hier alle aufzuzählen ginge zu weit. 90% aller Arbeitsplätze hängen vom Tourismus ab.

Frittenbude gegenüber vom Campingplatz

Nunmehr war die Stadt am Sonntag noch ziemlich belebt, aber fast alle Touristikagenturen hatten geschlossen oder die Mitarbeiter saßen einsam an den Schaltern. Der internationale Tourismus ist weggebrochen und das merkt man jetzt schon und wird es sicherlich noch stärker merken. Nichts desto Trotz machte die kleine Stadt einen angenehmen Eindruck auf uns.

Es gab natürlich viele Cafés und Restaurants, von denen viele auch geöffnet und eine ganze Menge Gäste hatten.

Moni trinkt Glühwein

Wir ließen uns durch die Stadt treiben, bis die Dunkelheit uns in unseren Camper zurücktrieb.

Der heutige Tag (Montag, 25.05.2020) war ausschließlich für Queenstown vorgesehen. Eigentlich wollten wir als erstes die direkt neben dem Campingplatz gelegene Seilbahn nutzen, um auf Bob’s Peak, 450 m über der Stadt, zu fahren. Es soll die steilste Seilbahn der südlichen Hemisphäre sein. Aber das war Theorie, denn wegen Corona fährt die Seilbahn montags und dienstags nicht, wie wir gestern Abend noch herausgefunden hatten. Am Sonntag war sie noch in Betrieb und fuhr unglaublich viele Mountainbiker hinauf, die dann die Downhill-Strecke direkt unter der Seilbahn hinunterfuhren. Speziell für die Biker gab es sogar Sechser-Karten …

Da die Seilbahn nicht in Betrieb war, besuchten wir als erstes das Kiwi-Birdlife-Center und schauten uns noch mal Kiwis an (gemeint sind die Vögel…).

Neben vielen anderen einheimischen Vögeln hat man drei Kiwi-Häuser errichtet, wo man Kiwis sehen kann.

Innen durfte man nicht fotografieren

Da sie nachtaktiv sind, herrscht dort tagsüber fast Dunkelheit. Interessant war die Fütterung der Kiwis, die wir sehen konnten. Dazu wird eine Art großes Reagenzglas mit speziellem Futter in den Boden gesteckt und die Kiwis picken es mit ihren überlangen Schnäbeln heraus.

Zurück in der Stadt drehten wir noch eine Runde bei schönem Wetter, bis es Zeit zum Mittagessen war.

St. Peter’s Anglican Church
Der obligatorische Uhrenturm

Moni wollte unbedingt in der Burger-Kneipe von Queenstown Burger essen, bei Fergburger. In Queenstown gewesen zu sein, ohne hier einen Burger gegessen zu haben, geht nicht.

Moni bestellt einen Ferg Deluxe, ich einen mit Cajun-Hähnchen. Beides war wirklich sehr lecker (gemeint ist die Füllung, das wabblige Brötchen ist nicht so unser Fall). Als Nicht-Profis hatten wir aber Probleme, den Burger unfall- d.h. kleckerfrei, zu essen, aber irgendwie haben wir es geschafft.

Danach wollten wir nach langer Zeit wieder einen längeren Spaziergang unternehmen und beschlossen, am Lake Wakatipu bis nach Frankton zu laufen, ca. 6 km. Der Uferweg war sehr schön, aber es zog sich doch in die Länge.

Entlang des Weges waren sehr viele Apartments, Hotels, Ferienwohnungen, Ferienanlagen zu sehen, die zumindest von außen gesehen, alle leer waren.

Wir trafen nur einige Jogger und viele Radfahrer, keine weiteren Touristen. Wir waren dann froh, dass wir nach fast 1,5 Stunden in Frankton eine offene Taverne fanden, wo wir uns erst einmal hinsetzten und etwas trinken konnten. Der Rückweg war dann gefühlt nicht mehr so schön, aber wir haben es ohne Probleme geschafft und zogen uns dann in unseren Camper zurück.

Am Dienstag, den 26.05.2020, hatten wir einen Ausflug an das nördliche Ende des Lake Wakatipu, nach Glenorchy geplant. Die Fahrt dorthin und die Landschaft sollte sehr schön sein und war es auch – wie viele Gegenden Neuseelands – Drehort einiger Szenen in „Herr der Ringe“. Leider war das Wetter sehr wolkenverhangen, so dass man die Berge nur zum Teil sehen konnte. Die Fahrt war aber wirklich schön, wie schon auf der Fahrt nach Queenstown führte die Straße malerisch am Ufer des Sees entlang.

Wir machten ein paar Fotostopps und erreichten nach knapp 50 km das Örtchen Glenorchy. Wir fuhren aber weiter und wollten uns den Ort auf der Rückfahrt in Ruhe ansehen. Unser Reiseführer hatte die Weiterfahrt auf einer Schotterpiste bis zu dem Weiler „Paradise“ empfohlen.

Die Gravel Road war gut zu fahren, erst zum Schluss wurde es etwas holprig und wir mussten durch kleine Bachläufe fahren.

Auch hier sollen einige Szenen für „Herr der Ringe“ gedreht worden sein.

An einer schönen Stelle hinter Paradise hielten wir und machten Mittagspause, mit Tortellini und eine Carbonara-Sauce (beides „Convinience Food“), die uns gut geschmeckt haben.

Danach ging es schon zurück nach Glenorchy. Im Laden an der Hauptstraße kauften wir ein paar Kleinigkeiten – und hier gebrautes Craft Beer.  Selbst im kleinsten Örtchen gibt es noch eine Brauerei.

Ansonsten war der Ort ziemlich leer. Zu normalen Zeiten war es hier voll von Touristen, die die vielen Wanderwege gehen konnten oder mit dem Kayak oder einem Speedboat Ausflüge unternahmen. Jetzt waren die Touristenspots zu und nur ein, zwei Läden hatten geöffnet.

Nach eine Stunde fuhren wir den gleichen Weg zurück nach Queenstown. Entgegen den Versprechungen des Wetterberichtes hatte sich die Wolkendecke nicht gelockert, sondern hing immer noch schwer über dem See. Erst kurz vor Queenstown lichteten sich die Wolken und die Sonne kam hervor.

So konnten wir ein paar schöne Fotos schießen.

Wir fuhren noch bis zu einem Einkaufszentrum nach Frankton und kamen dann ziemlich spät wieder auf dem Campingplatz an.

Heute Morgen (Mittwoch, 27.05.2020) wollten wir den Ausflug mit der Seilbahn hoch über Queenstown nachholen, nachdem die Seilbahn montags und dienstags geschlossen hatte. Da wir sowieso unsere Kabine nochmals auf der Ladefläche ausrichten mussten (also hochbocken, Auto neu einfahren und wieder absetzen) konnten wir die Zeit überbrücken, bis die Seilbahn wieder fuhr.

Die Fahrt war schnell vorbei und von oben hatten wir zuerst nur Wolken vor uns, obwohl wir von unten die Seilbahnstation am blauen Himmel gesehen hatten. Aber die Wolken verzogen sich schnell, wir genossen den Ausblick, machten einige Fotos und fuhren wieder hinunter.


Unser Ziel für heute war Cromwell am Lake Dunstan. Aber wir fuhren nicht direkt dahin, sondern nahmen noch einen kleinen Umweg über Arrowtown. Der Umweg hatte sich aber gelohnt. Das kleine Örtchen war sehr schön, als wäre die Zeit stehen geblieben. Das Wetter spielte mit und der Spaziergang und die Mittagspause beim echten Italiener war echt nett.

Die Straße führte dann weiter am Kawarau River entlang, der den Abfluss des Lake Wakatipu bildet.

Die Schlucht war sehenswert und an einer alten Brücke machten wir Halt. Hier konnte man von der alten Brücke Bungee-Jumping machen und tatsächlich hatten sich gerade welche gefunden, die das Abenteuer in Angriff nahmen. Wir beobachteten zwei Sprünge und waren uns einig, dass das nichts für uns ist (jetzt nicht mehr).

Wo das Tal breit genug war, gab es auch viele Weingüter.

Die Fahrt führte weiter am Kawarau River entlang bis wir am frühen Nachmittag in Cromwell ankamen.

Cromwell ist ein Obstanbauzentrum.

Der erste Campingplatz hatte wegen Corona geschlossen, beim TOP10 Park sind wir aber ohne Probleme untergekommen. Danach besuchten wir noch das neue Zentrum von Cromwell, nachdem die alte Stadt mit dem Bau des Staudammes im See untergegangen war. Der Staudamm wurde 1979 begonnen und 1993 endgültig in Betrieb genommen und dient der Strom- und Wasserversorgung. Das neue Zentrum war nett, aber das Wetter war nicht schön: der Himmel war stark bewölkt und die Temperatur lag bei 9°C (gefühlt bei 2°C ….).

Zurück auf dem Campingplatz heizten wir den Camper richtig ein, ich las die Zeitung und die neuesten Internet-Nachrichten. Das wichtigste für uns war der Fortschritt bei der Schaffung der „Trans-tasmanischen Bubble“, also der Öffnung der Grenze zwischen Neuseeland und Australien, die nunmehr für Anfang Juli avisiert wird. Das wäre für uns genial.

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