Hutt Valley und Masterton

Heute (Dienstag, der 16.06.2020) sollte es nach der Pause in Wellington weiter gehen. Mittlerweile hatte wir fast den gesamten Camperinhalt in der Ferienwohnung verteilt, auch weil wir ja die Holzflächen der Betten und Fächer bearbeiten mussten.
Nach dem Frühstück fingen wir mit dem Einräumen an und pünktlich begann es dann, stark zu regnen. Alles was wir in den Camper tragen mussten, bekam zumindest eine kleine Dusche ab. Wir hatten uns soviel Mühe gegeben, den Camper wieder trocken zu bekommen…. Nach etwa 1,5 Stunden hatten wir es dann geschafft.

Fertig zum Losschwimmen …, nein zum Losfahren…

Bevor wir zum nächsten Campingplatz nach Lower Hutt losfahren konnten, wollten wir noch zwei Dinge erledigen: ich wollte in einem Craft Beer-Markt stöbern und Moni hatte sich einen Friseurtermin ergattert. Der Friseurtermin war gar nicht so einfach zu bekommen, weil es offensichtlich immer noch einen „Lock-Down-Stau“ gab.

Beides hatten wir aber bis 13:00 Uhr erledigt. Wir fuhren die kurze Strecke nach Lower Hutt und fanden einen schönen Campingplatz, allerdings in unmittelbarer Nähe zu einem Gewerbegebiet.

Empfangshalle des großen Campingplatzes
Die Campingplätze sind nur zu ca. 10…20% belegt, aber es gibt doch noch andere Camper, auch bei diesem Wetter.

Der Regen hatte aufgehört und wir beschlossen, noch einen Spaziergang in den nahe gelegen Stadtteil Petone zu unternehmen. Dazu ging es zuerst ein kleines Stückchen am Hutt-River entlang, dann durch einen kleinen Park zur Küste.

Hutt River
Blick über den Wellington Harbour. Im Hintergrund kann man Wellington erahnen…

Vom Strand bogen wir dann in die Hauptstraße von Petone ab und bummelten noch ein bisschen die typisch neuseeländischen Straßen entlang.

Der obligatorische Uhrenturm.
Typische Straßenszene

Einzige Besonderheit in Petone ist der artesische Brunnen Te Puna Wai Ora (Spring of Life). Hier kommt klares Trinkwasser unter Druck aus unteren Schichten.

Abschließend gingen wir noch in einen Pub, bevor wir mit dem Bus wieder zurück in die Nähe des Campingplatzes fuhren (immer noch kostenlos).

Als hätte der Wettergott etwas Mitleid mit uns, fing es erst an zu regnen, als wir schon wieder im Camper saßen.

Der heutige Morgen (Mittwoch, 17.06.2020) begann so wie der gestrige Abend geendet hatte – es regnete. Wir quälten unsere Smartphones und Laptops, ob das Wetter auf irgendeiner Wetterseite nicht doch ein bisschen besser wird. Aber die Prognosen für die nächsten 4…5 Tage waren schlecht. Den Gedanken, einfach irgendwohin zu fahren, wo das Wetter gerade besser ist, verwarfen wir wieder, nachdem wir die Prognosen für die Nordinsel insgesamt gesehen hatten.

Also hieß es einfach hoffen. Wie ursprünglich geplant, fuhren wir nach Süden und wollten am Turakirae Head die Seehund-Kolonie besuchen. Die Fahrt durch das Flusstal war kurz, irgendwann an der Küste endete die offizielle Straße und ging in eine private Schotterpiste über, die zu einer Farm führte. Wir stellten den Camper ab und liefen die letztem 2,5 km bis zur Spitze.

Die Spitze war bizarr felsig. Wir sahen einige Seehunde von der Ferne, aber um näher heranzukommen, hätten wir über die glitschigen Felsen klettern müssen.

Also machten wir uns nach einer kurzen Pause wieder auf den Rückweg. Er war etwas beschwerlich, da uns ein sehr starker Wind von vorn fast umblies, aber es regnete nicht. Da gerade Mittagszeit war, bereiteten wir uns (wie schon oft) eine Instant-Nudelsuppe zu.

Danach fuhren wir die gleiche Straße wieder zurück bis nach Lower Hutt, machten noch einige Einkäufe und fuhren weiter das Flusstal des Hutt River nach Upper Hutt hinauf. Mittlerweile setzte der Regen wieder ein und als wir am Campingplatz ankamen, regnete es in Strömen und hörte auch bis zum Abend nicht mehr auf. Also wieder ein Nachmittag und Abend, ohne dass man etwas Richtiges unternehmen konnte.


Es hat die ganze Nacht durchgeregnet und es war kein Ende in Sicht. Wir beschlossen, heute Vormittag (Donnerstag, 18.06.2020) noch etwas in Upper Hutt zu unternehmen und nachmittags weiter nach Masterton zu fahren. Dort wollten wir uns eine Self-Contained Cabin mieten, also eine Kabine mit eigener Küche und Toilette.

Das Wetter war nur ideal für einen Besuch eines Spaßbades. Gestern hatte ich bereits in einer Werbung gesehen, dass sich nicht weit vom Campingplatz das H2O Xtream befindet, mit verschiedenen Schwimm-Becken, Spas, einer Sauna und einem Dampfbad. Nach 10 Minuten Autofahrt waren wir da.

Der Eintritt war extrem billig: reichlich 2€/Person für das gesamte Bad und ohne Zeitbeschränkung. Meine Befürchtung, dass vormittags auch viele Schulklassen im Bad sind, war unbegründet. Es waren nur 30…40 Gäste da, fast alles Rentner. Ich hatte vorsichtshalber gegoogelt, wie man in Neuseeland in die Sauna geht, so dass wir dann nicht überrascht waren, dass auch in der Sauna Badebekleidung Pflicht ist. Die Prüderie fängt übrigens schon in den Umkleidekabinen an: Große Schilder weisen darauf hin, dass Erwachsene auf (kleine) Kinder Rücksicht nehmen sollen und die Familien lieber die Familienumkleide nehmen sollen.

Man nimmt auch kein Handtuch mit, sondern geht einfach aus dem Schwimmbecken in die Sauna und setzt sich auf die Holzbänke. Die Saunas in Neuseeland sind eh nicht so heiß, unsere hatte 75°C, mehr als 80°C sollen es wohl nirgendwo sein. Eine weitere Besonderheit ist, dass fast jeder eine Wasserflasche (aus Plastik) dabei hat und ab und zu etwas trinkt. Die Flasche wird sogar mit in die Sauna oder das Dampfbad genommen. Wie das Wasser dann schmeckt, will ich lieber gar nicht wissen.

Wir blieben etwa 2 Stunden und waren sehr zufrieden und wenigstens etwas mit dem Wetter ausgesöhnt. Zum Mittagessen und für ein Bier sind wir dann noch in die Brewtown gefahren.

Sie entpuppte sich als großes Industrie-/Parkgelände auf dem sich 5 Craft-Beer-Brauereien und eine Destillerie angesiedelt hatten. Hier gibt es sogar einen Stellplatz für Camper. Bei besserem Wetter wäre das quasi ideal gewesen.

So aber suchte ich eine Brauerei aus, wir aßen dort eine Kleinigkeit zu Mittag und tranken jeder ein leckeres Bier.

Wie in vielen anderen Brauereien ist der Restaurantbereich direkt neben der Produktion in einer Halle.

Die Rezepte der „Te Aro“ Brauerei kann man übrigens auf deren Website nachlesen – und dann nachbrauen. Die notwendigen Gerätschaften und Zutaten gibt es hier übrigens überall zu kaufen und auch die notwendige Software-Unterstützung kann man problemlos herunterladen….

Danach sahen wir uns noch die Destillerie an, die eigentlich im wesentlichen eine Bar ist und schlenderten dann zum Camper zurück. Schade, bei schönem Wetter ist hier bestimmt viel Betrieb.

Die Fahrt nach Masterton führte dann durch einen dicht bewaldeten Gebirgszug. Leider war durch den Regen und den niedrig hängenden Wolken keine Sicht, man konnte nur ahnen, wie schön es sein könnte. Nachdem wir über den 725 m hohen Rimutaka-Pass gefahren waren, dauerte es nicht mehr lange, bis wir auf dem Campingplatz in Masterton ankamen.

Wir mieteten uns in einer Kabine ein und räumten wieder einmal unseren Camper aus. Wahrscheinlich werden wir ein paar Tage bleiben müssen, bis der Dauerregen aufgehört hat. Es regnet auf der gesamten Nordinsel, so dass eine Weiterreise sinnlos ist.

Rechts ist die „Cabin“.

Es gibt ein großes Wohnzimmer mit kleiner Küche, ein Schlafzimmer mit Doppelbett, ein kleines Schlafzimmer mit Doppelstockbett und einen Sanitärbereich. Nicht besonders schön, aber funktionell.

Der heutige Tag (Freitag, der 19.06.2020) war ruhig. Über Nacht hatte es weiter geregnet. Es wird sehr schwierig, den Camper innen ein bisschen trockener zu bekommen. Nach dem Frühstück ging Moni erst einmal in den nahegelegenen Supermarkt New World einkaufen. Der Regen ließ dann langsam etwas nach. Zum Mittag habe ich Spaghetti mit Chilischoten, Knoblauch und geriebenen Parmesan gekocht. Wobei der hier hergestellte Parmesan meistens sehr geschmacklos ist und die Konsistenz von Gummi hat. Echten italienischen Parmesan habe ich hier noch nicht gesehen.

Danach haben wir einen längeren Spaziergang durch Masterton gemacht.

Der Queen Elizabeth Park (bei schönem Wetter und im Sommer sicherlich sehr schön)

Wir werden noch einmal zwei Tage länger hier bleiben und von hier aus – sofern es das Wetter zulässt – zwei längere Ausflüge nach Süden und in den Osten machen. Masterton ist vor allem durch seine Schafscherer-Wettbewerbe „Golden Shears“ bekannt.

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