Wairarapa

Als Wairarapa wird der südöstlichste Zipfel der Nordinsel bezeichnet, der insbesondere von Schafzucht und Weinanbau gekennzeichnet ist. Martinborough ist das Zentrum dieses Gebietes und des Weinanbaus. Wir wollten von Masterton aus zwei Rundreisen durch dieses Gebiet unternehmen, trotz des schlechten Wetters.

Unser erstes Ziel (Sonnabend, den 20.06.2020) war das Cape Palliser, der südlichste Punkt der Nordinsel. Dazu mussten wir zuerst wieder in Richtung Wellington fahren. Die Route führte nach Carterton und dann nach Greytown. Dort sollte es laut Beschreibung unseres Campingführers einen französischen Bäcker geben, der gutes Brot bäckt. Wir fanden den Bäcker auch relativ schnell und kauften uns ein – von außen – lecker aussehendes Vollkornbrot.

Zufrieden setzten wir unsere Fahrt fort. In Featherstone bogen wir von der Straße nach Wellington in Richtung Süden ab. In Featherstone war übrigens gerade die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen, da der Dauerregen das Hauptwasserrohr weggespült hatte. Laut Zeitung hatte es in der letzten Woche soviel geregnet, wie sonst im ganzen Monat Juni…

Am Westufer des Lake Wairarapa ging es weiter nach Süden. Bevor wir endgültig auf die Straße zum Cape Palliser abbogen, machten wir noch einen Abstecher zum Lake Onoke. In der Siedlung Lake Ferry, die direkt an der Mündung des Ruamahanga Rivers in den Pazifik liegt, machten wir Mittagspause.

Mündung des Ruamahanga Rivers
Lake Ferry Hotel

Es war zwar sehr zeitig, aber wir bekamen Fish & Chips (Moni) und marinierte Hähnchenschenkel (ich). Moni war mit dem Essen überhaupt nicht zufrieden, um so befremdlicher las sich die Werbung aus den Prospekten, dass man hier unbedingt Fish & Chips probieren müsse.

Aber was soll’s, wir fuhren auf einer schönen Straße weiter, leider bei sehr schlechter Sicht und Dauer-Nieselregen.

Letztes Örtchen vor dem Kap war das Dörfchen Ngawi, dessen einzige Attraktion die vielen Traktoren sind, die die Schiffe in das Meer und aus dem Meer transportieren.

Nach einer kurzen abenteuerlichen Strecke Gravel Road (mit Fluss-Durchquerung!) kamen wir am Cape Palliser Lighthouse an.

Zum Leuchtturm führte eine Treppe mit über 250 Stufen, die offensichtlich relativ neu war. Der Leuchtturm ist 18m hoch und liegt 78 m über dem Meeresspiegel. Er wurde 1897 in Betrieb genommen und leuchtet 48 km weit. Wir verweilten nur kurz am Fuße des Leuchtturmes, denn der Wind wehte heftig.

Wir fuhren zurück nach Masterton, allerdings auf einer anderen Strecke, da wir noch Stonehenge Aotearoa ansehen wollten. Das ist eine Nachbildung des englischen Stonehenge, angereichert mit Elementen der Maori-Kultur und dem zentralen Obelisken, der an alte mesopotamische Bauten erinnern soll.

Wir hatten Glück, denn im Winter hat der Komplex nur am Samstag und Sonntag geöffnet. Die Anlage wurde 2005 von Enthusiasten gebaut, die sich für Astronomie interessierten und das Wissen über die Sterne, die Sonne oder den Mond auch auf einfache, aber interessante Weise weitergeben wollten. Auch die Royal Society of New Zealand war involviert. Wir sahen uns zuerst einen kurzen Einführungsvortrag an, dann besichtigten wir die interessante Anlage.

Im Vordergrund sind die Tierkreiszeichen (europäische, chinesische und Maori) dargestellt.
Das sind die Sieben Schwestern – ein Maori-Symbol der Plejaden (auf Maori Mataraki).

Für morgen zur Wintersonnenwende (winter solstice) ist auch eine große Veranstaltung geplant, deren Programm mir allerdings etwas esoterisch angehaucht vorkam.

Danach fuhren wir im Regen zurück nach Masterton und verbrachten unseren Abend in der Hütte.


Heute war Monis 65. Geburtstag !!! (Sonntag, 21.06.2020). Moni hatte sich eigentlich nur schönes Wetter gewünscht oder wenigstens einen Ausflug, egal wie das Wetter ist, denn in der Hütte wollten wir nicht sitzen bleiben. Das mit dem schönen Wetter hat nicht funktioniert, aber wir starteten zu einem Ausflug zum Castlepoint und zum Riversdate Beach. Und weil Moni Geburtstag hat, durfte sie auch fahren. Bisher war ich immer gefahren, weil die Fahrerei auf der falschen Seite schon sehr gewöhnungsbedürftig ist und weil das Autofahren mir auch Spaß macht.

Aber Moni wollte schon länger auch mal fahren und so starteten wir zum ca. 65 hm entfernten Castlepoint. Es ging durch endlose Hügel, meist Weiden für Schafe; ab und zu durch Kiefer-Wälder (keine Naturwälder); nur ganz wenige Häuser/Siedlungen waren zu sehen.

Castlepoint war eine überraschend große Feriensiedlung an einem sehr schönen Strand. Er wurde als einer der 10 schönsten Strände Neuseelands beworben.

Der Strand war leer, aber im Meer sahen wir zwei Surfer! Bei 11°C Lufttemperatur, das Wasser wird wohl noch kälter sein.

Auch hier war ein Leuchtturm die Hauptsehenswürdigkeit. Zuammen mit einigen anderen einheimischen Touristen stiefelten wir den Weg zum Leuchttum hinauf.

Der Weg zum Leuchtturm und auf den Felsen um den Leuchtturm herum war gut ausgebaut. Es blies wieder ein sehr heftiger Wind, aber es regnete wenigstens nicht. Der Leuchtturm wurde 1913 erbaut und ist 23 m hoch.

Eine kleine Aussichtsplattform liegt sogar noch etwas höher als der Leuchtturm.

Das Geburtstags“kind“

Nachdem wir die kurze Runde um den Leuchtturm gedreht hatten, liefen wir zum Camper zurück, kochten uns wieder mal ein Nudelsüppchen und setzten unsere Fahrt zum Riversdale Beach fort. Die Landschaft bleibt gleich, das Wetter auch, tiefhängende Wolken, aus denen es immer wieder nieselte.

Riversdale Beach liegt an einem langgestreckten Sandstrand und ist ein gepflegtes Feriendorf hinter Naturdünen. Hier schienen Leute mit ausreichend Geld zu wohnen. Wir machten einen kurzen Spaziergang zum Strand und liefen die einzige Straße des Dorfes ein Stück ab.

Danach ging es zurück nach Masterton, wo wir noch kurz einkaufen waren.  Zur Feier des Tages ließen wir nach dem Abendessen noch einen Sektkorken knallen, denn Monis 65. musste ja wenigstens ein bißchen gefeiert werden.


Heute wollten wir Masterton wieder verlassen, aber bevor wir weiter nach Norden fahren, wollten wir noch heute (Montag, 22.06.2020) einen Abstecher nach Martinborough machen, wo wir gestern wegen des schlechten Wetters keinen Halt gemacht hatten. Die 30 km waren schnell gefahren, das Wetter besserte sich und sogar die Sonne kam mal kurz hinter den Wolken hervor. Es gibt sie also noch!

Martinborough ist das Zentrum des Weinanbaus in dieser Gegend und also suchten wir bei unserem kleinen Stadtrundgang einen Laden, wo wir uns eine gute Flasche Wein leisten wollten.  

Wir fanden einen sehr gut sortierten Laden, der neben Wein auch eine sehr große Auswahl an einheimischen Gins, anderen Spirituosen und sogar Whisky hatte.

Nach langer Suche entschieden wir uns für einen Syrah (Shiraz) von 2017. 

Wir aßen kurz zu Mittag (wieder neuseeländisch enttäuschend) und schlenderten dann zurück zum Auto.

Nach einem Tankstopp in Masterston ging es endgültig weiter in Richtung Norden.

Was das werden soll ?
Eine Champignon-Farm

Wir hatte eine Werbung für das Mt Bruce Wildlife Centre gesehen, wo es die einzigen weißen Kiwis gibt. Das Zentrum liegt direkt an der Hauptstraße SH2.

Letztlich ähnelte es den anderen Zentren, die wir schon bisher gesehen hatten.

Im Kiwi-Haus sahen wir dann tatsächlich den weißen Kiwi, der relativ groß ist. Wir sahen ihm im Dämmerlicht ein paar Minuten beim Stöbern zu, dann liefen wir weiter an verschiedenen Volieren mit einheimischen Vögeln vorbei.

So sah er aus, aber ein Foto konnten wir nicht machen, es war wieder zu dunkel.
Wer schon immer mal wissen wollte, was ein Kiwi frisst.

Sehenswert waren auch wieder die riesigen dicken Aale, die wir schon am Lake Rotoiti in freier Natur gesehen hatten.

Danach war es nicht mehr weit bis zu unserem Campingplatz in Pahiatua. Wir checkten kurz ein, fuhren aber noch einmal 8 km weiter bis zur Tui-Brauerei mit dem markanten Turm.

Leider hatten wir Pech, Montag und Dienstag hat das Besucherzentrum geschlossen. Schade.

Also ging es zurück zum Campingplatz. Diesmal konnten wir uns bei halbwegs angenehmen Temperaturen (14°C) und ohne Regen einrichten. Man wird ja so bescheiden….

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