Papamoa Beach und Tauranga

Heute (Donnerstag, 13.08.2020) war der Arzttermin, weswegen wir eigentlich in Tauranga waren. Der Termin war erst 12:30 Uhr, so dass wir früh genügend Zeit hatten. Das war auch gut, denn wir sahen nach 8 Monaten Reisezeit das erste Auto mit einem europäischen Kennzeichen!! Es gehörte einem älteren Schweizer Pärchen, mit dem wir in’s Gespräch kamen. Sie sind seit September 2019 in Neuseeland und hatten ihr Auto genau wie wir mit Seabridge Tours nach Neuseeland verschiffen lassen. Das Auto wurde übrigens beim deutschen Hersteller Explory gebaut.

Eigentlich wollten sie nur ein halbes Jahr bleiben und dann nach Australien weiterreisen, aber auch ihnen kam Corona dazwischen. Nun hatten sie sich auf einen längeren Aufenthalt in Neuseeland eingerichtet. Wir schwatzen eine ganze Weile, dann mussten wir aber doch losfahren.

Im Stadtteil Greerton, wo sich die Klinik befindet, ist auch das große Einkaufszentrum mit dem deutschen Metzger, der hervorragende Wurst hat und dem australischen Fleischer, der sehr gutes Fleisch hat. Bei dem einen füllten wir unsere Wurstvorräte wieder mit guter deutscher Wurst auf, bei dem anderen kauften wir Rinderfilet-Steaks.

Danach war es dann schon soweit; wir liefen in Richtung Klinik. Moni durfte wegen des Corona-Level-2 nicht mit in das Gebäude.

Nach kurzer Wartezeit empfing mich eine Ärztin, deren Ehemann bei der Übersetzung bzw. Interpretation der deutschen Arztunterlagen geholfen hatte, wie sie erklärte. Die Atmosphäre war sehr angenehm, sie fragte meine Krankenschichte ab, aber sie interessierte sich auch für unsere Geschichte und so schwatzten wir bald mehr über deutsches Brot als über den eigentlichen Zweck des Besuches. Nach einer kurzen Untersuchung war nach 30 Minuten die Konsultation beendet. Sie bescheinigte mir, dass ich aus ihrer Sicht gesund bin und wunderte sich, warum die Immigrationsbehörde bei so einem temporären Visum so viel Wind macht. Ich verabschiedet mich mit einem guten Gefühl, musste natürlich noch die exorbitant hohe Rechnung (1000 NZ$) bezahlen und traf mich dann wieder mit Moni.

Wir fuhren erst einmal erleichtert zurück zum Campingplatz und bei dem schönen Wetter gingen wir noch spazieren. Zuerst ging es am wunderschönen Strand von Papamoa Beach entlang, dann liefen wir zurück durch sehr gepflegte Wohnanlagen.

Zwischendurch kam noch eine positive Nachricht: die Ärztin hatte sich mit der Schwester am Empfang unterhalten und festgestellt, dass die Gebühr von 1000 NZ$ nur für die Beantragung eines permanenten Visas anfällt, für ein temporäres Visa sind sie nur rund 450 NZ$. Daher wollen sie mir die Differenz zurück überweisen. Toll, dann habe ich doch einen guten Eindruck gemacht (oder war es wieder der „verwirrte-ältere-Rentner-Effekt“?).

Egal, wir waren erleichtert und tranken darauf in der lokalen Craftbier-Brauerei noch ein Bier bzw. einen Glüh-Cider. Die Kneipe hatte wegen der Level-2 Restriktionen vollständig auf online umgestellt, d.h. auf der Papier-Speisekarte war ein QR-Code und nach dem Einlesen landete man auf der Online-Speisekarte.

Man konnte dann bestellen, danach über das Handy auch gleich per Kreditkarte bezahlen und nachdem ich dazu fast eine Viertel-Stunde gebraucht hatte, waren die Getränke schließlich nach zwei Minuten am Tisch. Schöne, neue Welt ….

Abends bruzzelten wir die Rindersteaks und waren begeistert, denn sie schmeckten hervorragend. Wir beschlossen, auf jeden Fall morgen noch hier zu bleiben, auch wenn der Wetterbericht für morgen nicht sehr optimistisch klang. Morgen Nachmittag will dann die neuseeländische Regierung bekanntgeben, wie es mit den Lock-Down-Maßnahmen weiter geht. Dementsprechend wollen wir die nächsten Etappen planen.


Die heutige (Freitag, 14.08.2020) Ausgabe des NZ Herald kam mit einer martialisch anmutenden Schlagzeile:

Hintergrund ist, dass die Regierung heute entscheiden will, wie es mit dem Lock down weiter gehen soll. Um 17:30 Uhr sollte es eine entsprechende Pressekonferenz geben. Davon hängt auch unsere weitere Reiseplanung ab. Wenn auf Level-3 im Rest des Landes erhöht wird, ist es mit der Reiserei erst einmal wieder vorbei.

In Neuseeland selbst gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen, einen zweiten harten Lock Down verkraftet Neuseesand nicht, man solle sich darauf einstellen, dass man das Virus auf absehbare Zeit sowieso nicht vollständig eliminieren können wird. Das andere Extrem ist die Forderung der Maori-Partei, sofort wieder Level 4 für ganz Neuseeland auszurufen. Die einzelnen Stämme der Maori (auf Maori „iwi“) bereiten außerdem schon wieder Straßensperren vor, um ihre Dörfer und Gebiete abzuschotten. Das gab es schon beim ersten Lock Down und hatte zu heftigen Diskussionen geführt, ob die iwi damit nicht ihre Kompetenzen überschreiten und versuchen, Polizei-Aufgaben zu übernehmen. Auf jeden Fall ist die Aufregung groß, zumal Mitte September Parlamentswahlen sind und sich die Labour-Party mit Jacinda Ardern schon wie der sichere Sieger gefühlt hat. Nun wittert die Opposition natürlich ihre Chance.

Wir hatten vormittags nichts vor, wir gingen kurz einkaufen und nach dem Mittagessen fuhren wir in ein Spa-Bad. Diesmal ging es in das Fernland Spa. Die Prospekte sahen jedenfalls sehr schön an.

Die Realität war dann etwa kleiner, es gab nur ein großes Becken.

Ansonsten hätte man sich eines der kleinen Privat-Spas mieten müssen. Interessant war, dass das Wasser jeden Tag abgelassen, das Becken gereinigt und dann neues Wasser eingelassen wird. Dadurch kann auf Zusätze wie Chlor verzichtet werden und man badet nach Aussage des Betreibers in trinkbarem Mineralwasser, allerdings mit 37…39°C Temperatur. Wobei die Temperatur des Wassers der Außentemperatur angepasst werden kann, d.h. im Sommer kälter, im Winter wärmer.

Nach ca. 45 Minuten stiegen wir aus dem Wasser und fühlten uns ziemlich schlapp. Das Baden strengte mächtig an.  Wir fuhren zurück auf dem Campingplatz und wollten nach dem Abendessen die Lage peilen.

Am Abend kamen dann die Beschlüsse der Regierung: Fortsetzung des Lock-Down Level-3 für die Region Auckland, für den Rest des Landes mit Level-2 bis zum 26.08.2020. So können wir erst einmal weiterreisen, auch wenn es sicherlich die eine oder andere Einschränkung der Touristenangebote geben wird.


Die Nacht (Sonnabend, 15.08.2020) brachte wieder winterliche Temperaturen: knapp 2°C, da hatte unsere Heizung wieder mächtig zu tun. Dafür gab es frühmorgens klaren, blauen Himmel und die Sonne schien. Wir packten unsere Sachen zusammen und gegen 9:00 Uhr waren wir auf der Piste.

Heutiges Ziel war der Lake Rotorua und wir wollten in Rotorua Station machen, denn in diesem Gebiet gibt es sehr viel zu sehen. Wir wollten uns erst mal orientieren.

Die Touristeninformation von Rotorua.

Die reichlich 70 km hatten wir schnell geschafft. Nach langer Zeit können wir wieder eine neue Gegend erkunden…. Alles Weitere im nächsten Blog.

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