Rotorua (1)

Wir waren heute (Sonnabend, 15.08.2020) aus Papamoa Beach in Rotorua angekommen und nutzten den Vormittag für einen ersten Rundgang durch die 70.000 Einwohner zählende Stadt. Rotorua liegt im Zentrum der Taupo Vulcanic Zone. Diese ist etwa 350 km lang und 50 km breit und reicht etwa von White Island bis zum Mount Ruahepu.  In der Stadt und in der Umgebung gibt es unglaublich viele Stellen, die von vulkanischer Aktivität zeugen und in der Stadt riecht es tatsächlich an vielen Stellen nach Schwefel.

Touristeninformation

Die Stadt machte auf uns einen sehr guten, gepflegten und modernen Eindruck. Nachdem wir die Touristeninformation gesucht und gefunden hatten, besuchten wir als erstes die großen Government Gardens.

Eingang zu den Government Gardens

Zuerst liefen wir am Tea House mit einem schönen Pavillon und einem kleinen See vorbei.

Der Tee-Pavillion
Das Tee-Haus

Im Hintergrund war bereits das große Rotorua Museum zu sehen, dass aber gerade renoviert wird und erst 2022 wieder öffnet.

Das Museum.

Interessant waren für uns die ersten heißen Quellen und kleinen Teiche, aus denen es dampfte und ziemlich stark nach Schwefel roch.

Die Rachel-Quelle / Whangapipiro hat 100°C.
Der Sulphur Lake
Auf dem Sculpture Trail rund um den See waren rund 20 Skulpturen aufgestellt, hier: der „Ghost Soldier“
Die Skulpture heißt „Greed“ (Habgier, Gefräßigkeit)

Gleich daneben gibt es die ehrwürdigen Blue Baths und nicht weit davon entfernt das moderne Polynesian Spa. Der letzteren werden wir bestimmt noch einen Besuch abstatten.

Die Blue Baths

Wir beobachteten noch ein paar Bowling Spieler.

Blick aus den Government Gardens in Richtung Innenstadt.

Danach gingen wir erst mal Mittagessen. Fast schon traditionell aßen wir Fish & Chips (Moni) und Spare Ribs (ich). Jetzt reicht es aber wieder für eine Weile…

Unser Essen sind die beiden Bilder unten.

Danach gingen wir noch kurz einkaufen und fuhren dann zum Campingplatz. Der war ziemlich zentrumsnah und lag fast direkt am Strand des Sees.

Auch hier gab es brodelnde Quellen und Löcher, schon etwas eigenartig in nicht mal 50 m Entfernung. Der Campingplatz hat auch eigenen Hot Spas und einen Dampf-Backofen, wo man sich selbst eine Hangi, ein Maori-Essen, zubereiten kann, allerdings nicht in der Erde, sondern im Dampf.

Einer der drei kleinen Becken mit heißem Wasser. Es gab noch ein größeres und einen Swimmingpool mit kühlem Wasser.
Ich warf schon mal einen Blick in den Natur-Dampf-Backofen.

Danach spazierten wir durch den Kuirau Thermal Park, in dem es viele Thermalquellen, Schlammlöcher und ähnliches gab. Wir kamen aus dem Fotografieren und Filmen gar nicht heraus.

Eines der Schlammlöcher

Am Ende des Parks gab es ein großes Rugby-Feld, wo gerade ein Spiel stattfand. Wir schauten eine Weile mit einer ganzen Reihe weiterer Zuschauer zu, auch wenn wir die Regeln nur ahnen.

Wie in Deutschland auch, gab es eine Art Vereinsheim, wo es Bier gab und einen Grillstand. Leider hörte bei der gegrillten Wurst die Gemeinsamkeit mit Deutschland auf, denn die Wurst mit wabbligem Toastbrot und etwas gebratener Zwiebel war sehr geschmacklos.

In einem großen Bogen liefen wir zurück zum Campingplatz und schauten uns noch das Maori-Dorf von Ohinemute an, das sehr sehenswert war.

Auch hier blubberte es aus allen Löchern.

Der hiesige Stamm der Maori „Ngāti Whakaue“ schenkte 1844 den Siedlern das Land, auf dem Rotorua gebaut worden ist. Mit dem Sonnenuntergang waren wir am Camper und richteten uns wieder auf eine sehr kalte Nacht ein, diesmal soll es auf 0°C heruntergehen. Wann wird es endlich Frühling und Sommer…?


Heute früh waren reichlich 1°C (Sonntag, 16.08.2020), die Heizung musste sich ca. aller 45 Minuten einschalten, damit wir innen wenigstens Schlaftemperatur von 11…12°C haben. Nach langem Suchen überlegten wir, was wir heute als Erstes machen. Ich hatte einen Ausflug in das Waimangu Volcanic Valley geplant. Dazu mussten wir knapp 30 km in Richtung Süden fahren. Die Sonne schien vom fast wolkenlosen Himmel. Es war nur sehr kalt und erwärmte sich auch tagsüber nicht über 13…14°C.

Das Waimangu Vulcanic Valley führt vom oberen Eingang in das Tal etwa 5 km hinab zum Rotomahanasee. Er entstand durch eine gewaltige Vulkaneruption am 10. Juni 1886. Der 1111 m hohe Tarawera-Vulkan brach aus und erzeugte einen Riss von 16 km Länge und bis zu einem Kilometer Breite. Es entstand eine Staub-, Geröll- und Sandwolke, die bis zu 10 km in den Himmel geschleudert wurde. Eine glühende Masse ergoss sich im Umkreis von 6 km über das Land und riss 120 Menschen in sieben kleinen Dörfern mit in den Tod. Der Ausfluss der beiden kleinen Rotorua-Seen wurde verstopft und es entstand der 20 mal so große, jetzige See, dessen Wasserspiegel um 40 m angehoben wurde. Durch den Vulkanausbruch wurden auch die weißen und rosafarbenen Sinterterrassen zerstört, die bereits nach 1870 zahlreiche Touristen in diese Gegend gezogen haben.

Eingang in das Tal.

Wir stellten den Camper am Besucherzentrum ab und mussten dann feststellen, dass wir Eintritt bezahlen mussten. Mit einer kleinen Bootsfahrt auf dem Lake Rotomahana kostete das Vergnügen für uns beide 80 NZ$, reichlich 40 €. Aber im Nachhinein haben wir es nicht bereut. Der Hauptweg war sehr gut ausgebaut. Es waren auch Familien mit Kinderwagen unterwegs. Wir bekamen Informationsmaterial in die Hände gedrückt, u.a. einen „Wanderer-Guide“. „Wandern“ (z.B. gab es die englischsprachige Serie „Wanderlust“) hat wie „Abseilen“ (in Englisch „Abseiling“) und Kindergarten Eingang in die englische Sprache gefunden.

Blick auf den Echo Crater

Schon bald sahen wir den Echo-Krater, der sich endgültig im Jahr 1917 nach einer weiteren kleinen Eruption geformt hat und als See gebildet hat. Der als „Frying Pan Lake“ bekannte See ist durchschnittlich 6 m tief und ist die weltgrößte heiße Quelle. Die durchschnittliche Temperatur beträgt 55°C.

Beeindruckend.
Auch aus den Hügeln rundherum stieg heißer Dampf auf.

Wir bogen vom Hauptweg ab und liefen den Mt. Haszard Hiking Trail.

Der Inferno Crater

Der Weg führte über eine Bergkuppe, von der man den ersten Blick auf den Rotomahana See mit dem 1111 m hohen ehemaligen Vulkan Mount Terawera im Hintergrund erhaschen konnte.

Es ist schon eigenartig, wenn es ringsherum aus den Felswänden dampft.
Die Warwick-Terrace.

Über den Wetland Trail liefen wir bis zur Bootsanlegestelle.

Die Bootsfahrt auf dem Lake Tarawera dauert ca. 45 Minuten.

Hier sieht man den riesigen Krater, der 1886 entstand und der zur Bildung des heutigen Lake Tarawera führte, denn die Gesteinsmassen versperrten den bisherigen Abfluss.
Die Fumarole Bay. Die Oberflächentemperaturen der Felswände betragen hier zwischen 40 …70°C.

Zurück liefen wir auf dem normalen Hauptweg – die kürzeste Strecke. Insgesamt waren es etwa 10 km und knapp 400 Höhenmeter.

Auf dem Campingplatz angekommen, wollten wir natürlich auch die Hot Spas, die zu unserem Campingplatz gehörten, ausnutzen. Es gab ein etwas größeres Becken und zwei kleine runde Becken mit ca. 2,5 m Durchmesser, die wir beide für uns alleine hatten. Die Temperatur lag bei etwa 40°C.

Sehr angenehm, nach einem solch erlebnisreichen Tag noch ein schönes Bad nehmen zu können. Wir relaxten eine Weile und zogen uns dann in unseren Camper zurück.


Für heute (Montag, 17.08.2020) hatte der Wetterbericht den dritten Tag in Folge strahlenden Sonnenschein angekündigt. Dafür war es in der Nacht wieder knackig kalt, knapp über 0°C. Auf jeden Fall waren die Wiesen auf dem Campingplatz frühmorgens kräftig bereift. In der Sonne konnte man es einigermaßen aushalten, aber die Luft blieb den ganzen Tag über sehr kalt. Ein schöner, kalter Wintertag (☹), wie wir immer haben wollten….

Aber zum Wandern war es gut. Ich hatte zwei Routen ausgesucht: die erste Route sollte uns am Vormittag an den Blue Lake (auf Maori Tikitapu) führen. Die Runde war ca. 5 km lang und sollte in ca. 1,5 Stunden zu schaffen sein. Danach wollten wir noch zum nahe gelegenen Lake Tarawera, um dort noch eine Runde zu drehen.

Wir fuhren zum Blue Lake, der trotz des strahlend blauen Himmels nicht unbedingt blau, aber dafür sehr klar war. Wir stellten unser Camper am Ufer ab und sahen uns erst einmal um. Es war ziemlich leer, nur ein kleines Motorboot tuckerte langsam los.

Der See wird neben dem Baden vor allem zum Wasserski-Fahren, Angeln und zum Speedboot-Fahren genutzt. Unser Weg führte zuerst an der Straße entlang und verzweigte dann zum Ufer.

Im Schatten hielt sich der Rauhreif länger. Der Boden war stellenweise gefroren …

Nach etwa 2 km erreichten wir einen Lookout, einen kleinen Hügel, von dem wir einen schönen Blick auf den Blue Lake und auch auf dem direkt daneben gelegenen Green Lake hatten.

Blick auf den Green Lake / Lake Rotokakahi

Eigentlich wollte ich auch am Green Lake entlanglaufen, aber der See liegt im Maori-Gebiet und das Seegebiet darf nicht betreten werden. Der Weg führte weiter auf einem kombinierten Reiter-, Rad-, Forstauto- und Wanderweg.

An einem Abzweig nahm ich die von meinem Navi vorgegebene Route und wir liefen wieder etwas näher an den See. Nach ein paar Hundert Metern war dann kein Durchkommen mehr, umgestürzte Bäume und Gestrüpp versperrten den Weg.

Hier ging es nicht weiter

Also mussten wir wieder zurück und diesmal sah ich das sehr kleine Wanderzeichen. Daher waren wir zum Schluss 7 km anstelle der reichlich 5 km unterwegs.

Ein letzter Blick auf den Blue Lake

Wir aßen pünktlich um 12 Uhr unsere gekauften Sandwiches und fuhren die kurze Strecke zum Ausgangspunkt des Tarawera Trails. Der Trail führt eigentlich bis zum 15 km entfernt liegenden Hot Water Beach, einem einfachen Campingplatz.

Wir wollten nur 4…5 km am Ufer des Lake Tarawera laufen und dann wieder zurück. Zuerst führte der Weg durch ein kleines Tal und senkte sich dann an einem Felsabhang entlang ca. 150 Höhenmeter relativ steil nach unten zum See.

Wir dachten schon an den Rückweg und „freuten“ uns auf das „Sahnehäubchen“ am Schluss der Wanderung.

Blick auf den Lake Tarawera

Der Weg war schmal und führte durch relativ dichten Naturwald entlang des Sees. Nach einer reichlichen Stunde erreichten wir einen schönen Rastplatz am Ufer des Sees, ruhten uns etwas aus und begannen dann den Rückweg.

Er war zum Schluss nicht ganz so schlimm, wie wir befürchtet hatten. Aber es reichte für heute.

Der erste Weg am Blue Lake war 7 km lang mit rund 200 Höhenmetern und der zweite etwas über 10 km mit rund 400 Höhenmetern. Daher waren wir froh, dass wir wieder am Auto ankamen und freuten uns schon auf das Entspannungsbad im heißen Spa auf dem Campingplatz.


Nach den vergangenen drei erlebnisreichen und schönen Tagen, war für heute erst mal nichts Großes geplant. Das Wetter war schlechter geworden, es war stark bewölkt, ein kalter Wind wehte und es war ab Nachmittag Regen angekündigt. Zudem waren gestern und heute (Dienstag, 18.08.2020) viele der Sehenswürdigkeiten geschlossen. Einerseits wegen der Winter-Saison, andererseits hatten viele Sehenswürdigkeiten wegen Corona-Virus ganz geschlossen oder eben reduzierte Öffnungszeiten.

Also konnten wir uns morgens erst einmal um das Auffüllen der mittlerweile leeren Gasflasche kümmern, denn gestern hatten wir auf der Heimfahrt von der Wanderung erst einmal keinen Erfolg. Auch heute mussten wir etwas länger nach einer Gas-Füll-Station suchen, aber schließlich hat es wieder einmal an einer Caltex-Tankstelle geklappt. Dann fuhren wir einkaufen. Ich hatte mir überlegt, den Hangi-Dampf-Ofen auf dem Campingplatz heute zu nutzen. Also kauften wir Lammfleisch (für mich) und Hähnchenkeulen (für Moni) dazu als Gemüse Brokkoli, rote und gelbe Kumara (Süßkartoffeln), Pastinake, Maiskolben, kleine Yams, Schalotten, Frühlingszwiebeln.

Am Campingplatz angekommen füllte ich einen Topf mit dem Lammfleisch und den zweiten mit dem Geflügel. Ich rechnete mit drei Stunden Garzeit im Dampfbad.

Im heißen Ofen konnte man nur mit den extra langen Handschuhen hantieren.
Der erste Topf ist verstaut.
Unser Einkauf

Nach einer Stunde gab ich die Gemüse, die etwas länger brauchen, wie z.B. die Kumara, dazu, würzte kräftig mit Thymian, Basilikum, Oregano, einer Cajun-Gewürzmischung und natürlich mit Salz und Pfeffer.

45 Minuten vor Garende gab ich die restlichen Gemüse dazu. Nach drei Stunden holten wir die beiden Töpfe aus dem Backofen und gingen in den Camper essen.

Die beiden Töpfe werden herausgeholt.

Es schmeckte noch besser als wir es uns vorgestellt hatten. Alles war wunderbar weich, die Gewürze hatten sich mit den Zutaten schön verbunden. Köstlich!

Gestern Abend hatten wir beschlossen, die nächsten Tage, für die sehr schlechtes Wetter angesagt ist, wieder mit einer AirBnB-Wohnung hier in Rotorua zu überbrücken. Wir hatten uns schon ein paar Wohnungen im Internet angeschaut und zwischendurch machte ich dann das Quartier für die nächsten 6 Tage klar.

Nachmittags gingen wir noch zusammen einkaufen, dann setzte ich mich an den Rechner, damit es im Blog wieder etwas zu lesen gibt und Moni machte noch einen kleinen Spaziergang.

Blühende Rhododendron-Bäume – das bedeutet Frühling?

Abends meldete sich noch der neuseeländische Autoclub: Unser Carnet de Pasaages war so gut wie fertig, allerdings kann der Mitarbeiter wegen Lock Down Level-3 in Auckland voraussichtlich erst nächsten Montag weiter arbeiten, da er im Moment nicht in sein Büro darf. Er hatte übrigens gleich drei E-Mails geschrieben, da er mit den Anträgen durcheinander gekommen war: er muss gleichzeitig zwei Deutsche und eine Schweizer Verlängerung bearbeiten, d.h. außer uns, den Schweizern, die wir getroffen hatten, fährt mindestens noch ein anderes deutsches Auto hier herum….


Wie im Wetterbericht angekündigt, begann es nachts zu regnen und am Morgen regnete und stürmte es weiter. Aber wir hatten ja ab heute (Mittwoch, 19.08.2020) unsere nächste AirBnB-Wohnung in Rotorua gemietet und nach dem Einkaufen konnten wir direkt in die Wohnung fahren. Der erste Eindruck war sehr positiv, hier werden wir es wohl die nächsten 6 Tage gut aushalten.

Die zweite Wohneinheit hinter dem Auto ist unsere.
Vielleicht scheint doch mal die Sonne…

Comments

  1. Doris

    Wow, ich bin total begeistert…. Diese tollen Bilder und Eure Erlebnisse… Ein Gutes hat es ja, dass Ihr in Neuseeland festsitzt… Ihr seht mehr so wunderbare Kleinigkeiten… Viel Spaß weiterhin, Eure Doris

    1. Hallo Doris,

      vielen Dank für die Komplimente. Ich hoffe, auch der 2.Beitrag über Rotorua wird Dir (und den anderen) gefallen !

      Tschüß

      Hannes

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