Rotorua (2)

Nachdem wir am Mittwochmorgen (19.08.2020) in die AirBnB-Wohnung umgezogen sind, mussten wir wieder einmal den Camper umräumen. Da es zwischenzeitlich, regnete war das nicht so schön.

Wir kochten uns etwas Kleines zum Mittagessen und verbrachten den Rest des Nachmittags an unseren Laptops, um verschiedene Dinge zu regeln. So hatte uns die Canopy Cancer Clinic die Differenz zwischen dem was ich bezahlt hatte (1000 NZ $) und dem was es eigentlich gekostet hat (453 NZ $) auf unser deutsches Konto zurück überwiesen, allerdings in Euro. Das war natürlich viel zu viel und es kam die Bitte, das nunmehr zuviel überwiesene Geld wieder zurück zu überweisen. So wird man immer beschäftigt.

Abends haben wir uns nach langer Zeit wieder einmal einen Film aus der ARD-Mediathek angesehen, denn das WLAN ist hier sehr schön schnell. Die nächsten Tage sollen wettertechnisch sehr schlecht werden, so dass wir nicht weiter planen wollen und können.


Wir haben gut geschlafen und nach dem Frühstück schauten wir aus dem Fenster und in unsere Wetter-Apps und beschlossen, zur nahe gelegenen Seilbahn zu fahren um zu sehen, ob sich heute (Donnerstag, 20.08.2020) eine Fahrt lohnen würde. Wenn die Berge wolkenverhangen sind und die Sicht durch Regen eher gegen Null geht, wollen wir das nicht machen.

An der Talstation sahen wir, dass die Bergstation zwar frei ist, aber das Wetter war zu unbeständig, um dann auf dem Berg noch etwas zu unternehmen und eventuell zurück zu laufen. Zudem kostete die Fahrt für uns beide umgerechnet 40 €, eine Menge Geld für die kurze Fahrt.

Nach einem Blick in die Karte beschloss ich, mit dem Auto bis zum Aorangi Peak zu fahren, einem Aussichtspunkt noch oberhalb der Bergstation. Die Fahrt dauerte knapp 20 Minuten, dann standen wir vor einem Aussichtscafé, das leider geschlossen hatte. Trotzdem konnte man auf die Terrassen gehen und hatte von dort einen wunderschönen Blick über den Lake Rotorua und die gesamte Umgebung. Das Panoramafoto unten habe ich mit meinem Smartphone aufgenommen. (Mit den Tasten links unten oder mit der Maus kann man das Bild schwenken)

Das Wetter hielt einigermaßen und sogar die Sonne lugte zaghaft hinter ein paar dicken Wolken hervor.

Hier oben grasten Alpakas und ….
… Hirsche

Wir machten ein paar Fotos und fuhren zurück. Nach einem kurzen Einkauf gab es dann deutsche Kost: Pellkartoffeln mit Quark – nach langer Zeit wieder mal sehr lecker.

Nachmittags verbrachte ich die Zeit am Rechner, während Moni schon mal die Lage im Polynesischen Spa erkunden wollte.

Abends suchten wir uns noch einen schönen Film aus der Mediathek aus und ließen so den Abend ausklingen.


Für heute (Freitag, 21.08.2020) war durchgängig Regen angesagt. Also hatten wir uns erst einmal gar nichts vorgenommen, wir gingen nur kurz einkaufen. Dann habe ich etwas zum Mittag gekocht und wir schauten ab und zu nach dem Wetter. Es ähnelte eher einem deutschen April-Wetter als einem Dauerregen. Also gingen wir dann doch noch ein bisschen spazieren.

Polizeistation von Rotorua
Die modern gestaltete „Eat Streat“ mit vielen Restaurants
Hier gibt es Burger, Ribs, Pies, Fish’n Chips ….
Mit diesem Schiff kann man sich über den Lake Rotorua schippern lassen.
Die gesamte Ufer-Promenade wird neugestaltet – bis 2030 (!!)
Auf dem Rotorua Walkway entlang des Seeufers
Die Skulptur „Tanihwa“ am Motutara Point
Die Sulphur Bay mit vielen schwefelhaltigen, heißen Quellen direkt am und im Lake Rotorua.

Zum Schluss holte uns der Regen doch wieder ein und wir waren froh, als wir in unserer Ferienwohnung waren. Morgen soll es laut Wetterbericht nicht regnen. Mal sehen …


Der Wetterbericht schien Recht zu behalten. Morgens schien die Sonne, auch wenn sich schon die ersten Wolken blicken ließen. Nach dem Frühstück wollten wir (Samstag, 22.08.2020) zuerst den Samstagmarkt in Rotorua besuchen, der nicht allzuweit von uns entfernt stattfindet. Danach soll es weiter zum „Thermal Wonderland“ nach Wai-O-Tapu gehen. Am Platz angekommen, wo der Markt sein sollte – gähnende Leere. Wir suchten kurz noch mal im Internet, aber dort war Zeit und Ort genau richtig. Für uns die Erklärung: Wegen Lock Down Level-2 findet der Markt nicht statt.

Schade! Wir fuhren weiter in das „Thermal Wonderland“. Ein Höhepunkt dort ist der Lady Knox Geysir. Er wird jeden Tag 10:15 Uhr künstlich ausgelöst und schießt dann 10…35 m in die Höhe. Der Geysir liegt außerhalb des Geothermal Parkes, man muss aber trotzdem für beides bezahlen. Wir waren rechtzeitig da, kauften Eintrittskarten und fuhren dann zum Geysir. Neben uns waren noch ca. 20 andere Touristen angekommen, die im weitem Rund Platz nahmen. Pünktlich kam eine Angestellte des Parks, erklärte den Geysir und schüttete dann aus einem Eimer etwas Seifenlauge in den Schlund der Geysirs. Eine knappe Minute später brodelte es kräftig und der Geysir stieg nach oben. Nach 2 Minuten war dann alles vorbei….

Ein kleines Video.

Das eigentliche Thermal Wonderland kann man sich über einen ca. 3 km langen Wege erlaufen.

Es war spektakulär, überall brodelte und dampfte es. Hier ein paar Eindrücke:

Eine schöne Karte der „Taupo Vulcanic Zone“, die ich schon im vorhergehenden Beitrag erwähnt hatte.

Der „Champange Pool“
Der See „Puna o Ngakoro“. Grünalgen färben den warmen See.
Rua Whānāriki (Schwefelhöhle)
Einer der vielen Krater, in denen es brodelt und dampft
Detail vom Champagne Pool

Einen der Höhepunkte hatten sich die Parkgestalter für den Schluss aufgehoben, den leuchtend gelb-grünen „Roto Kārikitea“-See.

Die Farben sind echt!!

Auf der Rückfahrt hielten wir noch am Mud Pool, einem großen Schlammsee, in dem es an vielen Stellen gewaltig blubberte.

Nach einem leider wieder einmal sehr schlechten Mittagessen in einer Taverne fuhren wir auf Monis Wunsch zum „Buried Village“ von Te Wairoa. Wir waren schon am Mittwoch nach unserer Wanderung dort, aber da hatte das Museum geschlossen.

Das Buried Village ist eine Ausgrabungsstätte, wo die Reste eines Dorfes, dass bei dem verheerenden Vulkanausbruch 1886 zerstört worden war, teilweise wieder freigelegt wurden. Das war alles sehr interessant, denn das Dorf war vor 1886 ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, die die weißen und rosafarbenen Sinterterrassen sehen wollten. Sie wurden ebenfalls durch die Eruption im Juni 1886 zerstört.

Die durch das Erdbeben von 1886 zerstörten weißen Sinterterrassen

Wir sahen uns dass kleine, aber gut gemachte Museum an und dann führte ein Rundweg durch die Reste des alten Dorfes.

Zum Schluss ging es noch zu den Te Wairoa Falls. Der Treppen-Weg hinunter zum Fuß des Wasserfalles war sehr steil.

Ziemlich steil
Die ca. 30 m hohen Fälle

Zufrieden mit dem heutigen Tage fuhren wir zurück nach Rotorua in unsere Ferienwohnung.


Heute (Sonntag, 23.08.2020) wollten wir erst einmal abwarten, wie sich das Wetter entwickelt. Wenn es einigermaßen geht, wollen wir hier in Rotorua „Te Puia“ besuchen. Das Gelände beherbergt mit dem Pōhutu Geysir den größten Geysir der südlichen Hemisphäre.

Zuerst lese ich allerdings mit Erstaunen die heutige Zeitung (Sunday Star Times): Eine dicke Schlagzeile auf der Titelseite ist einem Gespräch zwischen der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern und Angela Merkel vom Donnerstag gewidmet.

In den deutschen Medien habe ich nichts davon gelesen. Offensichtlich haben sich beide über den jeweiligen Stand der Corona-Bekämpfung unterhalten.

Frau Ardern scheint im Moment ziemlich unter Druck zu stehen, da ihr der neue Corona-Ausbruch massiv angelastet wird und sie sich schwer enttäuscht zeigt. Viele Maßnahmen, die sie im Rahmen der Kontrolle der Grenzen und der Einreiseformalitäten verkündet hatte, sind offensichtlich nicht so umgesetzt worden, wie ihr erzählt worden ist. Und der gegenwärtige Lockdown Level-3 für Auckland hat massive wirtschaftliche Auswirkungen. Sie musste auch die Parlamentswahlen von September auf Oktober verschieben. Für mich las es sich so, als hätte sich Ardern von Merkel trösten lassen …

Nach dem Mittagessen sieht das Wetter ganz gut aus und wir fahren in das ca. 4 km weit entferne Te Puia. Bei den Eintrittspreisen von 45 NZ$/Person, das sind ca. 55 € für uns beide schlucken wir zwar, aber was soll’s.

Übrigens sind viele andere Maori-Sehenswürdigkeiten wegen Level 2 geschlossen. Die Maori sind extrem vorsichtig, da sie argumentieren, dass sie für solche eingeschleppte Krankheiten empfindlicher sind und in einem Krankheitsfalle schlechter medizinisch versorgt werden als weiße Neuseeländer. Und auch das Te Puia mit dem Maori-Kunst- und Handwerkerzentrum hat wesentlich eingeschränkte Öffnungszeiten – und offensichtlich sehr wenige Besucher.

Das Besucherzentrum

Wir wollen natürlich den Pōhutu Geysir sehen, der ein- bis zweimal pro Stunde ausbricht.

Als wir dort ankommen zischt und dampft es gewaltig. Erst später merken wir, dass der Geysir gerade ausgebrochen war und wir die letzten „Zuckungen“ des Ausbruches gesehen hatten.

Natürlich wollten wir das Spektakel noch einmal von Anfang an sehen, mussten dafür aber fast eine Stunde warten. Es hat sich aber gelohnt:

Blick von der anderen Seite.

Danach liefen wir noch durch das Gelände mit vielen weiteren Schlammlöchern, kleinen Kratern und heißen Löchern.

Überall waren interessante Maori-Holzskulpturen zu sehen. Auf die Maori Tanz- und Gesangs-Vorstellungen mussten wir verzichten. Mal sehen vielleicht kommen wir bei Level-1 noch einmal wieder.


Heute war unser letzter Tag in Rotorua (Montag, 24.08.2020). Wir hatten überlegt, was wir noch Aufregendes machen können, aber leider fanden wir nichts mehr, was wir unbedingt machen wollten. Und die übrigen Attraktionen hatten ja wegen Level-2 geschlossen. Zudem war das Wetter schlecht bis sehr schlecht. Also verbrachten wir die Zeit mit Einkaufen, Kochen und am Computer arbeiten. Morgen müssen wir wieder alles in den Camper räumen und dann wollen wir in Richtung Cambridge / Hamilton auf den nächsten Campingplatz.

Heute wurde durch die Regierung verkündet, dass für Auckland ab nächste Woche Montag wieder das Level-2 wie im ganzen Land gilt, also könnten wir das Carnet de Passages, dass noch beim neuseeländischen Automobilclub liegt, dort abholen. Ob es dann in Richtung Level-1 geht – wie zwischenzeitlich schon mehrere Wochen – soll am 06. September entschieden werden.

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