Hibiscus Coast

Heute (Mittwoch, 02.09.2020) wollten wir noch in Orewa bleiben. Der Wetterbericht sagte sehr durchwachsenes Wetter mit einigen Regenschauern an. Also nutzten wir den Vormittag, um noch einmal den deutschen Fleischer in Albany zu besuchen (Black Forest Butchery), bei dem wir schon einmal eingekauft hatten.

Da bekommt man gleich Appetit!

Auch diesmal wurde es ein ziemlich große Wurstpaket, dass wir mitnahmen.

Es ist schon komisch: in Deutschland haben wir zuletzt oft im Supermarkt oder auch in der Fleischerei gestanden und überlegt, was man so als Wurst auswählen könnte und eigentlich gedacht, dass es immer wieder das Gleiche ist. Jetzt, nach 9 Monaten im Ausland, hat man darauf schon einen richtigen Heißhunger. Natürlich trägt auch die mehr als beschränkte Wurstauswahl in den normalen hiesigen Supermärkten mit dazu bei.

Danach fuhren wir noch in einen Copy-Shop und ließen die Interims-Visa ausdrucken (falls sie mal jemand sehen will) und scannten für unsere elektronischen Unterlagen das geänderte Carnet de Passsages ein.

Nach dem selbstgemachten Mittagessen (leckerer Fisch mit pfannengerührtem Gemüse) machten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang durch Orewa. Kein Highlight, aber ein nettes Städtchen mit sehr viel Grün und Parkanlagen.


Nachdem wir gestern leckere deutsche Wurst gekauft hatten, wollten wir heute (Donnerstag, 03.09.2020) deutsches Brot kaufen. Im Internet hatte ich herausgefunden, dass die deutsche Bäckerei „Brotzeit“ in Auckland hier eine Niederlassung hat. Also fuhren wir zuerst dorthin und kauften ein knuspriges Mischbrot.

Dann mussten wir unsere Gasflasche wieder auffüllen lassen, letzte Nacht war es ziemlich kalt und die Heizung sprang oft an. Auch das klappte schnell und wir machten uns auf den Weg zur nächsten Station. Ziel war die Martins Bay auf einer Halbinsel. Wir fuhren an den Punkten vorbei, wo wir vor knapp 9 Monaten schon mal waren: der Käserei in Puhoi, dem Kauri Park und dem Honig Zentrum.

Nur in dem kleinen Städtchen Warkworth machten wir eine Pause und schlenderten durch das kleine Örtchen.

Der Maruhangi River fließt durch die Stadt.
Wieder viele typische Gebäude.

Kurz nach 12 Uhr waren wir auf dem Campingplatz an der Martins Bay. Wir bekamen einen Stellplatz direkt am Strand.

Am Nachmittag machten wir noch einen längeren Spaziergang (oder eine kurze Wanderung) entlang der Küste und durch den Scandrett Regional Park.

Die Sonne schien, aber es war ziemlich kalt und es wehte ein kräftiger Wind. Wir liefen an einer alten Farm vorbei und nach 2 Stunden waren wir wieder am Camper.

Die Familie Scandrett bewirtschaftete das Gebiet, bevor es 1998 an die Regierung verkauft wurde.
Die alten Wirtschaftsgebäude sind noch da und es gibt sogar drei Ferienhütten (engl. „bach“), die man mieten kann.

Heute Abend wollte ich die „Spiderman Steaks“ bruzzeln, die ich gestern in einem süd-afrikanisch angehauchten Laden in Orewa entdeckt hatte. Sie waren eingeschweisst und sahen etwas gewöhnungsbedürftig aus.

Ich googelte erst mal nach diesen Steaks und landete bei Spider-Steaks (oder Fledermaus Steak, Schalblattl bzw. Kachelfleisch). Allerdings sahen diese Steaks nicht so aus wie die unsrigen.

Gespannt begann ich die Steaks zu braten und schnell stellte sich heraus, dass es offensichtlich dick mit Schweinenetz umwickelte normale (?) Rinder-Steaks waren. Sie haben nicht schlecht geschmeckt, aber auch nicht wie gute Filet-Steaks.

Nachdem wir heute Morgen (Freitag, 04.09.2020) gefrühstückt hatten, sah ich ein paar Männer an den Strand rennen und mit Fernglas und Kamera bewaffnet, das Meer absuchten. Dann sah auch ich den Grund der Aufregung: eine Gruppe von ca. 8…12 Delfinen schwamm relativ nah am Strand entlang. Da wir mit dem Camper direkt am Strand standen, brauchten wir nicht weit laufen, um die Delfine zu beobachten. Sie schwammen wie zum Spaß den Strand auf und ab, sprangen ab und zu aus dem Wasser und schienen miteinander zu spielen. Nach kurzer Zeit war ein Motorbootfahrer in der Nähe der Delfine und auch die ersten Schwimmer machten sich trotz des sehr kalten Wassers auf dem Weg. Die Delfine ließen sich davon nicht stören. Im Gegenteil, manchmal hatte man den Eindruck, sie wollten mit den Menschen spielen. Dann hielt es Moni nicht mehr am Camper, sie sprang in den Badeanzug und eilte zum Strand. Sie hatte auch richtig Glück, denn die Delfine kamen direkt bis an sie heran. Für sie ein aufregendes Erlebnis. Ich musste das Ganze ja dokumentieren, daher konnte ich nicht mit in das Wasser gehen 😉.

Ein kleines Filmchen mit den Delfinen und Moni.

Das war wieder ein Erlebnis, dass überraschend kam und wir hatten Glück, denn die Luft war zwar sehr kalt, aber es war keine Wolke am Himmel.

Dann fuhren wir noch kurz nach Warkworth einkaufen und besuchten danach den Brick Bay Sculpture Trail. Er gehörte einem Weingut mit einem guten Restaurant, das am Matakana Wine Trail liegt.

Wir mussten Eintritt bezahlen (aber mit Seniorenrabatt) und liefen dann den gut ausgeschilderten Weg entlang. Insgesamt gab es ca. 70 Skulpturen, Installationen und Multimedia-Erlebnisse zu sehen und zu hören.

Das „Glass house“, das Eingangsgebäude und Restaurant

Der Weg war insgesamt ca. 2 km lang und wird jedes Jahr erweitert. Mit manchen Kunstwerken konnten wir nicht viel anfangen, aber insgesamt war es ein beeindruckendes Erlebnis. Insbesondere da die Landschaft, wie kleine Seen, Felder, eine Anpflanzung von Kork-Eichen oder einem noch relativ jungen Kauri-Wald, sehr schön mit einbezogen wurde.

Diese Installation im Wald war kaum zu erkennen.

Wir verbrachten knapp zwei Stunden auf dem Gelände, kochten uns dann direkt auf dem Parkplatz ein Nudelgericht und fuhren weiter auf den Campingplatz. Er liegt auch wieder direkt am Meer.

Bestimmend für Sandspit ist der Yacht-Klub mit einer sehr großen Anzahl unterschiedlichster Jachten und Boote, die in der Marina lagen oder auf dem Trockendock aufgefrischt wurden.

Kleiner Teil der Marina.
Auf dem Trockendock wurde fleißig gewerkelt.

Wir sahen uns ein bisschen um und gingen dann zurück. Die Sonne schien noch und ohne Wind konnte man sogar schon mal im T-Shirt vor dem Camper sitzen. Hoffentlich geht es so weiter.

Einschub zur Corona-Situation (1): Heute gab die Regierung bekannt, dass die gegenwärtigen Level noch 10 Tage fortgeschrieben werden, d.h. für die Region Auckland das Level 2,5 (von 4) und für den Rest von Neuseeland Level 2. Der Unterschied besteht darin, dass bei Level 2,5 die Anzahl von Teilnehmern an gemeinsamen Veranstaltungen auf 10 begrenzt ist, sonst bei 100 und dass es in öffentlichen Transportmitteln Pflicht ist, es eine Maske anzuziehen. Zudem wird für die Auckländer empfohlen, auch im öffentlichen Raum und auf der Arbeit eine Maske aufzusetzen. Hier in der Kleinstadt Warkworth tragen etwa 25 bis 35 % der Leute eine Maske.
Allerdings taucht immer mal wieder die Forderung auf, dass Reisen zumindest für die Auckländer einzuschränken, da müssen wir aufpassen, um nicht im nächsten Lock-Down zu landen. Anlass sind die – zwar täglich einstelligen – neuen Fälle in der „Community“, die sich in der Summe aber mittlerweile auf über 150 Fälle aufsummiert haben. Heute gab es auch ein erstes weiteres Todesopfer nach mehr als drei Monaten.

Einschub zur Corona-Situation (2): Im heutigen „NZ Herald“ wurden die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die im „New Zealand Medical Journal“ veröffentlicht worden ist. Schlagzeile: „Virus is deadlier for Māori“ (Das Virus ist für Māori tödlicher). Als Ursachen wurden benannt:

  • Viele Māori haben mehr Vorerkrankungen bzw. mehr bestehende Gesundheitsprobleme als Neuseeländer europäischer Abstammung (u.a. Herzerkrankungen, Diabetes oder auch mangelnde Krebsvorsorge)
  • Bereits bei der Vogelgrippe (H1N1) im Jahr 2009 waren mehr Māori und Pasifika (also aus dem Pazifik zugewanderte Einwohner) betroffen (das war übrigens schon vor über 100 Jahren bei der Spanischen Grippe so).
  • Māori arbeiten mehr in riskanten Berufsgruppen und agieren in größeren sozialen Netzwerken.

In der gleichen Ausgabe beklagt ein Gesundheitsexperte der Māori gleichzeitig einen „strukturellen Rassismus im Gesundheitssystem Neuseelands“. Auch dazu gibt es offensichtlich einige Studien….

Einschub zur Corona-Situation (3): Während des Corona-Lock-Downs wurden im Zoo von Wellington u.a zwei Nyala-Antilopen geboren und „Jacinda“ und „Dr Bloomfield“ genannt (also nach der Premierministerin Jacinda Ardern und dem Chef der Gesundheitsbehörde Dr. Ashley Bloomfield).


Leider hat das Wetter nicht durchgehalten. Am Morgen war es grau, die Sonne war nicht zu sehen, aber wenigstens regnete es nicht. Heute (Sonnabend, 05.09.2020) wollten wir quasi nur „um die Ecke“ fahren, nur einen Zwischenstopp in Matakana war geplant. Dort war – hoffentlich – heute Farmers Market. Da Matakana noch in der Region Auckland liegt und hier das Level 2,5 gilt, wären wir nicht überrascht gewesen, wenn der Markt ausgefallen wäre. Aber wir merkten schon bei der Einfahrt in den Ort, dass der Markt stattfand: es waren sehr viel Leute unterwegs und die zentrumsnahen Parkplätze alle belegt.

Ein paar hundert Meter entfernt fanden wir für den Camper einen Standplatz und liefen zum Markt zurück. Er war ziemlich groß, mit einem vielfältigen Angebot.

Hunde durften nicht mit auf den Markt, sie konnten am Eingang zur Betreuung abgegeben werden.
Es gab eine Vielzahl von Ständen.

Wir nutzten die Gelegenheit und kauften noch ein schönes Brot.

Nachdem wir alles mehr oder weniger gesehen hatten, besuchten wir die Craft Beer Brauerei „8 Wired“ hier in Matakana. Das war ein großes, modernes aber etwas steril wirkendes Gebäude. Wir bestellten ein Probierbrettchen mit fünf kleinen Bier-Proben.

Der Name der Brauerei stammt übrigens von dem Universaldraht Nummer 8, der fest im Denken der Kiwis eingebrannt ist. Es ist der Draht, mit dem nahezu alle Farmzäune eingerichtet werden. Er ist stark, hält lange, ist flexibel und auch für viele andere Dinge nützlich, so wie sich die Kiwis selbst sehen.

Die öffentliche Toilette in Matakana

Danach wollten wir noch etwas essen und gingen in einen urigen Pub und haben relativ gut gegessen. Da die Bootsfahrt auf dem Wakatane-River im Winter nicht durchgeführt wird, fuhren wir weiter auf den Zeltplatz nach Whangateau, auch wieder ein Campingplatz direkt am Meer bzw. an einer Bucht. Moni ging noch etwas spazieren, ich widmete mich dem Blog.


Zumindest für heute Morgen (Sonntag, 06.09.2020) war einigermaßen schönes Wetter angesagt. Das wollten wir nutzen und eine kleine Wanderung machen. Dazu hatte ich aus einem Prospekt den „Ti Point Coastal Walkway“ herausgesucht. Zum Ausgangspunkt mussten wir wenige Kilometer fahren, dann konnten wir loslaufen. Die Wegstrecke war mit 2 Stunden angegeben. Der Weg verlief entlang einer felsigen, mit vielen alten Bäumen bestandenen Küste und war wirklich interessant.

Wir waren nach fast genau zwei Stunden wieder am Auto. Über das kleine Dorf Leigh fuhren wir zum geplanten Zeltplatz nach Pakiri. In Pakiri sind wir schon einmal im Dezember 2019 kurz auf der Durchreise in den Norden gewesen und hatten den Strand in angenehmer Erinnerung. Bei frühlingshaftem Wetter nutzten wir den Nachmittag nochmals für einen kleineren Spaziergang. Langsam scheint das Wetter wirklich besser zu werden.

Hinterlasse einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.