Von Kerikeri nach Karikari

Der heutige Tag (Donnerstag, 17.09.2020) versprach eigentlich keine größeren Höhepunkte: Wir wollten die Bay of Islands verlassen und noch ein bisschen in Richtung Norden fahren. Ziel war ein Campingplatz 30 km nördlich von Kerikeri. Aber es gab dann doch ein paar (positive) Überraschungen.

Wir fuhren in Paihia zuerst einkaufen, aber im Countdown gab es leider nicht alles, was wir brauchten, z.B. vernünftige Brötchen. Also suchte ich nach einem New World Supermarkt auf der Wegstrecke und fand einen in Kerikeri. Eigentlich wollte ich nicht direkt in die Stadt fahren, denn die Sehenswürdigkeiten von Kerikeri hatten wir schon mal bei bestem Wetter besucht.  Daher fuhren wir direkt zum New World Supermarkt und wurden auch fündig. Zufrieden fuhren wir noch die restlichen Kilometer bis zum Campingplatz an der Matauri Bay.

Hunde auf der Ladefläche sieht man hier überall.

Vor Ort sollten wir uns zuerst einen Standplatz aussuchen und sahen dann plötzlich ein Campervan mit deutschem Kennzeichen!!! Nach mehr als neun Monaten, das erste deutsche Auto, dass wir in Neuseeland zu Gesicht bekommen haben.

Wir sprachen die beiden an und stellten schnell fest, dass wir mit den gleichen Problemen und Hindernissen zu kämpfen haben. Leider hatten sie nicht viel Zeit, aber wir wollten gemeinsam überlegen, ob wir am Sonnabend in Kerikeri zusammen einen Kaffee trinken könnten. Am Sonnabend ist Markt in Kerikeri und den wollten sie auf jeden Fall besuchen. Wir tauschten die Kontaktdaten aus und versprachen, uns zu melden. Das geht aber erst morgen, da hier kein Mobilfunkempfang und auch keine WLAN vorhanden ist.

Nach dem Mittagessen erkundeten wir den sehr abgelegenen Campingplatz und sahen dann eine große Hinweistafel. Sie entpuppte sich als Infotafel zum Wrack der „Rainbow Warroir“, das hier ein paar Kilometer vor der Küste liegt. Ein Weg führte etwa 130 m hoch auf einen Hügel. Dort war eine große Skulptur zum Gedenken an das erste Schiff von Greenpeace aufgestellt.

Skulptur mit der Original-Schiffsschraube der „Rainbow Warrior“

Die Rainbow Warrior war am 10.07.1985 im Hafen von Auckland von Tauchern des französischen Geheimdienstes mit 2 Bomben versenkt worden, bevor sie nach Französisch-Polynesien auslaufen konnte, um gegen die Atomtests Frankreichs in diesem Gebiet zu protestieren. Das Schiff wurde dann hier her geschleppt und vor der Küste als lebendiges Mahnmal versenkt. Es dient Tauchern als Ziel und es sollen sich dort mittlerweile viele Meeresbewohner angesiedelt haben.

Blick auf die Matauri Bay mit Zeltplatz (rechts)

Ich hatte zwar von der Skulptur zum Gedenken an die Rainbow Warrior gelesen, aber sie nicht hier vermutet. Überraschung Nummer 2. Und eine weitere Überraschung folgte gleich, denn wir waren nicht allein hier oben, sondern trafen den Mann des deutschen Ehepaares, die wir in Whangarei auf dem Campingplatz getroffen haben (leider wissen wir die Namen nicht). Zufälle gibt’s…. Wir schwatzten kurz, dann musste er wieder nach unten, da dort seine Frau wartete und sie auf den nächsten Campingplatz fahren wollten.

Hier bereiteten sich Taucher auf den nächsten Tauchgang vor. Da das Wasser ziemlich kalt ist mit Kopfhauben, Handschuhen und dicken Anzügen.

Auch wir stiegen dann wieder hinunter auf den Campingplatz. Ich bereitete den nächsten Blog-Beitrag vor, Moni ging bei dem schönen Wetter noch spazieren. Am Abend gab es wieder einmal selbst gebruzzelte Rinder-Filetsteaks. Lecker!


Das Wetter ist heute umgeschlagen: es war wolkig, es wehte ein sehr böiger Wind und es sah nach Regen aus. Ziel für heute (Freitag, 18.09.2020) war der Zeltplatz in Tauranga Bay, nur etwa 16 km entfernt. Da wir auf dem Zeltplatz off-line waren, wollte ich vorher irgendwo stehen bleiben, wo es Mobilfunkempfang gibt und den fast fertigen Blogbeitrag veröffentlichen.  Aber auf der gesamten Strecke bis nach Tauranga Bay gab es keinen Empfang, erst direkt am Zeltplatz hatten wir Glück.

Der Wind hatte noch einmal zugelegt und die ersten Regenschauer peitschten auf unserem Camper. Absolut kein Wetter, um hier direkt am Strand zu übernachten. Also setzte ich mich erst mal an den Laptop.

Danach war es Zeit zum Mittagessen und wir beschlossen, weiter nach Kerikeri zu fahren. Dort wollen wir uns ja morgen mit dem deutschen Pärchen treffen.

Dann hatten wir nach langer Zeit mal wieder Pech mit der Campingplatz-Suche: der erste Zeltplatz direkt in der Stadt war geschlossen, der zweite erschien ziemlich heruntergekommen und war eigentlich eine Unterkunft für (Zeit-?) Arbeiter und der Dritte war völlig leer, es gab auch keine besetzte Rezeption. Etwas genervt steuerten wir den vierten Platz an und hatten endlich Glück: der Bay of Islands Kiwi Holiday Park war groß und sauber, lag aber direkt am State Highway 10.

Mal sehen, ob wir nachts die Autos zählen müssen…. Nachmittags war dann richtiges Aprilwetter, so dass wir außer eine Runde um den Platz nichts mehr unternahmen.


Die Nacht war relativ laut: Moni hatte sich gleich Stöpsel in die Ohren gesteckt, ich habe ohne Stöpsel doch einigermaßen geschlafen.
Wir hatten uns mit den Berlinern für heute (Sonnabend, 19.09.2020) in Kerikeri auf dem Samstag-Markt verabredet und fuhren direkt nach Kerikeri in das Stadtzentrum. Dort kauften wir bei New World noch einmal ein und schlenderten dann durch die Stadt.

Der Markt lag etwas außerhalb des Stadtzentrums und wir parkten den Camper etwas entfernt davon, weil wir bei der Anfahrt gesehen hatten, dass die Parkplätze ziemlich voll waren. Der Markt selbst war schön, es gab viele interessante Angebote und er war auch sehr gut besucht.

Wie immer auf den Märkten gab es auch hier Life-Musik.
Sogar deutsche Bratwurst gab es (schmeckte ganz gut).

Wir kauften wieder frisches europäisches Brot und warteten dann auf Rike und Peer. Sie waren im November 2019, also ein paar Wochen vor uns, aus Deutschland gekommen und hatten ihr Auto ebenfalls mit Seabridge verschifft. Wir schwatzten eineinhalb Stunden über unsere Erfahrungen zum Reisen und natürlich besonders über die Erlebnisse in Neuseeland. Auch sie haben das in einen lesenswerten Blog dokumentiert.

Dann verabschiedeten wir uns und liefen zum Camper zurück. Wir mussten noch fast 100 km bis zur Halbinsel Karikari fahren.

Wieder einmal ein „Themen-Zaun“. Diesmal zu Ehren der neuseeländischen „Jandals“ (Flip-Flops)
Vor ein paar Tagen hatten wir schon einen „Tassen“-Zaun gesehen.
Die gefiel mir gut.

Die Fahrt verlief ohne Probleme, nur der Platz in Whatuwhiwhi war nicht so schön, wie wir uns ihn vorgestellt hatten. Aber wir werden eh nur eine Nacht hier bleiben.

Am Strand der Doubtless Bay in Whatuwhiwhi.

Auch der heutige Tag (Sonntag, 20.09.2020) ist schnell erzählt. Da auch die heute geplante Fahrt sehr kurz ist, wollte ich noch kurz auf die andere Seite der Halbinsel Karikari fahren. Die 16 km bis Rangiputa hatten wir schnell geschafft. Das Dörfchen liegt direkt an der Rangaunu Bay.

Wir suchten uns einen schönen Standplatz, stellten das Auto ab und spazierten etwas am Strand entlang. In der Bucht war reger Motorbootsverkehr. Die meisten schienen zum Angeln zu fahren. Wir sahen aber auch einen Wasserskifahrer, ein paar Stand-Up-Paddler und Kajak-Fahrer. Wir holten unsere Stühle raus, setzten uns in die Sonne und genossen die Landschaft und das Wetter.

Nach dem Mittagessen fuhren wir bis nach Awanui auf den Campingplatz, hatten aber Pech, denn es hing ein großes Schild am Tor, dass er erst 14 Uhr öffnet.

Also mussten wir noch eine ¾ Stunde herum bringen und standen dann pünktlich 14 Uhr vor dem Tor. Es war weit und breit keiner zu sehen. Dann entdeckte ich ein kleineres Schild, dass man wegen Corona Level-2 erst anrufen oder eine SMS schicken muss. Das zweite machte ich dann und kurz danach kam die Rückantwort, dass der Platz besetzt sei – obwohl weit und breit kein Camper zu sehen war. Sehr seltsam.

Also fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter nach Waipapakauri. Der Campingplatz lag am Ninety Mile Beach und hatte geöffnet. Wir gingen kurz an den Strand und richteten uns dann wieder im Camper ein, denn das Wetter hatte sich mittlerweile zugezogen.

Der Ninety Mile Beach ist offiziell eine Straße.

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