Taupo

Wir hatten nachts sehr schlecht geschlafen. Unmittelbar am Campingplatz führte eine auch nachts ziemlich frequentierte Straße entlang, in einer benachbarten Fabrik wurde auch nachts gearbeitet und zum Überfluss lag auf der gegenüberliegenden Seite der Straße eine Eisenbahnlinie, auf der dann auch noch Güterzüge fuhren. Schrecklich!

Aber bevor wir heute (Donnerstag, 08.10.2020) losfahren konnten, mussten wir wieder mal die Kabine neu aufsetzen. Durch die vielen Gravel-Roadstrecken hatte sie sich wieder verschoben.

Nachdem dass geschafft war, musste ich das Schloss der Innentür festschrauben, dass sich gelockert hatte. Die Schrauben hatten aber einen Kopf mit Innenvierkant, so dass mir der passende Schraubenzieher fehlte. Zum Glück gab es in Otorohanga einen Baumarkt (also einen Mitre10) und dort konnte ich einen Schraubendreher für Robertson-Schrauben, so heißen diese Schrauben, erstehen. Wieder was gelernt….

Unsere Fahrt führte uns zuerst in die kleinen Örtchen Kihikihi und Te Awamutu. Da es aber keine besonderen Sehenswürdigkeiten gab, sind wir weitergefahren. Tagesziel war die Stadt Tokoroa.

Immer wieder begegneten uns Milch-Tankzüge.

Vorher machten wir eine kleine Mittagspause auf einem angenehmen Rastplatz.

Der Baum war übrigens eine Eiche.

Über Putaruru kamen wir schließlich nach Tokoroa. Die Stadt ist zwar Sitz des South Waikato District Council, machte aber auf uns keinen angenehmen Eindruck, mit Ausnahme der vielen Skulpturen..

The Pine Man – der Kiefern-Mann -natürlich aus Kiefernholz.
Mother Earth – Mutter Erde

Wir liefen ein bisschen herum und beschlossen dann, nicht auf den hiesigen Campingplatz zu fahren, sondern noch die knapp 70 km bis Taupo in Angriff zu nehmen. Die Fahrt auf dem gut ausgebauten Highway No. 1 war schnell hinter uns gebracht.

Das Kongresszentrum mit Bibliothek und i-Site

Wir versorgten uns in der Touristeninformation mit Material und suchten noch ein paar Souvenirs, denn wir wollen ein Paket nach Deutschland schicken. Da es schon ziemlich spät war, fuhren wir auf den ausgewählten Campingplatz, das Taupo DeBretts Spa Resort.

Ein Schnappschuss vom Lake Taupo.
Leider sind die Berge im Hintergrund wolkenverhangen.

Wie der Name schon sagt, gibt es außer dem Campingplatz auch ein Spa mit heißen Quellen. Das werden wir morgen besuchen.

Stellplätze mit blühenden Kirschbäumen

Heute mussten wir uns schnell in den Camper verkriechen, denn die Temperaturen waren hier relativ niedrig und es blies ein heftiger, kalter Wind. Während die Temperatur in den letzten Tagen die 20°C Marke angekratzt hatte, waren es hier mittags nur 14°C und in der Nacht sollte die Temperatur auf den Gefrierpunkt fallen. Für Kajak- oder Fahrradfahren nicht gerade gut geeignet. Mal sehen, was wir dann die nächsten Tage machen können.


Für den heutigen ersten Tag in Taupo hatten wir uns nur ein Besuchs-Ziel vorgenommen: das geothermische Gebiet von Orakei Korako, auch bekannt unter den Namen „The Hidden Valley“. Es liegt ca. 30 km nördlich von Taupo, wir mussten also ein Stück zurückfahren. Gestern auf der Hinfahrt hatten wir schon ein paar Hinweisschilder gesehen.

Bevor wir aber losfuhren (Freitag, 09.10.2020), wollten wir schnell noch ein Paket aufgeben. Wir hatten das schon mal vor ein paar Monaten gemacht und das hat gut geklappt (war nur unverschämt teuer). Leider war es mit schnell nichts, denn erst fanden wir die Post nicht gleich und dann gab es noch Diskussionen bei der Abgabe des Paketes.

Letztlich mussten wir den Manuka-Honig für die Kinder und die Schokolade für den Enkel wieder auspacken. Auch ein Souvenir-Messer musste ich wieder herausholen, da der Griff aus Jade ist. Dann mussten wir wieder alle Formulare neu ausfüllen und schon war fast eine Stunde rum…

Der Rest des Tages klappte aber gut. Gegen 10:30 Uhr kamen wir im Besucherzentrum von Orakei Korako an, bezahlten den Eintritt und mussten mit einer kleinen Fähre über den hier angestauten Waikato River auf das gegenüberliegende Ufer übersetzen.

Obwohl wir in Rotorua und Umgebung schon eine ganze Menge blubbernder Löcher und heißer Quellen gesehen hatten, waren wir von diesem Geothermal-Gebiet begeistert. Hier ein paar Impressionen:

Ein „halbes“ Panormabild:

(Die Auswahl der Bilder ist mir schwer gefallen…)

Der Rundweg ist ca. 2,5 km lang und man braucht etwa 1 ½ Stunden. Im Café des Besucherzentrum aßen wir ein paar Sandwiches zum Mittag und fuhren zurück in Richtung Taupo.

Direkt am Rückweg lag noch ein anderes Geothermal-Gebiet: die „Craters of the moon“. Wir beschlossen, diese auch „mitzunehmen“. Die „Craters of the moon“ waren vom Charakter ganz anders und bei weitem nicht so spektakulär, auch wenn der Name es vermuten lässt. Auch von hier ein paar Eindrücke.

In Taupo kauften wir zuerst Lebensmittel ein und gingen dann in einen Elektronikladen. Ich wollte eine Soundbar kaufen, die ich mir im Internet ausgesucht hatte. Primäres Ziel war, dass wir Internet-Radio hören können, wenn wir über unser UKW-Radio keine Sender empfangen können. Mit dem Handy klappt das bei vorhanden WLAN auf dem Campingplatz oder auch bei ausreichendem Mobilfunkempfang gut, nur der Ton vom Handy ist schrecklich. Ich hatte vorher den Platz im Camper ausgemessen und zurück auf dem Campingplatz konnte ich sie schnell montieren. Und sie funktioniert genauso wie sie soll!

Nur das eine Kabel muss noch verschwinden…

Bevor wir die Innenstadt in Richtung Campingplatz verlassen hatten, waren wir noch kurz in einer Craftbier-Brauerei „Crafty Trout Brewing Co.“. Die Brauerei und das angeschlossene Restaurant waren sehr urig, aber heute kaufte ich nur ein paar Flaschen zum Mitnehmen, vielleicht schaffen wir es noch einmal in diese Kneipe.

(Das Bild ist vom Sonntag)

Nach langer Zeit haben wir für heute (Sonnabend, 10.10.2020) eine Tageswanderung geplant. Allerdings noch nicht in die Berge des Tongariro-Nationalparkes, sondern entlang des Waikato-Rivers. Er beginnt hier in Taupo als Abfluss des Lake Taupo und mündet in Port Waikato, wo wir vor kurzer Zeit waren, ins Meer.

Schon auf den ersten Kilometern muss der Fluss durch eine schmale Schlucht und bildet dort die Huka Falls. Danach wollten weiter flussabwärts wandern bis zum Huka Prawn Park, einem Erlebnispark rund um Süßwassergarnelen.

Nachdem wir unseren Aufenthalt im Lake Taupo Holiday Resort um einen Tag verlängert hatten, konnten wir den Camper stehen lassen und liefen direkt los. Gleich zu Beginn gab es eine Stelle, wo man Bungy-Jumping oder Swinging buchen konnte.

Die Bungy-Plattform hoch über dem Waikato Rver.

Swinging ist eigentlich eine Schaukel in einem 44 m langem Seil. Beides nichts für uns und offensichtlich auch nicht für den Jungen, der schon fertig angerödelt am Bungy-Absprungbrett stand und dann doch wieder zurück ging und sich auszog.

Am eigentlichen Anfang des Weges standen mehrere Hinweistafeln, es gab ein Café und ein kleines Bächlein mündet in den Waikato. Dies war offensichtlich eine beliebte Badestelle, denn der Bach führte warmes Wasser. Am Nachmittag lagen die Badegäste dann dicht an dicht in dem kleinen Bach.

Der Weg führte sehr gut ausgebaut direkt entlang des Waikato Rivers bis zu den Huka Falls.

Der Fall ist zwar nicht besonders hoch, aber wie sich die riesigen Wassermengen (200.000 l/Sekunde!) durch die enge Schlucht wälzen, ist sehr sehenswert. Wir filmten und fotografierten viel.

Auf der anderen Seite der Schlucht liefen wir weiter flussabwärts bis zum Garnelenpark.

Da wir kurz nach 12 Uhr dort waren, beschlossen wir zuerst in das Restaurant zu gehen und später zu überlegen, ob wir auch den Park besuchen.

Wir bestellten 500 g gekochte Garnelen mit Pita-Knoblauchbrot. So richtig zufrieden waren wir nicht, gekochte Garnelen schmecken nicht so gut wie gebratene und die Soßen waren irgendwelche Fertigsoßen.

Aber wir wurden satt und waren dann froh, nicht in den Park gegangen zu sein. Denn der Werbespruch „Catch them, Cook them, Eat them“ war schwer umzusetzen, da man die Garnelen angeln musste. Während der Zeit wo wir das Treiben beobachteten, wurde von den ca. 60…70 Anglern gerade eine Garnele gefangen. Da wären wir jetzt noch hungrig.

Wir liefen weiter, querten noch einmal den Waikato River und liefen dann auf der anderen Seite zurück. Zum Schluss waren es über 20 km und knapp 500 Höhenmeter.

Da kam uns das beheizte Spaßbad im Campingplatz gerade recht. Es war zwar ziemlich voll (es sind noch immer Schulferien) aber wir konnten trotzdem angenehm im warmen Wasser relaxen.

Pool mit Pool-Bar …
…. mit Riesen-Bildschirm und Tauchhöhle für Kinder.

Zufrieden zogen wir uns in unseren Camper zurück.


Das Wetter für heute war sehr durchwachsen angekündigt: viele Wolken, eventuell Regen und kühl. Aber da es in den nächsten Tagen noch schlechter werden soll, wollten wir heute (Sonntag, 11.10.2020) trotzdem die Bootsfahrt auf dem Lake Taupo machen. Hauptziel sind die Maori Rock Carvings in der Mine Bay, große in den Fels gehauene Steinskulpturen.

Lake Taupo. Die Berge des Tongariro-Nationalparkes sind leider nicht zu sehen.

Da wir heute sowieso den Campingplatz wechseln wollten, packten wir nach dem Frühstück alles zusammen und fuhren in die Stadt, in die Nähe des Hafens. Bis zur Abfahrt 10:30 Uhr war noch etwas Zeit, also bummelten wir durch die nahezu menschenleere Stadt. Wir entdeckten noch ein symbolisches Steintor im chinesischen Stil.

Der Beschreibungstafel entnahmen wir, dass es an die Städtepartnerschaft zwischen Taupo und Suzhou (China) erinnern soll. Unsere Tochter wohnt mit der Familie zur Zeit in Suzhou. So ein Zufall!

Unser Schiffchen – Nachbau eines alten Dampfers

Nachdem wir noch einen Kaffee getrunken hatten, ging es pünktlich los. Das kleine Schiff fuhr entlang der Küste von Taupo und bog dann nach 45 Minuten in Richtung Mine Bay ab.

Die Maori Rock Carvings sind nach 4 Jahren Arbeit im Jahr 1980 eingeweiht worden. Der Bildhauer war Matahi Brightwell, ein erfahrener Maori-Schnitzer, der schon viele traditionelle Schnitzereien für die Maori-Heiligtümer – die Marae – geschaffen hat. Seine Großmutter hatte ihn gebeten, zum Andenken an den Maori Schöpfer Ngatoroirangi eine Schnitzerei in einem Totora-Baum anzufertigen. Als Matahi nach Taupo kam, fand er keinen entsprechenden Baum und suchte sich Inspiration auf dem See. Zusammen mit 4 Kollegen schuf er dann die 14 m hohe Skulptur sowie weitere kleine Figuren, die die große Figur umgeben.

Das Schiff blieb ausreichend lange vor dem Felsen stehen, damit alle – außer uns waren noch ca. 10 andere Gäste mit an Bord – von allen Positionen filmen und fotografieren konnten.

Nach 12 Uhr kamen wir wieder in Taupo an und kehrten in das Restaurant der Crafty Trout Brewery (s.o.) ein. Das Restaurant war sehr urig eingerichtet, mit viel Anklängen an die österreichische Heimat des Braumeisters Anton. Leider mussten wir sehr lange auf unser Essen (Moni: Wiener Schnitzel, ich: Käse-Pizza) warten.

Die Kuckucks-Uhren gingen genau und schlugen auch zur richtigen Zeit.

Leider hat der Geschmack die lange Wartezeit nicht herausgerissen.

Monis Wiener Schnitzel mit kaltem, naturbelassenen Sauerkraut.

Dann blieb nicht mehr viel Zeit. Nach dem Einkaufen fuhren wir in den nunmehr dritten Holiday Park hier in Taupo. Er war wesentlich kleiner als die beiden anderen und aufgrund des Ferienendes waren auch nicht mehr so viele Gäste da.

Einschub: Am Abend erfuhren wir noch, dass die Visa für das deutsches Ehepaar, das wir über eine Facebook-Gruppe kennengelernt hatten, nicht verlängert worden war. Sie waren Anfang November 2019 eingereist, hatten wie wir eine Verlängerung des Visas beantragt (sie für 9 Monate) und hatten vor ein paar Tagen nach etwas Hick-Hack die Mitteilung bekommen, dass ihr Visa nicht verlängert wird. Angeblich würden Touristenvisa nur bis insgesamt maximal 12 Monate ausgestellt. Sie sollen Neuseeland bis Anfang November verlassen.  Nunmehr haben sie für Ende Oktober den Rückflug nach Frankfurt gebucht. Übrigens bei Singapur Airlines und für unter 800 € p.P:
Wir verstanden die Welt nicht mehr, aber beschlossen, uns erst einmal nicht verrückt machen zu lassen. Wir wissen jetzt, dass so etwas passieren kann und dann müssten wir halt Anfang Dezember 2020 zurück nach Deutschland und nicht erst Ende Januar 2021, wie wir es im Moment geplant haben (sofern die Grenzen nach Australien – oder in die Welt – nicht aufgemacht werden).


Heute war schlechtes Wetter angesagt. Zumindest ab Nachmittag sollte es regnen. Daher wollten wir heute Vormittag (Montag, 12.10.2020) eine nicht ganz so lange Wanderung machen, um danach in ein Spa zu fahren und uns in das warme Wasser zu legen. Der Wanderweg sollte auf den Berg Tauhara führen, auf 1088 m Höhe. Schon bei der Anfahrt merkten wir, dass es heute mit der Wanderung nichts wird. Die Wolken hingen sehr tief und vom Berg war weit und breit nichts zu sehen.

Wir fuhren trotzdem bis zum Wanderparkplatz, aber gaben auf, denn 400 Höhenmeter nur im Nebel bzw. in den Wolken, mit dem Regen, der dann eventuell noch kommen sollte, waren keine schöne Aussichten.

Also planten wir um und beschlossen, in den nahe gelegenen botanischen Garten zu fahren. Die „Waipahihi Botanical Gardens“ gehören einer privaten Gesellschaft und waren eigentlich ein kleines Naturwald-Gebiet, in dem verschiedene Areale für Kamelien, Azaleen, Rhododendron und viele andere Gewächse gepflanzt worden waren, also kein klassischer botanischer Garten.

Wir bummelten etwa 2 Stunden durch den Park und aßen dann unsere vorbereiteten Wander-Brote.

Danach fuhren wir in das Spa, das wir schon am ersten Tag unseres Aufenthaltes in Taupo gesehen hatten und das direkt neben unserem ersten Campingplatz lag.

Als Senioren zahlten wir nur 11 NZ$ (ca. 6 €) Eintritt pro Person.

Das Spa bestand aus zwei unterschiedlich heißen Becken und einem großen Gelände mit Rutschen und ähnliches für Kinder. Die privaten kleinen Becken für Erwachsene haben wir erst beim Hinausgehen entdeckt. Wir relaxten eine Stunde in den beiden Becken, die heute spärlich besucht waren. Es war Montag Mittag und die Schulferien waren vorbei.

Das Wasser im heißen Becken hatte etwa 40°C und dampfte mächtig.

Nach der Stunde im warmen Wasser waren wir ziemlich geschlaucht und fuhren im Nieselregen zurück auf dem Campingplatz.

Moni ging trotz des schlechten Wetters noch ein bisschen spazieren. Ich habe diesen Blog-Beitrag geschrieben…

Comments

  1. […] Staudamms floss der Waikato durch diese enge Schlucht, ähnlich wie beim Huka-Wasserfall, den wir gestern angeschaut haben. Jetzt fließt der Waikato vom Staudamm unterirdisch durch eine 9 m dicke und 370 […]

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