Taranaki

Heute (Montag, 19.10.2020) wollten wir wieder an die Küste in die Region Taranaki. Das Wetter hielt, was der Wetterbericht versprochen hatte: es regnete. Nicht in Strömen, aber es war ein feiner Nieselregen, der ab und zu in kräftige Schauer überging.

Wir wollten zuerst ein Stückchen des „Forgotten Highways“ fahren, wo wir bereits im Januar waren. Dann sollte es aber quer durch die Berge zur Küste gehen.

Die Fahrt war schön, auch wenn das Wetter nicht mitspielte. Als wir den Abzweig erreichten, dann die Überraschung: die Straße war gesperrt. Das Umleitungsschild zum nächsten Ort auf unserer Zielstrecke bedeutete, dass wir hätten wieder zurückfahren müssen.

Nach einem Blick in unserem Autoatlas und in das Navi beschlossen wir, noch ein Stück weiter auf dem Forgotten Highway zu fahren und später in Richtung Küste abzubiegen. Bald erreichten wir den vorgesehenen Abzweig und dann kam die nächste Überraschung: die Straße erwies sich als ein Trampelpfad und war in meinem Handy-Navi als ex-Damper-Road gekennzeichnet. Hier gab es kein Durchkommen. Also noch weiterfahren, in der Hoffnung, dass die „Damper Falls“ ausgeschildert sind. Und siehe da, es klappte: der Abzweig war ausgeschildert und die Straße zu den Damper Falls war sogar asphaltiert.

An den Damper Falls hielten wir, mussten noch einen Kilometer über Weideland und durch etwas Wald laufen und standen dann vor den Wasserfällen. Sie waren mit ihren 74 m Höhe und den steilen, glatten Felswänden sehr sehenswert. Der Abstecher hatte sich also gelohnt.

Dann ging die Fahrt weiter in Richtung Küste. Zuerst auf einer Gravel Road, dann auf einer normalen Straße.

Wir kamen auf den Highway 3 und fuhren Richtung Waitara. Die beiden Campingplätze, die wir uns ausgesucht hatten, waren aber nicht so schön, also fuhren wir bis Waitara und stellten nach über 170 km Fahrt den Camper ab. Für heute reichte es. Hoffentlich wird das Wetter bald besser. Wenigstens sind die Temperaturen mit 15…16°C nicht ganz so niedrig wie im Nationalpark.


Nachdem wir gestern Abend unsere Visa-Anträge für Australien online ausgefüllt und abgespeichert hatten, wollte ich noch mal eine Nacht darüber schlafen, ob mir noch etwas einfällt. Heute Morgen (Dienstag, 20.10.2020) hatten wir ausreichend Zeit und füllten die restlichen Angaben aus, schickten die Anträge auf die Online-Reise und mussten natürlich auch gleich bezahlen (knapp 90€ p.P.). Jetzt sind wir gespannt was passieren wird…

Der Mount Taranaki – auf der Fahrt nach New Plymouth

Für heute hatten wir kein weiteres Programm, sondern wollten nach dem Einkaufen nach New Plymouth fahren und uns dort noch etwas umsehen. Auch hier sind wir ja schon einmal gewesen. Beim Einkaufen fielen mir übrigens im Getränkeshop noch diese Büchsen auf: Bier aus Dresden!

Und Moni entdeckte Glühwein. Ein Rest vom Winter oder schon für Weihnachten?

Die Zeit bis zum Mittagessen verging schnell und wir besuchten wieder einmal ein japanisches Restaurant, um Ramen zu essen. Beide Ramensorten (Miso-Ramen und Soja-Ramen) waren sehr gut und wir waren sehr zufrieden. Ein paar Blöcke weiter gab es eine Craft Beer Brauerei, die „Shining Peak Brewery“.

Ich bestellte ein Probier-„Paddle“ mit vier kleinen Gläsern. Die Proben – Pilsner, Lager, IPA und APA – waren sehr lecker.

Wandmalereien in New Plymouth

Wir gingen noch bis zur Touristeninformation, blätterten durch die Angebote, liefen langsam zum Camper zurück und fuhren Richtung Campingplatz. Der Campingplatz, den wir uns ausgesucht hatten, lag direkt am Meer.

Unser Camper zieht immer mal wieder Neugierige an. Diesmal war es Pieter, ein Holländer, der seit langem in Neuseeland lebt.

Wir richteten uns ein und gingen noch eine Runde spazieren. Das Wetter war durchwachsen, aber wir konnten den Mount Taranaki mit seiner dicken Schneedecke sehr gut sehen. Leider fing es wieder an zu nieseln und so zogen wir uns in den Camper zurück.


Bevor wir heute irgend etwas unternehmen, wollten wir noch einmal sehen, ob wir vernünftiges Brot bekommen. Im Internet hatte ich eine interessante Adresse gefunden (Mittwoch, 21.10.2020).
Wir packten nach dem Frühstück wieder alles zusammen, denn wir wollten auch den Campingplatz wechseln. Der Bäcker lag sehr versteckt in einem Hintergebäude an einer Hauptstraße in der Innenstadt. Ohne die Internet-Information hätte ich ihn nie und nimmer gefunden. Um so größer die positive Überraschung, denn es gab tatsächlich richtig gutes Brot.

Richtige Brote!

Voller Vorfreude fuhren wir zum Startpunkt unserer Wanderung. Ich hatte eine Halbtages-Wanderung ausgesucht, da es nachmittags regnen sollte. Dann können wir mittags frisches Brot essen.
Die Route führte um den See Lake Mangamahoe, der eigentlich ein Staudamm war. Der See war als Naherholungsgebiet ausgebaut und die Wege waren sehr gut ausgeschildert.

Blick über den See auf den Mount Taranaki.

Wir trafen auch einige Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und natürlich Leute, die mit Hund unterwegs waren. Trotzdem war es nicht überlaufen und man konnte die Ruhe genießen.

Ein stolzer schwarzer Schwan auf dem See.

Kurz vor 12 Uhr waren wir wieder am Camper und aßen von unserem frischen Brot. Köstlich.
Danach machten wir noch eine weitere kurze Rundwanderung, die aber weniger als unspektakulär war. Auf der Rückfahrt fuhren wir Einkaufen und dann auf den neuen Campingplatz.

Einschub: Heute Morgen hatte ich auch noch eine Mail von Seabridge bekommen, dass sie nach wie vor Autos von Neuseeland nach Australien verschiffen und dabei auch Sydney anfahren. Jetzt brauchen wir „nur noch“ die Visa für Australien….


Eigentlich sollte heute (Donnerstag, 22.10.2020) ein Wandertag werden, aber es wurde ein Tag der Park-Besuche. Für schönes Wetter hatten wir eine Wanderung am Mount Taranaki herausgesucht, aber leider nieselte es früh morgens und der Himmel hing voller dicker, dunkler Wolken. Vom Mount Taranaki war weit und breit nichts zu sehen. Das sollte auch bis zum Abend so bleiben.
Also nahmen wir das Alternativprogramm in Angriff. Die Gegend rund um den Mount Taranaki ist berühmt für ihre vielen Parks und Gärten. Wir hatten drei der schönsten herausgesucht, die rund um den Berg verstreut lagen: den Garten von Pukeiti, den Garten von Tupare und die Hollard Gardens. Alle drei waren sehr schön und sehr unterschiedlich. Das gemeinsame waren die vielen Kamelien, Rhododendron und Azaleen. Im Folgenden ein paar Impressionen.

Tūpare

Der Eingang zum Garten von Tūpare
Die Gärten sind ehemaliger Privatbesitz eines Industriellen und Gartenliebhabers.

Pukeiti

Die Gärten von Pukeiti waren sehr modern gestaltet.
Ein Teil des Gartens war ursprünglicher Wald in den Rhododendren, Kamelien und Azaleen gepflanzt worden waren.
Eine solche Blüte hatten wir noch nicht gesehen.

Hollard Gardens

Hier gab es auch einen richtigen Nutzgarten.

Zum Schluss machten wir auf der Rückfahrt noch drei weitere Zwischenstopps. Den ersten in Eltham, um uns die „Toy wall“ anzusehen.

Die Geschichte der Wand begann in den 70er Jahren. Faye Young, eine Einwohnerin von Eltham, die neben den Bridger Park wohnte, entdeckte dort ein paar verloren gegangene Spielzeuge. Damit sie eventuell von den kleinen Besitzern leichter gefunden werden können, platzierte sie die Spielzeuge auf einer Mauer an ihrem Haus. Aber anstatt sich die Besitzer meldeten, fanden sich immer mehr Spielzeuge auf und in der Mauer. Frau Young und ihre Familie entschied sich, die Spielzeuge fest in die Mauer einzubauen und so eine dauerhafte Spielzeugwand zu bauen. Jetzt kann man zur Freude von jung und alt Tausende von verschiedenen Spielzeugen in der Wand finden.

Weitere Bilder dazu sind unter „Vermischtes“ –> „Zäune“ zu sehen.

In Eltham schien die Zeit stehen geblieben zu sein ….

Außerdem gab es noch einen kurzen Stopp in Stratford bei der „Forgotten 43 Brewing“ (eine Reminiszenz an den Forgotten Highway Nr. 43) und bei den „Theoretical Brewers“ in New Plymouth.

Theoretical Brewers – die sprichwörtliche Garagenfirma

Bei Letzteren hatte ich eine Visitenkarte des Chefs mitgenommen, der die Abkürzung CEO mit „Chief Everything Officer“ ausgeschrieben hat, bei einer 2-Personen-Firma verständlich.

Gegen 17:30 Uhr waren wir wieder am Campingplatz und hatten eine vollständige Runde um den Mount Taranaki gedreht (rund 170 km), ohne ihn ein einziges Mal gesehen zu haben. Als wir dann auf dem Campingplatz standen, verschwanden plötzlich die Wolken und der Berg war in voller Schönheit zu sehen. Gemein…

Abendlicher Blick vom Campingplatz zum Mount Taranaki.

Den gestern ausgefallenen Wandertag wollten wir heute nachholen (Freitag, 23.10.2020). Auch wenn das Wetter nicht optimal war, nahmen wir die Tour in Angriff. Dazu mussten wir bis zum Startpunkt in reichlich 500 m Höhe mit dem Camper fahren. Der Weg führte dann bis auf 1220 m Höhe. Das Ziel war ein kleiner See, in dem sich bei optimalem Wetter der Taranaki nahezu perfekt spiegelt. Solche Fotos sind in fast allen Werbeprospekten zur Region Taranaki zu sehen und auch im Internet stolpert man immer wieder darüber.

Der Mount Taranaki bei der Anfahrt.

Wir konnten kurz vor 10 Uhr von einem Wander-Parkplatz starten. Der Weg führte direkt in den naturbelassenen Wald.

Er war als Bohlenweg angelegt, da der Untergrund ziemlich schlammig war. Wir dachten zuerst, es wären nur ein paar Stücke mit den Bohlen belegt, aber es stellte sich heraus, dass der gesamte Wanderweg so ausgebaut worden war.

Das hieß für uns, dass wir die gesamte Wegstrecke (rund 6,5 km und 700 Höhenmeter bergauf) auf diesem Weg gehen mussten und alle Steigungen als Treppen bewältigen mussten. Die Treppen kamen uns endlos vor. Zudem gab es im dichten Wald keine Aussichten und so stapften wir Stufe um Stufe nach oben. Kurz vor dem Ziel ging die Waldlandschaft in eine niedrige Buschlandschaft über, so dass wir nach reichlich 2 Stunden endlich die Pouakai-Hütte sahen, unser erstes Ziel.

Hütte in Sicht.

Man kann in der Hütte übernachten, um abends oder morgens den optimalen Fotozeitpunkt für das perfekte Spiegelbild zu finden. Wir machten eine kurze Mittagspause und stiegen über einen Kamm zu dem wirklich sehr kleinen See ab.

Auf den Bildern wirkt er viel, viel größer. Wir waren nicht allein am See, mit uns warteten noch andere Wanderer auf den Moment, wenn der Taranaki in voller Schönheit zu sehen ist. Aber er tat uns nicht den Gefallen, viele helle und dunkle Wolken waberten um den Berg herum.

Wir warteten tatsächlich eine Stunde, aber traten dann ohne das optimale Foto die Rückkehr an.

Der Treppenweg nach unten war noch einmal heftig.

Wir waren ziemlich kaputt, als wir wieder am Auto waren, haben es aber ohne Gelenkschmerzen oder ähnliches geschafft.

Das Höhenprofil unserer Wanderung.

Zurück auf unserem Campingplatz mussten wir zuerst duschen und belohnten uns mit einem Radler bzw. mit einem Bier. Morgen werden wir wohl weiter in Richtung Wellington fahren.


Beim Blick heute Morgen (Samstag, 24.10.2020) aus dem Camperfenster waren wir froh, dass wir gestern die Wandertour gemacht hatten: Dichter Nebel mit Nieselregen und Null Sicht auf den Mount Taranaki. Aber wir wollten heute eh eine Fahretappe machen. Zuerst mussten wir aber einkaufen und waren noch mal bei dem Bäcker, bei dem wir vorgestern schon waren. Neben zwei verschiedenen Broten kauften wir auch ein dunkles Baguette. ¾ des Brotes wanderte in das Gefrierfach, so haben wir noch ein paar Tage frisches Brot.

Die Fahrt führte uns direkt nach Süden, vorbei am nicht mal zu erahnenden Mount Taranaki. In Eltham wollten wir eigentlich in einen bekannten Käseladen, aber der hatte Sonnabends geschlossen. Schade.

So fuhren wir bis an die Küste nach Hawera durch und bogen dann östlich auf den Surf Highway 45 ab. Mittags machten wir eine Pause in Patea Beach.

Wir liefen ein bisschen am Strand mit schwarzen Sand und viel Triebholz herum und sahen die Reste der “SS Waitangi“, die hier im Mai 1923 auf Grund gelaufen ist. Das Wrack war schon ziemlich verfallen, nur noch wenige Reste waren zu sehen.

Danach spazierten wir noch durch das Örtchen Patea, dass aber einen sehr verlassenen Eindruck machte.

In einer alten Werkstatt war ein Skoda-Museum eingerichtet.
Zwar kein Skoda, aber ein mit 21.000 Muscheln beklebter Austin.

Ursprünglich hatte ich überlegt, hier auf dem Campingplatz zu bleiben, aber wir fuhren dann doch bis Kai Iwi Beach.

Der Campinglatz warb mit „familienfreundlich“ und das war er auch. Eine Unmenge von Kindern tollten über den Platz und unser Standplatz war direkt am Spielplatz.

Aber es war langes Wochenende (am Montag ist Labour Day, ein Feiertag) und so war es kein Wunder. Gegen Abend erholte sich auch das Wetter und die Sonne kam noch einmal kurz hervor.

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