Von Wanganui nach Wellington

Heute sollte unsere Fahrt vom Kai Iwi Beach nach Wanganui führen (Sonntag, 25.10.2020), nur etwa 20 km. Wir hatten gut geschlafen, nur gegen morgen meldeten sich die Schafe auf den Weiden ringsherum – und die Kinder auf dem Campingplatz.  Nach dem Frühstück räumten wir bei schönem Wetter unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg. Auf meinem Navi hatte ich eine Abkürzung gegenüber dem Weg auf dem SH3 gefunden, die zudem an einem Park vorbeiführte. Nach kurzer Fahrt kamen wir am „Bason Botanic Gardens“ an.

Wir parkten das Auto und waren erstaunt, wie groß der Park war. Je mehr wir den Park erkundeten, desto begeisterter waren wir. Der Garten war wunderschön angelegt und perfekt in die umgebende Landschaft eingepasst. Hier ein paar Eindrücke:

Überall gab es schön gestaltete Grillplätze.
Auch wieder eine Flachs-blüte

Wir verbrachten viel mehr Zeit in dem Park als wir ursprünglich geplant hatten. Zufrieden fuhren wir nach Wanganui weiter.

Auf der Suche nach einem Mittagessen landeten wir wieder in der gleichen Gaststätte, wie schon beim ersten Besuch in Wanganui. Diesmal waren wir aber nicht so zufrieden. Danach machten wir noch einen Spaziergang durch die Stadt, wo uns vieles sehr bekannt vorkam. Diesmal fuhr die alte Straßenbahn sogar, allerdings waren die Gleise nur noch ca. 200 m lang.

Auch der alte Schaufelraddampfer war heute unterwegs.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Wanganui Rivers sahen wir zwei Türme, die wir beim letzten Mal nicht besucht haben. Der eine Turm gehörte zum Durie Hill Elevator, einem Lift, der seit über hundert Jahren die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet. Der zweite Turm war der War Memorial Tower, den man auch besteigen kann.

Links der War Memorial Tower, rechts der Durie Hill Elevetor

Für den Aufstieg nahmen wir die steile Treppe mit 191 Stufen. Dann ging es noch den War Memorial Tower mit nochmals 176 Stufen hinauf, von dem man schöne Ausblicke auf die Stadt und die Umgebung hat.

Für den Weg nach unten nutzten wir den Lift, der von einer Angestellten bedient wurde und der 2 NZ$ pro Person kostete. Der Lift fährt knapp 70 m nach unten und hat einen ca. 200 m langen Zugangstunnel auf der unteren Ebene.

Der Turm für den Aufzug.

Danach ging es noch kurz einkaufen und wir fuhren dann auf den Campingplatz, der diesmal sehr voll war. Es war eben immer noch Labour Day Wochenende und das Wetter schön.

Wir hatten übrigens zum zweiten Mal ein Paket nach Deutschland geschickt, diesmal mit Paket-Tracking. Wer sich dafür interessiert, kann hier den Weg von Taupo/Neuseeland nach Dünstekoven/Deutschland nachverfolgen (oben = Ende, unten = Start).


Die Reise sollte uns heute weiter nach Süden führen (Montag, 26.10.2020). Von Wanganui wollten wir bis Waitarere fahren. Entlang der Strecke gab es keine neuen Höhepunkte für uns, denn die Strecke sind wir schon im Januar gefahren.

Wir sind wieder in Bulls.

Trotzdem hielten wir nochmal in Bulls, schlenderten durch das kleine Zentrum und entdeckten ein kleines Museum zur Geschichte von Bulls und einigen Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sind. Das Museum war klein, aber vollgestellt mit tausenden von Ausstellungsstücken. Es war aber alles mit sehr viel Liebe zum Detail zusammengetragen worden.

Ein großer Teil der Ausstellung war Chris Amon gewidmet, einem berühmten neuseeländischen Rennfahrer, der hier in Bulls geboren wurde.

Die Fahrt ging weiter bis nach Levin. Da schon Mittagszeit war fuhren wir an einen See mit einem Parkplatz, stellten den Camper ab und kochten uns ein kleines Mittagessen.

Später nutzten wir die Gelegenheit um in Levin noch etwas einzukaufen, bevor es nach Waitarere ging. Der Campingplatz war klein, mit sehr vielen Dauercampern und kleinen Hütten, die offensichtlich wieder von Zeit- oder Saisonarbeitern bewohnt wurden. Wir nutzten das schöne Wetter noch für einen Spaziergang am breiten Strand. Er war auch als Straße zugelassen und so sah man eine ganze Menge Autos am Strand.

Einige Leute wagten sich sogar ins Wasser, während andere mit ihrem Hund unterwegs waren. Nach einer Stunde kehrten wir wieder auf den Campingplatz zurück.


Der heutige Tag war in Gänze ein Regentag (Dienstag, 27.10.2020). Wir waren froh von dem Campingplatz weg zu kommen, er war einer der schlechteren Sorte.

Wir fuhren zuerst nach Levin, entdeckten dabei noch einen sehenswerten Zaun und gingen dann einkaufen. Schon gegen 12 Uhr waren wir in Paraparaumu im Kapiti Holiday Resort.

Jeder Standplatz hatte sein eigenes „Häuschen“

Wir durften schon einchecken, stellten den Camper ab und kochten erst einmal etwas zu Essen. Moni ging später im Regen noch ein bisschen spazieren. Ich blieb im Camper, arbeitete am Laptop und überlegte, was wir in den nächsten Tagen noch machen könnten. Morgen soll das Wetter etwas besser werden. Abends beschlossen wir, den morgigen Tag hier in der Gegend zu verbringen, übermorgen haben wir eine Fahrt auf die Kapiti-Insel – einem Vogelschutz-Gebiet – gebucht und ab Donnerstag wollen wir dann für eine Woche wieder in eine AirBnB Wohnung in Upper Hutt ziehen. Upper Hutt liegt nicht allzuweit von Wellington entfernt und ist bei Bedarf sogar mit der Metro zu erreichen. Wir wollen einfach wieder einmal etwas anderes machen.


Der Regen hörte gegen Morgen auf und als wir nach dem Frühstück los fuhren, war es richtig schön. Zwar war es noch kalt, aber die Sonne wärmte schon. Heute Vormittag (Mittwoch, 28.10.2020) wollen wir das Southward Car Museum besuchen. Angeblich besitzt es die größte Automobil-Sammlung (über 500 Autos) der südlichen Hemisphäre. Allerdings besitzt das National Transport & Toy Museum in Wanaka, das wir am 05.03.2020 besucht hatten, über 600 Fahrzeuge?!

Unabhängig davon war das Museum sehr sehenswert, mit vielen Autos quer durch die Automobilgeschichte. Auch wenn die Ost-Europäischen Autos nahezu fehlten, einen Trabbi gab es doch in der Ausstellung.

Der Trabbi war mal in NZ zugelassen und OSSI war das offizielle Kennzeichen!

Wir verbrachten über eine Stunde im Museum. Hier noch ein paar Eindrücke:

Der Ford. Model T, das erste in industrieller Fließbandarbeit hergestellte Auto.
Dieser Anhänger hat Stil ….
Solche Auto haben wir auch auf den Philippinen und in Indien gesehen.

Danach fuhren wir einkaufen, aßen in Paraparaumu zu Mittag und steuerten dann eine Craftbier-Brauerei an. Nachdem wir bei unserem ersten Besuch die Tuatara-Brauerei besucht hatten, gingen wir diesmal zur Duncan’s Brewery. Beide Brauereien sind übrigens nur 100 m voneinander entfernt.

Duncan’s ist auch wie viele andere Craft Beer Brauereien eine – allerdings etwas größere – Garagenfirma.
Leider lud das Ambiente nicht zum Sitzen ein, also nahm ich nur ein paar Flaschen mit.

Schließlich fuhren wir zu unseren nächsten Campinglatz, der nicht weit von Paraparaumu entfernt war.

Auf dem Campingplatz „El Rancho“ sind wir auch schon einmal gewesen. Wir richteten uns ein und machten noch einen größeren Spaziergang.

Später zog der Himmel zu und ohne Sonne wurde es sofort wieder kälter. Hoffentlich haben wir morgen bei unserem Besuch auf Kapiti Island schönes Wetter!

Blick auf Kapiti Island

Für heute Morgen mussten wir uns nach langer Zeit wieder einmal den Wecker stellen (Donnerstag, 29.10.2020). Wir sollten um 08:15 Uhr an einem Treffpunkt sein, also klingelte der Wecker um 6:45 Uhr. Für uns mittlerweile völlig ungewohnt. Wir haben es dann mit Müh und Not pünktlich geschafft. Zuerst wurde eine Bio-Sicherheitskontrolle unserer Rucksäcke gemacht (es sollen keine großen und auch keine kleinen Schädlinge, wie Ameisen oder Insekten, auf die Insel geschleppt werden). Danach ging es zur Abfahrtsstelle. Dort stand ein hochbeiniger Traktor mit einem Bootsanhänger. Auf dem Boot haben knapp 30 Leute Platz.

Dann fuhr der Traktor mit dem Schiff rückwärts in das flache Wasser bis das Schiff ausreichend Tiefgang hatte. Mit der Kraft der zwei großen Außenbordmotoren fuhr das Schiff vom Anhänger und dann in Richtung Insel. Das Schiff war gut besetzt: etwa 25 Leute fuhren mit. Eine Hälfte wurde beim ersten Halt abgesetzt, das waren Leute, die abends Kiwis sehen wollen und danach auf der Insel übernachten können.

Der Rest wurde am Besucherpavillon abgesetzt, wo ein Guide eine relativ lange und ausführliche Einweisung zur Geschichte und der Fauna der Insel erzählte.

Danach wanderten wir allein los. Die Leute verteilten sich schnell und so waren wir fast die ganze Zeit alleine unterwegs. Übrigens dürfen max. 100 Personen / Tag auf die Insel.

Der Weg führte in Serpentinen auf einem gut ausgebauten Weg nach oben. Zur Spitze waren es knapp 4 km und über 500 Höhenmeter, teilweise wieder mit Stufen.

Der Weg führte durch dichten Wald, in dem viele Vögel zwitscherten. Nur einige bekamen wir zu Gesicht, und nur wenige konnten wir filmen oder fotografieren. Sie sind zu schnell unterwegs oder in den Zweigen verschwunden. Ausnahmen waren die Kiwi-ähnlichen Wekas und die Kakas, die Waldpapageien. Die Kakas sind sehr gelehrig und neugierig und einer versuchte (mit Erfolg!) den Reißverschluss an meinem Rucksack aufzumachen und ein anderer gönnte mir meinen Apfel in der Pause nicht und flog direkt auf meine Schulter, um seinen Anteil einzufordern.

5 Sekunden später war der Reißverschluss offen…
Ein Weka sucht nach etwas Essbaren, während Moni auf den Schnappschuss wartet.
Eine Wekaralle (weka)
Eine Maori-Fruchttaube (wood pigeon / Kererū)
Ein Verwandter des Rotkehlchens (north island robin)
Ein Sattelvogel (saddleback)
Ein Maori-Glockenhonigfresser (bellbird)
Ein Ziegensittich (red-crowned parakeet)
Ein Tui.
Eine Schwalbe.

Leider wurde das Wetter immer schlechter. Auf dem Gipfel sahen wir fast nichts und auf dem Weg nach unten fing es immer stärker an zu nieseln.
Das Schiff kam pünktlich und wir fuhren zurück. Die Sicht war so schlecht geworden, dass wir die Insel vom Ufer dann nicht mehr sehen konnten…

Nunmehr wollten wir auf kürzestem Weg zu unserer Ferienwohnung nach Upper Hutt. Daher nahmen wir die Straße quer durch das Gebirge. Wie sich herausstellte, war das ziemlich abenteuerlich, denn sie war sehr schmal und extrem kurvenreich, d.h. sie bestand eigentlich nur aus Kurven.

Und tatsächlich gab es auch Gegenverkehr. Da blieb einem jedes Mal fast das Herz stehen. Aber wir haben alles gut überstanden und kamen kurz nach vier in der AirBnB-Wohnung an. Leider erfüllte die Wohnung nicht die Erwartungen, die wir anhand der Beschreibungen und der Bilder hatten. Nun war es zu spät, wir hatte sie für eine Woche gebucht und werden uns irgendwie einrichten. Zumindest das WLAN funktionierte sehr gut, so dass wir wieder mal in den Genuss der ZDF-Mediathek kamen.


In der ersten Nacht in unserer neuen AirBnB-Wohnung haben wir gut geschlafen. Heute (Freitag, 30.10.2020) hatten wir uns gar nichts vorgenommen, außer einigen organisatorischen Dingen wie Einkaufen und Wäschewaschen in einer Laudry. Zudem wollten wir noch einmal dem Schimmel zu Leibe rücken, hatten den ganzen Camper ausgeräumt und Moni behandelte die kritischen Stellen mit einer speziellen Lösung. Sie muss 24 Stunden trocknen, danach will ich mit einer Spezialfarbe noch einmal darüber streichen.

Eingang zur Wohnung
Im Wohnzimmer hatten wir unseren Campingtisch und die -stühle zusätzlich als Arbeits- und Esstisch aufgestellt.
Durch die enge Hofeinfahrt kam ich nur mit eingeklappten Seitenspiegeln.
Blick in die moderne Selbstbedienungswäscherei

Als wir alles erledigt hatten, belohnten wir uns mit einem Besuch in der „Brewtown„. Das ist ein altes Industriegelände auf dem sich jetzt einige Craftbeer-Brauereien und auch eine Destillerie angesiedelt haben. Zudem gibt es für die Kinder verschiedene Indoor-Spielplätze. Auch hier sind wir vor ein paar Monaten schon mal gewesen.

Das neue Eingangstor.
Ein bisschen Familienatmosphäre in der Brauerei

Einschub: Heute wurde die vorläufigen Endergebnisse der beiden Volksabstimmungen veröffentlicht, die zusammen mit den Parlamentswahlen durchgeführt worden sind. Danach wurde die Legalisierung von Cannabis abgelehnt, aber der „End of Life Choice Act“ hier auch kurz „Euthanasia“ genannt, der begleitetes Sterben auf Verlangen ermöglicht, wurde mit 2/3 Mehrheit angenommen. Jetzt müssen die entsprechenden Gesetze erarbeitet werden, damit diese im November 2021 in Kraft treten können.

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