Auckland – zum letzten Mal?


Bevor ich unsere jüngsten Erlebnisse beschreibe, gibt es erst einmal etwas zu feiern: Das ist unser

100. Blogbeitrag !! Tusch!!!

Ich hoffe, Euch hat allen das Lesen genauso viel Spaß gemacht wie uns das Schreiben. Jedenfalls grundsätzlich, denn manchmal musste ich mich schon nach einem langen Tag überwinden , die Texte zu formulieren, aus der Vielzahl der Bilder die aus unserer Sicht schönsten heraus zu suchen und wenn möglich, das Ganze auch noch mit ein paar wissenswerten Informationen anzureichern. Ich hoffe, dass uns das ganz gut gelungen ist.


Gestern haben wir die Südinsel verlassen und haben es bis nach Wanganui geschafft. Heute (Donnerstag, 12.11.2020) wollen wir es unbedingt bis nach Auckland schaffen. Das wird die längste Etappe bisher, ca. 450 km.

Wir hatten auf dem sehr ruhigen Campingplatz gut geschlafen und machten uns noch vor 9 Uhr auf den Weg. Das Wetter war angenehm, der Verkehr hielt sich in Grenzen und es gab nur wenige Baustellen. Trotzdem kamen wir zuerst nur sehr langsam voran. Die Straße war eng und extrem kurvig. So zuckelten wir durch die typisch neuseeländische Landschaft: grüne Hügel und Berge, oft mit vielen Schafen und Rindern. Ab und zu Wald, meistens mit Spuren der Nutzung bzw. Abholzung.

Ein einsamer Baum

Mittags machten wir auf einem Rastplatz eine Pause und kochten uns wieder mal ein Nudelsüppchen.

Kurzer Halt an den Raukawa Falls

Kurze Zeit später machten wir noch einen kleinen Abstecher zu einem weiteren sehenswerten Zaun, den ich im Internet gefunden hatte. Danach ging es dann wesentlich zügiger vorwärts und wir konnten planmäßig in Auckland einrollen. Wir hatten unsere Ankunft zwischen 16 und 17 Uhr angekündigt und pünktlich kamen wir an der AirBnB Wohnung an. Diesmal haben wir offensichtlich einen absoluten Glücksgriff getan, denn die Wohnung war toll.

Sehr gut ausgestattet, mit separatem Schlafzimmer, einem schönen Ess- und Arbeitstisch und auch unser Rangie hat einen schönen Platz gefunden. Dort könnten wir auch mal die Kabine stehen lassen, wenn wir mit dem Ford unterwegs sind.

Der Camper steht genau vor dem Zimmerfenster im Erdgeschoss.

Unsere Freude wurde stark gedämpft bzw. die Stimmung ging gegen Null, als die letzten COVID Neuigkeiten verkündet wurden. Es gab neue Fälle in der Community in Auckland!! Und schon kamen die ersten Befürchtungen, dass ein neuer Level-3 Lock-Down für die Region Auckland droht. Dies würde alle unsere Pläne über den Haufen werfen. Nach kurzem Schock war klar, dass es erst morgen weitergehende Entscheidungen geben wird. Auch unser Buchungsbestätigung für den Transport des Campers fehlt noch immer. Ohne diese Bestätigung können wir nicht groß weiter planen. Es bleibt (ungemütlich) aufregend…


Leider kam auch bis heute Morgen (Freitag, 13.11.2020) noch keine Buchungsbestätigung. Hoffentlich passiert wenigstens vor dem Wochenende noch etwas. Nach dem Frühstück ging Moni im nahe gelegenen New World einkaufen und ich habe mich an den Computer gesetzt.

Das Einkaufszentrum war schon weihnachtlich geschmückt.

Später gab es Bratkartoffeln mit Spiegelei. Den Nachmittag nutzten wir, um uns die Waschanlagen anzusehen, die ich im Internet gegoogelt hatte. Die erste war eine normale große Anlage, wo man die Autos selbst waschen kann. Die zweite war eine Truck-Waschanlage, die auch Unterbodenpflege anbot. Beides war erst mal OK.

Da unser Campingtische im Camper nicht mehr ganz richtig funktioniert, wollte ich mich nach einer Alternativ-Lösung umsehen. Daher fuhren wir zum RV Supercentre nach Albany (RV = recreational vehicle). Leider entpuppte sich der im Internet groß beworbene Laden als ziemlich klein und die ausgewählten Tisch-Alternativen hatten sie auch nicht. Also eine Null-Nummer.
Da war aber schon mal in Albany waren, fuhren wir am Blackforest Butcher, dem deutschen Metzger, vorbei, wo wir schon zweimal waren. Auch diesmal kam eine Menge leckerer Wurst zusammen, die wir mit „nach Hause“ genommen haben. Zudem haben wir frische Fleischkäse-Masse gekauft und werden morgen Fleischkäse backen. Auch ein Brot der deutschen Bäckerei Diehl wanderte in den Einkaufskorb und es gab Masse für Kartoffelklöße, da wird es wohl bald einen delikaten Gulasch geben.

Unserer leckerer Einkauf

Abends haben wir dann die Nürnberger Bratwürstchen gebraten – sehr lecker!

Einschub: Zwischendurch kam im Radio die Nachricht, dass man den aktuellen CORONA-Fall in Auckland nachverfolgen konnte und es keinen unkontrollierten Ausbruch gibt. Daher ist der Lock-Down Level-3 vom Tisch, der alle unsere Pläne zunichte oder zumindest wahnsinnig kompliziert gemacht hätte. Eine sehr positive Nachricht am Freitag, den 13ten.


Heute Morgen (Sonnabend, 14.11.2020) war dann die heiß ersehnte Buchungsbestätigung da. Unser Camper wird die Reise von Auckland nach Sydney am 07.12. antreten und nach Plan am 17.12.2020 dort ankommen.

Jetzt müssen wir die restlichen Puzzle-Teile in der richtigen Reihenfolge zusammenfügen. Vor allem war jetzt klar, dass wir keinen neuen neuseeländischen TÜV („WOF“) mehr brauchen, denn der läuft zum 09.12. aus. Zum gleichen Termin endet auch meine KfZ-Zulassung, die auch nur ein Jahr gültig ist. Beides hätte nochmal Geld gekostet. Außerdem endet zum 30.11. unsere Mitgliedschaft im neuseeländischen Campingclub. Also die ideale Zeit, um von hier zu verschwinden 😉

Zuerst sollte es heute aber auf einen nahegelegenen Flohmarkt „Otara Flea Market“ gehen. Wir fanden relativ schnell einen Parkplatz und schlenderten dann über den Markt. Er war eigentlich hauptsächlich ein Obst- und Gemüsemarkt mit einigen Ständen mit Essen und Trinken.

Das Non-Food-Angebot war überschaubar und alles neuer Billigkram.

Richtigen Trödel gab es eigentlich nicht. Wir waren übrigens auch eine der sehr wenigen europäisch aussehenden Marktbesucher.

Auch eine ganze Reihe Fast-Food-Stände gab es.

Danach fuhren wir in einem Baumarkt und deckten uns mit diversen Reinigungsmitteln für unseren Camper ein. Die Reinigungsorgie kann beginnen!

Vorher gab es aber Fleischkäse. Ich hatte die Fleischkäse-Masse, die wir gestern gekauft hatten, in den Backofen geschoben und es duftete schon nach kurzer Zeit köstlich.

Er schmeckte hervorragend. Wir hatten, glaube ich, zum ersten Mal frischen Fleischkäse, seitdem wir vor einem Jahr aus Deutschland abgereist sind.

Beim Fleischer hätte es sogar noch Brezel gegeben…

So gestärkt ging es zur Autowäsche, aber da hatten wir Pech. Alle Plätze waren voll belegt und teilweise standen schon weitere Autos dahinter. Na ja es war Samstagnachmittag und schönes Wetter, da putzen auch die Neuseeländer gern ihre Autos. So verschoben wir die Aktion auf morgen früh und fuhren wieder in die Wohnung. Dort starteten aber wir schon mal mit der Innenreinigung des Campers. Die Reinigung wird uns ja noch ein paar Tage beschäftigen.


Heute war Putztag Nummer 2 (Sonntag, 15.11.2020). Wir fuhren direkt nach dem Frühstück in die Waschanlage, wo wir bereits gestern waren. Zu unserer Überraschung waren aber schon wieder alle Boxen (7 Stück) besetzt. Ich dachte, die Auckländer haben wichtigeres zu tun, als Sonntag früh ihre Auto zu waschen.

Aber wir hatten Glück – direkt vor unserer Nase war gerade eine Kundin fertig geworden und wir konnten in die Box fahren. Die Waschanlage funktionierte wie die deutschen, auch mit ähnlichen Programmen. Schwerpunktmäßig war heute das Camperdach dran. Dazu hatten wir uns auch eine Leiter von der Vermieterin geborgt.

Wir verbrachten eine Stunde in der Waschanlage. Nach dem Mittagessen ging die Putzerei vor der Wohnung weiter. Man merkte, dass Rangie seit einem Jahr nicht mehr richtig gesäubert worden war.

Mittags gab es zur Belohnung leckeren Gulasch mit Kartoffelklößen und Blumenkohl.

Aber das Wetter spielte mit und so putzten wir bis gegen 16 Uhr und waren dann schon mal ziemlich platt.


Nachdem wir gestern schwerpunktmäßig das Dach des Campers gründlich gesäubert hatten, war heute (Montag, 16.11.2020) die Zeltplane an der Reihe, also die Verbindung zwischen unterem Teil der Kabine und Dach. Diesmal war die Waschanlage relativ leer und wir konnten in Ruhe arbeiten.

Danach fuhren wir wieder zurück zur Wohnung und putzten fleißig mit der Hand nach. Moni arbeitete innen, ich putzte außen weiter.

Nach dem Mittagessen (schnelle Instant-Nudelsuppe) fuhren wir in die nahe gelegene Truck-Waschanlage. Dort konnte man uns aber nicht weiterhelfen, sondern verwies auf eine andere Zweigstelle in Auckland, wo wir vor ein paar Tagen schon mal vorbeigeschaut hatten. Also fuhren wir dorthin und haben dann für morgen einen Termin gemacht (10 Uhr).

Der Termin wird eingetragen.

Offensichtlich sahen sie keine Probleme, denn dort läuft eine solche Reinigung mit Unterbodenwäsche und Motorraum-Reinigung unter dem Stichwort „car export“. Da sind wir ja mal gespannt.

Auf der Rückfahrt kauften wir kurz ein und danach war noch eine Runde Putzen angesagt. Ich nutzte die Gelegenheit und brachte den Ventilator im Dach wieder richtig an, der schon seit der Ankunft in Auckland nicht ganz in Ordnung war.

Abends hatten wir auch Erfolg, ein paar Dinge an unsere Vermieter loszuwerden, die wir nicht mit nach Australien mitnehmen konnten/wollten. Zuallererst die beiden Gasflaschen, den kleinen Kocher und vor allem auch unsere Not-Toilette („Porta Potti“), die wir nie benutzt haben bzw. benutzen wollten. Ich hatte sie nur im Camper gelassen, falls ich doch noch einmal auf das Thema „self-contained“ hätte zurückkommen müssen. Die Gasflaschen dürfen wir nach Australien nicht mitnehmen, aber sie sollen eh nur mit einem Adapter in Australien gefüllt werden können. Da ich nach der Umbauaktion am Anfang unserer Reise jetzt einen neuseeländischen Gas-Regulator eingebaut habe, bin ich mal gespannt, wie es damit in Australien weiter geht.


Heute war der Besuch der Truck-Waschanlage angesagt (Dienstag, 17.11.2020). Dorthin wollten wir ohne Kabine fahren, so dass ich nach dem Frühstück zusammen mit Moni erst einmal die Kabine abgesetzt habe.

Wir waren pünktlich um 10 Uhr in der Waschanlage. Ich fuhr den Ford über eine Grube, dann gaben wir den Schlüssel ab.

Wir hatten gesagt, dass es uns ausschließlich auf den Unterboden bzw. Fahrgestell und den Motorraum ankommt. Da die Firma offensichtlich Erfahrungen mit Exportautos nach Australien hat, war ich optimistisch, dass das Ergebnis unseren Wünschen entspricht. Veranschlagt war eine Stunde, die wir mit einem Spaziergang verbringen wollten.

Spaziergang am Māngere Inlet

Nach mehr als eine Stunde waren wir zurück, aber das Auto war noch nicht fertig.

Wir mussten über eine halbe Stunde warten, ehe wir Rangie wieder übernehmen konnten. Das Ganze hatte uns rund 140 € gekostet und das Ergebnis war, soweit wie ich das sehen konnte, OK.

Danach ging es nochmals einkaufen und nachmittags haben wir weiter geputzt: ich die Kabine von außen, Moni die Campingmöbel und sonstiges, was wir so in den letzten 11 Monaten benutzt hatten.

Abends gab es einen gebackenen Red Snapper, den wir gestern in einem chinesischen Supermarkt gekauft hatten. Ich habe ihn mediterran zubereitet mit viel Gemüse, Olivenöl und guten Gewürzen. Er hat sehr lecker geschmeckt.


Die Reinigungsorgie neigt sich langsam einem Ende zu. Heute (Mittwoch, 18.11.2020) wollten wir zum letzten Mal in die Waschanlage fahren, um die Räder und Reifen ordentlich zu putzen und den gröbsten Schmutz aus der Fahrerkabine zu saugen.

Beides hat gut geklappt, wenn man auch noch eine ganze Menge händisch nachsäubern muss. Damit hatten wir bis Mittag zu tun.

Nach dem Mittagessen, Tanken und Einkaufen ging es weiter mit Putzen.

Dann kam auch die nächste wichtige E-Mail. Diesmal von der neuseeländischen Spedition. Die muss die Zollabwicklung im Hafen übernehmen. Dazu braucht sie das Carnet de passages, das wir dort vorbei bringen müssen, wie schon bei der Ankunft (dazu siehe auch den Blogbeitrag). Wichtiger ist aber, dass wir den Camper bereits um den 25.11. abgeben und danach direkt nach Sydney fliegen wollen. Dann könnten wir vor der Verladung des Campers noch reagieren, falls irgendetwas bei der Einreise nach Australien schief geht. Die Spedition hatte uns angeboten, den Camper bei einer Logistikfirma abzustellen, die dann auch den Transport in den Hafen übernimmt. Die Mail beinhaltete, dass das alles so funktionieren könnte, aber wir morgen erst endgültig Bescheid bekommen und dann auch die Gesamtkosten erfahren werden.

Einschub: In Adelaide / South Australia gibt es einen neuen CORONA-Ausbruch. Es wurden bisher 23 Fälle gemeldet. Daraufhin hat die Regierung des Bundesstaates einen 6-tägigen harten Lock Down und die Schließung der Grenzen und der Flughäfen beschlossen. Hoffentlich passiert dies in den nächsten 2 Wochen nicht in New South Wales, dann wäre der Traum von Sydney erst einmal ausgeträumt …

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