Entlang des Pacific Highways nach Norden

Heute (Dienstag, 26.01.2021) verlassen wir das Hunter Valley in Richtung Küste, Central Coast. Primäres Ziel ist die Werkstatt in The Entrance, bei der wir eventuell unseren Rangie von Rost befreien und gegen zukünftigen Rost schützen können. The Entrance ist der Name der Stadt, die an der Nahtstelle zwischen dem Tuggerah Lake und dem Pazifik liegt. Heute ist auch der australische Nationalfeiertag, allerdings merkt man hier davon nicht allzu viel. Nur ganz selten fährt mal ein Fahrzeug mit Flagge geschmückt vorbei oder es ist ein Balkon mit Fahnen verziert. Zudem ist eine heftige Debatte darüber entbrannt, ob der 26.01. der richtige Tag für den Nationalfeiertag ist, denn das Datum erinnert an die Ankunft der ersten Flotte mit Straftätern im Jahr 1788, die zu mehrjährigen Verbannungsstrafen verurteilt waren („Invasion Day“).

Noch eine Episode am Rande: Seit gestern ist die einseitige „Blase“ zwischen Neuseeland und Australien für mindestens 3 Tage ausgesetzt, nachdem in Neuseeland wieder ein Corona-Fall aufgetreten ist. Nur gut, dass wir die Möglichkeiten konsequent genutzt haben…

Wir fuhren zuerst in eine Selbstbedienungs-Autowäsche um den Staub des Outbacks und die vielen Insekten abzuspülen, So dreckig wollten wir nicht in die Werkstatt fahren.

Die Fahrt war problemlos, auch wenn die Temperatur kurz nach 10 Uhr schon wieder auf 33°C gestiegen war. Später ging es noch einmal bis auf 38°C hoch.

Wir waren gegen 14 Uhr auf dem vorgebuchten Campingplatz in The Entrance, bauten den Camper auf und beschlossen dann zum direkt neben dem Campingplatz gelegenen Strand zu gehen.

Er war zwar ziemlich voll, aber wir fanden problemlos ein freies Plätzchen. Wir gingen drei Mal in das kühle, sehr erfrischende Wasser, das aber ziemlich trüb vom aufgewirbelten Sand war. Trotzdem hat es uns gut getan.

Später kühlte dann die Temperatur etwas herunter, die große Hitzewelle in NSW scheint erst mal vorbei zu sein. Nun sind wir gespannt, wie es morgen weiter geht.


Das Wetter hat heute Nacht (Mittwoch, 27.01.2021) komplett umgeschlagen. Frühmorgens war es dick bewölkt, es wehte ein heftiger Wind und es nieselte so vor sich hin. Die Temperatur erreichte mit Müh und Not die 20°C Marke. Noch war das nicht so schlimm, denn zuerst stand der Termin in der Werkstatt vor uns. Wir brauchten eine Weile, ehe wir die etwas versteckt liegende Werkstatt entdeckt hatten.

Der Chef sah sich kurz unseren Rangie von unten an und meinte dann, dass er das machen könnte. Es würde ca. 3 Tage dauern und ca. 700 AU$ kosten.

Der einzige Wermutstropfen war, dass er das Auto erst am Montag, den 08.02., annehmen kann. Das sind noch 1 ½ Wochen, die wir jetzt überbrücken müssen. Aber irgendwie wird uns schon was einfallen. Wir machten den Termin fest und beschlossen dann, zurück in Richtung Newcastle zu fahren. Nach einer kurzen Kaffee-Pause fuhren wir bis Belmont am Lake Macquarie, dem größten Salzwasser-See der südlichen Hemisphäre (Wikipedia).

Teilansicht des Lake Macquarie (bei schlechtem Wetter)

Nach dem Einchecken auf dem Campingplatz machten wir noch einen längeren Spaziergang am Seeufer entlang.

Trotz des meiner Meinung nach sehr schlechten Wetters waren viele Segler unterwegs.

Später wurde das Wetter noch schlechter, es regnet zwar nicht stark, aber ständig. Und die Temperaturen sackten unter 20°C ab. Was für ein Kontrastprogramm nach den Hitzeschlachten der vergangenen Tage!

Ruhebank am Green Point
Blüte am Wegesrand

Gestern Abend gab es dann noch eine unangenehme Überraschung. Der Dauerregen in Verbindung mit dem starken Wind hat das vordere Alkovenfenster undicht gemacht. Das Wasser kommt zwar nur tröpfchenweise, dafür aber stetig durch die Nähte am Fenster.

Während der gesamten Neuseeland-Tour hatten wir damit kein Problem (trotz des vielen Regens) und jetzt passiert das nach dem ersten Dauerregen in Australien … Wir mussten erst mal ein paar dicke Handtücher in diese Ecke legen, die früh morgens klatsch nass waren, denn es hatte die gesamte Nacht weiter geregnet und gestürmt. Frühmorgens (Donnerstag, 28.01.2021) mussten wir teilweise durch knöcheltiefes Wasser stapfen, um zu den Toiletten zu kommen.

Und die Aussichten waren nicht gut. Hier sollte es den ganzen Tag durchgängig weiter regnen. Eigentlich hatten wir heute geplant, Newcastle noch weiter zu erkunden und hier noch eine Nacht zu bleiben, wir waren ja bisher nur kurz zum Baden hier gewesen, aber wir planten um. Nach unseren Wetter-Apps sollte das Wetter nördlich von Newcastle besser sein. Also packten wir im strömenden Regen unsere Sachen und meldeten uns vom Campingplatz ab. Leider bekamen wir das Geld für den 2. Tag nicht zurück.

Wir fuhren durch den dichten Verkehr auf dem Pacific Highway in Richtung Norden. Zum Abdichten der Zeltnähte wollte ich in einem Campingstore nach einem entsprechenden Mittel suchen.

Ich wurde auch fündig und habe gleich zwei verschiedene Sorten gekauft. Außerdem kaufte ich noch Klebepads für eines der Fliegenfenster, denn wir hatten dort ein Loch festgestellt, das ich erst mal nur notdürftig geflickt hatte.

Das ist nicht Neuseeland!

Wir hatten ja nichts geplant, also legte ich einfach ein Tagesziel fest. In der „Great Lake Region“ etwa 150 km nördlich von Newcastle wollten wir uns einen Campingplatz suchen. Wir bogen vom Pacific Highway ab und fuhren auf dem Touristendrive Nr.6 „The Lakes Way“ weiter. Aber wir wurden vom Wetter arg enttäuscht, denn obwohl das Regenradar keinerlei Regen angezeigt hat, regnete es mehr oder weniger durchgängig weiter. Unsere Stimmung wurde dadurch nicht besser. Ich wollte aber auch nicht mehr weiterfahren, deshalb hielten wir an der Elisabeth Beach.

Begrüßung auf dem Campingplatz.

Dann hörte es doch noch auf zu regnen und wir wagten uns zu einem längeren Strandspaziergang hinaus.

Der Strand liegt im Booti Booti Nationalpark.
Diese Schlange am Strand bewegte sich noch…

Am Ende des Strandes des Boomerang Beaches gab es ein Café, in das wir einkehrten. Gerade als wir uns auf den Rückweg machen wollten, fing es wieder an, richtig zu regnen. Die reichlich 3 km bis zum Campingplatz liefen wir durch strömenden Regen. Ziemlich frustriert saßen wir abends im Camper, denn auch für morgen war kein besseres Wetter angesagt. Und auch für die anstehenden Reparaturen brauchte ich trockenes Wetter.


Die letzten Tage waren überschattet von zwei Todesfällen in unseren Familien. Zuerst ist mein ältester Bruder für uns völlig unerwartet im Alter von 71 Jahren verstorben. Dann verstarb der geliebte Vater von Moni nach einjähriger liebevoller Pflege durch ihre Mutter im Alter von 91 Jahren. Auch wenn sein Ableben vorhersehbar war – wenn es soweit ist, trifft es dann doch hart. Wir gedenken Beiden, leider nur aus der Ferne. Das ist halt die Kehrseite einer solchen Reise: die familiäre Nähe und das unmittelbare Zusammensein geht trotz sozialer Medien zu großen Teilen verloren.


Es hat die ganze Nacht ununterbrochen geregnet. Die Pfützen auf dem Campingplatz waren wieder knöcheltief. Wir kamen uns vor wie in Neuseeland, nur die Temperaturen waren etwas wärmer.

Trauriger Blick aus dem Camper

Für heute war die Stadt Forster unser Tagesziel (Freitag, 29.01.2021), das waren nur 15 km zu fahren. Wenn möglich wollten wir wenigstens noch etwas von der schönen Natur und Landschaft der großen Seen („Great Lakes“) sehen. Vor unserer Abfahrt habe ich noch eine E-Mail an den australischen Automobilclub bezüglich der Verlängerung des Carnet de passages geschrieben. Wir hatten das Carnet im September nur um ein halbes Jahr verlängern lassen, da wir nicht mehr damit gerechnet hatten weiterfahren zu können, sondern zurück nach Deutschland zu müssen. Jetzt war dieses halbe Jahr schon wieder fast um. Unglaublich wie die Zeit vergeht.

Wir kamen im strömenden Regen in Forster an, gingen noch etwas einkaufen und fuhren dann zum BIG4 Campingplatz nach Tuncurry. Tuncurry und Forster sind nur durch eine Brücke über den Coolongolook River getrennt. Der BIG4 war ein sehr schöner, großer und moderner Campingplatz. Dort kochten wir uns etwas zum Mittag und dann lockerten sich die Wolken tatsächlich auf. Wir beschlossen, zurück in die Stadt zu fahren und noch ein wenig zu bummeln.

Ein schönes Meerwasserschwimmbecken, bei dem Wetter aber fast verwaist.
Die Brücke zwischen Tuncurry und Forster

Nach einer halben Stunde war es mit der Regenpause schon wieder vorbei und wir mussten (wie gestern) eine halbe Stunde im strömenden Regen zurück zum Auto. Wir konnten uns aber wenigstens im Camper gleich vor Ort umziehen, kauften Moni einen neuen Regenschirm (der alte war gestern kaputt gegangen) und statteten der örtlichen Craft-Beer Brauerei noch einen Besuch ab.

Danach ging es zurück zum Campingplatz. Das Wetter wurde etwas besser, aber ab und zu regnete es immer noch in Schauern. Sehr, sehr schade.

Einschub: Heute kam die Nachricht, dass nunmehr alle australischen Bundesstaaten ihre Grenze zu NSW aufmachen. Wenn wir nicht den Werkstatttermin am 08.02. hätten, könnten wir jetzt schon nach Canberra, Melbourne und vielleicht weiter nach Tasmanien. Hoffentlich bleiben die Grenzen offen….


Eigentlich wollten wir heute (Sonnabend, 30.01.2021) noch einen Tag auf dem schönen Campingplatz bleiben, aber es war kein Platz mehr frei. Es wird Zeit, dass die Ferien hier zu Ende gehen… Obwohl es in Forster 5 Campingplätze gibt, habe ich keinen freien Platz gefunden. Schließlich buchte ich einen Platz etwa 12 km außerhalb von Forster.

Zuerst mussten wir allerdings einen Schuhladen suchen, denn meine Sandalen hatten den gestrigen Regenmarsch nicht überstanden., das ganze Fußbett der linken Sandale hatte sich quasi aufgelöst. Nachdem meine deutschen Sandalen bereits frühzeitig in Neuseeland den Geist aufgegeben hatten, mussten wir nunmehr das dritte Paar Sandalen kaufen. Aber wir wurden bereits im ersten Laden fündig und begannen danach unseren Rundgang durch Forster.

Auf dem Pilot Hill in Forster
Die Pelikane warteten geduldig bis einer der Angler die Fischreste vom Säubern der Fische verteilte.

Zum Mittagessen wollten wir über die Brücke in ein Austern-Restaurant, natürlich mit den besten Austern Australiens…

Auf der Brücke von Forster nach Tuncurry.

Moni bestellte 6 Austern mit einer Sauce und ich ein Dutzend mit sechs verschiedenen Marinaden. Beides hat sehr lecker geschmeckt.

Lecker!

Dach gingen wir über die Brücke zurück und über die Hauptstraße von Forster liefen wir zum Auto.

Der „Uhrenturm“ von Forster

Der Weg bis zum neuen Campingplatz war nicht weit. Ich hatte den Platz ja gestern Abend schon gebucht. Am Eingang lag dann schon ein fertiges Informationspaket mit allen Informationen für uns bereit. Beeindruckend!

Der Campingplatz lag direkt am Wallamba River.
Jetski- und Wasserski-Fahren waren die Hauptbeschäftigungen der Camper hier.

Den Nachmittag verbrachten wir bei schönem Wetter am Camper, bevor am frühen Abend eine Regen- und Gewitterfront wieder über uns hinweg zog. Hoffentlich wird es in den nächsten Tagen besser.


Es hatte in der Nacht ein paar Mal geregnet, aber am Morgen war der Himmel klar und nur leicht gewölkt. Nach unseren WetterApps sollte es erst nach dem Mittag eventuell wieder regnen. Also beschlossen wir, heute Vormittag (Sonntag, 31.01.2021) uns hier auf dem Campingplatz ein Doppel-Kayak für ein paar Stunden zu mieten und den Fluss Wallamba River mit seinem Nebenarm Bungwahl Creek zu erkunden. Danach sollte es weiter Richtung Norden gehen.

Das Kayak sah schlimm schmutzig aus, als wäre es schon eine Weile nicht genutzt worden und wir mussten es erst einmal grob reinigen und das Wasser aus dem Innenraum ablassen.

Jetzt kann es losgehen.
Wunderschöne, stille Flusslandschaften

Andere Paddler haben wir nicht getroffen. Wir fuhren nach einem kurzen Stückchen auf dem Wallamba-River den Bungwahl Creek hinauf. Es war unglaublich still, kein Motorgeräusch störte uns.

Nur dieser Waran schaute uns zu.

Wir paddelten etwa knapp zwei Stunden und fuhren dann mit dem Camper das kurze Stückchen bis nach Taree.

Dort machten wir einen kurzen Zwischenstopp, um ein paar Dokumente für die Verlängerung des Carnets einscannen zu lassen. Die Büroläden der Kette „Officeworks“, die wir schon ein paar Mal besucht hatten, haben sieben Tage die Woche geöffnet, also auch am Sonntag!

Danach ging es zuerst auf dem Pacific Highway weiter. Ein paar Kilometer vor Port Macquarie bogen wir auf den Tourist Drive Nummer 10 ab. Es ging entlang der Barrington Coast bis zum Zeltplatz am Lighthouse Beach. Hier merkte man, dass die Ferien nunmehr zu Ende sind, der Platz war relativ leer.

Den späten Nachmittag haben wir dann noch an unseren Laptops gearbeitet (sonst gibts keinen neuen Blog …).


Heute war schönes Wetter (Montag, 01.02.2021) und wir beschlossen, uns zuerst die kleine Stadt Port Macquarie anzusehen. Sie liegt an der Mündung des Hastings Rivers in den Pazifik. Zuerst besuchten wir aber den Strand der direkt neben unserem Campingplatz liegt „Lighthouse Beach“. Direkt am Strand war ein Stand an dem man Ausritte mit Kamelen buchen konnte. Da wir schon einige Kamel-Ritte und auch eine Kamel-Safari in Indien gemacht hatten, verzichteten wir darauf.

Der Strand war sehr breit, riesenlang und es waren nur wenige Menschen zu sehen, meistens Hunde-Besitzer, die ihre Hunde ausführten. Allerdings gab es auch ein Hinweisschild, dass man hier wegen gefährlicher Strömungen nicht baden sollte.

Danach fuhren wir in die Stadt, bummelten ein wenig durch das Zentrum.

Unser Rangie downtown in Port Macquarie
Die obligatorische Kirche und der obligatorische Uhrenturm…

Nach dem Mittagessen wollten wir weiter am Stadt-Strand entlang bis zum Koala-Hospital laufen.

Der sehr gut ausgebaute Coastal Walk
Immer wieder schöne, kleine Buchten

Das Hospital ist das einzige seiner Art in Australien und ist im Rahmen einer Privatinitiative entstanden. Man musste (wahrscheinlich wegen Corona) online einen Termin buchen. Aber das war kein Problem.

Im Hospital gab es viele Gehege, die übrigens nach oben offen waren, so dass die Tiere auch auf die dort befindlichen Eukalyptus-Bäume klettern können. Hier werden verletzte Tiere gesund gepflegt oder bekommen ihr Gnadenbrot, wenn sie nicht mehr auszuwildern gehen.

Jedes Tier bekommt einen Namen und man kann sogar eine Patenschaft übernehmen.

Zu jedem Koala gab es die entsprechende Geschichte.
Einige Koalas, die wieder ausgewildert werden sollten, konnten schon mal üben.

Wir sahen uns ausführlich um, filmten und fotografierten die niedlichen Tiere und liefen wieder in das Zentrum zurück. Ich hatte noch für den Abend eine Schifffahrt gebucht, einen „Sunset cruise with delfine spotting“. Da es erst um 18:15 Uhr losging hatten wir noch Zeit und bummelten zum Hafen.

Solche verschieden gestaltete Figuren gab es in der ganzen Stadt. Berlin hat seine (Braun-)Bären und Port Macquarie seine Koala-Bären.

Dann wollten wir vorher in einem Restaurant etwas essen. Das war ein Fehler: Das Essen dauerte zu lange, schmeckte nicht besonders und die Zeit lief uns davon. Schließlich kamen wir 2 Minuten vor der Abfahrt an und sahen das Schiff schon auf dem Wasser. Es muss 5 Minuten vor der regulären Zeit abgefahren sein.

Das war unser Schiff …..

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass im Kleingedruckten der Bestätigungs-E-Mail stand, dass man 20 Minuten vor der Abfahrt auf dem Schiff sein sollte. Das hatte ich auf dem Handy nicht gelesen…. Enttäuscht fuhren wir auf den Zeltplatz zurück und versuchten den Ärger zu verdauen, auch wenn es schwer fiel. Auf jeden Fall werden wir unsere Restaurant-Besuche hier rigoros einschränken, denn bisher sind wir fast nur enttäuscht worden und haben viel Geld gezahlt. Im Camper können wir uns bei Bedarf selbst was kochen und auf jeden Fall besser!

Am Abend haben wir uns mit dem Rückweg beschäftigt.

Ab morgen werden wir uns wieder langsam in Richtung Süden bewegen.

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