Blue Mountains

Nachdem unser Rangie vom Rost befreit und vor Rost geschützt wurde, konnten wir am Donnerstag, 11.02.2021, weiterfahren. Unser Ziel waren die Blue Mountains. Die Blue Mountains haben ihren Namen von den bläulichen Nebelschwaden, die durch die ölhaltigen Ausdünstungen der riesigen Eukalyptuswälder herrühren. Die Blue Mountains beginnen etwa 60 km westlich von Sydney und steigen auf ein Sandstein-Plateau hinauf bis auf 1100 m Höhe. Das Plateau ist durchbrochen von tiefen Tälern, die in den Sandstein ausgewaschen wurden. Es gibt 8 verschiedene Schutzgebiete, die miteinander verbunden sind. Mehr als 6 Millionen Besucher besuchten den Blue Mountains National Park pro Jahr, der der zugänglichste Teil des Greater Blue Mountains World Heritage Areas ist, das über 1 Million Hektar groß ist.

Wir fuhren von Toowoon Bay zuerst in Richtung Süden, nach Sydney und umfuhren die Stadt westlich im weiten Bogen. Insgesamt waren es etwa 180 km. Der Highway stieg dann langsam in die Höhe, ohne dass man es im Auto groß merkte. Umso erstaunter waren wir, als wir an unserem Tagesziel in Katoomba angekommen waren, dass wir uns in über 1000 m Höhe befanden. Wir gingen kurz einkaufen, dann fuhren wir auf den Campingplatz. Er war ziemlich leer, so dass es kein Problem war, für zwei Tage einzubuchen. Bevor wir nachmittags zu einer kurzen Wanderung aufbrachen, haben wir für morgen Karten für die Scenic World gebucht. Das ist ein Verbund von zwei Schwebebahnen, der steilsten Standseilbahn der Welt und im Tal ein Erlebnis-Wanderweg. Sie verbinden die Hochebene mit dem Tal weit unten. Da sind wir mal gespannt auf morgen. Heute liefen wir einen Wanderweg, der direkt an der Kante der Hochebene entlangführt.

Die Wege waren sehr gut ausgeschildert und ausgebaut.

Zuerst ging es zu den Katoomba Falls, wo der gleichnamige Fluss tief hinunter in das Tal stürzt.

Der Katoomba Fall
Ein Lookout reihte sich an den nächsten.

Der Weg führte immer an der Kante entlang, vorbei an atemberaubenden Ausblicken bis zum Echo Point, mit einem wunderschönen Blick auf die drei Schwestern, drei einzelne Felsen, die uns an Sandsteinformationen in der Sächsichen Schweiz erinnerten.

Links die 3 Schwestern

Hier dazu wieder einmal ein Panorama-Foto:

Leider hatte die Touristeninformation auf dem riesigen, gut ausgebauten Gelände schon zu. Wir gingen auf der Straße zum Campingplatz zurück.

Diese Skulpturengruppe erinnert an die Strafgefangenen (in Ketten), die die Straßen erbaut haben. Der Aufseher trinkt seinen Kaffee und die beiden Aborigines diskutieren über die Gruppe.

Abends haben wir es nicht allzu lange draußen ausgehalten. Man merkte, dass man in 1000 m Höhe war und die Temperaturen schnell nach unten gingen.


Da wir die heutige Tour (Freitag, 12.02.2021) erst für 10:15 Uhr buchen konnten, hatten wir morgens viel Zeit. Das Gelände der Scenic World war nur 10 Minuten zu Fuß von uns entfernt. Gestern Abend hatte ich noch gelesen, dass man die Tour wegen COVID auf 60 Minuten eingedampft hat. Eigentlich hatten wir uns ein tagesfüllendes Programm gewünscht. Aber wir waren froh, dass es überhaupt geöffnet hatte. Dazu kam, dass die Bahnen nur von Freitag bis Montag fahren. Diesmal sind wir also am richtigen Tag angereist.

Wir waren schon 09:45 Uhr am Eingang und wider Erwarten nicht allein. Es waren schon 30…40 Leute da. Der überwiegende Teil wollte allerdings in den Dinosaurier-Park, wie wir später feststellten.

Der Dinosaurier machte Werbung für den Dinosaurier-Park. Er bewegte sich ein bisschen und stieß Geräusche aus. Für Kinder faszinierend.

Ansonsten gab es einen richtigen Check-in, wir mussten auch Masken aufsetzen, da die Bahnen als öffentliches Transportmittel zählen. Zuerst ging es in die Scenic Skyway, die Pendelseilbahn.

Sie fuhr bis in die Mitte der Schlucht, so dass man schöne Ausblicke zum Katoomba-Wasserfall und die umliegenden Klippen hatte.

Die Gondeln hatten zum Teil einen Glasboden….
Blick aus der Gondel auf die Katoomba Falls

Nach einer kurzen Pause ging es zurück und wir mussten in die Standseilbahn, Scenic Railway, umsteigen. Sie gilt als steilste Standseilbahn der Welt mit einem maximalen Gefälle von 52°, das sind umgerechnet 128% Gefälle (oder Steigung).

Wir fuhren aber talabwärts, zuerst durch einen kleinen Tunnel, dann konnte man die Umgebung erkennen. Das war ziemlich spektakulär.

An der Talstation konnte man nicht mehr über verschiedene Wege, den Scenic Walkway, den dichten Regenwald erkunden, sondern musste auf geradem Weg zur Station der Scenic Cableway, einer Kabinenbahn, die uns wieder hinauf auf das Ausgangsplateau brachte. Alles in allem hat es wirklich nur 60 Minuten gedauert und war interessant. Ob man es unbedingt machen muss, bleibt jedem selbst überlassen.

Auf dem kurzem Stück des Scenic Walkways
Letzte Station, die Kabinenbahn
Blick aus der Scenic Cableway

Auf jeden Fall waren wir pünktlich zum Mittagessen wieder am Camper und spazierten danach noch einmal zur Tourist-Information am Echo Point. Dann fuhren wir mit dem Bus in das Stadtzentrum von Katoomba.

Blick auf die aufregende Hauptstraße von Katoomba… 😛

Abseits der Hauptstaße entdecken wir eine Street Art Gallery.

Durch „Zufall“ entdeckten wir noch eine Craft Beer Brauerei:

Ich kostete ein „beer paddle“ mit 4 kleinen Proben aus den 14 möglichen.

Danach gingen wir die knapp 2 km zurück zum Campingplatz. Später fing es an zu regnen. Morgen wollen wir ein kleines Stück weiterfahren, nach Blackheath, um vielleicht von dort aus noch eine Wanderung zu unternehmen. Aber das hängt natürlich vom Wetter ab.

Einschub: Heute kam die Nachricht, dass es in Gesamt-Victoria wieder einen scharfen Lock-Down für mindestens 5 Tage gibt. Wieder war der Ausgangspunkt eines der Quarantäne-Hotels, wo ein Mitarbeiter offensichtlich die Schutzregeln missachtet hatte und von dem aus sich nun schon 13 Fälle ausgebreitet haben. Ähnliches gab es vor zwei, drei Wochen in Perth, wo ebenfalls ein totaler Lock-Down für 5 Tage verhängt worden war. Übrigens mit Erfolg. Ob und wie das unsere weitere Reise beeinflussen wird, wissen wir noch nicht. Auf jeden Fall kann man auch hier nicht längerfristig planen, da auch die anderen Staaten reagiert haben und die Grenzen zu Victoria wieder geschlossen bzw. die Bedingungen verschärft haben.


Der heutige Tag (Sonnabend, 13.02.2021) lässt sich mit einem Wort beschreiben: Regen! Der Regen hatte nachts nicht aufgehört, sondern trommelte in unterschiedlicher Stärke auf das Camperdach. Wir blieben aber bei unserem Plan bis nach Blackheath zu fahren – also sozusagen um die Ecke – um dann weiter zu schauen. In Blackheath ließen wir zum ersten Mal nach 2 1/2 Monaten unsere Gasflasche wieder auffüllen. Sie hat diesmal ziemlich lange gehalten. Wir besuchten noch kurz die Tourist-Information und einen Lookout, von dem man bei dem Dauerregen null Ausblick hatte.

Den Rest des ganzen Tages mussten wir im Camper verbringen, denn es regnete oder nieselte unaufhörlich und die Temperaturen sanken unter 18°C. Ist das der Sommer in Australien? Aber wir sind auch 1030 m hoch.


Heute Morgen (Sonntag, 14.02.2021) hatte der Dauerregen aufgehört, dafür war das Außen-Thermometer auf 11°C gefallen und auch in unserem Camper waren nur noch 12°C. Also schalteten wir nach langer Zeit wieder einmal die Heizung an – und das im australischen Sommer.

Dann kam der nächste Schock: Moni zeigte mir zwei Beulen an der Innenwand im Alkoven, also neben dem Bett. Die Beulen waren etwa 1,5 cm und 1 cm hoch. Ich löste dort die Beschichtung mit einem Messer etwas ab und dann kamen zwei Pilze zum Vorschein!!! Natürlich verkrüppelt, denn zwischen Holze und Innen-Beschichtung blieb ja nur wenig Platz, aber eindeutig Pilze. Unglaublich!

Links die angegriffene Stelle, rechts die beiden abgelösten Pilze

Offensichtlich war Feuchtigkeit von außen in das Holz gedrungen, das wahrscheinlich nicht gegen so etwas imprägniert worden war, quasi naturbelassen. Ich entfernte die Pilze, aber was das jetzt für die Gesamt-Konstruktion bedeutet, kann ich noch nicht einschätzen, zudem auch andere Stellen nicht vertrauenserweckend aussahen. Die Schwachstellen der Konstruktion waren offensichtlich einerseits die Verbindung der Zeltbahnen und andererseits deren Befestigung an dem Holzrahmen. Zumindest musste ich versuchen, das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Ich weiß nur noch nicht, wie ich das in dieser verwinkelten Konstruktion hinbekommen soll…

Am Govetts Leap Lookout

Gestern Abend hatten wir beschlossen, dass wir je nach Wetterlage wenigstens am Vormittag noch eine größere Wanderung machen wollen. Und da das Wetter versprach, zumindest bis Mittag regenfrei zu bleiben, machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Wir fuhren zuerst bis zum Govetts Leap Lookout, das waren nur 3 km. Dort stellten wir den Camper ab, genossen zuerst die Aussicht vom Lookout und machten uns wanderfertig.

Blick auf den Black Gum Forest
Die Briddal Veils Falls

Unser Ziel war der Pulpit Felsen, den man auf einem Weg entlang der Klippen, den Pulpit Rock Track, erreichen kann. Aber nach 300 m war schon wieder Schluss!! Die Wanderwege der gesamten Umgebung waren bis Ende 2021 gesperrt, um die Schäden durch Feuer und andere Naturgewalten zu beseitigen.

Genau in dem rot schraffierten Gebiet wollten wir wandern.

Es half alles nichts, wir gingen zurück zum Camper und packten die Rucksäcke weg. Wir überlegten, ob es ein Ersatzvariante gibt. Etwas weiter nördlich entdeckte ich den Victoria Lookout, zu dem ein kurzer Weg zu den Viktoriafällen führt. Das klang gut, also fuhren wir zuerst auf der Bundesstraße und dann auf einer gut befahrbaren Gravel-Road nochmal 4 km bis kurz vor dem Viktoria-Lookout.

Wir waren nicht die Einzigen.

Nach 20 Minuten Wanderung erreichten wir den Lookout und hatten wieder spektakuläre Ausblicke, auch wenn das Wetter immer noch sehr durchwachsen war.

Victoria Fall Lookout (leider kann man von dort die Fälle nicht sehen)

Dann kam die nächste Überraschung – der Weg bis zu den Viktoriafällen wurde mit 3 Stunden angegeben und als sehr schwer eingestuft. Nichts mit einem kurzen „Spaziergang“ …

Der Weg war mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad 5 (von 1…5) angegeben.

Darauf waren wir nicht eingestellt (Stöcke), also gingen wir zurück. Wir fuhren los und wollten in der Mittagspause überlegen, was wir weiter machen. Auf einem Rastplatz kochten wir uns Spaghetti und beschlossen, morgen zu den Jenolan Caves, den Jenolan-Höhlen, zu fahren. Wir buchten die erste mögliche Tour für morgen um 11:30 Uhr und fuhren weiter bis nach Lithgow, wo wir uns auf dem Campingplatz einrichteten.

Für einen größeren Ausflug in die interessante Umgebung war es schon zu spät, also beschlossen wir, nur noch einen Spaziergang in die Stadt zu machen. Der zog sich aber hin und das Städtchen war wie so viele andere, die wir schon gesehen hatten. Heute war halt nicht unser Tag.

Am Camper angekommen hielten wir es abends auch nicht mehr lange draußen aus. Die Temperatur sanken wieder auf 12°C und es gab auch reichlich Mücken. Mal sehen, welche Überraschungen als nächstes kommen.

Einschub: Heute gab es wieder zwei neue Corona-Fälle in Melbourne, am 2. Tag des 5-tägigen Lock-Downs in Gesamt-Victoria. Wahrscheinlich müssen wir uns spätestens am Mittwoch nächster Woche entscheiden, in welche Richtung wir überhaupt weiterreisen wollen. Bis dahin wollen wir aber noch Canberra erreicht haben. Wenn wir dann weiter nach Melbourne und Victoria fahren, ist die Gefahr groß, dass wir von dort für längere Zeit nicht weiterkommen, also Richtung Adelaide und South Australia. Alternative wäre, die Gesamtrichtung umzudrehen und nach Norden und Queensland, zu fahren und dann weiter entgegengesetzt der Uhrzeiger-Richtung irgendwann in das Northern Territory.


Das Wetter heute Morgen war arg durchwachsen. Viele Wolken, kaum Sonne, aber auch kein Regen (Montag, 15.02.2021). Nachdem wir es gestern nicht mehr geschafft hatten, den Lookout Hassans Walls zu besuchen, wollten dies heute als allererstes nachholen. Auf den etwa 3 km entfernten Lookout führt eine Gravel-Road, die aber auch für 2WD Fahrzeuge geeignet ist. Die Straße war relativ einfach zu befahren, auch wenn man ab und zu riesige Schlaglöcher umkuven musste. Nach 20 Minuten waren wir auf dem 1130 m hohen Lookout. Die Fernsicht war gut, aber leider gab es nur Wolken.

Der hervorragend ausgebaute Lookout Hassans Walls
Die Fernsicht reichte trotz des schlechten Wetters bis zu 40 km.

Danach fuhren wir in Richtung der Jenolan-Höhlen. Zwar hatten wir erst für 11.30 Uhr Eintrittskarten gebucht, aber die Höhlen waren knapp 60 km entfernt, es gab eine Umleitung wegen einer Baustelle und die letzten Kilometer sollten eine steil nach unten und sehr schmale Straße sein, die für Caravans, Trailer und Trucks nicht geeignet ist. Und wir mussten die Straße ja auch wieder zurückfahren.

Das erste Warnschild
Sozusagen die letzte Warnung

Die Strecke bis zum Abstieg von der Hochebene und in das tief eingeschnittene Tal war problemlos. Danach wurde die Straße sehr schmal aber nicht so steil, wie ich befürchtet hatte.

Hier gibt es Gegenverkehr…

Wir waren kurz vor 11 Uhr auf dem Parkplatz und liefen dann zum Treffpunkt, wo die Führung losgehen sollte.

Der Einstieg in die Höhle.

Die Jenolan-Höhlen sind eine Gruppe von etwa 20 Höhlen, von denen 11 der Öffentlichkeit zugänglich sind. Wir hatten uns bei der Buchung für die bekannteste der Höhlen, der Lucas-Höhle entschieden, die nach einem Lokalpolitiker benannt worden ist. Die Höhlen zählen zu den ältesten der Welt und sollen bereits 340 Millionen Jahre alt sein. Den Aborigines waren sie bekannt, die Weißen entdeckten die Höhlen um 1840. Bereits um 1880 startete hier der Tourismus. Auch heute waren verhältnismäßig viele Leute da – die Tour war mit 25 Personen ausgebucht. In Vor-Corona-Zeiten war die Gruppengröße 60 Personen.

Es ging pünktlich los und die Tour führte 1,5 Stunden über 910 Stufen und 860 m Länge auf- und abwärts durch verschieden große Kammern, die durch teilweise sehr enge Gänge verbunden waren.

Der „Vorhang“

Sehr interessant, auch wenn wir schon spektakulärere Höhlen gesehen hatten wie die Höhlen von Postojna in Slowenien. Der Guide erklärte sehr viel über die Geologie und Geschichte der Höhlen.

Der Bruch entstand durch Abrutschen der unteren Steine.

Pünktlich nach 90 Minuten war die Führung beendet. Wir machten eine kurze Mittagspause und fuhren dann die schmale und steile Straße wieder hinauf und von da an auf der Hochebene bis nach Oberon. Wir mussten noch etwas einkaufen und beschlossen, dann nicht mehr weiter in Richtung Canberra zu fahren, sondern hier zu bleiben. Der Zeltplatz war klein, aber angenehm. Allerdings liegt Oberon auf 1140 m Höhe, hat bereits alpines Klima und dementsprechend kalt war die Luft, auch wenn ab und zu die Sonne herauskam.

Morgen wollen wir nach Canberra und dann müssen wir uns entscheiden, ob wir weiter „links- oder rechtsherum“ um Australien fahren wollen.

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