Rangie

Auch diesmal das Wichtigste zuerst: Wir haben Rangie wieder. Nun hat er ein australisches „Herz“. Es hat nicht ganz solange gedauert, wie wir befürchtet hatten, dafür liest sich die Liste der ausgetauschten Teile wie ein Bausatz für ein neues Auto:

  • Motor
  • Turbolader
  • Kraftstoffpumpe
  • Einspritzventile
  • Anlasser
  • Kupplungs-Kit
  • Schwungrad
  • Glühkerzen
  • Thermostat
  • Thermostat Dichtung
  • Auspuffverteilerdichtung
  • Keilriemen
  • Diesel
  • Diesel-Kraftstofffilter

Offensichtlich brauchten keine Teile im Ausland bestellt werden, sondern die australischen Teile passten.

Als Ursache schrieb Ultratune:

Verdacht auf kontaminierten Kraftstoff, der dazu führt, dass die Einspritzdüsen den Zylindern zu viel Kraftstoff zuführen. In diesem Fall fällt Zylinder 1 aus und der innere Kolben wird beschädigt.
Das Kraftstoffsystem wurde ersetzt und der Tank wurde von sämtlichem kontaminiertem Kraftstoff entleert, wobei frischer Kraftstoff hinzugefügt wurde.

Man beachte, dass sich die Werkstatt nicht festlegt, sondern von einem Verdacht spricht. Es kann also auch ein Motorschaden durch Überlastung oder Materialermüdung gewesen sein. Sollte es durch verdreckten Kraftstoff gewesen sein, ist eben die Frage, wie das passieren konnte. Verunreinigten Diesel von einer Tankstelle schließe ich fast aus. So bleibt nur noch Staub oder Wasser. Der Staub im Outback hatte sich wirklich durch alle Ritzen geschlichen. Eine Besonderheit des Ford Ranger ist auch, dass er keinen verschließbaren Tankdeckel hat. Hinter der äußeren Klappe befindet sich gleich der Tankstutzen, der eine innenliegende Klappe hat. Die wird beim Tanken von der Zapfpistole zur Seite geschoben. Ob dieses Konstrukt 100% staub- und wasserdicht ist? Gerade der heftige Sturm des vorletzten Fahrtages mit nahezu waagerechtem Regen hatte ja auch dazu geführt, dass Wasser durch den Durchlauferhitzer in den Innenraum gelangt war.

Blick in den Motorraum mit neuem Innenleben.

Auf jeden Fall wird jetzt immer eine Unsicherheit mitfahren. Die Leichtigkeit des Reisens ist zumindest vorerst vorbei.

Ansonsten haben wir versucht, die letzte 10 Tage irgendwie sinnvoll zu verbringen. Viel Zeit verging schon mit Einkaufen und Kochen. Der Campingplatz liegt etwa 3 km vom kleinen Zentrum von Tweed Heads South entfernt und Busse fahren nur alle Stunde. Vor allem Moni nutzte das gleich als sportliches Training. Ich habe die Zeit vor allem genutzt, um meinen Laptop wieder in einen Videoschnittplatz umzufunktionieren und alte Urlaubsfilme zu schneiden.

In Tweed Heads gibt es keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Nachdem wir unser Mietauto abgegeben hatten, haben wir uns für das vorletzte Wochenende zwei Fahrräder ausgeliehen. Einen Tag sind wir Richtung Norden gefahren. Eigentlich wollten wir bis zur Stadt Gold Coast bzw. Surfers Paradise, aber wir haben es bei der Hitze nur bis Miami geschafft. Hin und zurück waren das aber auch über 50 km. Am nächsten Tag sind wir Richtung Süden zum Baden gefahren. Leider haben wir keinen schönen Strand gefunden, der auch bewacht ist. Wegen der starken Wellen und vielen Untiefen soll man unbedingt an einen bewachten Strand gehen.

Hier ein paar Impressionen vom ersten Tag mit den Fahrrädern.

Auf dem Wege zum Fahrradladen sehe ich ein IVV Wanderzeichen, dass ich auch in Deutschland schon gesehen hatte. IVV heißt ja “Internationaler Volkssportverband”. Die Auflösung fand ich dann auf der Webseite AussieWalk. Mehr dazu – auch in deutsch – findet man auf der Homepage des IVV.

Wir holen die Fahrräder am Freitag ab.
Am Samstag Morgen geht es für eine längere Tour los.
Strand von Coolangatta (Stadtteil von Tweed Heads in Queensland)
Am Strand fanden gerade die Meisterschaften von Queensland der Rettungsschwimmer statt.
Eine Unmenge von Mannschaften hatte ihre Zelte aufgebaut. Es waren alle Altersgruppen vertreten.
Es gab Wettbewerbe in vielen Dsziplinen, wie hier im Sprint.
So schön war der Fahrradweg nur selten.
Blick auf die Silhouette von Gold Coast. Bis dorthin haben wir es leider nicht geschafft.
Wir kamen an Palm Beach vorbei. In Miami wendeten wir und fuhren wieder zurück.
Auf dem Rückweg nach Tweed Heads. Insgesamt waren es 53 km (bei knapp über 30°C…)

Und noch vom zweiten Tag.

Auf dem Weg nach Kingscliff.
Kitesurfer am Strand von Kingscliff
Holzskulpturen zu Ehren der freiwilligen Rettungsschwimmer

Ab Montag war es dann mit dem schönen Wetter vorbei. Die Temperaturen gingen bis auf 19°C zurück und es begann ständig zu regnen. Wir haben trotzdem versucht, den einen oder anderen Spaziergang zu machen. Am letzten Donnerstag kam dann die erste Wetterwarnung für die nächsten Tage („Nicht Reisen“).

Bis Sonntag wurde es dann immer schlimmer, auch wenn wir am nördlichsten Zipfel des Regengebietes lagen und vor allem Sydney viel schlimmer dran war. Am Samstagmorgen sah der Campingplatz so aus:

Später begann es wieder heftig zu regnen.

Wir waren fast froh, dass wir jetzt in unserer Kabine auf dem Trocknen sitzen konnten, zumal das Wetter eher noch schlechter wurde und in NSW begonnen wurde, Einwohner zu evakuieren.

Blick aus dem Fenster unserer Kabine.

Und noch ein Bericht von heute (Montag, 22.03.2021) im Internet.

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