Nach Norden: Bundaberg, Gladstone, Rockhampton und Marlborough

Nachdem es schon gestern den ganzen Tag durchgeregnet hatte, hörte der Regen auch in der Nacht nicht auf. Manchmal regnete es mehr, manchmal gab es eine Art Dauer-Nieselregen. Auch heute Morgen (Ostermontag, 05.04.2021) gab es leichten Regen. Wir wollten von Tin Can Bay weiter nach Norden bis nach Bundaberg fahren, auch in der Hoffnung, den Regen langsam hinter uns lassen zu können. Wir mussten uns aber im Regen reisefertig machen. Alles triefte vor Nässe…

Die Fahrt führte uns zuerst an einem Truppenübungsplatz vorbei, später fuhren wir durch Kiefernwald-Plantagen. Sie zogen sich 40…50 km entlang der Straße hin. Solche Gebiete hatten wir bisher auf unserer Reise nur in Neuseeland gesehen. Nach einer kurzen Einkaufspause wechselte später die Landschaft und wir fuhren durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Es gab sehr viel Zuckerrohr-, Süßkartoffeln-, Avocado- und auch Macadamia-Plantagen. Das Wetter besserte sich nicht entscheidend, es regnete zwar nicht mehr so heftig, aber er begleitete uns bis nach Bundaberg.

Wir checkten auf dem Zeltplatz ein und fuhren dann noch in das Zentrum der Stadt. Aber wegen der Osterfeiertage waren mehr oder weniger alle Geschäfte geschlossen und die Stadt wirkte sehr verlassen. Daher beschlossen wir, nur noch die berühmte Rum-Distillerie zu besuchen.

Sie war geöffnet. Man kann dort Führungen durch die Distillerie mitmachen, wir wollten allerdings nur den Shop besuchen. Nach langer Suche kauften wir eine Flasche eines 12 Jahre alten Rums als Souvenir.

Danach fuhren wir wieder zurück auf den Campingplatz und es fing wieder heftig an zu regnen. Sehr deprimierend. Theoretisch soll es nach dem Wetterbericht morgen besser werden, aber ob es das stimmt?! Das einzig Positive: Bis jetzt sind alle Zelt-Nähte nach der Sonderbehandlung von innen und außen dicht, trotz des Dauerregens.


Bis kurz vor dem Aufstehen heute Morgen hat es die ganze Nacht weiter geregnet (Dienstag, 06.04.2021). Heute sollte die große Regenwelle vorbei sein. Zumindest konnten wir nach langer Zeit wieder einmal draußen frühstücken und fuhren dann nochmals in das Stadtzentrum von Bundaberg.

Bundaberg

Nachdem ich schon zwei Paar Sandalen verschlissen habe, sind vorgestern auch Monis Sandalen kaputt gegangen und sie brauchte dringend neue. Eigentlich wollte sie richtige Wandersandalen, aber hier in Bundaberg gab es keinen entsprechenden Laden. Also mussten erst einmal ein Paar einfache Sandalen reichen. Wir schlenderten noch ein bisschen durch das Stadtzentrum (mit Maske!!) . Überall stieß man auf den Namen Bert Hinkler. Er war ein Flugpionier und Testpilot, der u.a. 1928 den ersten Alleinflug von England nach Australien absolvierte.

Eines der Denkmäler für Bert Hinkler

Schließlich fuhren wir weiter zur berühmten Getränkefabrik „Bundaberg Brewed Drinks“, die mit ihren alkoholfreien Ginger Beer berühmt geworden ist. Mittlerweile gibt es 20 verschiedene Soft Drinks, die man überall in Australien und auch in Neuseeland kaufen kann. Insgesamt werden die Soft Drinks in über 30 Länder exportiert.

Werbetafel mit der typischen Flasche

Die Fabrik wurde 1960 gegründet und seit 2004 wird der für das Ginger Beer notwendige Ingwer selbst angebaut.

Wir mixten uns einen 6er-Pack und stiegen wieder in unser Auto.

Wir fuhren noch an den nächsten Strand nach Bargara, etwa 10 km entfernt. Ein nettes kleines Strand-Dörfchen ohne Touristenströme.

Mittelpunkt der Strandpromenade mit dem obligatorischen Memorial für die im Militärdienst Gefallenen

Wir aßen kurz zu Mittag und brachen dann zu unserem letzten Stopp für heute auf. Ziel war eine Macadamianuss-Farm, die nur 3 km hinter unserem Campingplatz ist. Vor dem Besucherzentrum standen mehrere Reihen Macadamia-Bäume, die noch grüne Nüsse trugen.

Macadamia-Bäume
Grüne Macadamianüsse am Baum

Aber es lag auch eine Unmenge von Nüssen auf dem Boden.

Es war das erste Mal, dass wir solche Bäume gesehen haben. Das Besucherzentrum war im Moment eigentlich nur ein winziger Shop, das Besucherzentrum wird gerade neu aufgebaut und ist erst Mitte des Jahres fertig. Wir kauften nur eine Packung gesalzene Macadamia-Nüsse, die wir natürlich gleich einmal kosten wollten. Sie schmeckten köstlich.

Reife Nüsse am Boden.

Danach ging es zurück auf den Campingplatz. Morgen soll es weiter nach Norden gehen, wobei wir jetzt einen Termin für eine weitere Inspektion machen müssen, denn nach 1000 km mit dem neuen Motor sollten wir noch mal nachschauen lassen.


Wichtigstes Ziel war für heute (Mittwoch, 07.04.2021), nach Gladstone zu fahren und bei der dortigen Ultratune-Filiale einen Termin für eine Durchsicht zu bekommen. Das waren etwa 200 km, aber wir hatten ja viel Zeit. Das Wetter war angenehm, warm und leicht bewölkt.

Gegen 9 Uhr machten wir uns auf den Weg. Zuerst fuhren wir durch Bundaberg, danach ging es weiter entlang von Zuckerrohr- und Süßkartoffel-Feldern.

Später gingen die Felder in Weiden für Rinder und lichte Eukalyptuswälder über. Die Landschaft war leicht hügelig, die Landstraße schlängelte sich entlang der Täler. Nur selten gab es ab und zu ein Gehöft. Die Dörfer bestanden meist auch nur aus wenigen Häusern.

Immer wieder warnende Hinweisschilder

Wir hielten nur zweimal kurz und machten dann auf einem Rastplatz eine kurze Mittagspause. Danach war es nur noch ein kurzes Stückchen bis Gladstone. Wir steuerten die Ultratune-Werkstatt an und bekamen ohne Probleme einen Termin für Morgen früh 9 Uhr. Das Ganze sollte auch nur ca. 1,5 Stunden dauern, so dass wir danach gleich noch weiterfahren können.

Die Ultratune-Filiale in Gladstone

Wir beschlossen, uns Gladstone noch etwa anzusehen. Wir begannen an den “East Shores”, offensichtlich ein altes Hafengelände, dass jetzt zu einem Park ausgebaut worden war.

Ein Wasserspielplatz für die Kinder
Auf einem Trockendock lag auch ein Museumsschiff der Marine.
Der Aussichtspunkt “Auckland Hill”
Blick auf die Marina von Gladstone

Die Innenstadt war absolut enttäuschend. Das Zentrum war winzig, viele Geschäfte hatten geschlossen oder standen leer und es waren fast keine Leute unterwegs.

Diese Fassade eines Surf-Geschäftes war mal ein Lichtblick

Sehenswürdigkeiten gab es keine. Daher fuhren wir nur noch kurz einkaufen und dann auf den Campingplatz. Es war unser 50-ster Campingplatz in Australien, aber er war – wie wir später feststellen mussten – einer der schlechtesten unserer bisherigen Reise überhaupt. Wir standen umringt von Dauercampern, die den Filmen über die Flodders entsprungen schienen. Die sanitären Anlagen waren „gewöhnungsbedürftig“.

Die eine Nacht müssen wir wohl aushalten, dann muss es ein besserer Platz werden. Zudem fing es abends auch wieder an zu regnen, aber wir wollten uns sowieso in unseren Camper zurück ziehen …

Das Wetter scheint sowieso verrückt zu spielen, denn für die Westküste haben die Meteorologen mehrere Zyklone vorausgesagt, die sich gegenseitig hochschaukeln könnten und für den südlichen Teil hat man winterliche Kälte am nächsten Wochenende angekündigt.

Quelle: news.com.au

Heute Morgen (Donnerstag, 08.04.2021) mussten wir etwas eher aufstehen, damit wir den Termin für die Inspektion schaffen. Aber das war kein Problem und wir konnten rechtzeitig losfahren. Da die Inspektion etwa 2 Stunden dauern sollte, wollten wir die Wartezeit noch produktiv nutzen und haben in der Nähe einen Laundromaten (Selbstbedienungswäscherei) gesucht und gefunden. Also fuhren wir zuerst dorthin, Moni warf die Wäsche in die Wachmaschine und wir fuhren weiter zur Ultratune-Werkstatt.

Die Abgabe des Autos dauert nur wenige Minuten, danach liefen wir zurück zum Laundromaten.

Irgendwie hatten wir bei der Abgabe des Autos ein mulmiges Gefühl …

Dort war gerade unsere Wäsche fertig geworden und wir konnten sie in den Trockner befördern. Bei einem Capuccino im benachbarten Café überbrückten wir die knappe halbe Stunde Wartezeit. Dann sammelten wir die Wäsche ein und liefen im großen Bogen zur Werkstatt zurück. Das Auto war gerade fertig geworden. Es gab offensichtlich keinerlei Probleme (hoffentlich, hoffentlich bleibt das so !).

Wir bezahlten die Rechnung und machten uns auf unsere heutige Etappe. Sie sollte uns über Rockhampton in die Shoal Bay zum Kinka Beach führen. Wir wollten das schöne Wetter nutzen und wieder einmal einen Strand genießen.

Die Fahrt war sehr angenehm, das Wetter schön und die Straßen ließen sich gut fahren. In Rockhampton machten wir eine kurze Einkaufs- und Mittagspause und mussten danach noch knapp 50 km bis zum Meer fahren. Wir stellten den Camper auf dem Campingplatz in Kinka Beach ab und liefen dann die wenigen Meter zum Meer. Dann kam die große Enttäuschung. Das Meer war weg! Es war Ebbe und das Meer hatte sich ca. 1…1,5 km zurückgezogen und übrig blieb eine Art Wattlandschaft. Nichts mit baden oder schwimmen. Aber selbst wenn jetzt Flut wäre, wäre der Wasserspiegel sehr niedrig. So eine Enttäuschung…

Als Ausgleich gingen wir wenigstens in den Pool des Zeltplatzes und kühlten uns etwas ab. Gegen Mittag war die Temperatur auf über 30°C gestiegen und wir hatten mächtig geschwitzt.  Abends konnten wir dann wieder mal in Ruhe bei schönem Wetter draußen sitzen und die nächste Etappe planen.

Im Übrigen beginnt ab Bundaberg das Great Barrier Reef, das sich dann über 2300 km nach Norden zieht. Dadurch gibt es aber nördlich von Bundaberg bzw. Gladstone keine guten Möglichkeiten mehr zu surfen. Daher zieht es alle Surfer in Richtung Sunshine Coast und Gold Coast weiter südlich.


Nachdem wir gestern ziemlich schnell durch Rockhampton durchgefahren waren, wollten wir heute noch mal zurück und uns vor allem zwei Dinge ansehen: a) die Stelle, wo der südliche Wendekreis quer durch Rockhampton führt und b) die verschiedenen Kuh-/Bullen-Statuen, die an den Ruf von Rockhampton als „Australias Beef Capital“ erinnern sollen.

Unsere Sachen waren heute Morgen (Freitag, 09.04.2021) wieder schnell gepackt und bei strahlendem Sonnenschein und schon 26°C machten wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg. Bis Rockhampton waren es knapp 50 km.  An der Kreuzung zwischen dem südlichen Wendekreis (Wendekreis des Steinbocks) und dem Highway A1 hatte man eine Touristenformation und eine Stele gebaut.

Die Touristeninformation am südlichen Wendekreis in Rockhampton
Die genaue Marke des Wendekreises

Wir sahen uns um, fotografierten und filmten und suchten dann weiter nach den Bullenstatuen. Insgesamt gibt es sechs offizielle Statuen, davon aber eine am außerhalb des Zentrums gelegenen Flughafen.

Die erste Kuh am Ortseingang von Rockhampton ist nicht zu übersehen.

Die Statuen repräsentieren die hier gehaltenen verschiedenen Rinderrassen. Im der Region Greater Rockhampton werden ca. 3,2 Millionen Rinder gehalten. Es gibt zwei Schlachthöfe, in denen täglich (!!) 2400 Rinder geschlachtet werden, vor allem für den Export.

Da ich die Koordinaten der Standorte der Statuen aus Wikipedia heruntergeladen hatten, fanden wir die Statuen ziemlich schnell und fuhren dann weiter in Richtung Norden.

Eine Zwischenstation hatten wir noch geplant: die Capricorn Caves etwa 20 km nördlich von Rockhampton. Das war ein Tip aus dem Internet (Facebook). Das Besondere sollte dort die Höhle „Cathedral“ sein, die eine hervorragende Akustik hat und wo im Dunkeln Musik gespielt wird. Die Führungen gibt es aller halben Stunde und wir hatten Glück: wir konnten uns sofort einer Führung anschließen und bekamen sogar noch Senioren-Rabatt! Eine junge Frau führte die Gruppe von etwa 20 Personen durch die Höhle.

Darunter waren auch viele Kinder, schließlich sind hier noch Osterferien. Die Höhle war nichts Besonderes – wir haben ja schon während und vor unserer Reise eine ganze Menge gesehen – aber die Musikvorführung war sehr schön. Gespielt wurde „Hallaluja“ in der Fassung von Pentatonix (Leonard Cohen wäre mir lieber gewesen 😉). Das Originalvideo kann man sich auch bei Youtube ansehen. Hier ein kurzer Eindruck:

Die Führung dauerte eine ¾ Stunde. In dem Café daneben aßen wir schnell noch etwas zu Mittag und fuhren dann weiter.

Wir wollten wenigstens noch bis Marlborough kommen, einem kleinen Örtchen etwa 80 km auf der A1 entfernt. Das Örtchen entpuppte sich als Mini-Ortschaft mit gefühlt 10 Häusern. Es gab aber zwei Kirchen, ein Hotel, einen Gemischtwaren-Laden, einer Polizei-Station, eine Feuerwehr und ein winziges Bad.

Eigentlich lockte das nicht hierzubleiben. Das war aber der erste Ort seit Rockhampton und bis zum nächsten Campingplatz wären es fast noch einmal 100 km. Also fuhren wir auf den Campingplatz, der direkt neben dem Highway lag und checkten ein.

Alles etwas einfach und ältlich, aber für eine Nacht wird es schon gehen (Wie oft wir das schon gesagt haben?!).

Moni hatte heute “große Wäsche”

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