„Where rainforest meets the reef“ oder die Wet Tropics

Nach langer Zeit war es diesmal eine Nacht ohne Regen. Da auch kein Autoverkehr zu hören war, haben wir sehr gut geschlafen. Unser heutiges Ziel war Port Douglas, dass auf einer Halbinsel am Meer liegt (Mittwoch, 28.04.2021).

Wir packten unsere Sachen, die heute richtig trocken waren und fuhren von Mount Carbine los. Die Straße führte noch 40 km in Richtung Atherton Tablelands zurück, dann bogen wir Richtung Osten ab.

Zum Schluss schlängelte sich die Straße in vielen Kurven und relativ steil aus den Bergen hinunter auf Meereshöhe.

Blick vom Hochland auf die Küste

Dann war es nur noch ein kurzes Stück und wir waren in Port Douglas. Wir stellten den Camper ab und begannen unseren Stadtrundgang. Port Douglas ist im Gegensatz zu Cooktown ein hübsches Touristenstädtchen und war sehr belebt und quirlig. Es schienen sich vor allem ältere und gut betuchte Touristen durch die Läden zu schieben. Später haben wir das auch an den Preisen in den Restaurants bemerkt.

Die Hauptstraße von Port Douglas

An jeder Ecke gab es touristische Angebote: zum ersten alles was mit dem Great Barrier Reef zusammenhängt (Schnorcheln, Tauchen, Baden,…), zum zweiten alles was mit dem Regenwald, speziell mit dem Daintree Rainforest zusammenhing (Ausflüge, Wildtierbeobachtungen, Wanderungen,…). Der Daintree Rainforest ist seit 1988 Weltnaturerbe. Er ist der größte zusammenhängende Regenwald Australiens und soll der älteste Regenwald der Erde sein.

Wir sammelten einiges Prospektmaterial, um dann abends über die nächsten Tage nachzudenken.  Danach suchten wir uns etwas zum Mittagessen an der Marina.

In der Marine lagen auch eine ganze Reihe von Ausflugsbooten.

Eigentlich wollten wir nur einen kleinen Snack, aber an der Marina gab es nur Restaurants. Also kehrten wir doch wieder einmal ein. Danach schaute ich mir das Angebt in der direkt gegenüberliegenden Craftbier-Brauerei Hemingway‘s Brewing an.

Der Biergarten der Hemingway-Brauerei an der Marina

Mit einem Six-Pack gingen wir zurück zum Camper und fuhren zum Campingplatz. Nach dem Einchecken machten wir noch einen größeren Spaziergang rund um Port Douglas über den Flagstaff Hill.

Am Strand von Port Douglas
Blick vom Flagstaff Hill auf Four Miles Beach

Wieder einmal gab es wunderschöne, aber leere Strände, weil überall Warnungen vor Krokodilen, Quallen und anderen Gefahren angebracht waren. Ein kleines Stückchen Strand war mit einem Netz abgetrennt, aber durch die Ebbe lag das Netz am Boden.

Bei Flut steigen die weißen Bojen-Begrenzungen mit. Daran befindet sich ein dichtes Netz, das unten mit Stahlketten beschwert ist.

Abends saßen wir bei schönem Wetter noch am Camper, aber mittlerweile wird es gegen 18 Uhr schon dunkel.


Gestern Abend hatten wir noch einen Ausflug auf den Daintree River gebucht. Die Bootsfahrt dauert eine Stunde und man soll vor allem Krokodile, aber auch Schlangen und Vögel zu sehen bekommen.  Danach wollten wir dann weiter in den Regenwald und bis zum Cape Tribulation fahren. Dort hört dann die Straße auf, aber es gibt einen Campingplatz, wo wir die nächste Nacht verbringen wollen.

Die Tour begann 11 Uhr in Daintree Village, so dass wir heute Morgen (Donnerstag, 29.04.2021) genügend Zeit hatten, um noch einzukaufen und sicherheitshalber noch einmal zu tanken. Wir kamen sehr früh bei „Bruce Belcer’s Daintree River Cruises“ an und fuhren noch mal kurz zum eigentlichen Dorf. Das winzige Zentrum war ziemlich skurril.

Danach checkten wir bei den River Cruises ein.

Mit uns waren zwei größere Reisegruppen da, aber zum Glück verteilten die sich auf andere Boote. Auf unserem Boot waren noch 12 Leute.

Eines der insgesamt drei Boote

Der Guide steuerte das Boot entlang des Ufers des Daintree Rivers und suchte nach wilden Tieren. Dann wurde er fündig und zeigte uns ein paar kleine Krokodile.

Eines der kleinen Krokodile.
Hier noch einmal zwei der kleinen Krokdile

Schließlich sah er auch das Muttertier.

Später sahen wir noch ein weiteres Krokodil und eine dicke Schlange.

Viel mehr hatten wir auch nicht erwartet. Uns war das auf jeden Fall lieber als irgendeine Krokodilshow. Schließlich lebten die Tiere in der freien Natur und wurden zum Beobachten auch nicht angefüttert.

Danach war es nur noch ein kurzes Stückchen bis zur Fähre. Wir brauchten nicht lange warten und konnten auf der nächsten Fähre über den Daintree River übersetzen.

Dann mussten wir 35 km bis zu unserem heutigen Ziel über eine relativ schmale Straße, die sich in zahlreichen Windungen nach Norden schlängelte. Links und rechts war dichter, üppiger Regenwald.

Wir checkten auf dem Campingplatz ein und liefen noch ein Stück zum menschenleeren Strand. Auch hier standen wieder Warnschilder vor Krokodilen und Quallen. Danach ging es noch einen sehr schönen Bohlenweg durch den Süßwasser-Mangrovenwald, der sich direkt hinter den Dünen erstreckte.

Überall war es üppig grün und manche Pflanzen waren riesig.

Leider fing es dann an, heftig zu regnen. Wir hatten vergessen Regenschirme mitzunehmen, so dass wir schnell in Richtung Campingplatz eilten. Schade. Der Regen hörte aber bald auf und wir saßen noch vor dem Camper (unter der Markise). Leider konnten wir uns nicht lange daran erfreuen, es fing wieder an zu regnen und die Temperaturen sanken auf 20…21°C.


Nachdem wir gestern den Weg von der Fähre bis zum Cape Tribulation mehr oder weniger durchgefahren sind, wollten wir heute (Freitag, 30.04.2021) die Sehenswürdigkeiten links und rechts des Weges erkunden.

Wir fuhren zuerst noch ein paar Kilometer bis zum eigentlichen Cape Tribulation. Dort gab es einen kurzen Wanderweg zum Kulik-Lookout. Der Weg war wieder gut ausgebaut und vom Lookout hatte man einen schönen Blick über die menschenleere Bucht.

Der Kuliki-Lookout
Weit und breit kein Mensch

Nächste Station war ein Café mit Restaurant und Bottle Shop. Alles war noch geschlossen, aber eigentlich wollten wir uns vor allem das Schwimmloch im Myall Creek ansehen, das direkt hinter den Gebäuden lag.

Der Fluss war glasklar, mit vielen Fischen drin, die aussahen wie Forellen. Das Wetter und die Temperaturen luden leider nicht zum Baden ein.

Die Stelle zum Schwimmen im Fluss
Dort warten bereits die Fische…
Werbung für die Krokodil-Burger im Café

Danach ging es ein Stück wieder in Richtung Süden bis zum nächsten Boardwalk, also einem ausgebauten Bohlenweg durch den sumpfigen Mangrovenwald.

Der Marrdja Boardwalk war als botanischer Weg beworben und 1,2 km lang. Die Regenwald-Landschaft war sehr beeindruckend. Es fing zwar wieder an zu regnen, aber diesmal hatten wir Regenschirme dabei und konnten den Weg bei leichtem Nieselregen in Ruhe bis zum Ende gehen.

Eine faszinierende Flora

Ein Stück weiter stoppten wir bei der Daintree Tea Company und hielten kurz an. Die mit Teepflanzen angebaute Fläche schien nicht so groß zu sein wie die, die wir in den Atherton Tablelands gesehen hatten.

Teefelder im tropischen Regenwald

In einem kleinen Unterstand waren ein paar Bilder mit der Geschichte der Firma ausgestellt und aus einer Kiste konnte man Tee und Honig kaufen. Da unser Honig gerade zur Neige geht, konnte Moni nicht widerstehen und kaufte ein Glas Tropenwald-Honig.

Diese Heuschrecke lugte zwischen den Teeblättern hindurch.

Nach dem Mittagessen, das wir uns in unserem Camper gekocht hatten, fuhren wir ein kurzes Stück zurück, um die Daintree Ice Cream Co. & Tropical Fruit Farm zu besuchen. Die Firma existiert erst seit 1993 und macht Eis aus selbst angebauten exotischen Früchten.

Das heutige Angebot bestand aus vier kleinen Kugeln Eis, mit Kokosnuß, Wattleseed, Jackfrucht und Soursop.  

Die Sorten schmeckten interessant, wobei Moni dem Ganzen nichts abgewinnen konnte. Danach machten wir einen Rundgang durch die Farm. Es gab eine Vielfalt an Sträuchern und Bäumen, mit einigen Früchten deren Namen ich auch noch nie gehört hatte, wie Abiu, Marang, Poshte oder Rollinia. Leider waren an den wenigsten Bäumen tatsächlich noch Früchte dran, aber es war trotzdem sehr interessant.

Als Beispiel hier eine Sternfrucht / Karambole
Stachelannonen

Bis zur Fähre hielten wir noch an einem Lookout. Vom Alexandra-Lookout hat man einen schönen Blick auf die Mündung des Daintree Rivers in den Pazifik.

Wir brauchten nicht lange auf die Fähre warten und fuhren weiter in Richtung Cairns. In Mossman bogen wir ab, um einen Blick in die Mossman Gorge (Mossman-Schlucht) zu werfen. Leider kamen wir nicht weit. An einem riesigen Besucherzentrum mussten wir unser Auto abstellen. Es stellte sich heraus, dass man nur mit einem Shuttle-Bus in die Schlucht fahren kann, natürlich gegen einen Obolus. Trotzdem klang das alles gut und wir beschlossen, heute in dem kleinen Städtchen Mossman zu übernachten und morgen früh als erstes die Schlucht zu besuchen. Das Wetter besserte sich und wir konnten auf dem Campingplatz diesmal abends ohne Regen vor dem Camper sitzen.


Unser erstes Ziel für heute (Sonnabend, 01.05.2021) war die Mossman-Schlucht. Das Wetter war schön und die wenigen Kilometer bis zum Besucherzentrum schnell geschafft.

Wir kauften uns zwei Bustickets und mussten nur kurz auf dem Bus warten. Im Gegensatz zu gestern Nachmittag, war es jetzt am frühen Morgen, so gegen 9 Uhr, noch sehr ruhig. Die Busfahrt dauerte nur reichlich 5 Minuten, dann waren wir am Ausgangspunkt unserer kleinen Wanderung. Eigentlich konnte man früher auch bis hierhin laufen. Die Touristen müssten dann aber durch ein Aboriginal-Dorf gehen und dies wollte zu COVID-Zeiten kein Einheimischer, also muss man im Bus am Dorf vorbeifahren…

Im Hintergrund der Bus, im Vordergrund die Warntafel, dass man nicht baden gehen sollte.

Der Weg zur Schlucht war toll ausgebaut. Am ersten Aussichtspunkt und gleichzeitig einer Badestelle machten wir den ersten Stopp.

Die eigentliche Badestelle

Allerdings wurde ausdrücklich nach den Regenfällen der letzten Tage gewarnt, in das Wasser zu gehen. Im klaren Wasser sahen wir wieder eine Art Forellen schwimmen.

Danach führte ein Rundweg über 3 km durch den Regenwald.

Leider konnte man von der eigentlichen Schlucht des Mossman Rivers auf dem Weg wenig sehen. Ansonsten war es wieder ein schöner Spaziergang durch den tropischen Regenwald. Nach fast 2 Stunden waren wir wieder am Parkplatz und warteten auf den Bus.

Danach sollte die Reise in Richtung Kuranda weitergehen. Das ist ein kleines Touristenstädtchen unweit von Cairns in Richtung der Atherton Tablelands. Es liegt auf 400 m Höhe noch im Daintree Nationalpark und ist ein sehr beliebtes Ziel für Tagesausflüge von Cairns. Der Weg führte zuerst etwa 50 km auf dem Captain Cook Highway am Pazifik in Richtung Süden entlang. Streckenweise lag die Straße direkt am Meer und erinnerte uns ein bisschen an die Great Ocean Road im Süden von Australien, sozusagen eine Little Ocean Road.

An einem schönen Aussichspunkt machten wir eine kurze Mittagspause mit den in Mossman gekauften Sandwiches.

Dann ging die Fahrt weiter. Kurz vor Cairns biegt die Straße in das Gebirge ab. Sie windet sich ziemlich steil nach oben und ich war wieder angenehm überrascht, dass Rangie die Strecke ohne zu Murren herunterspulte.

In Kuranda checkten wir auf dem einzigen Campingplatz ein und liefen über einen Schleichweg entlang einer Bahnstrecke in das Zentrum.

Das Städtchen war wie schon geschrieben sehr touristisch. Es gab viele Läden, einige – teilweise sehr esoterische Märkte, ein paar Restaurants und als Touristenattraktionen einen Schmetterlingsgarten, ein großes Vogelgehege und auch ein Wildlife-Zentrum mit Koalas, Schlangen und ähnlichem. Von Cairns aus kann man früh mit einem Zug in das Hochland fahren (und abends zurück) oder von einem Vorort aus mit der längsten Seilbahn Australiens nach oben gebracht werden. Da es schon kurz vor 15 Uhr war, gingen wir noch schnell an der Touristeninformation vorbei und sahen uns kurz auf den Märkten um.

Zwischen 15 und 15:30 Uhr machte plötzlich alles dicht. Alle Touristen waren weg, alle Geschäfte, Restaurant, Cafés und Märkten waren geschlossen. Gähnende Leere! Unglaublich.

Die Läden werden geschlossen und die Bürgersteige hochgeklappt.

Also gingen wir zurück zum Zeltplatz und beschlossen, morgen früh einen neuen Anlauf zu starten, um das Örtchen weiter zu erkunden.


Heute wollten wir Kuranda erkunden (Sonntag, 02.05.2021). Da alle Sehenswürdigkeiten erst nach 9:30 Uhr öffnen, brauchten wir uns nicht beeilen. Daher gingen wir zuerst ein paar Lebensmittel einkaufen und schlenderte dann zum Schmetterlingshaus, dem Australian Butterfly Sancutuary.

Natürlich konnte man Schmetterlinge bewundern, die in einem überdachten Garten herumflatterten. Gleich daneben war eine Art Labor wo die Raupen und Puppen der Schmetterlinge versorgt werden und eine kleine Ausstellung gab es ebenfalls. Hier ein paar Eindrücke:

Nicht weit davon entfernt befindet sich die Birdworld Kuranda.

Dort gab es in einem großen, mit einem Netz überspannten Regenwald-Garten viele Vögel zu bestaunen. Wir wurden vorher gewarnt, dass einige der ziemlich großen Vögel es auf Sonnenbrillen, Ohrringe oder anderen Schmuck abgesehen haben. Man konnte auch Vogelfutter kaufen, um vor allem die Papageien anzulocken. Aber eigentlich brauchte man das nicht, denn die Vögel umflatterten einen auch so und besonders die großen schwarzen Kakadus waren respekteinflößend. Der Rundgang durch diese kleine Welt war sehr schön. Es waren mehr als 50 verschiedene Vogelarten zu sehen. Auch hier ein paar Eindrücke.

Wir hätten noch ein paar andere Touren machen können, aber wir wollten uns jetzt die verschiedenen Märkte in dem kleinen Ort ansehen, die gestern schon geschlossen waren. Alles war auf Tagestouristen abgestimmt.

Dann war schon Mittag und wir steuerten zielgerichtet den „German Tucker“ mit dem „Wursthaus“ an. Eigentlich hoffte ich, es wäre auch ein Metzger, aber es war „nur“ ein Restaurant.

Moni bestellte eine Thüringer Rostbratwurst mit Sauerkraut und ich 2 Weißwürste mit Bratkartoffeln und ein deutsches Bier (Becks). Die Weißwürste wurden allerdings angebraten (!!) und die Bratkartoffeln waren – na ja gewöhnungsbedürftig. Dafür hat die Rostbratwurst sehr gut geschmeckt.

Gebratene Weißwürstchen mit Sauerkraut und Bratkartoffeln

Obwohl wir schon viele Wasserfälle gesehen haben, wollten wir uns die Barron Falls nicht entgehen lassen. Nach einer kurzen Autofahrt erreichten wir den Startpunkt eines gut ausgebauten Weges mit verschiedenen Aussichtspunkten auf die Fälle. Auch sie waren sehr schön und doch wieder anders als die bisherigen Wasserfälle.

Die Barron-Fälle

Jetzt war aber die Fahrt nach Cairns an der Reihe. Es ging die Straße von der Hochebene von ca. 400 m hinunter auf Meereshöhe. 12 km Fahrt in engen, steilen Kurven. Von da ab war es nur noch ein Katzensprung bis Cairns. Wir checkten auf einem Zeltplatz ca. 4 km vom Zentrum entfernt ein. Danach fuhren wir mit dem Auto noch einmal in die Innenstadt, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen und um uns nach ein paar Angeboten zum Schnorcheln und/oder Tauchen anzusehen.  Im Übrigen war der morgige Montag wieder Feiertag, da der 1.Mai auf einen Sonnabend gefallen ist und dann wieder die Montagsregel greift. Wir landeten als erstes – ganz zufällig – in der Craftbeer-Brauerei.

Danach gingen wir zum Hafen und durch das Zentrum.  Zu Cairns mehr im nächsten Blog-Beitrag. Ziemlich spät erreichten wir wieder unser Auto und fuhren zurück auf den Campingplatz.

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