Zum roten Herz Australiens – Alice Springs

Wir haben lange überlegt, ob wir den Stuart Highway, den wir bald erreichen und der Australien von Nord nach Süd durchschneidet, dann weiter nach Norden fahren wollen, oder ob wir noch einmal nach Süden bis zum Uluru (Ayers Rock) fahren. Vor 15 Jahren waren wir schon einmal beim Uluru und eigentlich sollte man die damit verbundenen schönen Erinnerungen ruhen lassen, aber andererseits waren wir uns dann einig: eine Reise durch Australien, ohne am Uluru gewesen zu sein, ist nicht komplett. Also werden wir diesen „Abstecher“ nach Süden machen und erst danach weiter in Richtung Norden nach Darwin und dem Kakadu-Nationalpark fahren. Das wird wohl 1,5 bis 2 Wochen dauern, aber diese Zeit wollen wir investieren.

Heute hieß es erst einmal so weit wie möglich nach Westen zu fahren (Donnerstag, 20.05.2021). Wir fuhren relativ früh vom Campingplatz in Camoonweal los und bereits nach 12 Kilometern machten wir unseren ersten Stopp. Wir hatten die Grenze zwischen Queensland und Northern Territory erreicht.

Wir machten ein paar Fotos und Videos und fuhren dann weiter. Vor uns lag eine mehr oder weniger schnurgerade Strecke durchs Outback. Abwechslung gab es nur durch den Gegenverkehr, ansonsten war die Landschaft immer gleich. So spulten wir Kilometer für Kilometer herunter.

Diese Schilder haben wir hier zum ersten Mal gesehen, normal sind 110 km/h erlaubt.
Fahrradfahrer auf dieser endlos langen Straße

Alle 80…90 Kilometer machten wir eine Pause, wobei die Rastmöglichkeiten sehr beschränkt sind. Manchmal fährt man 20…30 Kilometer ehe eine Parkmöglichkeit vorhanden ist.

Gegen Mittag erreichten wir das Barkley Homestead Roadhouse, die erste richtige Raststätte. Eigentlich wollten wir zur Sicherheit tanken, aber hier kostete der Diesel 50 Cent mehr als normal. 

Da wir noch mehr als genug im Tank hatten, verzichteten wir darauf und kochten uns im Camper nur ein schnelles Mittagessen (Känguru-Bouletten, die wir in Mount Isa gekauft hatten).

Kanguruh-Bulette mit Bush-Tomaten gewürzt

Dann fuhr Moni die nächsten 100 km und danach waren es nur noch 80 Kilometer bis zum Stuart Highway.

Moni löste mich bei der langen Strecke ab.

Nach 450 km hatten wir ihn erreicht. Jetzt ging es nur noch 25 km südlich bis Tennant Creek, wo wir heute übernachten wollten. Auf dem Campingplatz angekommen, haben wir nicht mehr viel gemacht, sondern uns von der langen, ziemlich strapaziösen Fahrt erholt. Morgen werden wir auf jeden Fall eine kürzere Etappe in Angriff nehmen. Entlang des Stuart Highways gibt es im Gegensatz zu heute das Eine oder Andere zu sehen. Trotzdem sind wir noch kurz in den Pub des Campingplatzes gegangen, denn dort sollte ein Konzert eines Country-Sängers stattfinden. Leider kamen wir zu spät, denn das Konzert hatte schon um 16:30 Uhr begonnen und war nun vorbei. Der Sänger schwatzte mit einigen Gästen und setzte sich dann an unseren Tisch.

Chris Callaghan ist Musik-Profi und tourt im Winter für 4 Monate im Norden von NT. Nach einem netten Gespräch verabschiedete er sich von uns und wir gingen zurück zum Camper. Später habe ich mir die aktuelle CD von iTunes heruntergeladen. Nette Country-Musik, hier ein Link zu Youtube.


Kunst auf dem Campingplatz

Nach der anstrengenden Fahrt hatten wir gut geschlafen. Bevor wir uns auf die nächste Etappe machten (Freitag, 21.05.2021) mussten wir einkaufen und tanken.  Das war schnell erledigt und wir fuhren für einen kurzen Abstecher zum Lake Mary Ann. Das ist ein Stausee, der 1981 fertiggestellt wurde und sowohl der Naherholung als auch der Trinkwasserversorgung dient. Um diese Zeit war der See und der Park menschenleer.

Das nächste Ziel waren die Überreste einer Gold-Mine, die als Museum und Besucherzentrum zugänglich gemacht worden waren. Da wir schon viele solcher ehemaligen Minen in Australien und Neuseeland gesehen haben, besichtigten wir nur die Außenanlagen und fuhren dann zurück nach Tennant Creek. In der Innenstadt hielten wir noch einmal kurz, bevor wir uns auf die weitere Reise machten.

Der obligatorische Uhrenturm von Tennant Creek

Der nächste interessanten Halt waren die Devils Marbles, imposante Granitfels-Formationen. Man konnte sie schon von Weitem sehen.

Auf dem Besucherparkplatz hielten wir an und unternahmen – mit einer kurzen Mittagspause am Camper – zwei kurze Wanderungen. Die Gesteinsformationen, die eine große Fläche einnahmen waren beeindruckend. Für die Aborigines hatte dieser Ort symbolische Bedeutung. Hier ein paar Eindrücke:

Mal sehen was in den Murmeln so drin ist…

Danach ging es weiter in Richtung Süden, in Richtung Alice Springs. Ein netter Gag am Rande der Straße war die Raststätte Wycliffe Well. Sie war von einem UFO-Begeisterten mit Motiven von UFOs gestaltet worden.

Überall lugten „Außerirdische“ um die Ecke und im Restaurant war eine ganze Wand mit Zeitungsauschnitten über UFOS ausgestellt. Daher nannte sich das Ganze auch UFO capital of Australia.

Nun waren es nur noch etwa 100 km bis zu unserem geplanten Stopp am Campingplatz in Barrow Creek. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass das gesamte Roadhouse schon bessere Zeiten gesehen hat und die drei (!!) Stellplätze für die Powered Sites (also mit Strom) bereits belegt waren. Nach kurzer Überlegung beschlossen wir, noch weitere 90 km in Angriff zu nehmen und bis Ti Tree zu fahren. Auch wenn es anstrengend war – es sind nun doch wieder 340 km zusammengekommen – hat es sich gelohnt. Der Campingplatz war groß, es war relativ leer und wir konnten uns unseren Platz selbst aussuchen. Später kamen noch mehr Camper, aber es war nicht voll. Und einen schönen Sonnenuntergang bekamen wir gratis dazu.

Dramatischer Sonnenuntergang im Outback

Die Nacht war ruhig, aber es wurde wieder kalt. Bis auf 10°C ging die Temperatur nach unten. So konnten wir wieder nur drinnen frühstücken. Dann ging es von Ti Tree auf die letzten 200 km bis Alice Springs (Sonnabend, 22.05.2021). Wieder eine Route wie vom Reißbrett – dutzende Kilometer nur geradeaus.

Ein Roadhouse mit der Skulptur auf dem Hügel im Hintergrund

Einen ersten Stopp machten wir am Roadhouse in Aileron. Schon von weitem war die große Figur eines Aboriginie-Mannes zu sehen. Der Anmatjere Man, eine 12 m hohe Statue wurde im Dezember 2005 errichtet. Gestaltet hat die Figur der lokale Bildhauer Mark Egan.

Im Dezember 2008 kam dann auf Wunsch der Frauen der Umgebung die Figurengruppe Anmatjere Woman and Child dazu. Auch dieses ist eine beeindruckende Skulptur.

Nächster „Höhepunkt“ waren die vielen, teilweise skurrilen Autos, die uns offensichtlich im Rahmen einer Rallye entgegen kamen.

Teilnehmer der Shitbox-Rally

Erst später haben wir herausgefunden, dass es die Teilnehmer der Shitbox Rally 2021 waren. An der Shitbox-Rally können nur Autos teilnehmen, die weniger als 1000 $AUS wert sind (~ 700 €), daher auch der Name. Die Tour führt über 3962 km von Alice Springs über den Golf von Carpenteria bis zur Gold Coast, auch über viele hunderte Kilometer Gravel Road. Es dürfen aber keine Allrad-Fahrzeuge sein. Man soll sie eigentlich für diese Rallye kaufen, nach Belieben auch optisch aufhübschen. Nach dem Zieleinlauf werden sie für einen guten Zweck versteigert oder auch gespendet. Die Teilnehmer müssen zurück fliegen… Alle Erlöse der Rallye fließen charitativen Zwecken im Bereich der Krebsforschung zu. Was es alles gibt?!

Letzter Stopp kurz vor Alice Springs war der höchste Punkt des Stuart-Highways auf der Strecke von Adelaide nach Darwin. Er ist 727 m hoch.

Nach diesem Fotostopp rollten wir in Alice Springs ein.

Wir fuhren zuerst in das Zentrum zur Touristeninformation, um uns mit weiterem Informationsmaterial zu versorgen. Danach ging’s auf auf den Campingplatz.

Am Nachmittag machten wir einen größeren Spaziergang durch die Stadt. Mittlerweile war es Nachmittag und ein Geschäft nach dem anderen machte bereits zu. Daher wirkte die Stadt ziemlich ausgestorben. Wir kauften im Woolworth noch kurz etwas ein und gingen auch noch in einen Spirituosenladen, um uns eine Flasche Wein zu kaufen. Am Eingang standen zwei Polizisten, die die Ausweise aller Käufer sehen wollten. Ohne Ausweis mit Lichtbild kein Betreten des Ladens. An der Kasse wurde dann der Ausweis gescannt und mit einem Register abgeglichen, in denen die Personen vermerkt sind, die keinen Alkohol mehr kaufen können („Banned trinker register“). Im Übrigen gibt es für viele Dörfer oder Gebiete in Australien striktes Alkoholverbot. Dies gilt insbesondere für die von Aborigines verwalteten Gebiete.

Auf dem Weg zum ANZAC-Hill entdeckten wir diese wunderschöne Wüsten-Erbse.

Zum Abschluss bestiegen wir den kleinen ANZAC Hill und genossen den Blick auf Alice Springs.

Der ANZAC-Hill

In der Nacht waren die Temperaturen auf 4°C gefallen. Im Camper waren es noch 11°C. Falls es noch weiter runter geht, müssen wir wieder die Heizung einschalten! Tja, es ist Spätherbst und wir sind in 700 m Höhe.


Eigentlich wollten wir heute noch in Alice Springs bleiben und vor allem Rangie mal eine Wagenwäsche gönnen, aber wir änderten kurzfristig unseren Plan. Da wir den Campingplatz, auf dem wir standen nicht verlängern konnten und sich der andere Campingplatz wegen der Buchung für heute nicht gemeldet hat, zogen wir unsere Tour durch den West MacDonnell National Park vor. Wir hatten uns eine 2-Tages-Tour herausgesucht und wollten in der Mitte einen sehr einfachen Campingplatz ansteuern. Also packten wir all unsere Sachen und fuhren von Alice Springs los (Sonntag, 23.05.2021). Zuerst mussten wir tanken, wenigstens hier waren die Preise einigermaßen erträglich. Danach ging es direkt in das Gebiet der MacDonnell Ranges. Wir fuhren durch ein sehr breites Tal, an dessen Seiten sich die Berge erhoben. Wir hatten in der Touristeninformation eine schöne Karte erhalten, in der die einzelnen Stationen vermerkt waren.

Der erste Halt war die Simpsons Gap. Das ist eine Felslücke, die ein Fluss zwischen den Berghängen im Laufe der Jahrmillionen hineingefräst hat. Es war nur ein kurzer Weg vom Parkplatz bis zur Gap/Lücke. Im Fluss stand sogar noch etwas Wasser.

Nur zum Trockenschwimmen geeignet

Von Weitem hörten wir ein Geräusch, als wenn große Steine ins Wasser geworfen werden. Ein paar Minuten später kam uns ein junges Pärchen entgegen und erzählte, dass in kurzer Entfernung neben ihnen ein Stückchen Fels in die Schlucht gestürzt war. Entsprechend vorsichtig liefen wir weiter und sahen uns die Lücke nur relativ kurz an.

Simpsons Gap

Über uns hingen hohe, überhängende Felsen, von denen schon mal ein Stück abfallen kann. Auf jeden Fall war es beeindruckend. Am Parkplatz stand ein großer Wanderpavillon von einigen Leuten mit vielen Taschen belegt. Auf einem Plakat lasen wir, dass heute die letzte Etappe des „West Macs Monsters“ mit dem Ziel Alice Springs stattfand.

Das ist ein Lauffestival über verschiedene Distanzen auf dem Fernwandweg Larapinta Trail. Die längste für das „Sonder Monster“ (nach dem Berg Mount Sonder benannt) ist 238 km lang und führt über vier Tage! Wahrscheinlich hatten wir deshalb auf dem Campingplatz nicht verlängern können.

Nach weiteren knapp 30 km Fahrt erreichten wir den zweiten Stopp, die Standley Chasm (Standley Kluft) oder Angkerle Atwatye, wie es die Aborigines nennen.

Eingang zur Standley Chasm

Für den Zugang zur Schlucht musste man in einem Restaurant eine Gebühr bezahlen (10 $AUS/Rentner). Das Gebiet wird von Aboriginies verwaltet. Der Parkplatz war voll, die Schlucht war gut besucht. Es war auch wieder eine sehr schmale Schlucht, aber diesmal von ganz anderem Charakter. Der hintere Teil durfte nicht betreten werden, weil er heiliges Gebiet der Aboriginies war. Wieder sehr sehenswert.

Der malerische Weg zur Schlucht.

Wir folgten teilweise dem “Red Centre Way”:

Da aller guten Dinge drei sind, fuhren wir weiter zur dritten Schlucht, der Ellery Creek Big Hole. Hier war die Hauptsehenswürdigkeit nicht die Schlucht, sondern eher das davor gelegene Wasserloch bzw. der kleine See, in dem man auch schwimmen konnte.

Das Ellery Creek Big Hole

Uns war es aber zu kalt zum Schwimmen. Nach ein paar Fotos/Videos fuhren wir weiter.

Zum Mittagessen hielten wir auf dem Point Howard Lookout. Wir waren fast allein – außer den 3 Millionen Fliegen ringsherum – und kochten uns Pellkartoffeln mit Quark…

Blick vom Point Howard Lookout

Gut gestärkt ging es über den Neil Hargrave Lookout zu den Ochre pits (Ocker-Löcher). Das sind kleine bunte Felswände aus deren verschiedenfarbigen Ocker, aus denen die Aboriginies ihre Farben zum Bemalen gewonnen haben.

Danach steuerten wir unser Tagesziel an, die Ormiston Gorge. Hier gab es einen Campingplatz, der aber, als wir ankamen, bereits bis auf den letzten Platz gefüllt war. Genervt kurvten wir herum und fragten dann am Kiosk, wo man die Campinggebühren bezahlen muss, nach einem alternativen Standplatz. Wir durften uns auf einen der Busparkplätze stellen, da um diese Zeit keine Busse mehr kommen. Morgen früh sollten wir allerdings rechtzeitig losfahren, bevor die Touristenbusse einrollen.

Auf dem Busparkplatz

Im Laufe des Abends kamen noch einige Camper, denen es offensichtlich ähnlich gegangen ist. Auf jeden Fall war es ein schöner, interessanter Tag. Morgen geht es im weitem Bogen über Hermannsburg zurück nach Alice Springs.


Die Nacht war nicht so kalt, dafür wehte ein heftiger Wind, der an unserem Camper und den Klappen zerrte. Daher haben wir nicht gut geschlafen. Irgendwie ging die Nacht vorbei und nach dem Frühstück wollten wir die Ormiston Gorge besichtigen (Montag, 24.05.2021). Das haben wir gestern nicht mehr gemacht, da wir nicht wussten, ob wir nicht doch noch den Standplatz räumen müssen.

Ghost Gum – ein Verwandter des Eukalyptus.

Zuerst nahmen wir den Ghost Gum-Weg in Angriff, der entlang der Felsen zu einem Aussichtspunkt weit oberhalb der Schlucht führte.

Das letzte Stückchen nach oben war mit einem Geländer gesichert.

Am Aussichtspunkt angekommen, mussten wir feststellen, dass der Sonnenstand morgens nicht ideal war, die Sicht in die Schlucht war nicht so spektakulär.

Also liefen wir wieder hinunter und gingen am Ufer der Schlucht bis zum ersten großen Wasserloch. Dort war die Aussicht schon etwas spektakulärer.

Die Schlucht mit den Ghost Gum-Büumen

Danach fuhren wir los, um im großen Bogen die Runde über Hermannsburg im Süden fortzusetzen. Es gab zwar noch einige Abstecher, aber die waren ausdrücklich nur für 4WD Fahrzeuge befahrbar. Wir wollen allerdings im Moment unserem Rangie nicht zu viel zumuten. Auch wenn er im Moment richtig gut läuft. Aber wir haben ja schon eine Menge erlebt. Den ersten Stopp machten wir am Mount Sonder Lookout. Der Mount Sonder ist 1380 m hoch und der vierthöchste Berg in Northern Territory. Er ist der Startpunkt des Larapinta-Trails (siehe weiter oben) und übrigens nach dem deutschen Botaniker Dr. Otto Wilhelm Sonder benannt.

Danach fuhren wir eine lange Strecke, ehe wir den Tylers Pass Lookout erreichten. Von dort hatten wir wunderschöne Aussichten insbesondere auf den Tnorala (Gosse Bluff). Der Tnorala ist ein Einschlagskrater eines Meteoriten vor etwa 150 Millionen Jahren. Der eigentliche, 20 km im Durchmesser große, Krater ist kaum mehr zu sehen, sondern ist nur noch eine riesige Bodensenke. Gut zu erkennen ist aber der 150 m hohe Zentralberg mit knapp 6 km Durchmesser.

Die Senke im Vordegrund, im Hintergrund der Zentralberg

Nun ging es über eine längere Strecke bis nach Hermannsburg. Dort sind wir bereits 2005 gewesen und haben uns die Reste der alten lutheranischen Siedlung angesehen.

Hermannsburg bzw. Ntaria wie es die Aboriginies nennen, wurde 1877 als lutherische Missionsstation gegründet. Der Komplex der alten noch vorhandenen Häuser wurde bis Ende 2020 restauriert und waren als Museum zugänglich.

Der davor liegende Friedhof allerdings verfiel immer mehr, wie auch die restliche Siedlung außerhalb des historischen Komplexes sehr heruntergekommen aussah.

Wir spulten danach die restlichen gut 100 km nach Alice Springs ab und gingen dort erst einmal einkaufen. Darunter auch im Spirituosenladen, wo wir von den davor stehenden Polizisten wieder befragt wurden, ob wir die Getränke, die wir kaufen wollten, nur für uns bestimmt seien, wo wir sie trinken wollen („im Camper“), auf welchem Campingplatz wir stehen (wusste ich ja noch gar nicht!). Alles ziemlich unangenehm. Schließlich durften wir in den Laden, kauften Wein und Bier und fuhren zu einem anderen Campingplatz als bei ersten Mal. Wir bekamen einen Stellplatz, aber es war sehr voll. Voraussichtlich wollen wir morgen noch hier bleiben und übermorgen dann in Richtung Uluru/Ayers Rock weiter fahren.

Abends kam dann ein weiterer Dämpfer, denn meine Recherchen nach Campingplätzen am Uluru ergab, dass der einzige Campingplatz dort bis Ende Mai vollständig ausgebucht ist. Wir überlegten hin und her, um eine Lösung zu finden, aber so richtig sind wir nicht fündig geworden. Wir buchten dann ein Zwischenziel in Erldunda, das sind 200 km von den rund 500 km bis zum Uluru. Morgen wollen wir noch einmal in das Visitor-Center, vielleicht haben die eine Idee.


Heute wollten wir einen “Ruhetag” einlegen, denn in den vergangenen 6…7 Tagen sind wir mehr gefahren, als ich eigentlich wollte. Daher hatten wir für heute nur drei Dinge geplant: wir wollten in die Autowäsche fahren und Rangie vom Staub und Dreck der letzten Wochen befreien, wir mussten noch ein paar Sachen einkaufen, da es in den nächsten Tagen keinen vernünftigen Shop mehr geben wird und wir wollten in die Touristen-Information, um dort noch einmal nach einer Möglichkeit für einen Stellplatz am Uluru zu fragen (Dienstag, 25.05.2021).

Vorher wollte Moni aber noch Wäsche waschen, wobei der Himmel heute sehr bedeckt war und es sollte sogar regnen. Wir hofften auf besseres Wetter und nachdem die erste Wäsche auf der Leine hing, fuhren wir los. Die Adresse einer Autowäsche hatten wir in einem Prospekt gefunden und fanden dort auch eine freie und vor allem hohe Waschbucht. Wir haben zwar nicht ganz so gründlich geputzt wie im Vorfeld der Verschiffungen, aber am Ende glänzte Rangie wieder.

Das Einkaufen war dann schnell erledigt, aber den Besuch im Visitor Centre hätten wir uns sparen können – das war keine Hilfe – man kann uns keinen Zeltplatz vermitteln. Wir fuhren zurück zum Campingplatz und ich kochte uns Spaghetti zu Mittag. Moni erledigte inzwischen den zweiten Waschgang.

Für den Nachmittag hatten wir einen Besuch im “Desert Park” eingeplant. Dort sollte es Tiere und Pflanzen aus den australischen Wüstengegenden geben, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt. Der Park war sehr groß und die $30/p.P. haben sich gelohnt. Der Park war in große Themenbereiche gegliedert, die sich an den verschiedenen Lebensräumen in den wüstenartigen Landschaften orientierten. Es gab eine Vielzahl von Pflanzen und vor allem viele Vogelvolieren.

Aber auch Kängurus, Schlangen und Echsen durften nicht fehlen.

Ein ganz relaxtes Känguru

Alles war sehr gepflegt und auch gut dokumentiert. Beim Rundgang fing es tatsächlich an, etwas zu regnen, hörte aber schnell wieder auf. Der Höhepunkt des Parks war das Nacht-Haus, in dem nachtaktive Tiere gezeigt wurden, wie die Dornteufel. Zwar war die Beleuchtung sehr schwach, da die Nacht simuliert wurde, aber man konnte eine Menge von Tieren in den vielen, großen Terrarien sehen. Sehr, sehr interessant.

Ein Dornteufel

Dann fuhren wir zurück zum Campingplatz, saßen noch eine Weile vor dem Camper, aber es wurde schnell ziemlich kalt (17°C) und wir zogen uns in unseren Camper zurück.

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