Onslow und Station Stays

Die nächsten Etappen sind eine Art „Warteschleife“, denn eigentlich wollten wir direkt in die Gegend von Exmouth in die Nähe des Cape Range Nationalparkes und des Ningaloo Riffs. Aber trotz aller Bemühungen fand ich keine freien Plätze auf den wenigen Campingplätzen. Erst Mitte/Ende August scheint es wieder besser zu werden. Also machten wir noch ein paar Abstecher: zuerst nach Onslow an die Küste und dann wieder in das Inland um einige Station Stays, also Aufenthalte auf oder in der Nähe von Farmen, auszuprobieren. Nach und nach füllte sich das Puzzle-Spiel mit den möglichen Campingplätzen….


Nachdem wir gestern von Karratha bis zum Fortescue Roadhouse gekommen waren, sollte es heute bis nach Onslow an der Küste weiter gehen (Donnerstag, 05.08.2021). Allerdings hatten wir sehr schlecht geschlafen, denn es wehte ein heftiger, teilweise orkanartiger Wind. Wir hatten nicht nur die Markise draußen, sondern auch die Seitenwand abends aufgebaut, die uns gegen genau diesen Wind schützen sollte. Jetzt blähte sich die Zeltwand wie ein Segel und zerrte an dem gesamten Camper. Also stand ich gegen 2 Uhr nachts auf und baute die Seitenwand ab. Trotzdem knarrte es weiter, denn die Markise wurde durch den Wind kräftig durchgeschaukelt. Also weckte ich Moni und gemeinsam holten wir die Markise ein. Da wir darin schon Übung haben, dauerte es nicht länger als 3…4 Minuten, dann lagen wir wieder im Bett. Aber so richtig an Schlaf war nicht mehr zu denken…

Morgens packten wir unsere Sachen, tankten noch einmal Frischwasser und Diesel und fuhren los. Onslow liegt etwa 200 km entfernt. Mit einer kurzen Pause fuhren wir durch bis Onslow. Wir waren gespannt, ob es mit unserer Buchung für die nächsten zwei Tage geklappt hat, denn eigentlich sollte der Campingplatz ausgebucht sein, aber alles war OK. Der Standplatz war eher ein Parkplatz, die Toiletten waren zwar gut, aber sehr weit entfernt, trotzdem waren wir froh, einen Platz gefunden zu haben.

Wir machten uns wieder einmal ein Instant-Nudelsüppchen zum Mittagessen und fuhren zurück in den Ort. Zuerst besuchten wir die Tourist-Information und danach gingen wir für die nächsten Tage einkaufen. Vor uns lagen einige Campingplätze, die weitab von der normalen Infrastruktur waren. Dann sahen wir uns das Örtchen am Meer noch ein bisschen an und verschafften uns einen ersten Eindruck.

Strandpromenade von Onslow

Das ist die Skulptur “Paparazzi” von Gillie und Marc (Replik). Die offizielle Interpretation ist, dass die Paparazzi versuchen, das Mondphänomen “Stairway to the moon” zu fotografieren. Inoffiziell schauen die Paparazzi in Richtung der Montebello-Inseln, etwa 100 km vor dem Festland, wo die Briten Mitte der 50er Jahre die ersten Atomtests unternahmen.

Das moderne Verwaltungsgebäude mit Bibliothek.
Das ANZAC-Denkmal. Bei Sonnenaufgang scheint die Sonne genau durch den Bogen.
Die Pier von Onslow (siehe auch Beschreibung des nächsten Tages weiter unten)

Diesmal war die Nacht ruhig und wir haben gut geschlafen. Wir erledigten noch ein paar Kleinigkeiten und fuhren dann nach Old Onslow (Freitag, 07.08.2021). Old Onslow ist der ursprüngliche Platz der Stadt und liegt etwa 30 km Luftlinie westlich von dem jetzigen Onslow. Es wurde 1885 als Hafen für die umliegenden Farmen gegründet, die ihre Waren wie z.B. Wolle verschiffen wollten. Die Lage des Hafens am Ashburton River war aber nicht gut, denn der Fluss führte in der Regenzeit sehr viel Wasser und die Stadt stand auf Tonböden, die ebenfalls in der Regenzeit viel Wasser ansammeln. Die Navigation vom Meer in den Flusshafen war schwierig und es gab einige Unfälle. Schließlich baute man die erste Pier im Meer, die aber kurzfristig durch einen Zyklon zerstört wurde. Die zweite und die dritte Pier gingen nicht weit genug auf das Meer und schließlich entschloss man sich am Beadon Point, dem jetzigen Onslow, eine neue Pier zu bauen. Sie wurde 1925 eingeweiht und damit war die alte Stadt zwecklos. Daher zog die Stadt vollständig um.

Wir fuhren zuerst an einigen Meeresbuchten vorbei, die weit in das Land ragten und offensichtlich teilweise der Salzgewinnung dienten. Wir machten ein paar Fotostopps, wobei wieder ein heftiger Wind blies. Er wirbelte weithin sichtbar überall den roten Staub auf und war ziemlich unangenehm.

Abzweig nach Old Onslow. Im Hintergrund ist der rote Staub gut zu sehen.

Vor allem fürchteten wir beide um unsere Technik. Ich hatte schon einmal einen Camcorder wegen Sand und Staub eingebüßt. Nach ein paar Kilometern bog die Straße nach Old Onslow ab. Die letzten knapp 30 km waren dann Gravel road, diesmal aber relativ einfach zu fahren. Trotzdem hatte ich wieder prophylaktisch etwas Luft von den Reifen gelassen. Entlang des Ashburton River zogen sich einfache Stellplätze für Camper hin, die sehr gut belegt waren. Aber alles ohne Sanitäranlagen oder Strom.

Schließlich erreichten wir die alte Stadt. Es sind nur noch drei Gebäude übrig geblieben, an den Rest erinnern nur Schilder.

Die alte Polizei-Station
Hier stand einmal die Kirche.

Wir machten uns wieder auf den Rückweg und da bald Mittagszeit war, suchten wir uns einen Uferplatz am Ashburton River zwischen den anderen Campern.

Danach ging es zum Campingplatz zurück nach Onslow. Am Nachmittag machten wir noch einen längeren Spaziergang am Strand entlang bis in das Zentrum von Onslow und liefen den gleichen Weg zurück. Das Wasser war sehr aufgewühlt und nicht zum Baden geeignet. Der Wind hatte etwas nachgelassen, trotzdem war es ausgesprochen kühl.


Gestern hatte wir gelesen, dass heute in Oslow ein Rodeo stattfindet (Sonnabend, 07.08.2021). Da wir den nächsten Campinglatz bereits gebucht hatten und dieser nur reichlich 100 km entfernt war, hatten wir bis nach Mittag Zeit, uns das Rodeo anzuschauen. Die Veranstaltungsarena öffnete erst nach 10 Uhr. Als wir ankamen, war noch wenig los. Der Eintritt kostete normal 30 AUD, für Senioren nur 10 AUD. Wieder einmal gespart! Wir stellten das Auto ab und schlenderten zuerst im Gelände und dann um das Gelände herum.

Die junge Frau probte schon einmal das Lassowerfen.

Nach 11 Uhr begannen dann die ersten Wettkämpfe. Reiter wurden auf noch nicht zugerittene Pferde gesetzt und mussten versuchen, solange wie möglich oben zu bleiben.

Los geht’s!
Nicht ganz ungefährlich.

Dann wurden Tonnen aufgestellt, und Reiterinnen mussten im Slalom so schnell wie möglich um die Tonnen reiten.

Dann gab es eine längere Mittagspause. Die Arena wurde mit einer Planierraupe begradigt. Wir aßen in der Zwischenzeit jeder ein Steak-Sandwich. Das klingt sehr viel besser als es geschmeckt hat…

Erst nach 13 Uhr ging es weiter. Zuerst erfolgte offensichtlich die feierliche Eröffnung des Rodeos, in dem Frauen auf Pferden mit den Flaggen der Länder einritten, in denen es Rodeos gibt. Neben den USA waren das Kanada, Neuseeland und natürlich Australien.

Australien hatte sogar zwei Flaggen: die Aborigine-Fahne und die offizielle Nationalflagge.

Einritt der australischen Nationalflagge unter den Klängen der australischen Nationalhymne.

Nach diesem etwas pathetischen Teil bestand der nächste Wettbewerb darin, dass Jugendliche sich so lange wie möglich auf einem schon relativ großen Kalb als Reiter halten können.

Die Zeit verging und so mussten wir dann schließlich doch losfahren. Die Höhepunkte der Veranstaltung haben wir wahrscheinlich verpasst, aber einen Eindruck haben wir bekommen.

Die Fahrt zum Peedamulla Campingplatz verging schnell. Es war ein von Aborigines verwalteter Campingplatz in der Nähe der entsprechenden Community mit relativ wenigen Stellplätzen. Es gab richtige Toiletten und auch eine Dusche mit heißem Wasser, sowie einen großen Gemeinschafts-Barbeque-Bereich.

Der Gemeinschafts-Barbecue-Bereich
Die modernen, funktionalen Toiletten und Duschen.

Wir durften uns einen Stellplatz aussuchen, allerdings konnte ich vorher nur einen ohne Strom buchen. Und ausgerechnet heute war der Himmel vollständig mit Wolken bedeckt (nach 3 Monaten das erste Mal!) und die Solaranlagen lieferten daher nur ein „Strömchen“. Nach dem Abendessen und dem Sonnenuntergang gingen wir ziemlich schnell in den Camper, da eine Unmenge an Insekten rings um das Licht flogen und sich auch von unseren Einsprüh-Versuchen mit entsprechenden Sprays nicht beeindrucken ließen. Mal sehen, was der morgige Tag bringt.


Trotz der Ruhe ringsherum hatten wir irgendwie unruhig geschlafen. Aber es war angenehm hier auf dem Peedamulla Campingplatz. Heute (Sonntag, 08.08.2021) bleiben wir noch hier, bevor es morgen ein Stückchen weiter geht.

Der Tag ist schnell erzählt, denn vom Campingplatz aus gab es keine Wanderwege oder ähnliches, d.h. man konnte eigentlich nichts unternehmen, außer relaxen. Vormittags machten wir einen kleinen Spaziergang rund um das Camp.

Blick auf den Campingplatz. Man erkennt die weiten Abstände zwischen den einzelnen Campern.
Das Camp war mit Stacheldraht eingezäunt.
Eine Art Schwalbenschwanz.

Neben den Schmetterlingen sahen wir uns auch die vielen blühenden Pflanzen an.

Dann kochte ich Mittagessen und der Rest des Tages ist auch irgendwie vergangen. Ich hatte mir mehr von dem Platz versprochen, der ja von Aborigines verwaltet wird. Aber wahrscheinlich aufgrund der Corona-Situation werden die Kontakte auf Null gefahren. Alle Touristen sollten sofort auf den Campingplatz fahren und nicht in das offizielle Büro in der Nähe der Community kommen.


Das Ziel des heutigen Tages (Montag, 09.08.2021), das Nanutarra Roadhouse, habe ich nur gebucht, weil der Platz auf dem Cheela Plains Station Stay erst ab übermorgen verfügbar war. Die Strecke war ziemlich kurz, nicht einmal 100 km. Wir ließen uns sehr viel Zeit mit dem Zusammenräumen. Erst als schon die ersten neuen Gäste kamen, fuhren wir los. Es war schade, dass wir hier nichts unternehmen konnten, denn eigentlich war der Campingplatz sehr schön, außer das wir keinen Strom hatten und nur sporadischen Internet-Empfang.

Der Campingplatz war noch leer. Am Abend war er richtig voll.

Nach einer reichlichen Stunde erreichten wir gegen 10:30 Uhr das Nanutarra Roadhose. Hier war richtig Betrieb, aber das war nicht verwunderlich, denn es war weit und breit das einzige Roadhouse. Leider konnten wir noch nicht einchecken, das sollte erst mittags möglich sein. Also stellten wir uns in eine ruhige Ecke und kochten uns ein paar Nudeln. Dann konnten wir einchecken und richteten uns häuslich ein. Viel unternehmen konnte man hier auch nicht, so setzte ich mich an den Laptop und versuchte, noch ein paar Quartiere für den weiteren Weg zu finden. Es war sogar halbwegs erfolgreich. Ansonsten vertrödelten wir die Zeit irgendwie. Signifikant ist die Veränderung der Wetterlage. Seit zwei, drei Tagen ist der Himmel oft bewölkt und es sieht sogar nach Regen aus. Wobei die Temperaturen trotzdem an der 30°C-Marke kratzen oder auch darüber gehen.


Besonders haben wir nicht geschlafen, aber der Campingplatz war auch nicht schön. Eigentlich waren wir froh, weiterreisen zu können. Allerdings müssen wir auf dem Rückweg hier noch einmal Station machen, bevor es in Richtung Exmouth geht. Heute (Dienstag, 10.08.2021) fuhren wir zum nächsten Station Stay, zum Cheela Plains Station Stay, knapp 200 km entfernt. Wir tankten noch einmal kurz auf und fuhren dann vom Roadhouse los. Das Wetter war ziemlich stürmisch und relativ kühl, ca. 20°C. Außerdem war der Himmel bewölkt und später sahen wir sogar Pfützen auf den Straßen, also musste es hier geregnet haben. Mit einer kurzen Pause fuhren wir durch und kamen gegen 11 Uhr an der Cheela Plains Station Stay an.

Wir hatten für zwei Tage einen Stellplatz mit Strom gebucht und bekamen auch einen schönen Standplatz. Die Standplätze waren alle um eine runde Wiese herumgebaut, an deren Ränder Eukalyptus-Bäume standen.

In der Wellblechhütte waren die Toilette, die Duschen und der Raum für die Waschmaschinen.
Für frische Luft ist gesorgt.

In der Nähe schien sich aber eine Mine zu befinden. Denn abseits des Campingplatzes standen eine ganze Reihe von Bergbau-Fahrzeugen und die Kabinen des Campingplatzes schienen von Arbeitern bewohnt zu sein.

Einer der ca. 20 ausrangierten Riesen-Trucks

Am Nachmittag drehten wir eine kleine Runde auf einen Hügel, von dem man einen schönen Blick auf die Cheela-Ebene (=plains) hatte.

Der kleine Flagstaff Hill
Blick auf das Camp. Links sind Zelte, die man mieten kann.

Da dies der Sunset-Trail war, sind wir den Hügel nochmals zum Sonnenuntergang hinaufgestiegen.

Den Abend verbrachten wir wieder im Camper, denn durch den Wind war es draußen empfindlich kalt.


Am Morgen waren es dann nur noch 10°C, dazu wehte ein heftiger Wind. Für heute hatten wir noch diesen Stellplatz gebucht (Mittwoch, 11.08.2021) und mussten nun das Beste daraus machen. Nach dem Frühstück im Camper ließen wir uns Zeit, weil wir dachten, dass der Wind nachlässt und die Temperaturen noch steigen. Aber der Wind ließ nicht nach und die Temperaturen stiegen nur widerwillig etwas nach oben. Nach 10 Uhr entschlossen wir uns, dann doch eine kleine Wanderung zu machen. Ziel war eine Höhle, etwa 3 km entfernt vom Campground. Wir zogen lange Hosen an, lange Oberbekleidung und Jacken. Wie im Tropischen Norden sahen wir nicht aus !

Es gab keine Karte, aber die Höhle konnte man schon von weitem sehen. Trotzdem war es schwierig, sich zu orientieren, da ringsherum Farmgelände war und die weitläufigen Weiden mit Stacheldraht eingezäunt waren.

Aber wir kamen gut an der Höhle an, mussten allerdings einmal unter einem Stacheldrahtzaun durchkriechen. An der Höhle machten wir eine kurze Pause und liefen wieder zurück zum Camp.

Im Gegenlicht ist die Höhle kaum zu erkennen.
Blick aus der Höhle in Richtung Camp und Flagstaff Hill (in der Mitte)

Nach dem Mittagessen haben wir nichts mehr unternommen, sondern uns irgendwie beschäftigt. Der Wind war immer noch eisig kalt und lud nicht gerade zum Sonnenbaden ein. Schade, denn der Platz war eigentlich sehr angenehm.


Diese Nacht ist es noch kälter geworden, frühmorgens waren es nur noch 6°C (Donnerstag, 12.08.2021). Wir hatten trotzdem gut geschlafen, denn es war absolut ruhig, nur Moni hat nachts gefroren. Wir hatten von vornherein geplant, heute bis nach Paraburdoo weiter zu fahren, etwa 90 km, um wieder einmal richtig einkaufen zu können. In unserem Kühlschrank war nach den zwei Station-Aufenthalten und den Zwischenstationen gähnende Leere. Leider kann man in den Roadhouses auch nichts Vernünftiges kaufen, als einziges erstanden wir ein tiefgefrorenes Toastbrot, damit wir überhaupt noch Brot hatten. In Paraburdoo sollte es einen Supermarkt geben. Leider konnte man auf dem einzigen Campingplatz im Ort nicht online buchen, also mussten wir so unser Glück versuchen.

Die 90 km waren relativ schnell geschafft und wir suchten zuerst das Hotel, in dem man auch die Plätze auf dem Campingplatz buchen kann. Nach etwas Sucherei fanden wir die Rezeption und bekamen einen Stellplatz mit Strom zugewiesen. Wenigstens hat das schon mal geklappt. Jetzt konnten wir in aller Ruhe einkaufen und fanden fast alles was wir brauchten.

Endlich wieder einmal halbwegs vernünftig einkaufen.

Paraburdoo wurde als als Bergarbeiterstadt für die nahe gelegenen drei Minen des Rio Tinto Konzerns Anfang der 1970er Jahre gegründet. Heute hat sie 1.600 Einwohner, wobei viele der Minenarbeiter in extra Wohncontainern, die über die ganze Stadt verteilt sind, untergebracht sind. Auch unser Campingplatz hatte nur 12 Stellplätze für Camper, der Rest, ca. 40…50 Großcontainer, waren Unterkünfte für die Arbeiter. Sie arbeiten übrigens im Schichtdienst, rund um die Uhr.

Als letztes wollten wir noch auftanken und dann kam das Dilemma. Die einzige Tankstelle in Paraburdoo wurde gerade umgebaut und die einzig übrig gebliebene Diesel-Zapfsäule war nur für LKWs ausgelegt. Deren Anschluss passt nicht in meine Tanköffung mit Fehlbetankungsschutz (zu groß).

Wir hätten es wahrscheinlich morgen wieder bis zum Nanuterra Roadhouse geschafft, aber das Risiko war mir zu groß, denn dann durfte nichts dazwischenkommen. Also beschlossen wir, nach dem Mittag noch weiter nach Tom Price zu fahren, etwa 80 km. Das haben wir dann auch gemacht und dort vollgetankt. Gleichzeitig kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten ein, die wir in Paraburdoo nicht bekommen hatten und fuhren zurück. 160 km fahren, um aufzutanken ist schon irgendwie befremdlich…

Dafür wollten wir heute Abend zum ersten Mal unseren vor kurzem gekauften Mini-Campinggriill ausprobieren. Dazu hatte ich Rindersteaks gekauft und besorgte in Paraburdoo noch zwei Maiskolben und Gemüse für Gemüsespieße, die wir auch auf den Grill legen wollten. Zwar hatte ich den Grill etwas spät mit Holzkohle angeheizt, aber wir hatten ja Zeit.

Die Maiskolben und die Gemüsespieße schmeckten sehr gut, das Steak war nicht besonders, zu dünn geschnitten und ziemlich zäh. Trotzdem war das Grillen am Holzkohlengrill nach langer Zeit wieder einmal ein schönes Erlebnis.


Heute (Freitag, der 13.08.2021) wollten wir zurück zum Nanutarra Roadhouse, um von dort aus weiter in Richtung Cape Range Nationalpark an die Küste zu fahren. Die Etappe war 275 km lang. Die gleiche Strecke mit dem Halt im Cheela Plains Station Stay sind wir ja schon bei der Hinfahrt gefahren. In Paraburdoo machten wir noch ein paar Fotos.

Die Skulptur “Resilience” (Unverwüstlichkeit, Widerstandsfähigkeit)
Am Ortseingang stand ein ausgemusteter Riesentruck.

Dann ging es auf die Piste. Sie war wie immer sehr eintönig, nur selten, kamen uns Fahrzeuge entgegen. Und dann passierte es doch: ein Roadtrain kam uns entgegen und obwohl ich soweit wie möglich links gefahren bin, knallte ein Stein in die Scheibe und hinterließ eine etwa 2 cm große Einbuchtung! Die Scheibe war (noch) nicht gerissen und das Loch war von innen nicht zu fühlen. Das hat uns noch in unserer Sammlung gefehlt…

Aber es nützt alles nichts, wir müssen weiterfahren und sehen, ob wir in Exmouth – also übermorgen – eine neue Scheibe bekommen.

Unterwegs machten wir eine kurze Mittagspause, dann kamen wir am Nanutarra Roadhouse an. Den Campingplatz kannten wir ja schon, so war das Einchecken und Stellplatz suchen kein Problem. Zu sehen gab es hier nichts Neues, also versuchten wir den Nachmittag irgendwie sinnvoll zu verbringen, z.B. mit Blog-Schreiben und schon das Mittagessen für morgen zubereiten (Bolognese-Sauce). Das Wetter war angenehm, die Sonne schien und es wehte diesmal kein heftiger Wind. Morgen geht es zum letzten Station Stay, zur Bullara Station.


Die heutige Etappe vom Nanutarra Roadhouse zur Bullara Station war ziemlich lang, etwa 275 km. Da wir aber sowieso nicht vor 11 Uhr einchecken konnten, war das nicht schlimm (Sonnabend, 14.08.2021).

Nach dem Frühstück tankten wir schnell noch auf, dann ging es auf die Strecke. Auch diesmal gab es keinerlei Höhepunkte oder Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Einfach nur endlose Straßen durch das weite Outback. Mit einer Pause erreichten wir kurz nach 11 Uhr die Bullara Station.

Wie wir hatten offensichtlich viele ihre Ankunft so geplant, so dass wir uns erst einmal in die Warteschlange an der Rezeption anstellen mussten.

In der Warteschlange

Aber es ging relativ schnell, nur dass es dann noch eine zweite Schlange gab. Jeder Neuankömmling wurde persönlich begrüßt, bekam in wenigen Sätzen eine Einführung in die Geschichte und Gegenwart der Bullara Station und wurde danach von einer Angestellten auf dem Fahrrad bis zum Stellplatz begleitet.

Die Bullara Station ist seit den 1950 in Besitz der Familie Shallcross. Sie hielten zuerst Schafe und stiegen dann auf Rinder um, da die Schafe nicht genug abwarfen und wilde Hunde und Dingos die Herden dezimierten. Heute züchten sie Droughtmaster-Rinder, eine australische Rinderrasse. Sie bewirtschaftet dazu eine Fläche von reichlich 1.000 km².

Wir richteten uns ein, ich bereitete das bereits vorbereitete Mittagessen zu und Moni erkundete schon mal die Lage an der “Waschmaschinenfront“. Zuerst sah es dort schwierig aus, aber dann bekam sie einen Tipp von einer Angestellten und wurde unsere Wäsche los.

Später sahen wir uns zuerst das Camp an, das sehr urig gestaltet worden ist.

Ein Flaschenbaum, mal wörtlich genommen.
Ohne Kommentar.
Der “Wool Shed”, der alte Wollschuppen, wo die Schafe früher geschoren wurden, war als rustikale Bar bzw. Gemeinschaftsraum umgebaut worden.

Wir liefen dann einen der angebotenen Rundwege rund um das Camp, knapp 5 km. Wenigstens ein bisschen Bewegung. Morgen geht es dann endgültig an die Küste, aber da es sehr schwierig ist mit dem Campingplätzen, müssen wir erst mal sehen wo wir unterkommen.

Comments

  1. Willi Kämmerling

    Hallo Hannes (darf ich doch als Pensionär sagen), das Loch in der Windschutzscheibe kannst Du mit ein wenig Elefantenhaut ankleben, damit keine Risse entstehen. Somit kann die Scheibe bis zum nächsten TÜV drinbleiben. 👍😉

    1. Hallo Willi,
      (auch ich bleibe dabei) vielen Dank für den Tipp. Hatte ich noch nicht gehört und mit dem Material habe ich auch noch nicht gearbeitet. Ich hatte mir hier im Baumarkt ein spezielles Silikon genau für Windschutzscheiben-Probleme gekauft. Bis jetzt hält auch alles. Trotzdem werde ich bei nächster Gelegenheit die Scheibe tauschen, denn wenn wir teilweise extrem holprige “gravel roads” fahren, habe ich ein schlechtes Gefühl. Vor allem wenn man hunderte Kilometer von der nächsten Werkstatt entfernt ist. Der TÜV in Deutschland interessiert mich im Übrigen zumindest das nächste 3/4 Jahr nicht… Und hier gibt es im Gegensatz zu Neuseeland keinen verpflichtenden TÜV für im Ausland zugelassene Fahrzeuge.

      Viele Grüße aus Exmouth / Western Australia

      Ich melde mich per persönlicher Mail noch mal. Bis dahin tschüß

      Hannes

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