Wildblumen und Weizenfelder

Nachdem wir die Inspektion unseres Rangie erfolgreich abschließen konnten, haben wir uns überlegt, was wir als Nächstes machen könnten. Wir beschlossen, die letzten Tage der Wildblumensaison zu nutzen und eine der von der Touristeninformation vorgeschlagene Route durch das west-australische “Wildflower Country” zu folgen.

Quelle: Werbesprospekt zum “Wildflower Country”

In Mullewa – dem Zentrum für die Wildblüten – konnten ich leider nur eine Nacht für morgen buchen. Also brauchten wir noch für heute eine Zwischenübernachtung. Ich suchte einen einfachen Standplatz in Yuna heraus, das waren etwa 100 km. Von dort aus ist es noch einmal die gleiche Entfernung bis nach Mullewa.

Wir ließen uns in Geraldton Zeit und füllten zuerst Frischwasser und dann auch unsere Gasflasche auf (Freitag, 24.09.2021). Gegen halb neun rollten wir los. Die Strecke führte über wenig befahrene Landstraßen durch eine landwirtschaftlich genutzte Gegend.

Vor allem die riesigen Weizenfelder waren beeindruckend.

Weizenfelder soweit das Auge reicht

Der Weizen war schon ziemlich reif und einige wenige Felder waren auch bereits abgeerntet. Die Weizenernte 2021 scheint gut zu werden und so kämpfen die Farmen mit einem ganz anderen Problem. Von Wildblumen war aber erst einmal weit und breit nichts zu sehen.

Eingang zur Fairfax-Farm. So kann man seine alten Fahrzeuge auch verwerten….
Eingang zur Nukara-Farm.

Wir kamen gut voran, da es nicht so viele Highlights am Wegesrand gab und schon kurz nach 11 Uhr kamen wir in Yuna an. Wir sahen nur eine Schule, mehrere große Getreidespeicher und wenige Häuser. Hinter der „Memorial Hall“ war unser Standplatz, ohne Strom, aber wenigstens mit Toilette. Wir überlegten noch kurz, ob wir nicht doch weiterfahren sollten, aber wir beschlossen hier zu bleiben. Ich wollte sowieso den letzten Blog noch abschließen und Moni versuchte, bei einem Spaziergang noch ein paar Wildblumen zu finden.

Für den Abend hatten wir uns Rindersteaks, Würstchen und Gemüse zum Grillen mitgenommen. Nach langer Zeit packten wir mal wieder unseren kleinen Campinggrill aus und heizten mit Holzkohle an. Natürlich war es wie immer zu viel, aber es hat alles sehr gut geschmeckt, besonders wieder die Gemüsespieße und die Maiskolben.

Stillleben mit Grill

Wir waren die einzigen auf dem Platz und am Abend wurde es richtig dunkel und absolut still. Eine Wohltat nach den Campingplätzen mit den vielen Kindern.


Wir hofften, heute etwas mehr von den Wildblumen zu sehen als gestern (Sonnabend, 25.09.2021). Die Nacht war sehr ruhig. Der einzige Mangel des Platzes war, dass es keine Dusche gab, so musste morgens eine Katzenwäsche reichen. Gegen 9 Uhr rollten wir aus Yuna los. Es blieb bei der gleichen Landschaft wie gestern: ringsherum Felder mit Getreide, nur zwischen den Feldern und am Straßenrand gab es ein paar Sträucher und Blumen.

Ohne größere Höhepunkte spulten wir die 80 km bis Mullewa ab. Wir gingen kurz in die Touristeninformation und fuhren dann auf den Campingplatz.

Die Fahrt hat uns wieder ein bisschen enttäuscht, denn von den beworbenen großen Blumenwiesen war nur sehr wenig zu sehen. Nach dem Mittagessen starteten wir den Wildflower Walk, der direkt am Campingplatz begann. Er war nett aber es waren auch nur wenige Blumen zu sehen. Wenigstens konnten wir wieder einmal wandern/spazieren gehen. Wir hängten dann gleich noch den Bushland Trail dran.

Ohne Fliegennetz geht es gar nicht.
Die Wege waren gut ausgeschildert.
Kunstblumen in der Natur.
Die Vögel waren schwierig einzufangen.
Ein Skink

Nach insgesamt 8 km kamen wir wieder in Mullewa an und machten im Railway Hotel eine kurze Pause. Dann war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Campingplatz.


Heute wollten wir eine Etappe auf dem „Wildflower Way“ zurücklegen (Sonntag, 26.09.2021). Der Wildflower Way führt über 300 km von Dalwallinu über Morawa und Mullewa bis nach Geraldton (siehe Bild im Link). Unsere Etappe führte uns heute von Mullewa nach Morawa über etwa 100 km.

In Mullewa besichtigten wir noch die Kirche „Our Lady of Mt Carmel“ und das Wohnhaus von Monsignor John Howes, der auch die Kirche in Geraldton gebaut hatte.

Die Kirche in Mullewa wurde 1921 begonnen und am 1. Mai 1927 geweiht. Auch sie passt im Stil eher in das südliche Europa als nach Australien, wie die Kirche in Geraldton. Da gerade Gottesdienst war, konnten wir die Kirche leider nicht besichtigen.

Danach fuhren wir los und sahen tatsächlich eine ganze Reihe von Wildblumen. Allerdings meistens nur im Streifen am Straßenrand zu den dahinter liegenden Feldern. Richtige Blumenwiesen oder zusammenhängende große Flächen haben wir wieder nicht gesehen. Wir machten einige Fotostopps.

Kurz vor Mittag rollten wir in Morawa ein und fuhren zuerst auf den Campingplatz.

Der „Caretaker“ – also der zeitweilige „Kümmerer“ oder Verwalter für den Platz– war nicht da, so konnten wir uns einen der freien Plätze suchen und bezahlten per Umschlag in eine Box. Danach fuhren wir kurz in das kleine Zentrum, um noch einmal einzukaufen, denn morgen ist Feiertag. Auf dem Campingplatz kochte ich ein leckeres Mittagessen (Thai-Hähnchen-Curry mit Reis) und nachmittags unternahmen wir einen Spaziergang durch den Ort. Leider war das Wetter schlecht: es war ziemlich kalt und es drohte immer wieder zu regnen.

Die (geschlossene) Touristeninformation
Verkehrserziehung

Aber der Ort war sowieso schnell erkundet und wir zogen uns zum Camper und später in den Camper zurück. Die Fliegen sind einfach super lästig.


Nach langer Zeit hatte es früh am morgen geregnet. Wir sind fast 5 Monate von Regen verschont geblieben. Am Morgen war der Regenschauer vorbei, aber es blieb ungemütlich.

Ein mittlerweile ungewohntes Bild für uns – es nieselt.

Heute wollten wir in den Coalseam Conservation Park fahren. Er soll das Highlight für die Wildblumenblüte sein (Montag, 27.09.2021). Dazu mussten wir zuerst nach Mingenew, etwa 60 km von Morawa und dann noch einmal 30 km bis zum Park. In Mingenew (280 Einwohner) wollten wir einen kurzen Umweg über den Campingplatz machen, um einen Stellplatz für heute zu reservieren. Online ging es leider nicht.

Wir fuhren los und hatten die Strecke von Morawa nach Mingenew schnell geschafft. Die Buchung eines Stellplatzes ging auch fix und so mussten wir nur noch tanken. Da die Tankstellen wegen des Feiertages alle geschlossen waren, konnte man nur an einer Automaten-Tankstelle ohne Bedienung tanken. Aber das ging ohne Probleme und wir konnten zügig zum Park weiterfahren.

Wir stellten uns auf einen Tages-Parkplatz und begannen den ca. 4 km langen Rundweg. Diesmal liefen wir wirklich zwischen großen Blütenteppichen. Leider war die Hochzeit der Blüte für die Blumen schon vorbei. Trotzdem gab es sehr schöne Eindrücke.

Dieser Besuch hatte sich gelohnt, auch wenn wir ein paar Tage zu spät gekommen sind. Wir besichtigten noch einige Ausblicke rund um das Tal des Irwin Rivers.

Rastplatz im Tal des Irwin-Rivers

Der Name des Parks kommt übrigens von den Kohle-Lagerstätten, die als schmale Bänder das Gestein durchziehen. Hier wurde die erste Kohle in West-Australien abgebaut. Wenige Spuren davon gab es noch im Park zu sehen.

Zufrieden traten wir den Rückweg an und stellten uns auf den Campingplatz. Aber das Wetter blieb April-mäßig und es gab noch einige Regenschauer. Zum Glück sind wir während unseres Besuchs im Conservation Park trocken geblieben.


Heute sollte es in Richtung Perenjori gehen, zurück auf den „Wildflower Way“ (Dienstag, 28.09.2021). Das Wetter heute Morgen war kalt und nebelig. Das waren wir überhaupt nicht mehr gewöhnt. Wir zogen uns wärmer an und fuhren los. Erste Zwischenstation war das Örtchen Three Springs, etwa 50 km entfernt. Auf dem Weg dahin lockerte der Nebel etwas auf und die Sonne kam zögerlich hervor.

In Three Springs (400 Einwohner) gingen wir im IGA einkaufen, der einen angeschlossenen Bottle-O‘ Laden hatte, also einen Spirituosenladen. Auch er hatte bereits geöffnet. Sehr unüblich, sonst öffnen die Getränkeläden erst um 10 Uhr. Danach liefen wir noch kurz die Hauptstraße einmal hoch und runter und fassten dann zwei Ziele in’s Auge: zum ersten einen Lookout über die größte Talkum-Mine Australiens und zweitens potentielle Fundstellen von „wreath flowers“, das sind Blumen, die wie ein Kranz wachsen. Auf den Prospekten sah es sehr schön aus…

Die Talk-Mine war knapp 20 km entfernt und der Lookout befand sich auf einer Abraumhalde hoch über dem Abbaugebiet. Die Mine begann 1948 mit der Produktion und heute werden 120.000 Tonnen/Jahr abgebaut. Die Mine ist damit die zweitgrößte Talk-Mine der Welt.

Die Mine sah relativ verlassen aus.

Wir schossen ein paar Fotos und machten uns auf die Suche nach den Kranzblumen. Von der Touristeninformation in Geraldton hatten wir ein Blatt erhalten, wo als Fundort ein Straßenname angegeben war. Die „Straße“ war eine Gravel Road nicht allzuweit vom Lookout. Wir fuhren und fuhren und stellten dann fest, dass die Straße etwa 13 km lang war. Nach 10 km wollte ich schon aufgeben, aber die restlichen Kilometer wollten wir dann doch noch abfahren. Und siehe da, plötzlich stand ein Schild am Straßenrand, dass es auf den nächsten 2 km diese Blumen geben soll.

Und wirklich: schon nach ein paar Metern sahen wir die ersten Kranz-Blumen, die gerade richtig in der Blüte standen. Sehr schön, dann hat sich das ja richtig gelohnt.

Wir fuhren zurück nach Three Springs und von dort in das Städtchen Canamah. Nach einem kurzen Stopp ging es dann schließlich zu unseren heutigen Tagesziel Perenjori (270 Einwohner). Wir hatten den Stellplatz gestern gebucht und so ging das Einchecken schnell. Das Wetter hatte sich wieder beruhigt, der Himmel war nahezu wolkenlos und es war ziemlich warm. Der einzige Wermutstropfen waren die Mücken, die später kamen und uns in den Camper trieben, trotz Mückensprays…


Heute wollten wir den „Wildflower Way“ abschließen (Mittwoch, 29.09.2021). Dazu ging unsere Fahrt zuerst etwa 80 km nach Südosten bis nach Dalwallinu. Als wir morgens in Perenjori starteten, war das Wetter nicht besonders, der Himmel war wolkenverhangen und es nieselte leicht. Wir tankten kurz und fuhren dann los. Die Landschaft war wieder geprägt von endlosen Weizen- und Rapsfeldern. Nur ab und zu gab es große Getreidesilos.

In dem Örtchen Latham (160 Einwohner) machten wir eine erste Pause und bewunderten den etwas skurrilen Park. Nach einer kurzen Pause fuhren wir weiter.

Im wahrsten Sinne des Wortes eine Outdoor-Küche…
Ein außergewöhnliches Schlagzeug

Am Buntine Rock machten wir einen weiteren Zwischenstopp. Die Gravel Road endete etwa 1,5 km vor dem Felsen, den Rest gingen wir zu Fuß. Der Buntine Rock ist ein kleiner Granit-Felsen, von dem man einen sehr schönen 360° Blick über die umliegende Landschaft hat.

Der Felsen war nur ca. 50 m hoch.
Schöner Blick über Buschlandschaft und Felder
Zwei Rosa-Kakadus (auch Galah genannt)
Ein Skink mit seiner Drohgebärde: weit aufgerissenes Maul und blaue Zunge.

Nun war es nur noch ein kurzes Stückchen bis Dalwallinu (700 Einwohner). Wieder ein ganz typisches Mini-Städtchen.

Wattle sind australische Akazienarten, siehe Wikipedia

Wir besuchten die Touristeninformation und kauften uns später in einem Imbiss noch etwas zu Essen. Danach starteten wir zu unserem eigentlichen Ziel, dem Roadhouse in Paynes Find. Morgen geht es dann zum Mount Magnet.

Die Strecke zum Roadhouse zog sich mächtig in die Läge, es waren nochmal 170 km meist schnurgerade Straße. Mittlerweile schien auch wieder die Sonne und es wurde ziemlich warm. Aber irgendwann hatten wir es geschafft.

Der Campingplatz des Paynes Find Roadhouses war sehr einfach und mehr eine Arbeiterunterkunft. Aber für eine Nacht wird es schon gehen….

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