Zurück nach Geraldton und weiter an der Batavia-Küste nach Süden

Wir waren froh, als wir am nächsten Morgen unsere Sachen wieder zusammenpacken und den hässlichen Campingplatz des Paynes Find Roadhouses verlassen konnten (Donnerstag, 30.09.2021). Ringsherum sah es aus wie auf einer Baustelle und Strom gab es auch nicht, obwohl die ganze Zeit die Generatoren liefen. Sie waren aber nicht zu laut, so dass wir wenigstens schlafen konnten. Das einzig Positive waren die Sanitäranlagen. Wir hatten eine Kabine mit Toilette und Dusche nur für uns, das war schon sehr angenehm.

Direkt am Roadhouse war ein Art Museum für den Goldbergbau ausgeschildert. Leider hatte es geschlossen und von außen war nicht allzu viel zu sehen.

Dann ging es auf die Piste, bis Mount Magnet waren es etwa 180 km. Mount Magnet hat den Namen von einem Forscher erhalten, der festgestellt hatte, dass ein Hügel in der Nähe der jetzigen Stadt seinen Kompass stark ablenkte. Die Ursache war ein sehr hoher Eisenerz-Gehalt des Bodens.

Bekannt ist Mount Magnet aber durch die hiesigen Goldminen. Gold wird hier im großen Maßstab seit fast einhundert Jahren abgebaut. Das sieht man auch der Landschaft. Als wir in Mount Magnet ankamen, fielen uns die vielen Abraumhalden und Industrieanlagen auf. Wir fuhren aber zuerst zum Campingplatz, wo wir tatsächlich noch den vorletzten Platz ergattern konnten. Danach gingen wir ein wenig der Hauptstraße entlang.

Das Seniorenzentrum von Mount Magnet

Wir waren ziemlich schnell durch mit dem Rundgang und beschlossen, mit dem Auto noch eine Runde rund um Mount Magnet zu drehen. Wir hatten die Beschreibung in einem Prospekt gefunden und fuhren los. Den ersten Stopp machten wir bei den Granit-Felsen, die den Aborigines der hiesigen Gegend heilig sind.

Bei „The Granites“ stoppten wir und machten ein paar Fotos.

Über einige Kilometer Gravel Road durch die Felsenlandschaft führte die Route wieder auf die Straße bis zu den Resten von Lennonville. Die Nachbarsiedlung wurde im 1. Weltkrieg aufgegeben, man sieht nur noch spärliche Reste der Eisenbahnstation.

Die letzten Reste der Eisenbahnstation von Lennonville

Mit zwei, drei weiteren Stopps erreichten wir den Warramboo Lookout, von dem man einen guten Blick über die Bergbau-Landschaft hat.

Blick in eine der Goldminen

Welcher Hügel der namensgebende ist, haben wir leider nicht herausgefunden. In keiner Karte war der Hügel „Mount Magnet“ eingezeichnet. Am Fuße des Aussichtspunktes befand sich die aktive Goldmine „Hill 50“, die man aber nur vom Zaun aus sehen konnte.

Blick auf die Verarbeitungsanlage. Das Gold wird hier vor Ort extrahiert, so dass der gesamte Abraum auch hier verbleiben kann.
Checkers Mill – Hier wird das goldhaltige Gestein zerkleinert.

Zurück auf dem Campingplatz machten wir für uns das Abendessen und danach kam noch die erlösende Nachricht: unsere deutschen Führungszeugnisse sind nach 4 Wochen endlich bei unserem Sohn angekommen, der sie eingescannt und uns zugesandt hatte. Nunmehr sollten wir alle Dokumente für die neuen Australien-Visa zusammen haben. Zur Erinnerung: die australischen und neuseeländischen Führungszeugnisse haben wir nach 2 Tagen Bearbeitungszeit erhalten (+ Postlaufzeit für das australische). Auf jeden Fall fiel uns ein Stein vom Herzen.


Am nächsten Morgen (Freitag, 01.10.2021) gab es die zweite positive Überraschung: unsere erste vollständig elektronisch erarbeitete Steuererklärung war fertig bearbeitet worden und wir bekamen sogar etwas Geld vom Finanzamt zurück. Manchmal passiert wochenlang gar nichts und jetzt quasi innerhalb eines Tages zwei positive Überraschungen. Darauf wollen wir heute Abend anstoßen!

Gestern Abend hatten wir noch überlegt, wie wir die Reise fortsetzen wollen. Eine Variante wäre eine Tour durch die nördlichen Goldfelder im Outback nach Meekatharra und über Sandstone zurück nach Mount Magnet gewesen. Aber dazu hätten wir knapp 200 km Gravel Road fahren müssen und im Straßenzustandsbericht stand, dass man aufgrund von Regenfällen der letzten Tage dort extrem vorsichtig fahren soll. Das klang alles nicht sehr vertrauenserweckend, zudem war weiteres schlechtes Wetter angesagt. Also beschlossen wir, zurück in Richtung Geraldton zu fahren. Wir konnten an der Strecke keinen Stellplatz buchen, also fuhren wir einfach los und wollten sehen wie weit wir kommen.

Das war das Interessanteste an Yalgoo…

Erster Stopp war nach 120 km in dem kleinen Weiler Yalgoo, wo es auch einen Campingplatz gibt. Allerdings machte der auf uns wie das gesamte Dörfchen einen traurigen, heruntergekommenen Eindruck.

Werbung für den General Store – den es tatsächlich gab..

Wahrscheinlich trug auch das Wetter dazu bei. Es war regnerisch, sehr windig und ziemlich kalt. Da es auch noch früh am Tag war, wollten wir nicht hier bleiben, sondern beschlossen weiter zu fahren.

Nächster Stopp nach weiteren 80 km war die Siedlung Pilbar. In einem Prospekt hatte ich gelesen, dass es dort besonders viel von den Kranzblumen geben soll, die wir schon vor ein paar Tagen an einer anderen Stelle gesehen hatten. In Pilbar ankommen, sahen wir sogar richtige Hinweisschilder auf die „wreath flowers“.

Damit war die Orientierung einfach und wir erreichten die Stelle. Diesmal waren es Hunderte der Blumen, die beide Straßenränder schmückten. Ein sehr schönes Erlebnis.

Danach waren es noch 130 km bis nach Geraldton, die wollten wir nun auch noch schaffen. Die Fahrt ging an Mullewa vorbei, wo wir auf der Hinfahrt einen Stopp eingelegt hatten. In Geraldton gingen wir noch einkaufen, denn heute Abend sollte es eine Flasche Sekt werden! Auf einem Campingplatz weit außerhalb der Stadt fanden wir ohne Probleme einen Stellplatz, nach 380 km Fahrt.

Leider blieb das Wetter kühl und regnerisch. Dafür war es der 157ste Campinglatz in Australien!!! Damit hatten wir die Anzahl der Campinglätze in Neuseeland mit 154 schon übertroffen. Ein weiterer Grund anzustoßen 😉


Heute war sozusagen ein „Ruhetag“ in Geraldton vorgesehen (Sonnabend, 02.10.2021). Wir mussten/wollten einige Dinge einkaufen. Das Wetter war sehr durchwachsen, es war kühl und fühlte sich an wie typisch deutsches Aprilwetter. Wir verlängerten den Stellplatz um einen Tag und fuhren in die Stadt. Als einziges Ausflugsziel hatten wir Greenough ausgewählt, einen kleinen Ort ca. 20 km südlich von Geraldton.

Dort sollte es neben einigen historischen Gebäuden auch eine Destillerie geben. Dort angekommen entpuppte sich die beworbene Destillerie nur als kleiner Verkaufsstand Die zugehörige, eigentliche Destillerie befindet sich am anderen Ende von Geraldton.

Wir probierten trotzdem zwei Sorten Rum und kauften dann eine Flasche und eine Miniaturflasche.

Auf dem Rückweg hielten wir noch bei den vom Wind zerzausten Bäumen.

Der Baum im Hintergrund ist als Titelbild des Beitrages abgebildet.

Am Ende des Tages waren wir zufrieden. Wir hatten unsere Einkaufszettel abgearbeitet und so kann die Reise morgen weiter gehen. Das wird allerdings wieder schwierig, denn alle Campingplätze für das Ziel von Morgen waren angeblich ausgebucht. Die Schulferien werfen ihre Schatten voraus.


Unser Ziel heute war Dongara ein kleines Städtchen, das mit Port Denison eine Art Doppelstadt darstellt, die durch den Irwin River getrennt ist. Sie liegt nur 60 km südlich von Geraldton, daher hatten wir früh morgens genug Zeit. Ich hatte gestern noch versucht auf einen der vier Campingplätze in Dongara/Port Denison einen Stellplatz zu bekommen, hatte aber nur eine Absage bekommen, die anderen hatten sich gar nicht gemeldet. Online ging es nicht zu buchen oder war belegt. Also sollten wir uns doch ein bisschen beeilen, damit wir hoffentlich doch noch einen Platz ergattern können.

Trotzdem wollen wir uns heute (Sonntag, 03.10.2021) zuerst den Sonntagsmarkt in Geraldton ansehen. Leider war das Wetter schlecht, es gab einige ziemlich heftige Schauer.

Auf dem Weg zum Markt

Der Markt findet am alten Bahnhof in Geraldton statt. Wir fanden einen Parkplatz und bummelten über den Markt.

Wenigstens hatte es mit regnen aufgehört. Es gab die typischen Angebote, viele selbstgemachte Lebensmittel, Schmuck und sonstiger Krims-Krams.

Offensichtlich ein Anhänger/in von Frida Kahlo

Natürlich gab es auch einige Essens-Stände. Nach einer reichlichen halben Stunde hatten wir den Markt gesehen und fuhren los in Richtung Dongara. Dort steuerten wir den ersten Campingplatz an und hatten Glück – es gab noch einen freien Platz. Alle Plätze waren hier mit Ensuite-Kabinen ausgestattet, d.h. jeder Stellplatz hatte seine kleine Kabine mit Toilette und Dusche.

Der Platz war sehr angenehm, auch wenn er später ziemlich voll wurde, aber es sind eben Ferien und es waren tatsächlich viele Familien mit Kindern unterwegs.

Nach dem Mittagessen machten wir einen großen Rundgang durch Dongara und Port Denison.

An der Hauptstraße wurden vor über 100 Jahre asiatische Feigenbäume gepflanzt. Heute stehen sie unter Naturschutz.

Hauptziel war die Skulptur eines übergroßen Hummers, weswegen Dongara auch Rock-Lobster Capital of Australia genannt wird. Natürlich werden hier auch Rock Lobster gefangen. Mal sehen, ob wir Gelegenheit haben, so einen Hummer zu probieren.

Ein Rock Lobster auf einem stilisierten Boot

Wir spazierten an der Marina und am Strand entlang zu einem Obelisken, der etwas oberhalb des Strandes stand.

Der Obelisk wurde zu Ehren der auf See gebliebenen Fischer sowie der Opfer der Schiffsunglücke vor der Küste errichtet.

Das Wetter hatte sich beruhigt und die Sonne schien. Auf dem Rückweg machten wir eine kurze Pause in einem schönen Restaurant, wo gerade ein Country-Sänger auftrat. Sehr nett.

Am Weg waren Stahlskulpturen aufgestellt, die an die in den beiden Weltkriegen gefallenen australischen Soldaten erinnern sollten.

Später gab es noch ein kleines Hindernis: der offizielle Wanderweg führte durch den Irwin-River. Er war zwar hier direkt an der Mündung nur knietief, aber wir erkundeten erst einmal, ob wir tatsächlich durchkommen.

Danach war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Campingplatz, wo wir gleich noch um einen Tag verlängerten. Am Nachmittag genossen wir die letzten warmen Sonnenstrahlen.


Heute (Montag, 04.10.2021) hatten wir uns nichts Großes vorgenommen. Wir mussten unseren Stellplatz räumen und können später auf einem anderen Platz wieder aufbauen. Wir fuhren zuerst einkaufen und danach zum South Beach. Dort war trotz eines Montag-Morgen schon eine ganze Menge los. Vor allem für Surfer schien der schöne weiße Strand ideal zu sein.

Wunderschöner weißer Sand

Wir beobachteten die Surfer eine Weile und liefen dann zum Camper zurück.

Am Fischladen machten wir den nächsten Stopp, aber der hat montags geschlossen. Durch die Schaufensterscheiben konnte man die lebenden Hummer sehen. Schade.

Aber wir hielten einfach noch mal bei dem sehr guten lokalen IGA-Markt und siehe da: es gab gekochten TK-Hummer genau von der hiesigen Firma. Ein Stück kostete nur 25 $AUD (~17 €). Also kauften wir gleich zwei Stück für heute Abend.

Zum Mittagessen gab es auch eine Meeresfrüchte-Delikatesse: wir hatten vor ein paar Tagen einen ganzen Tintenfisch gekauft und den sollte es heute geben. Er wurde erst einmal weich gekocht und dann noch mal in der Pfanne angebraten (lieber hätte ich ihn gegrillt). Aber er schmeckte köstlich…

Lecker….

Nachmittags machten wir noch einen kleinen Spaziergang. Leider hatte sich Moni am Vormittag ihren Fuß verknackst und konnte nicht gut laufen. Abends gab es dann das zweite Gourmet-Highlight des heutigen Tages – für jeden einen ganzen Rock Lobster.

Eines der beiden Prachtstücke

Wir aßen ihn kalt (aber natürlich aufgetaut 😏 )  Das Fleisch war wunderbar, nur die extra dafür gekauften Saucen konnten da geschmacklich nicht so richtig mithalten.

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