Turquoise Coast mit Lesueur National Park und Pinnacle Desert

Die Turquoise Coast beginnt im Süden nördlich von Perth, wo die Wanneroo Road zum Indian Ocean Drive wird, der an der Küste parallel zum Brand Highway nach Norden führt und südlich von Dongara/Port Denison dann im Brand Highway mündet.

Wir starteten unsere Reise in Dongara, wo wir zwei Tage auf einem schönen Campingplatz verbracht hatten. Heute (Dienstag, 05.10.2021) sollte es bis nach Green Head gehen. Es hatte nachts geregnet und auch am Morgen regnete es noch. Wir beschlossen, mit der Abfahrt etwas zu warten bis sich der Regen vielleicht ein bisschen verzogen hat. Nach halb 10 fuhren wir los, aber unsere Hoffnung auf weniger Regen war nur fast in Erfüllung gegangen, denn ab und zu nieselte es noch.

Trotzdem fuhr es sich angenehm. Zuerst ging es auf dem Highway 1 entlang, dann zweigte der Indian Ocean Drive in Richtung Küste ab. Obwohl er relativ nah an der Küste entlang führte, gab es kaum Ausblicke auf’s Meer. So fuhren wir reichlich 100 km durch, kamen kurz vor Mittag auf dem Campingplatz in Green Head an und checkten ein.

Auch heute machten wir einen längeren Spaziergang auf dem 3 Bay Walkway, einem sehr gut ausgebauten Weg entlang der Küste, vorbei an drei Buchten: der South Bay, der Dynamite Bay und der Rock Bay. Insgesamt waren es etwa 5 km.

Der Regen hatte aufgehört, aber es war ziemlich kalt und an der Küste wehte ein heftiger Wind. Hier ein paar Eindrücke:

Später zogen wir uns in unseren Camper zurück, arbeiteten noch ein bisschen an unseren Laptops und schauten uns abends ein paar Videos von uns an.


Der Lesueur National Park war unser heutiges Ziel (Mittwoch, 06.10.2021). Der Nationalpark Lesueur wurde nach Charles-Alexandre Lesueur benannt, einem Maler und Naturforscher an Bord der Naturaliste bei der Baudin Expedition 1801. Die französische Regierung hatte die Schwesternschiffe Naturaliste und Geographe in Auftrag gegeben, um diese Küstenbereiche zu kartieren, die nicht von James Cook dokumentiert worden ist. Viele Sehenswürdigkeiten der Westküste tragen die Namen der Mitglieder dieser Expedition, einschließlich Mount Peron (der Naturforscher der Expedition) und Mount Michaud (der Botaniker-Gärtner). Jurien Bay wurde benannt nach Charles Marie Vicomte Jurien, damaliger Marineadministrator.

Der Park liegt etwa 30 km von Green Head entfernt. Zuerst ging es auf einer Landstraße vorwärts, die letzten 11 km waren dann eine relativ gut befahrbare Gravel Road. Wir mussten am Eingang des Parkes die Parkgebühren bezahlen (etwa 11 €). Dann führte eine geteerte kleine Straße 18 km durch den Park Es waren viele Stopps mit Hinweisschildern eingerichtet und zwei größere Parkplätze von denen verschiedene Wanderwege abgingen. Wir hielten gleich beim ersten, stellten das Auto ab und begannen unsere kleine Wanderung. Es war ein Rundweg von ca. 4 km, von dem noch mal ein Stichweg auf den Mount Lesueur (313 m) abging.

Weg auf den Mt Lesueur

Wir kamen nur langsam vorwärts, denn die Blütenvielfalt war wieder riesig. Trotzdem wir schon so viele Blüten gesehen hatten, überraschten uns hier wieder völlig andere Pflanzen. Und wir schienen auch zur richtigen Jahreszeit da zu sein.

Nach der Hälfte des Rundweges ging der Weg zum Mount Lesueur ab. Die 170 Höhenmeter hatten wir auf dem gut begehbaren Weg schnell geschafft.

Wir genossen die Aussicht, kehrten aber relativ schnell wieder um, denn es wehte ein kalter Wind und die Zeit war schon ziemlich fortgeschritten. Zurück am Parkplatz machten wir erst mal Mittagspause und beschlossen, keinen weiteren Weg zu laufen, sondern zurück nach Green Head zu fahren und dort einen Weg zu erkunden, den uns der Mann an der Rezeption des Campingplatzes empfohlen hatte.

Nach einer halben Stunde waren wir an der Küste und hielten als erstes an schneeweißen Sanddünen, die etwas abseits des Strandes gelegen sind. Wunderschön!!

Kein Schnee, sondern schneeweißer Sand

Die Fahrt führte an einem einfachen Campingplatz vorbei. Wir hielten an der nächsten Sehenswürdigkeit – eine kleine Insel direkt vor dem Strand mit interessant geformten Felsen und wieder einer Art Fenster.

Der letzte Stopp war der Point Luise. Danach fuhren wir zurück auf den Campingplatz. Ein netter Tag geht zu Ende.


Auch heute (Donnerstag, 07.10.2021) war ein Nationalpark unser Hauptziel: Es sollte in den Nambung National Park gehen, besser bekannt durch seine Hauptsehenswürdigkeit: The Pinnacles Desert. Der Park war nicht weit entfernt, also konnten wir uns Zeit lassen. Wir fuhren von Green Head zuerst nach Jurien Bay, wieder ein sehr touristischer Ort. Wir nutzten die Gelegenheit zum Einkaufen und Auftanken. Danach ging es direkt weiter bis zum Nationalpark. Wir mussten wieder 15 $AUD bezahlen. Der Nationalpark kann zu Fuß auf einem kleinen Rundweg oder mit dem Auto auf einer größeren Schleife erkundet werden. Die Größe der Autos war begrenzt auf maximal 7 m Länge und 2,50 m Breite. Da passte unser Rangie gerade noch in das Raster.

Die Strecke ist als Einbahnstraße ausgelegt und es gibt überall kleine Buchten, wo man problemlos kurz parken konnte. Die Eindrücke waren fantastisch. Es ist immer wieder faszinierend, was die Natur so erschaffen hat.

Danach ging es zurück zu unserem eigentlichen Tagesziel, dem Örtchen Cervantes, dass den Namen von einem hier gesunkenen US-Walfangschiff hat. Der 1962 gegründete Ort ist nicht nur Ausgangspunkt für den Pinnacle-Park, sondern auch bekannt durch seine Rock Lobster Fischerei.

Dort wollten wir eine der angebotenen Führungen durch die Fabrik mitmachen, aber sie wird nur einmal am Tag um 12 Uhr angeboten. Dazu waren wir zu spät dran. Die zweite Tour, die wir gerne gemacht hätten – auf einem Boot mitfahren und das Einholen der Hummer-Käfige live auf dem Meer zu erleben – wurde nicht mehr angeboten. Beides schade. Wenigstens haben wir vor ein paar Tagen Rock Lobster satt gegessen.

Letzter Punkt war ein Besuch des Sees Lake Thetis. Hier soll es auch Stromatoliten geben, die wir schon einmal versucht haben zu sehen. Der kleine Salz-See liegt 1,5 km außerhalb der Stadt und war schnell erreicht.

Auf einem Bohlenweg kann man bis an den See gehen – und nicht viel sehen. Die ringförmigen Gebilde lagen im trüben Wasser und das Bild auf der englischen Wikipedia-Seite täuscht ganz schön. Sie sind relativ „jung“ – etwa 1200 Jahre alt.

Aber wir hatten sie wenigstens gesehen und fuhren dann endgültig auf unseren Campingplatz.

Eigentlich warteten wir noch auf eine Bestätigung von Airbnb, denn wir wollten in den nächsten Tagen Perth erreichen und dort eine Woche in einer Airbnb Wohnung bleiben. Da keine Bestätigung von der Vermieterin kam, stornierte ich die Bestellung und wollte eine andere Wohnung buchen. Das ging aber gründlich schief. Die Rechnung kam, aber die Buchung war nicht sichtbar. Ich chattete eine Weile mit dem Kundendienst von Airbnb, aber heute kam keine Lösung mehr für das Problem.


Um den vollen Campingplätzen und dem Kindertrubel durch die Schulferien zu entgehen, wollten wir heute weg von der Küste (Freitag, 08.10.2021). Ziel ist New Norcia, die einzige Klosterstadt Australiens mit einem aktiven Benediktinerkloster.

Zuerst führte die Route aber etwa 80 km entlang der Indian Ocean Road nach Süden bis nach Lancelin. Kurz vor Lancelin meldete sich plötzlich Airbnb und wollte mit mir über die Fehlbuchung chatten. Im fahrenden Auto etwas schwierig… Ich hielt kurz auf einem Parkplatz und dann fuhren wir das kurze Stück bis in den Ort.

Leider war wieder alles vergeblich, denn der Airbnb-Mitarbeiter konnte kein deutsch (der Chat gestern Abend war in Deutsch) und als er es für sich übersetzt hatte, leitete er mein Anliegen auch nur an die Techniker weiter und damit war es für ihn erledigt. 

Etwas genervt fuhren wir weiter, ohne uns das kleine Städtchen weiter anzuschauen. Die Route führte nunmehr westwärts in das Landesinnere. Die Landschaft wurde zunehmend europäischer, mit vielen Feldern, kleinen Wäldern und Hügeln.

Auch die Straßen waren leicht kurvig und es ging nicht mehr schnurgerade bis zum Horizont. In einem Roadhouse machten wir eine kurze Mittagspause und gegen halb 2 Uhr hatten wir New Norcia erreicht.

Die Siedlung wurde 1846 von zwei Benediktiner gegründet. Sie wollten die Ureinwohner der Victoria-Ebene missionieren. Das Dorf sollte sich durch die Landwirtschaft selbst versorgenden. Allerdings wurde die Bevölkerung in den 60er Jahren des 18ten Jahrhundert durch eingeschleppte Krankheiten stark dezimiert, so dass die Mission mehr die Richtung einschlug, den Kindern eine praktische Ausbildung zu geben. Die klösterliche Gemeinde zählte damals bis zu 80 Einwohner. Die Schule für die Ureinwohner schloss in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und die weiterführende Schulbildung wurde in den 1990ern aufgegeben. Das Kloster ist noch aktiv und das Museum, die Unterkünfte und die Kunstgalerie locken Gäste an.  Wir sahen uns das weitläufige Klostergelände mit vielen Einzelgebäuden nur von außen an.

Blick in den Innenhof des eigentlichen Klosters
Das ehemalige Mädchengymnasium
Die Kirche des Klosters
Das ehemalige Jungengymnasium
Der “Rock of Remembrance” zur Erinnerung an die Opfer körperlicher, geistiger und sexueller Gewalt hinter den klösterlichen Mauern… Die Gedenkstätte wurde genau vor einem Jahr errichtet (Oktober 2020).

Von dort aus war es nur ein kleines Stück bis nach Yerecoin, wo ich in der Wikicamps-App einen abgelegenen Campingplatz gefunden hatte. Es war ein städtischer Campingplatz mit wenigen Standplätzen. Es stand nur ein Caravan da und außer uns kamen auch keine weiteren Gäste.

Der Campingplatz war Teil eines Erholungsparks mit Sportplatz, Golf- und Kinderspielplatz und hatte ein kleines, sauberes Sanitärgebäude. Die Plätze waren sogar mit Strom ausgestattet. Der Platz war absolut ruhig und eine Erholung gegen den letzten trubeligen Plätzen.


Gestern Abend hatten wir noch über Airbnb unsere Wunschwohnung in Perth ab Sonntag für einen Woche gebucht. Diesmal klappte alles ohne Probleme. Daher brauchten wir aber noch ein Zwischenquartier auf dem Weg nach Perth und hatten uns Toodyay als heutiges Ziel ausgesucht (Sonnabend, 09.10.2021). Das waren 80 km und die hatten wir auf den Landstraßen schnell hinter uns gebracht. Wir checkten kurz auf dem Campingplatz ein, der etwas außerhalb der Stadt lag und fuhren dann nach Toodyay zurück, denn heute gab es ein größeres Fest. Eine Art Volksfest mit Landwirtschaftsschau, die „16th Toodyay Agricultural Show“.

Es war eine bunte Veranstaltung u.a. mit Reitvorführungen und Leistungsschauen für Schafe, Ziegen, Rinder und Geflügel oder auch Schafwolle. Natürlich gab es auch viel für Kinder: Fahrgeschäfte wie auf einem Rummel, Naschereien oder Kinder-Schminken. Aber auch Parteien oder kirchliche Einrichtungen hatten Stände. Ein buntes Gemisch.

Uralte (mit Dampf betriebene) und ….
… modernste Maschinen.
Ein schottischer Spielmannszug trat auf.
Die beste Wolle ….
… und die schönsten Kühe wurden prämiert.
Während einige Kinder zum Spaß auf Kamelen ritten …
…waren andere beim Dressurreiten gefordert.
Rettungskräfte demonstrierten sehr lebensnah die Rettung von eingeklemmten und verletzten Insassen eines Autos. Das Auto wurde wirklich ringsherum aufgeschnitten.
Und auch der Genuss kam nicht zu kurz (“Es ist keine Sünde, Gin zu bevorzugen”)

Nach dem Rundgang auf dem Festivalgelände schlenderten wir noch durch das kleine Städtchen (also einmal die Hauptstraße hoch und runter) und kehrten noch in ein Café ein.

Danach fuhren wir zum Campingplatz.


Wir hatten gut geschlafen, nur die Pfauen, die auf dem Campingplatz herumliefen, machten ziemlich früh Krach. Heute (Sonntag, 10.10.2021) geht es nach Perth. Dort haben wir für eine Wochen eine Airbnb-Wohnung gemietet, um von dort aus Perth und die Umgebung zu erkunden. Mittlerweile ist auch unsere Falschbuchung durch Airbnb behoben worden – wieder eine Sorge weniger.

Bei sonnigem, aber wieder sehr kaltem Wetter (11°C) fuhren wir los. Es waren nur etwa 90 km bis in die Stadt. Die Landschaft ähnelte immer mehr eine weiten Eifel-Landschaft, auch wenn es natürlich andere Bäume waren. Schon kurz vor 10 Uhr kamen wir in Perth an. Dazu dann in den nächsten Beiträgen.

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