Adelaide (2), McLaren Vale und Kangaroo Island

Heute verabschieden wir uns vom Murray River und fahren zurück nach Adelaide (Sonntag, 09.01.2022). Dort wollen wir zwei Tage bleiben und dann über das McLaren Valley auf Kanguroo Island fahren. Die heutige Strecke war relativ kurz – ca. 100 km – und führte zum großen Teil durch die Adelaide Hills, die wir schon bei unserer Visite in Hahndorf besucht hatten. Wenn wir gewusst hätten, wie schön es hier in Mannum ist und dass das Wetter mitspielt, wären wir sicherlich noch einen oder zwei Tage geblieben.

Nicht weit von Mannum hatten wir auf den Prospekten noch einen Wasserfall als Attraktion entdeckt, nur etwa 10 km entfernt. Also fuhren wir zuerst dorthin.

Wir stellten das Auto ab und gingen in das felsige Bachtal. Da aber Hochsommer ist, gab es kein fließendes Wasser mehr, sondern es stand nur noch etwas Wasser in verschiedenen Felslöchern.

Trotzdem war das Tal sehr schön. Wir liefen etwa 1 km bis zum oberen Parkplatz und dann der Einfachheit halber auf der Straße zurück. Trotz des fehlenden Wasserfalls war es ein netter Spaziergang.

Die weitere Fahrt durch die Hügellandschaft war wieder schön und wir entdeckten sogar noch etwas Spektakuläres: das größte Schaukelpferd der Welt.

Es ist 18 m hoch und steht am Eingang zu einer Spielwarenfabrik, an der auch gleich ein kleiner Tierpark angeschlossen ist. Das Schaukelpferd ist sogar innen begehbar und kann daher als Aussichtspunkt genutzt werden. Das ist aber alles eher was für Kinder. Wir sahen uns etwas um und fuhren weiter. 

Die Strecke durch das Torrens Valley (Torrens Valley Scenic Drive) war sehr kurvig und hügelig. Erst kurz vor Adelaide wurde es flacher und wir fuhren durch die Vororte von Adelaide.  Da schon wieder Mittagszeit war, steuerten wir eine CraftBeer Brauerei an.

Die Pirate Brewing war in einer riesigen Halle untergebracht.

Wir bestellten uns etwas zu essen und tranken jeder ein kleines Bier. Das Essen war aber nur ein kleiner Snack und so fuhren wir fast hungrig zum Campingplatz. Die Plätze waren reserviert, wir checkten kurz ein und fuhren nochmals los zu einer anderen Brauerei, der Big Shed.

Wir aßen jeder noch eine Kleinigkeit, dann waren wir aber wirklich satt. Danach ging es endgültig zurück zum Campingplatz. Wir richteten uns ein und am späten Nachmittag gingen wir zum Strand von Semaphore, wo wir schon einmal waren. Er lag nur 100 m hinter unserem Campingplatz.

Der Strand war ganz gut, auch wenn wir wegen Ebbe weit bis zum Wasser laufen mussten und auch dann lange nicht richtig schwimmen konnten. Aber bei über 30°C war es eine schöne Erfrischung.

Moni stand hier noch im Wasser.

Danach relaxten wir noch unter unserer Markise und konnten ausnahmsweise mal sehr lange draußen sitzen, denn es war warm, es gab keine Insekten und es wehte kein böiger Wind.


Den heutigen Tag wollten wir noch mal in Adelaide verbringen (Montag, 10.01.2022). Wir hatten uns nichts Großes vorgenommen, sondern wollten zwei, drei Punkte abklappern, die wir noch auf unserer Liste hatten. Nach dem Einkaufen fuhren wir in die Innenstadt und suchten uns einen Parkplatz. Es dauerte eine Weile, bis wir etwas passendes gefunden hatten.

Wir stellten uns auf einen Parkplatz, wo wir eigentlich nur 1 Stunde stehen durften. Aber in Australien gibt es keine Parkscheibe, die man in das Auto legen muss. Wie die Einhaltung der Zeit kontrolliert werden soll, ist mir absolut nicht klar.

Aber wir gingen in Richtung Rundle Mall zu unserem ersten Ziel, dem Schokoladenladen, den wir nur von außen gesehen hatten. Der Laden selbst war sehr klein, nach der Reklame von außen hatten wir ein halbes Kaufhaus erwartet. Es gab verschiedene Schokoladen in Tafelform und eine Unmenge von Pralinen und Trüffeln.

Wir kauften uns drei verschiedene Sorten und kosteten vor dem Laden erst einmal eine. Sie schmeckte sehr gut. Von den restlichen hofften wir, dass sie den Tag überstehen, denn es sollen bis zu 37°C werden. Danach wollten wir über den Markt schlendern und dort gleichzeitig zu Mittag essen. Beim letzten Mal waren wir ja ohne Auto da und wollten nichts mitnehmen.

Umso größer war unsere Überraschung, dass heute am Montag offensichtlich fast alle Läden im Markt geschlossen hatten. Nur ein, zwei Gemüse- und Obststände und ein Wurst-/Fleischstand hatte geöffnet. Sehr schade und mit dem Mittagessen wurde es im Markt auch nichts.

Aber wir fanden direkt gegenüber ein chinesisches Restaurant, dass sich als ein Glücksgriff erwies. Wir haben gut wie lange nicht gegessen.

Eigentlich wollten wir noch die eine oder andere Craftbeer Brauerei abklappern, aber auch hier das Montags-Problem: alle hatten geschlossen. Es gab direkt in der Nähe eine Ausnahme, das Lady Burra Brewhouse. Es war eine kleine Brauereischänke mitten in der Stadt.

Auf der Homepage der Brauerei kann man etwas über das turbulente Leben der Lady Burra erfahren.

Ich trank ein kleines Bier, Moni wie fast immer einen Cider. Eigentlich wären wir gerne noch in ein Freibad gegangen, aber die Schwimmbäder in der Stadt waren eher Schwimmhallen. Daher statteten wir den Veale Gardens noch einen Besuch ab. Er war einer der insgesamt knapp 30 Gärten, die rings um das Stadtzentrum liegen.

Er war schön angelegt und wir gingen eine kleine Runde. Aber bei ca. 35°C im Schatten strengt selbst solch eine kleine Runde an.

Der leider schon verblühte Rosengarten

Daher fuhren wir wieder auf den Campingplatz zurück. Moni ging noch einmal kurz in’s Meer, ich ruhte mich am Camper aus.


Wir hatten sehr schlecht geschlafen: das Thermometer fiel in der Nacht nicht unter 26°C und der Lärm der nahe gelegenen Straße machte uns auch zu schaffen. Heute wollen wir Adelaide endgültig verlassen (Dienstag, 11.01.2022). Unsere Reise führt uns zum McLaren Vale und der Fleurieu Halbinsel bis nach Victor Harbor. Eigentlich wollte ich in McLaren Vale übernachten, aber das hat nicht geklappt. So müssen wir am Nachmittag die 50 km bis Victor Harbor noch fahren.

Nicht weit von unserem Campingplatz befand sich die Altstadt von Port Adelaide. Ihr wollten wir zuerst noch einen Besuch abstatten. Leidet hat es sich nicht so richtig gelohnt, denn es gab eine Ansammlung von einzelnen historischen Häusern, viele Baulückenbebauungen und auch einige leere Grundstücke.

Der Leuchtturm von Port Adelaide. Er wurde 1986 von seiner ursprünglichen Position hierher in das Stadtzentrum gebracht.

So fuhren wir also los in Richtung Süden, immer auf der A15 im Westen vorbei an Adelaide. Die Vororte von Adelaide erstrecken sich in Nord-Süd-Richtung über fast 90 km.

Das McLaren Vale ist ein weiteres großes Weinanbaugebiet in Südaustralien neben dem Barossa Valley und dem Clare Valley. In McLaren Vale angekommen, gingen wir zuerst in die Touristinformation und schlenderten dann durch den Ort. Wir waren enttäuscht, es war weit weniger von Tourismus geprägt wie Tanunda im Barossa Valley oder Clare im Clare Valley und eigentlich nur ein Straßendorf.

Aber mittlerweile haben wir ja auch schon eine ganze Menge gesehen.

Wie wohl der Shiraz-Burger schmeckt?

Eine Sehenswürdigkeit soll „The Cube“ auf dem Weingut d‘Aremberg sein. Und es entpuppte sich tatsächlich als sehr interessant.

The Cube

Das Gebäude erinnerte an den Rubik-Zauberwürfel und im Außengelände und auch in einer Etage des Cube gab es eine Ausstellung über Salvador Dali. In dem Würfel war in der obersten Etage eine Weinverkostung eingerichtet, darunter ein Restaurant und die Dali-Ausstellung war im 2. Stock untergebracht. Wir sahen uns aber nur die Außenexponate an und erkunden kurz den Würfel.

Originalskulpture von Dali “Triumphant Elephant”
Ebenfalls eine Originalskulptur von Dali: “Dance of Time II”.
Das Treppenhaus im Würfel
Teil des Tastingraumes
Skulptur zu Ehren der Winzerfamilie

Mittlerweile haben wir bei den Temperaturen (ca. 37°C) schon wieder gewaltigen Durst und den wollen wir nicht unbedingt mit Wein löschen… Also fuhren wir zur ersten Craft Beer Brauerei, die Swell Brewing Co. Es war ein neues, sehr großes Gebäude, allerdings wirkte es ziemlich kalt und ungemütlich. Aber wir konnten unseren Durst löschen und bekamen auch etwas zu Mittag.

Da bei den Temperaturen an eine Wanderung oder ähnliches nicht zu denken war, fuhren wir noch zu einem anderen Bierausschank.

Es entpuppte sich als Gelegenheit, nicht nur die Biere von zwei Brauereien zu verkosten, sondern auch eine Weinprobe des Weingutes bzw. eine Schnapsprobe der angegliederten Destillerie zu machen. Ich kostete ein Bier und Moni einen leckeren Shiraz-Wein, von dem wir dann gleich eine Flasche mitnahmen.

Die restlichen 50 Kilometer bis Victor Harbor zogen sich bei der Hitze lang hin, aber dann hatten wir es geschafft. Wir checkten auf unseren vorgebuchten Zeltplatz ein und waren froh, die Füße unter dem Campingtisch ausstrecken zu können.

Moni ging später noch ein Stück spazieren, ich blieb beim Camper.


Die Nachttemperaturen waren mit 23°C etwas erträglicher und der Zeltplatz war sehr ruhig, so dass wir etwas besser geschlafen haben (Mittwoch, 12.01.2022). Wir hatten gestern beschlossen, nicht noch einmal zurück in das McLaren Valley zu fahren, sondern hier in Victor Harbor zu bleiben.

Das ehemalige Walfänger-Städtchen hat heute ca. 10.000 Einwohner. Es ist sehr touristisch und es gibt neben den üblichen Wasseraktivitäten zwei, drei Sehenswürdigkeiten. So die historische Pferdebahn, die auf die unmittelbar vorgelegene kleinen Insel Granite Island fährt. Dazu war eine lange Holz-Brücke gebaut worden, die mittlerweile für die Bahn gesperrt ist, die nun auf den direkt daneben gelegenen modernen Beton-Damm fährt. Sehenswert soll auch eine alte Dampflokstrecke sein.

Wir liefen ein wenig durch die Stadt und spazierten dann über den Damm, auf dem uns eine der Pferdebahnen entgegen kam.

Blick von Granite Island über die beiden Brücken nach Victor Harbor.

Auf Granite Island gibt es einen 1,5 km langen Rundweg. Er war nett angelegt und es gab einige schöne Aussichtspunkte.

Die nächste Pferdekutsche steht zur Abfahrt bereit.

Am Ende der Runde gab es ein Café, wo wir eigentlich einkehren wollten, aber es hatte geschlossen. Also mussten wir erst zurück laufen, um in einem Pub Mittagessen zu gehen. Diesmal war es wieder mal australisches Essen der schlechteren Sorte…

Danach ging es bei großer Hitze (etwa 33/34°C) zurück zum Campingplatz. Moni wollte noch ein Stück bis zu einer Lagune laufen und eventuell baden. Ich hatte aber keine große Lust mehr, nach der 10 km Runde in dieser Wärme noch einmal zu starten. Am Abend kühlte es dann wieder etwas ab.


Die Fähre von Cape Jervis nach Kangaroo Island fährt heute erst um 15 Uhr, also hatten wir bis dahin noch Zeit (Donnerstag, 13.01.2022). Wir beschlossen, zuerst von Victor Harbor nach Goolwa zu fahren, einem kleinen Örtchen etwa 20 km entfernt. Wir wollten uns das Städtchen ansehen und eine Craft Beer Brauerei besuchen 😋. Der Campingplatz in Victor Habor war eigentlich nicht schlecht, aber er war sehr groß, ziemlich voll, vor allem mit Familien mit Kindern.

Nach dem üblichen Tanken und Einkaufen war die Fahrt bis Goolwa schnell vollbracht.

Zufälligerweise kamen wir auf dem Parkplatz beim Bahnhof an, wo der historische Zug aus Victor Harbor endet. Er stand aber bereits für die Rückfahrt bereit.

Die Lok war eine alte Diesellok, aber die Waggons waren tatsächlich historisch.

Gleich daneben befand sich die Anlegestelle für verschiedenen Ausflugsboote. Sie fahren hier im Mündungsgebiet des Murray Rivers verschiedene Seen, Inseln und Wasserarme des Murray Rivers entlang.

Der Name des Schiffes (“Oscar W” ) erinnerte mich an einen meiner ehemaligen Chefs…

Wir liefen noch etwas am Wasser entlang und kehrten in einem schönen Café direkt am Fluss ein. Im großen Bogen gingen wir zurück und entdeckten fast durch Zufall noch die kleine Hauptstraße des Örtchens. Wir aßen wie gestern in einem Imbiss (schlechtes) australisches Essen – schade, aber man weiß es eben nie vorher.

Die Destillerie befand sich in einem alten Schuppen am Bahnhof.

Danach ging es zur Destillerie, die auch die Biere der Steam Exchange Brewery im Angebot hatte. Leider kam ein Whisky-Tasting nicht in Frage, denn ich musste ja noch fahren. Außerdem war er relativ teuer. Also kaufte ich nur ein 4er-Pack der Biere und fuhren wir weiter.

Auf dem Weg zur Fähre in Cape Jervis hielten wir noch kurz in Myponga, an der Smiling Samoyed Brewery. Der Samoyed ist übrigens eine Hunderasse, die ursprünglich aus Sibieren kommt und das Kennzeichen der Brauerei ist.

Danach fuhren wir aber zügig durch bis Cape Jervis.

Hier geht es hinunter nach Cape Jervis. Im Hintergrund bereits Kangaroo Island.

Wir stellten uns in die Warteschlange und checkten ein. Die Fähre kam pünktlich.

Moni musste allein auf die Fähre laufen, ich fuhr Rangie auf die Fähre. Dazu musste ich rückwärts auf die Fähre fahren, was nicht ganz so einfach war, denn die Autos wurden ziemlich dicht gestellt.

Rückwärts auf die Fähre

Die Überfahrt nach Kangaroo Island dauert 45 Minuten. Da der Wind heftig war, blieben wir in den Innenräumen. Gegen 16 Uhr waren wir auf Kangaroo Island und ich konnte fast als einer der Ersten raus fahren.

Ankunft auf Kangaroo Island

Wir wollten auf einen Zeltplatz im Nationalpark, den man nicht vorbestellten konnte. Also waren wir gespannt, wie belegt der Platz sein würde. Aber alle Sorgen waren unbegründet, wir waren fast die Einzigen am Brown Beach. Wir suchten uns einen schönen Platz aus und freuten uns, dass alles so problemlos geklappt hatte.

Geschafft. Wir sind auf Kangaroo Island angekommen.

Morgen wollen wir die Insel weiter erkunden und zuerst einige Punkte abfahren, die wir von unser ersten Reise 2006 schon kannten.


Die Nacht war ruhig, erst gegen Morgen kamen ein paar Autos vorbei (Freitag, 14.01.2022). Das Wetter hatte sich wieder mal schlagartig gewandelt. Der Himmel hing voller dunkler Wolken und die Temperatur lag bei 17°C. Später begann es zu nieseln. Also fast das gleiche Wetter wie bei unserem ersten Besuch auf Kangaroo Island vor 16 Jahren. 

Kangaroo Island wie man es eigentlich nicht sehen will.

Unsere erste Station für heute war die einzige Stadt auf der Insel, Kingscote mit ca. 1.800 Einwohnern. Am Stadteingang fiel uns ein Silo auf, an dem gerade ein neues Kunstwerk entstand. Ein großes Känguru war schon zu erkennen. Zwei Männer arbeiteten auf einer Arbeitsbühne und malten in schwindelerregender Höhe das Bild weiter. 

Links die Hebebühne mit den beiden Künstlern

Beeindruckt fuhren wir in das kleine Stadtzentrum. Das hatten wir dann schnell abgelaufen.  Nach einem kleinen Einkauf in dem wider Erwarten gut sortierten Supermarkt ging es weiter zur Seal Bay. Dort gibt es eine sesshafte Kolonie von Seelöwen, die wir auch schon beim ersten Besuch bewundert hatten. Wir mussten einen Obolus bezahlen, dann konnten wir auf dem Bohlenweg hinunter in Richtung Strand laufen. Von einer Aussichtsplattform konnten wir viele Seelöwen sehen.

Die meisten ruhten sich offensichtlich von ihren Jagden nach Fisch im Meer aus. Ab und zu kam ein Seelöwe aus dem Meer und kroch an den Strand.

Die Fahrt führte weiter nach Westen. Uns fiel dann eine Werbeschild für die „Little Sahara“ auf und kurz entschlossen bogen wir ab.

Little Sahara entpuppte sich als mehrere große Sanddünen, auf denen man auf verschiedenen Brettern hinunter rutschen konnte.

Wir kletterten eine der Dünen hoch, was gar nicht so einfach war. Von dort beobachteten wir das Treiben der jüngeren Besucher.

Danach fuhren wir durch bis zu unserem vorgebuchten Campingplatz. Auch dort waren wir schon vor 16 Jahren, aber wir konnten uns an keine Details mehr erinnern.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir noch einen kleinen Spaziergang entlang eines markierten Weges. Leider war das Wetter nach wie vor gruselig.

Abends zogen wir uns relativ schnell in unseren Camper zurück. Dort las ich dann im Internet, das heute der bisherige Temperaturrekord für Australien eingestellt wurde: in Onslow in Western Australia zeigte das Thermometer 50,7°C an !!! Der bisherige Rekord wurde 1962 in Oodnadatta/South Australia gemessen. Solange war es noch gar nicht her, dass wir in Onslow waren.


Heute wollen wir weiter auf unseren Spuren von damals wandeln – im Flinders Chase National Park (Sonnabend, 15.01.2022). Er liegt im Westen der Insel und war besonders hart von den Buschfeuern im Januar 2020 betroffen. 96% des Parks sind damals abgebrannt!! Jetzt, nach 2 Jahren, wollen wir sehen, ob und wie die Natur sich erholt hat. Vom Campingplatz aus waren es nur wenige Kilometer bis zum Parkeingang.

Die Gebäude am Eingang waren offensichtlich alle neu errichtet. Alles war einfach und zweckmäßig. Wir bezahlten unseren Eintritt und konnten weiterfahren. Bis zum Cape de Couedic Lighthouse waren es 16 km. Eigentlich wollte ich noch in einem Ressort an der Strecke tanken, aber das Ressort gab es nicht mehr, wahrscheinlich war es ebenfalls abgebrannt. Die Landschaft an der Straße war beeindruckend. Man sah, dass der gesamte Eukalyptuswald ringsherum abgebrannt war. Überall ragten tote Bäume und Zweige in den Himmel. Gleichzeitig wuchsen von unten viele neue, frische grüne Pflanzen empor und erreichten fast 2m Höhe.

Es seltsames Bild, aber es stimmte froh, dass die Flora es offensichtlich recht schnell schaffen wird in den nächsten Jahren wieder einen Normalzustand herzustellen.

Auch einige der größeren Bäume trieben wieder aus.

Ob dies mit der Fauna, insbesondere mit den Koala-Bären auch gelingen wird, steht auf einem anderen Blatt. Sie konnten vor den Flammen nicht fliehen… Auf dem Aussichtspunkt Bunker Hill machten wir eine Pause und ließen die Landschaft auf uns wirken.

Und zum Vergleich ein Foto aus dem Jahr 2006 ungefähr vom selben Standort:

Danach war es nicht mehr weit bis zum Leuchtturm.

Leuchtturm am Cape de Couedic

Wir stellten das Auto ab und liefen zu den beiden Sehenswürdigkeiten an diesem Küstenabschnitt: zum einen die Kolonie mit den Neuseeländischen Seebären („New Zealand fur seals“) und einen schönen Felsbogen, der Admirals Arch. Beides hatten wir auch schon bei unserer ersten Reise angeschaut. Von verschiedenen Aussichtspunkten sahen wir uns das Treiben in der Kolonie an.

Der in den Felsen geformte Bogen beeindruckte uns auch diesmal wieder. Wir fotografierten und filmten sehr viel, zumal das Wetter zunehmend besser wurde.

Danach machten wir noch eine kurze Wanderung bis zum ehemaligen Lagerhaus für die Familie des Leuchtturmwärters. Sie bekamen alle drei Monate Lebensmittel und andere Dinge angeliefert und die wurden in diesem Lagerhaus gelagert.

Nächste Station waren die Remarkable Rocks, eine skurrile Felsformation. Über Millionen Jahre hat die Natur hier aus Granitfelsen ein wahres Wunderwerk geschaffen. Der Parkplatz, der Bohlenweg mit Informationsstand und die Toiletten waren offensichtlich ebenfalls nach den Buschfeuern neu erbaut worden. Es war relativ wenig los, so konnten wir auch hier in Ruhe fotografieren und filmen.

Insgesamt waren wir sehr zufrieden, diese Tour noch einmal gemacht zu haben.

Hmmm, lecker Eukalyptus-Blätter!

Danach ging es zurück auf unserem Campingplatz. Heute hatten wir mehr Glück als gestern und konnten einige Koalas in den Bäumen hier ringsherum erspähen und beobachten. Das ist immer wieder ein Spektakel.

Der kleine Koala machte allein Siesta.

Heute fahren wir von Kangaroo Island zurück auf das Festland (Sonntag, 16.01.2022). Allerdings fuhr die Fähre erst 19:30 Uhr los. Leider haben wir keine frühere Fähre bekommen. So haben wir praktisch noch den ganzen Tag Zeit für die Insel. Allerdings mussten wir auch aus der westlichsten Ecke in die östlichste fahren. Zwar wirken die Entfernungen klein, aber die Strecke läppert sich trotzdem zusammen. Frühmorgens ließen wir uns Zeit und beobachteten noch kurz einen der Koalas, der direkt über uns in einem Eukalyptus-Baum sein Quartier bezogen hatte.

Der Koala saß direkt über unserem Camper im Baum.
Unten hüpften Wallabies umher.

Dann fuhren wir in Richtung Kingscote los. Die Straße führte wieder durch abgebrannte Wälder, die am Boden und in Strauchhöhe schon wieder üppig grün waren. Auch einzelne hohe Bäume haben bereits an den Ästen und Stämmen wieder ausgetrieben. Ich glaube in 4 oder 5 Jahren ist hier vom Buschbrand fast nichts mehr zu erkennen.

In dem kleinen Örtchen Panandra machten wir einen kurzen Stopp und schauten uns um, ob man irgendwo tanken konnte. Aber der Generalstore mit seinen zwei Zapfsäulen machte keinen vertrauenserweckenden Eindruck, also fuhren wir durch bis Kingscote. Nach dem Tanken und Einkaufen fuhren wir zur nicht weit entfernten Emu Bay. Gleich am Ortsaugang von Emu Bay lag die Kangaroo Island Brewery. Eigentlich wollten wir etwas zu essen, aber das Angebot war sehr überschaubar und die Küche hatte noch nicht geöffnet. Daher fuhren wir weiter Richtung Emu Bay. Dort gab es einen schönen Sandstrand, den man wieder einmal mit dem Auto befahren durfte.

Emu Bay

Aber es war Ebbe und der Strand und das kühle Wetter luden nicht zum Baden ein. Wir machten uns etwas zu Essen und spazierten noch etwas an der Bay entlang. Weiter ging es Richtung Osten, bis nach Penneshaw, dem Abfahrtsort für die Fähre. Es war aber noch viel zu früh und so fuhren wir von dort weiter in Richtung des Cape Willoughby mit seinem Leuchtturm. Die Hälfte der Strecke war asphaltiert, der Rest Gravel-Road. Die ließ sich eigentlich ganz gut fahren, nur der letzte Kilometer war grausam. Eine knochenharte Wellblechpiste, dass man dachte, das Auto fällt auseinander. Aber wir schafften es und sahen uns das Kap mit dem alten Leuchtturm an.

Von dort ging es die gleiche Strecke bis nach Penneshaw zurück. Wir mussten noch 2 Stunden totschlagen. Mit einem Spaziergang und dem Abendessen war dann irgendwann die Zeit um. Wir checkten an der Fähre ein, die auch rechtzeitig kam.

Wieder auf der Fähre

Wir fuhren pünktlich los und waren nach 45 Minuten wieder auf dem Festland in Cape Jervis. Mittlerweile war es 20:30 Uhr. Ich hatte auf dem Campingplatz einen Late Check-In erbeten. Dazu gab es eine Art Bidschirmterminal, wo man sich mit Namen und Telefonnummer einloggen musste. Danach bekam man per SMS den Code für die Schranke. Es klappte alles und im letzten Sonnenlicht bauten wir unseren Camper auf. Damit haben wir auch das Kapitel Kangaroo Island abgeschlossen.

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