Great Ocean Road (2) und Geelong

Heute Morgen war das gleiche schlechte Wetter wie gestern: es war trüb und nieselte leicht. Über den Bergen hing dichter Nebel bzw. niedrige Wolken (Montag, 31.01.2022).

Wir beschlossen, etwas später loszufahren, vielleicht ändert sich das Wetter noch ein bisschen. Kurz vor 10 Uhr fuhren wir noch einmal in das Örtchen Apollo Bay. Heute war es wesentlich leerer und ruhiger als gestern. Wir kauften noch etwas ein und fuhren dann los.

Die Fahrt auf der Great Ocean Road war schön, aber bei Sonnenschein wäre es noch besser gewesen. Wir fuhren bis Kennett River und machten dort auf einem Platz oberhalb der Küste unsere Mittagspause.

Nicht das ideale Wetter für die Great Ocean Road.
Später wurde das Wetter etwas besser.

Danach ging es weiter bis in das kleine Örtchen Lorne. Wir waren überrascht, denn Lorne war noch touristischer als Apollo Bay und voller Touristen. Wir sahen uns etwas um und besuchten auch den Strand, der (für australische Verhältnisse) richtig voll war.

Wir kamen an der Memorial Arch an, einem Holzbogen, der an die Entstehung der Straße erinnert.

Der Holzbogen war übrigens am Aschermittwoch 1983 durch ein Buschfeuer abgebrannt, wurde aber wieder aufgebaut.
Skulptur zur Erinnerung an die 3000 ehemaligen Soldaten des 1. Weltkrieges, die am Bau beteiligt waren.

Danach war es nur noch ein kleines Stück bis zu unserem heutigen Ziel Aireys Inlet. Diesmal hatte ich den Stellplatz nicht vorgebucht, so dass wir zuerst auf den Campingplatz fuhren. Aber wir bekamen ohne Probleme einen Stellplatz und machten uns dann noch einmal auf einen Rundgang. Wir fanden einen schönen Weg entlang der Steilküste und liefen bis zum Leuchtturm.

Rechts der Leuchtturm, links der Felsen Eagles Rock

Danach ging es zurück und wir kehrten noch in der hiesigen Craftbeer Brauerei Salt Brewing ein.

Das Wetter hatte sich stark verbessert, so dass wir danach noch eine Weile vor dem Camper sitzen konnten. Abends bekamen wir dann noch Besuch.

Ich habe nicht nur einen Vogel, sondern gleich drei.

Da der Stellplatz sehr schön war und wir noch Zeit hatten, beschlossen wir gestern Abend noch eine Nacht hier zu bleiben (Dienstag, 01.02.2022). Also verlängerte ich morgens als erstes den Stellplatz. Wir wollten vormittags eine längere Runde spazieren gehen. Wieder auf dem gestrigen Klippenweg, nur diesmal in die andere Richtung. Wenn das Wetter am Nachmittag mitspielt, wollten wir ein Stück die Great Ocean Road zurückfahren. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Man soll die Great Ocean Road eigentlich immer von Melbourne aus in Richtung Adelaide fahren. Nahezu alle lukrativen Stopps und Aussichtspunkte liegen auf der Meerseite. Von der anderen Fahrspur hat man keine Chance auf die andere Seite zu fahren, denn erstens darf man es nicht (durchgezogene Doppellinie) und zweitens sieht man auch den Gegenverkehr nicht, da die Lookouts meist in ausgebauten Kurven angelegt sind.

Der Weg am Vormittag war schön und nach 1 ½ Stunden waren wir wieder zurück.

Heute gab es zum Mittagessen mal etwas Besonderes: Entenkeulen mit Klößen und Salzkartoffeln sowie Erbsen. Lecker.

Leckeres Camperessen

Danach fuhren wir mit Rangie los auf die Great Ocean Road in Richtung Adelaide. Wir machten sehr viele Foto- und Filmstopps und waren zufrieden. Nach etwa 70 km kehrte ich um. Hier ein paar wenige Eindrücke von der Fahrt:

Um nicht den gleichen Weg zurück fahren zu müssen, wählte ich eine Route über das Hinterland aus, eigentlich in der Hoffnung, noch das eine oder andere Interessante zu entdecken, aber diesen Umweg hätten wir uns sparen können. Aber so etwas weiß man eben immer erst hinterher…

Gegen 17 Uhr waren wieder am Zeltplatz in Aireys Inlet. Leider konnten wir nicht mehr lange draußen sitzen, denn es wurde kalt und ab und zu nieselte es.


Bis zum offiziellen Ende der Great Ocean Road in Torquay waren es nur noch wenige Kilometer (Mittwoch, 02.02.2022). Also packten wir in Ruhe unsere Sachen zusammen und fuhren bei kaltem, aber sonst schönem Wetter los. Erster Stopp war in dem kleinen Örtchen mit dem schönen Namen Angelsea. Der Ort selbst war aber unspektakulär.

Wir spazierten eine Weile herum und fuhren dann weiter bis Torquay. Wir suchten einen Parkplatz an dem Kreisverkehr, wo die Great Ocean Road beginnt. Wir fanden aber weder einen Parkplatz noch ein größeres Hinweisschild oder so einen schönen Bogen wie vorgestern. Nur eine Bronzetafel wies auf die Straße hin.

Etwas enttäuscht fuhren wir in die Innnenstadt, gingen einkaufen und fuhren zur Touristeninformation. Sie lag in der Surf City, denn Torquay ist der Geburtsort des modernen australischen Surfens, wie man es heute kennt.

Übrigens wurde bereits um 1915 das Surfen von Hawaii nach Australien gebracht. Hier in Surf City gab es auch das Australian National Surfing Museum und eine Vielzahl von Shops rings um das Thema Surfen.

Der Werksverkauf von Rip Curl mit einem Wandgemälde: 7 Weltmeistertitel im Surfen – Mick Fanning, Tyler Wright, Gabriel Medina

Danach suchten wir uns einen schönen Parkplatz am Meer, damit wir uns etwas zu Mittag kochen konnten. Das Wetter war zu schlecht, um überhaupt an Baden zu denken, also suchten wir zwei Craft-Beer Brauereien auf. Wieder jede ein Erlebnis.

Das neue, sehr moderne Gebäude der Sou’West Brewery.
Im Inneren wirkte es irgendwie kalt, auch weil nur sehr wenige Leute da waren.
Im Gegensatz dazu die Blackman’s Brewery

Nun mussten wir aber in Richtung Zeltplatz fahren, denn ich konnte gestern aus technischen Gründen keinen Platz buchen, da die Webseiten nicht funktionierten. Bis Portarlington waren es noch einmal 60 km. Wir checkten auf einem sehr ältlichen und fast ausschließlich mit Dauercampern belegten Platz ein. Standardspruch: Für eine Nacht wird es schon gehen… Allerdings war von Dauercampern kaum jemand hier, so dass es sehr ruhig war.

Suchbild: wo ist Rangie?

Ich hatte den Campingplatz ausgesucht, weil ich hoffte, von hier aus über die Port Phillip Bay die Silhouette von Melbourne sehen zu können. Wir liefen zum Strand und tatsächlich entdeckten wir in der Ferne die Hochhäuser von Melbourne.

Melbourne im Dunst (37 km Luftlinie entfernt)

Lange konnten wir uns aber nicht freuen, denn es fing an zu regnen und wir liefen schnell zum Camper zurück. 17°C, Nieselregen und Wind – ein australischer Sommer?!


Das Wetter heute Morgen war genauso wie gestern Abend (Donnerstag, 03.02.2022). Nachts hatte es auch noch ein paar Mal geregnet. Trotzdem beschlossen wir, dem kleinen Örtchen Queenscliff am östlichen Ende der Halbinsel Bellarina einen Besuch abzustatten. Es war nett, aber es gab keine besonderen Sehenswürdigkeiten.

Das Grand Hotel in Queenscliff

Allerdings kauften wir direkt vom Fischkutter einen ganzen Snapper, den wir heute Abend zubereiten wollen.

Hier gab es richtig frischen Fisch.

Und wir gingen in eine Bäckerei, die damit warb, die besten Pies Australiens anzubieten.

Ich kaufte mir ein „surf & turf“-Pie (also mit Fleisch und Garnelen, der Pie des Jahres 2021), Moni ein Pie mit Hähnchen und Gemüse.

Moni fand ihren Pie schauderhaft und meiner war so la-la. Sie sind halt immer sehr wenig gewürzt und die Soße ist mit viel Mehl angedickt, das man dann auch schmeckt.

Nun ging es weiter nach Geelong, wo wir die nächsten drei Tage bleiben wollen. Morgen haben wir unsere Booster-Impfung, übermorgen ist Reservetag, falls wir irgendwelche Nebenwirkungen bekommen und am Sonntagabend geht es dann auf die Fähre nach Tasmanien. Wir fuhren erst einmal in das Zentrum von Geelong und wollten ein wenig spazieren gehen. Das Wetter machte uns aber einen Strich durch die Rechnung und wir fuhren kurzerhand auf den vorgebuchten Zeltplatz.

Dort musste ich mich dann erst mal mit unserer Steuererklärung beschäftigen, dass Finanzamt macht Druck…

Wir mussten dann den ganzen Nachmittag und Abend im Camper bleiben, denn das Wetter wurde zwar etwas besser, aber zum Draußen-sitzen war es viel zu kalt.


Der wichtigste Punkt für heute war unsere Booster-Impfung (Freitag, 04.02.2022). Wir hatten unsere beiden ersten Impfungen mit AstraZeneca im Juli und September erhalten und nachdem die victorianische Regierung (nicht die australische Regierung!) die Wartezeit von 5 Monaten auf drei verkürzt hat, konnte ich diesen Termin buchen, diesmal mit dem Pfizer-Impfstoff. Wir fuhren rechtzeitig los, kamen bei der angegebenen Adresse an und suchten das Impfzentrum. Es war ein großes Werksgelände. Wie sich herausstellte war das Impfzentrum im Ford-Werk von Geelong eingerichtet. (Ford passte natürlich gut!)

Es war perfekt durchorganisiert, obwohl Dutzende Menschen gleichzeitig hineinströmten. Die einzigen Wartezeiten ergaben sich daraus, dass wir a) vorher die beiden Impfungen in Western Australia bekommen haben und die Impfungen dann nicht im System von Victoria vorhanden sind und wir b) einen Eintrag in den gelben Impfausweis wollten, der hier völlig unbekannt ist (!!). Aber beides wurde gemanaged und Punkt 10 Uhr standen wir wieder an unserem Ford … frisch geboostert und mit einem Eintrag im Impfausweis.

Man konnte sich mit oder ohne Termin impfen lassen und für die Kinder gab es extra Bereiche, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet waren.

Den Rest des Tages und morgen haben wir als Reserve eingeplant, falls einer von uns beiden Probleme bekommen sollte. Aber es ging uns beiden gut und so nahmen wir nach dem Mittagessen einen längeren Spaziergang entlang des Barwon Rivers in Angriff. Das Wetter hatte sich stark gebessert. Die Sonne schien und die Temperatur kletterte schon mal auf über 20°C.

Wir liefen über 10 km auf gut ausgebauten Wegen und konnten sogar mittendrin an einem Kiosk kurz einkehren, um etwas zu trinken.

Nun hoffen wir, dass wir auch die nächsten Tage gut überstehen und dann am Sonntagabend, also übermorgen, auf der Fähre nach Tasmanien einchecken können.

Einschub: Auch andere haben so ihre Probleme mit einem deutschen Auto und der Bürokratie in Neuseeland und in Australien. Wir hatten Rike und Peer im September 2020 in Neuseeland kennengelernt und dieser Beitrag aus ihrem Blog ist sehr interessant (Erläuterung: die ‚Rego‘ braucht man nur für Autos > 3,5 t, d.h. wir brauchten sie nicht. Den ‚TÜV‘ d.h. die Abnahme durch den VTNZ mussten wir aber in Neuseeland auch machen).


Moni hatte gestern Abend noch ein paar Probleme und ging relativ früh schlafen. Mir ging es zwar gut, aber ich bin nachts mindestens 10…12 mal aufgewacht und war frühmorgens etwas „durchgeleiert“. Aber genau deswegen hatten wir den heutigen Tag sozusagen als „Ruhetag“ deklariert (Sonnabend, 05.02.2022). Wir wollten das schöne Wetter nutzen und noch einmal in die Innenstadt von Geelong fahren, die wir vorgestern nur bei Regen und schlechtem Wetter gesehen hatten.

Das Nationale Woll-Museum Australiens mit dem Visitor Centre

Der Weg war kurz, wir konnten uns sogar wieder auf den selben Parkplatz stellen, der heute am Sonnabend sogar kostenlos war.

Der Market Square war eines der austauschbaren Einkaufszentren.

Wie wir schnell feststellten, war die eigentliche Stadt relativ uninteressant und gesichtslos, mit Ausnahme des langen Strandabschnittes. Er vereinte alte und neue Beuten und viele Kunstwerke. Insbesondere die bunt angemalten „Bollards“ – die Poller – gefielen uns gut. Der Künstler Jan Mitchell bekam von der Stadt den Auftrag, die bei dem Rückbau von Hafenanlagen anfallenden Holzpfähle in den 1980er Jahren künstlerisch zu gestalten. Herausgekommen sind mehr als 100 solcher Poller mit farbenfrohen Motiven aus der Stadtgeschichte.

Wir schlenderten die Promenade in beiden Richtungen ab.

Die alte Cunningham Pier
Heute ist die Pier ein großes Restaurant.

Nach einem relativ guten Essen bei einem Thailänder beschlossen wir, noch eine Craftbeer Brauerei anzufahren. Letztlich war es nicht nur eine, sondern gleich drei Brauereien. Sie hatten sich direkt nebeneinander in einem alten Industriegebiet angesiedelt. Die „Little Creatures Brewery“, die „White Rabbit Brewery“ und „Furphys“ waren gut besucht. Hier fanden im Biergarten sogar Kindergeburtstage statt…

Der Biergarten mitten zwischen alten Industrieanlagen

Danach ging es zurück auf den Campingplatz, wo ich mich ausruhen musste. Moni ging noch etwas spazieren und im Swimmingpool des Campingplatzes schwimmen. Nun sind wir gespannt auf morgen, denn am Abend fahren wir auf die Fähre nach Tasmanien.


Eigentlich wollte ich vor unserer Fahrt nach Tasmanien nicht nach Melbourne, um vor allem nicht in einen der Corona-Lock-Downs zu kommen. Melbourne hält den Weltrekord mit sechs Lockdowns und über 260 Tagen! Mittlerweile haben sich aber Victoria, New South Wales und Queensland von Lockdowns verabschiedet und so wollten wir die Gelegenheit nutzen, von Geelong nach Melbourne zu fahren und die Zeit bis zum Einschiffen auf der Fähre in der Stadt zu nutzen (Sonntag, 06.02.2022). Wir packten am Morgen auch gleich unsere Rucksäcke mit den Dingen, die wir mit in die Kabine der Fähre nehmen wollen. Wir werden gegen 17 Uhr einchecken, planmäßige Abfahrt ist 19:30 Uhr und Ankunft in Devonport/Tasmanien ist gegen 5:30 Uhr. Wir haben eine kleine Innenkabine gebucht und hoffen so, wenigstens etwas Schlaf zu finden. Von Geelong bis nach Melbourne sind es etwa 80 km.

Wir fuhren direkt durch bis zur Pier, wo unsere Fähre “Spirit of Tasmania” abfährt. Es lag auch schon ein Schiff vor Anker. Wir suchten uns einen Parkplatz, wo das Auto bis zum Abend stehen konnte. Wir fanden einen kostenlosen Platz, nur wenige hundert Meter weiter in einem Wohngebiet.

Für die Fahrt in die Innenstadt brauchten wir wieder aufladbare Smartcards. Da direkt an der Pier die Endhaltestelle einer Straßenbahnlinie ist, gab es sogar einen Automaten, wo man neue Karten (“myki”) kaufen und auch gleich aufladen konnte. Also konnte es zügig in die Stadt gehen. Wir stiegen am Bahnhof Southern Cross aus. Dort haben wir 2006 in einem Hotel gegenüber in Melbourne gewohnt. Wir begannen unseren Stadtrundgang und begegneten vielem was wir schon damals gesehen hatten und auch einiges Neues.

Nur ein Bild: der Bahnhof Flinders Street

In diesem Blogbeitrag will ich Melbourne aussparen, denn nach unserem Tasmanien-Aufenthalt sind wir noch einmal 5 Tage in Melbourne und werden die Stadt intensiv erkunden und darüber auch berichten. Als einziges möchte ich ein paar Bilder vom Chinesischen Neujahrsfest zeigen, denn wir waren zum Mittagessen in einem japanischen Restaurant in Chinatown gelandet.

Dort zeigten Musik- und Tanzgruppen Vorführungen vor einzelnen Restaurants. Dazu wurde symbolisch ein Kopf Eisbergsalat vor dem Restaurant platziert, den sich die Tänzer in den Tigerkostümen holen mussten und damit dem Restaurant ein gutes Jahr versprachen. Es war sehr interessant anzuschauen.

Dann gingen wir langsam zurück und kurz vor 17 Uhr fuhren wir mit Rangie in Richtung Fähre. Wir waren natürlich nicht die Einzigen, aber alles ist gut organisiert und so kamen wir schon eine halbe Stunde später in unserer Kabine an.

Später aßen wir noch etwas zum Abend und stießen in der Bar auf das Gelingen unserer weiteren Reise an.

In der Bar

Ein neues Kapitel beginnt!

Blick zurück auf Melbourne

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