Wir sind in Tasmanien! (Hobart und Tasman Peninsula)

Die Nacht auf der Fähre war nicht so prickelnd (Montag, 07.02.2022). Zwar war es in der Kabine ruhig, aber das Schiff schaukelte und vibrierte ziemlich. Zudem mussten wir uns den Wecker auf 04:45 Uhr stellen. Irgendwann war die Nacht vorbei, der Wecker klingelte und es kam auch eine Durchsage vom Kapitän, dass die Fähre pünktlich in Devonport ist und wir ab 05:30 Uhr mit dem Auschecken rechnen können. Nach einer kurzen Morgentoilette standen wir pünktlich am Ausgang und durften dann auch ins Auto.

Nach 20 Minuten konnten wir von Bord fahren und waren eines der ersten Autos. Draußen war es noch stockdunkel und ich hatte vorher versucht, einen Platz zu finden, wo wir uns mit Rangie hinstellen und uns erst in Ruhe ein Frühstück zubereiten können. Der Platz war tatsächlich für unsere Zwecke ideal und wir konnten beim Frühstück alles erst einmal setzen lassen – wir waren auf Tasmanien!

Kurz vor 7 Uhr fuhren wir zum Woolworth Supermarkt in Devonport, denn wir mussten unsere Vorräte dringend auffüllen. Für Tasmanien gibt es strenge Quarantäne-Vorschriften. So mussten wir z.B. alles Obst, Gemüse und Honig entweder vorher essen oder wegwerfen. Beim Einchecken für die COVID-Registrierung kam ein Fehler und dann die Erkenntnis: Wir brauchen eine neue App – die nunmehr 8te App für diese Zwecke, da jeder Staat eine eigene App hat…

Das Einkaufen war aber schnell erledigt und wir setzten unsere Reise fort. In dem kleinen Örtchen Launceston machten wir nach den ersten 100 Kilometern eine Pause, denn wir brauchten noch Brot und Brötchen, die wir in Devonport nicht bekommen hatten. Außerdem musste Moni ein paar neue Sandalen bekommen. Ich hatte vor ein paar Monten schon mein drittes Paar kaufen müssen, jetzt war es auch bei Moni so weit. Wir hatten Glück und fanden gleich etwas Passendes.

Nun konnte es bei bestem Wetter weiter gehen. Heutiges Tagesziel war das Örtchen Ross.

Unbescheidene Eigenwerbung “Ross – Tasmania’s finest heritage village”

Auf dem kleinen Campingplatz war noch ausreichend Platz und wir checkten kurz vor 12 Uhr ein. Am Nachmittag machten wir noch einen Rundgang durch den sehenswerten Ort mit einigen historischen Gebäuden.

Das Wahrzeichen von Ross – die Brücke über den Macquarie River von 1836

Morgen geht es weiter nach Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens. Dann haben wir die Hauptstädte aller australischen Staaten und Territorien besucht!


Heute Morgen waren wir ausgeruht und hatten den Schlaf nachgeholt, der uns gestern gefehlt hat und auch die allerletzten Nachwirkungen der Booster-Impfung waren verschwunden (Dienstag, 08.02.2022). Wir haben beschlossen, weiter nach Hobart in die Hauptstadt von Tasmanien und in den Süden zu fahren. Dann wollen wir die Insel „von unten aufrollen“. Von Ross bis Hobart sind es etwa 100 km Das Wetter war am Morgen ziemlich durchwachsen und kühl, aber es besserte sich dann von Stunde zu Stunde. Die Fahrt führte durch eine Mittelgebirgslandschaft mit vielen gelb-braunen Hügeln.

Das waren Weiden, wo das Gras jetzt im Spätsommer nicht mehr grün ist. Die ganze Landschaft erinnerte uns sehr an Neuseeland, aber auch an deutsche Landschaften. Zwischendurch gab es einzelne Weinfelder, die meist mit großen Netzen abgedeckt waren. Kurios waren einige geografische Bezeichnungen, denn wir fuhren über den Jordan River in der Nähe von Jericho und nicht weit davon gab es den Ort Bagdad.

Eine Zwischenstation hatten wir eingeplant. Wir wollten ein Zentrum für Tasmanische Wildtiere besuchen, die dort als verletzte Tiere oder als Waisen eingeliefert und dort gepflegt werden. Besonders interessierten uns natürlich die tasmanischen Teufel, die es tatsächlich nur noch hier auf Tasmanien gibt. Wir erreichten das „Wildlife Sanctuary Bonorong“ am späten Vormittag.

Es war ein weitläufiges Gelände mit vielen naturnahen Gehegen. In der Mitte gab es ein großes Freigehege für Kängurus. Man bekam mit dem Eintritt auch ein Papiertütchen mit Futter und so konnten wir die Kängurus aus der Hand füttern.

Wir sahen uns viele Gehege an, aber viele der kleinen Tiere sind nachtaktiv und waren im Gehege nicht zu entdecken. Dann kamen wir zu den tasmanischen Teufeln und konnten ein paar im Gehege sehen.

Wir konnten sogar live durch eine große Spiegelscheibe bei einer Operation zuschauen.

Später schlossen wir uns noch kurz einer Führung an.

Eine Tierpflegerin mit einem Wombat

Die tasmanischen Teufel sind sehr interessante und spezielle Tiere. Zufrieden fuhren wir weiter Richtung Hobart. Unser Campingplatz lag etwa 7 km außerhalb. Es war ein Park der Kette Discovery, aber diesmal ziemlich speziell, denn es gab nur 4 Stellplätze für Camper, der Rest waren ausschließlich Kabinen. Die Stellplätze waren auch noch ziemlich beengt, so dass wir uns nicht besonders wohl fühlten. Aber wie war unser Spruch: Für einen Nacht wird es schon gehen…

Am Nachmittag fuhren wir dann nach Hobart und stellten unser Auto im zentralen Hafengelände ab.

Im Hintergrund der Mount Wellington

Hobart hat etwa 200.00 Einwohner und liegt am Fuße des 1200 m hohen Mount Wellington. Hobart ist nach Sydney die zweitälteste Stadt Australiens und wurde 1804 gegründet. Wir bummelten durch das Hafengelände und waren angenehm angetan.

Auf diesem Segelschiff konnte man Touren buchen.
Ein Nachbau der Hütte von Douglas Mawson, dem berühmtesten australischen Arktisforscher. Er führte zwei Expeditionen durch – 1911-14 und 1929-31.

In einem bekannten Seafood-Restaurant aßen wir ein paar schöne Garnelen als Snack. Es gab viele alte Gebäude, viele interessante Läden und Restaurants. Einfach nett.

Der Feinkostladen “Wursthaus”

Die 2 Stunden vergingen wie im Fluge, danach fuhren wir zurück auf den Campingplatz.


Heute führt unsere Fahrt durch Tasmanien auf die Halbinsel Tasman (Tasman Peninsula) (Mittwoch, 09.02.2022). Kuriosum: Der Halbinsel Tasman ist noch eine kleine Insel vorgelagert, die Tasman Island heißt.
Ziel war das winzige Örtchen Port Arthur, das durch seinen ehemaligen Gefängniskomplex bekannt ist, der zum Weltkulturerbe gehört. Nachdem wir wieder einmal Wasser auffüllen mussten, konnte es dann aber losgehen. Wir mussten etwa 90 km fahren. Die Fahrt aus der Stadt heraus war zu Anfang etwas mühsam, da es eine Reihe von Baustellen gab. Später führte die Fahrt durch eine sehr abwechslungsreiche, hügelige Landschaft mit viel Wasser, vielen Weiden, einigen Bergen und wenigen Siedlungen.

Wir wollten durchfahren, denn morgen haben wir noch einen Tag hier auf der Halbinsel und wollen das Eine oder Andere noch näher erkunden.

In Port Arthur angekommen, stoppten wir kurz und orientierten uns zuerst, wo es zum Campingplatz und zum historischen Gefängnis geht. Danach fuhren wir zum vorgebuchten Campingplatz, checkten ein und machten uns ein Mittagessen. Danach fuhren wir das kurze Stück zurück zum Gefängniskomplex.

Zur Geschichte von Port Arthur empfehle ich den sehr informativen Artikel in der deutschen Wikipedia. Der Gefängniskomplex wurde ab 1830 aufgebaut, um Sträflinge aus England aufzunehmen. Mit dem Ende der Transporte aus England 1853 sank die Zahl der Sträflinge und das Gefängnis wurde 1877 geschlossen. Durch mehrere Buschfeuer wurden viele der Gebäude zerstört. Auf dem ca. 130 ha großem Gelände gibt es heute noch mehr als 30 Ruinen bzw. wieder aufgebaute Häuser. Im Übrigen haben 20% aller Australier heute noch Wurzeln aus den damaligen Sträflingskolonien.

Blick auf die Reste des Hauptgebäudes

Wir sahen uns die einzelnen Gebäude an. Zwischendurch gab es viele Tafeln mit der Beschreibung von einzelnen Schicksalen. Erschreckend war, wegen welcher geringfügiger Straftaten man bereits hierher gebracht wurde und dass auch Kinder ab 8 Jahre hier im Gefängnis gesessen haben.

Reste der zweistöckig angelegten Zellen
Die Wachttürme

Nach 2 Stunden gingen wir zur Schiffsanlegestelle, denn im Eintrittspreis inbegriffen war eine kleine Rundfahrt durch die Bucht. Sie führte auch vorbei an der „Insel des Todes“, die als Friedhof sowohl für die Sträflinge als auch für die freien Bürger diente.

Die Friedhofsinsel

Alles in allem eine interessante Sehenswürdigkeit.
Abends auf dem Zeltplatz besuchten uns eine Menge Wallabys, wie hier diese stillende Mutter.


Den heutigen Tag wollten wir nutzen, um eine kleine Rundfahrt über die Tasman-Halbinsel zu machen (Donnerstag, 10.02.2022). Wir hatten eine ruhige Nacht, nachdem wir gestern mit dem Ohr am Highway übernachtet hatten. Wir fuhren gegen 9 Uhr los und klapperten die Sehenswürdigkeiten ab, die wir in unseren Prospekten gefunden hatten.

Erste Station war der Pirates Bay Lookout, ein Aussichtspunkt, von man einen wunderschönen Blick auf die felsige Küste hat.

Nächste Sehenswürdigkeit war der Strand “Tessellated Pavement” – der Mosaikfussboden. Die Steien sahen tatsächlich wie ein von Menschen gemachter Mosaikfussboden aus:

Faszinierend was die Natur so hervorbringt.

Weiter ging die Fahrt zur Pirates Bay mit dem Tasman Blowhole, der Tasman Arch und Devil’s Kitchen (Teufelsküche!)

Das Tasman Blowhole
Die Tasman Arch (Tasman Bogen)
Der Schlucht-Eingang zur “Teufels Küche”. Leider hatte man keinen schönen Blick an das Ende der Schlucht, wo das Wasser einige Tunnel in den Felsen gegraben hatte.

An der Farm “Rosedale Homestead” hielten wir zum Mittagessen und bestellten uns die “Farmers Plate”. Es kam eine normale Salami-Käse-Platte mit einem Stückchen Kürbis-Eierkuchen. Na ja…

Sozusagen als Nachklapp für den Besuch des Gefängniskomplexes von Port Arthur machten wir einen Stopp an den “Coal Mines Historic Sites”, ebenfalls Weltkulturerbe. Hier arbeiteten die Sträflinge aus dem Gefängnis zur Bestrafung (punishment for the ‘worst of the worst’ convicts – Bestrafung für die Schlechtesten der Schlechten Sträflinge=

Noch einmal ein Blick in die Reste von Gefängniszellen
Vom eigentlichen Kohleschacht war nicht mehr viel zu sehen.

Wir machten auch noch einen Stopp an der McHenrys Destillery – eine der vielen Distillerien hier, die meistens Gin anbieten, aber manche auch Whisky. Die drei Sorten Whisky, die sie hier im Angebot hatten, sagten mir aber nicht zu, also fuhren wir weiter.

Letztes Highlight des Tages war die “Remarkable Cave”.

Eigentlich war es verboten über die Absperrung zu springen und in die Höhle zu gehen, aber ein paar Jugendliche machten es trotzdem.

Am Campingplatz angekommen versuchte ich abends weiter zu planen und Unterkünfte zu organisieren, aber es war extrem schwierig. Am kommenden Wochenende findet die Royal Hobart Regatta 2022 statt, die 184te. Am Sonntag das “TasPride Festival” sozusagen die Love-Parade. Daher bekam ich mit Müh’ und Not nur noch eine (teure) Kabine auf einem Campingplatz in der Nähe von Hobart. Was ich erst später erfahren habe: für das südliche und östliche Tasmanien ist der Montag auch noch ein Feiertag.


Heute geht es zurück nach Hobert (Freitag, 11.02.2022). Nachdem wir uns bei unserem ersten Aufenthalt „nur“ das Hafenviertel angesehen hatten, wollten wir jetzt ein wenig durch die Innenstadt streifen. Morgen früh wollen wir dann uns den viel beworbenen Salamanca-Samstagsmarkt ansehen und dann nach Südwesten fahren, zum südlichsten Punkt, den wir mit dem Auto erreichen können.

Morgenstimmung in Dunalley

Einziges festes Zwischenziel war das Tasmanien-Monument in Dunalley. Das winzige Örtchen war schnell erreicht und vom Parkplatz am Denison Kanal gingen wir ein paar hundert Meter und sahen uns das Monument an.

Es war zu Ehren der Landung von Abel Tasman in dieser Bucht im Dezember 1642 errichtet worden. Einige der Spuren, die Abel Tasman mit seinem Namen sowohl in Australien als auch in Neuseeland hinterlassen hat, haben wir ja schon gesehen bzw. erleben wir gerade..

Nun lockte uns noch das Schild einer Austern-Farm, die mit frischen und ziemlich preisgünstigen Austern warb. Wir bogen ab und fanden die Farm schnell. Dort türmten sich von weithin sichtbar leere Austernkörbe. Im Farmladen gab es verschieden große Austern in unterschiedlich großen Abpackungen.

Wir kauften ein 12er Pack für mich und ein 9er Pack für Moni. Wir fuhren weiter und suchten uns einen ruhigen Standplatz zum Mittagessen. Die Austern schmeckten wieder vorzüglich, absolut frisch und so schön nach Meer…

Wir machten noch einen Stopp zum Einkaufen und sahen eine Werbung für Wallaby-Filet. Das hatten wir noch nie gesehen und natürlich wanderte eine Packung Wallaby-Fleisch in unseren Einkaufskorb. Danach ging es aber durch bis Hobart. Wir stellten uns wieder auf denselben Parkplatz wie beim ersten Mal und begannen unseren weiteren Stadtrundgang. Hier ein paar Impressionen:

Die alte Post
Das Tasmanische Parlament – zu Ehren der Pride-Parade geschmückt.
In der einzigen Fußgängerzone

Natürlich kann Hobart als Hauptstadt Tasmaniens und seinen rund 200.000 Einwohnern nicht mit Melbourne oder Sydney konkurrieren. Alles war ein bis zwei Nummern kleiner.

Wir machten noch eine Stipp-Visite in einer Craftbeer-Brauerei und fuhren dann auf unseren Campingplatz. Diesmal mussten wir eine Kabine nehmen, da in weitem Umkreis alle Campingplätze ausgebucht waren. Wir räumten soweit notwendig unsere Sachen aus dem Camper in die Kabine und bruzzelten am Abend unser Wallaby-Fleisch.

Vom Geschmack her war es gut. Es schmeckte zart nach Wild. Es war aber ziemlich festes Fleisch. Nicht unbedingt etwas, was man jeden Tag essen muss, aber wann kann man schon einmal Wallaby-Fleisch bekommen? (Außer vielleicht im Dschungelcamp…).


Heute wollten wir unsere erste Etappe auf Tasmanien abschließen (Sonnabend, 12.02.2022). In Hobart stand der Besuch des Salamanca Marktes auf dem Programm. Dann sollte es noch einmal nach Süden gehen. Wir packten unsere Sachen aus der Kabine in den Camper und fuhren relativ früh los. Und wieder stellten wir uns auf den Parkplatz am Hafen, nunmehr schon zum dritten Mal.

Der Salamanca-Markt hat jeden Samstag geöffnet und ist ziemlich groß. An die 300 Stände stehen dicht gedrängt in der Nähe des Hafens. Es ist eine bunte Mischung, wo es nahezu alles gibt. Hier ein paar Eindrücke:

Diese Kleider hatten es Moni besonders angetan 😉
Für den (tasmanischen) Tiger im Mann
Es gibt sogar Trüffel …
… und Safran.
In dieser Distillerie waren wir vorgestern.

Nach fast 2 Stunden waren wir einmal durch und gingen zurück zum Camper. Nun geht es auf die nächste Etappe.

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