An die Ostküste Tasmaniens

Heute ging es wieder zurück in Richtung Osten (Sonnabend, 19.02.2022). Da wir es nicht bis in die Cradle Mountains schaffen werden, wollen wir „wenigstens“ den Leven Canyon erkunden. Dazu müssen wir erst mal 80 km entlang der Küste fahren und biegen in Penguin nach Süden in Richtung Berge ab.

Die Nacht war sternenklar und ziemlich kalt: draußen und drinnen waren es nur 10°C. Wir hatten trotzdem gut geschlafen, denn es war sehr ruhig. Wir fuhren sehr früh los und kamen gut vorwärts. Nach nicht einmal einer Stunde erreichten wir Burnie und gingen zuerst einkaufen. Dann waren es nur noch wenige Kilometer bis Penguin. Dort machten wir eine kurze Pause.

Jetzt ging es in die Berge. Es sind zwar nur 40 km, aber es waren wieder enge Straßen, die kurvenreich und ständig auf und ab führten. Kurz vor 12 Uhr erreichten wir den Parkplatz am Leven Canyon.

Nach einer kurzen Mittagsrast liefen wir die ausgeschilderte Runde. Sie führt ein kurzes Stück zum Cruickshanks Lookout, von dort aus 697 Stufen nach unten zum Edge Lookout und von dort ziemlich steil zurück zum Parkplatz. Hier ein paar Eindrücke.

Die Aussichtsplattform 275 m hoch über den Canyon des Leven River.
Weiter Blick in den Leven Canyon
Fast 700 Treppen abwärts
Blick vom Edge Lookout

Danach hatten wir noch Zeit und fuhren bis zum Startplatz für den Canyon Floor Walk. Am Straßenrand entdeckten wir diesen Kurzschnabel-Igel, einem eierlegenden Säugetier. 

Der Weg hinunter in den Canyon war schnell geschafft, auch wenn es schon wieder über Treppen ging. An der Brücke über den Canyon stoppten wir und machten viele Fotos.

Am Fuße der Schlucht

Theoretisch führt der Weg noch weiter, aber er war ziemlich schwierig und wir hatten eigentlich genug gesehen. Also stiegen wir die Treppen und den Weg hinauf und fuhren zurück in Richtung Küste. Da wir noch Zeit hatten, beschlossen wir, noch einmal nach Penguin zu fahren und in die heute Morgen geschlossene Craftbeer-Brauerei zu gehen. Sie lag direkt am Strand und hatte auch einen kleinen Biergarten.

Aber der Wind blies sehr kühl, so dass wir drinnen blieben. Damit war sozusagen der Tag abgerundet und wir fuhren auf den vorgebuchten Campingplatz in Ulverston. Es war wieder ein relativ großer BIG4 Campingplatz mit vielen Dauercampern und Hütten. Aber für eine Nacht wird es schon gehen…


Von Ulverston wollten wir heute mit einem Abstecher in das Landesinnere nach Sheffield bis nach Launceston fahren (Sonntag, 20.02.2022). Zuerst stand heute Morgen in Ulverston der Sonntags-Markt auf unserem Plan, der allerdings erst um 9 Uhr öffnet. Also hatten wir noch Zeit und fuhren in Richtung Markt.

Wieder einmal waren wir mehr als enttäuscht, denn es waren nur 5…6 Stände und außer ein paar Leutchen am Kaffeebüdchen war keiner weiter da.

Es gab auch nichts, was uns interessieren würde, also war unser Marktbesuch bereits nach 5 Minuten beendet und wir fuhren weiter.

Bis Sheffield waren es ca. 30 km und wir kamen den Ausläufern der Cradle Mountains näher. Lange Zeit begleitete uns die schöne Aussicht auf den Mount Roland.

Mount Roland (1233 m)

Sheffield selbst ist eine winzige Stadt, die aber durch ihre „murals“ ihre Wandgemälde bekannt geworden ist.

Hier wiederholt sich die gleiche Story, die wir schon in Katikati in Neuseeland erlebt hatten: Als Mitte der 80er Jahre die Wirtschaft auf einem Tief war, schaute eine Projekt-Gruppe der Gemeinde nach Kanada, zur Stadt Chemainus, die mit solchen Wandgemälden sehr großen Erfolg hatte und viele Touristen anlocken konnte. Da in Sheffield sowieso viele Busse auf der Durchreise in oder von den Cradle-Mountains hielten (wegen der öffentlichen Toiletten) machte man sich das zu Nutze. Und der Erfolg gibt ihnen Recht. Heute gibt es über 100 Wandgemälde in der kleinen Stadt, die damit offensichtlich viele Touristen anlocken kann.

Die Autofahrerin hat Melbourne hinter und die Berge vor sich.
Im Stadtpark gab es sogar eine ganze Galerie solcher Wandgemälde.
An einem Bild wurde gerade noch gemalt.
Halb Bild, halb Installation
Auch ein schöner Laden

Danach ging die Reise weiter vorbei an der Gog Range in das Meander Valley. Zwischendurch sahen wir nochmals einen Kurzschnabeligel.

In Launceston fuhren wir zu unserm heutigen zweiten Ziel, der Cataract Gorge. Diese Schlucht wurde durch den Fluss South Esk in die Granitfelsen geschnitten und ist beeindruckend. Sie liegt nur 1,5 km vom Stadtzentrum entfernt und ist touristisch sehr gut ausgebaut. Es gibt einen Sessellift, ein kleines Schwimmbad, an den Felsen kann man Klettern, man kann verschiedene Wanderwege laufen und, und, und.

Wir stellten das Auto ab und wollten als erstes mit dem Sessellift fahren. Aber wieder ein Pleite: der Sessellift war wegen Wartung geschlossen. Wir sahen einen Monteur, der an einer der Rollen herumschraubte. Schade. So liefen wir zuerst rund um das First Basin (Erstes Becken) und dann entlang der Klippen in Richtung Stadt.

Die Seilbahn. In der Mitte das First Basin und das hellblaue links ist ein kleines Schwimmbad.
Blick in die Schlucht flussabwärts
An der Wand der Schlucht wurde geklettert.
Blick zum First Basin mit der Hängebrücke wo die Schlucht flussaufwärts führt.

Am Ende gab es eine kleine Bucht, in die eine Art Entertainment-Komplex eingebaut war. Es gab verschiedene Restaurants, einen Kletterpark, eine Bootstour durch dunkle (künstliche) Höhlen, einen Barfußpfad und in der Mitte einen kleinen Teich, in dem Kulissen für ein Theaterspektakel a la Piraten der Karibik eingebaut waren.

Wir machten eine kurze Pause und liefen über einen steilen Pfad zuerst steil hinauf und dann wieder hinunter in das Tal.  Jetzt war es Zeit, um auf dem Campingplatz einzuchecken.


Touristischer Höhepunkt der heutigen Etappe sollte die Bay of Fires an der Ostküste werden (Montag, 21.02.2022). Dazu mussten wir aber erst mal rund 160 km durch die Berge fahren. Es gb wieder ein endloses kurvenreiches Auf und Ab, das ziemlich anstrengend war. Wir kamen trotzdem gut voran und gegen 12 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz in St Helens. Wir checkten ein, stellten uns auf den Platz und kochten schnell etwas zum Mittagessen. Danach fuhren wir nochmal los, die Bay of Fires lag noch einmal 20 km entfernt. Am Endpunkt der Straße lag The Garden, eine malerische Strandlandschaft mit weißem Sand und mit roten Flechten bewachsenen Felsen.

Das Wasser hatte alle Blautöne und hinter dem Strand gab es viel Grün.

Wir spazierten fast eine Stunde am Strand und zwischen den Felsen umher und waren sehr angetan, zumal auch das Wetter mitspielte. Die Sonne schien vom blauen Himmel, es war nur ziemlich kalt, so dass bei mir keine Lust zum Baden aufkam.

Der Name Bay of Fires kommt übrigens vom Kapitän Tobias Furneaux, als er Ende 1773 beim Vorbeisegeln an der Bucht die Feuer der Aborigines am Strand sah. Übrigens gibt es schon seit langer Zeit keine tasmanischen Aborigines mehr, sie wurden in den ersten 100 Jahre der Eroberung Tasmaniens durch die Europäer ermordet oder sind durch eingeschleppte Krankheiten ums Leben gekommen. Ihre traurige Geschichte findet man auf der deutschen Wikipedia.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Stopp an einem weiteren Badestrand, der aber auch menschenleer war. Dann ging es nur zum Campingplatz zurück, wo wir das schöne Wetter noch etwas ausnutzten. Morgen steht unsere letzte Etappe auf Tasmanien an – die Fahrt zur Wineglass Bay.


Der letzte Höhepunkt unserer Tasmanien-Rundreise stand bevor (Dienstag, 22.02.2022). Die heutige Etappe führte uns zur Wineglass Bay, etwa 130 km entfernt. Das heißt nicht direkt zur Wineglass Bay – dort kommt man nur zu Fuß oder per Boot hin – sondern das kleine Örtchen Coles Bay. Von da aus wollen wir morgen eine Tageswanderung machen. Aber zuerst einmal hieß es wieder packen, schnell noch ein paar Kleinigkeiten in St Helens einkaufen und losfahren. Die Fahrt führte immer in der Nähe der Küste nach Süden. Sie war gut ausgebaut und wir kamen gut voran. Wir machten zwei, drei Fotostopps, aber ansonsten gab es entlang der Strecke keine größeren Highlights. Gegen 11 Uhr kamen wir in Coles Bay an und stellten das Auto am Bootshafen ab. Der Blick über die Bay auf die Berge des Freycinet National Parkes war faszinieren.

Die 5 Gipfel sind knapp 500 m hoch. Dahinter liegt dann die berühmte Winglass Bay. Wir fuhren noch kurz in das nahegelegene Visitor Centre und informierten uns über unsere morgige Wanderung. Nun fuhren wir auf den Campingplatz, checkten ein und kochten uns etwas zu Mittag. Moni wollte noch Wäsche waschen und dann schnell aufhängen, damit wir noch eine Runde spazieren gehen können.

Wir bummelten bei sehr schönem, aber etwas kühlem Wetter entlang der Esplanade. Zum Schluss erreichten wir einen schönen Sandstrand, aber bei den kühlen Temperaturen traute sich niemand so richtig ins Wasser. Danach ging es zurück zum Zeltplatz.


Das Wetter war heute Morgen für unsere Tageswanderung zur Wineglass Bay leider nicht so gut (Mittwoch, 23.02.2022). Der Himmel war wolkenverhangen und die Gipfel der rund 500 m hohen Berge auf der Halbinsel waren ebenfalls in Wolken verhüllt. Aber wir hatten nur diesen Tag und also fuhren wir erst mal los. Wir brauchten noch einen Tagespass für den Nationalpark (40 AUD), aber das Besucherzentrum hatte noch geschlossen. Da es aber einen Automaten direkt am Parkplatz geben soll, fuhren wir weiter bis dorthin. Das klappte auch und so konnten wir schon gegen 9 Uhr loswandern.

Wie viele andere auch! Es war unglaublich, wie viele Leute hier schon unterwegs waren. Die meisten steigen allerdings nur bis zum Aussichtspunkt auf die Wineglass Bay hinauf und kehren dann um, wir wollten aber einen ca. 11 km langen Rundweg machen. Aber auch da waren wir nicht alleine. Bis zum Aussichtspunkt in rund 200 m Höhe benötigten wir nur 20 Minuten.

Die Aussicht auf die Wineglass Bay war sehr schön, aber ohne Sonne fehlt etwas. Wir warteten etwa 15 Minuten, ob es nicht doch eine Wolkenlücke gibt, aber das Wetter wurde eher schlechter als besser.

Blick auf die Wineglass Bay

Also liefen wir weiter hinunter zum Strand. Das sind 1000 Stufen!

Mit unseren Wanderstöcken haben wir den Weg nach unten aber gut gemeistert und kamen nach 20 Minuten dort an.

Die See in der Wineglass Bay war ziemlich aufgewühlt.

Nach einer Trinkpause setzten wir die Wanderung fort. Der Weg führte nun auf die andere Seite der Halbinsel und dann rund um den Mount Mayson zurück zum Parkplatz.

Zurück auf dem Campingplatz musste ich mich zuerst mit der E-Mail von Seabridge beschäftigen, die unsren Camper von Australien wieder nach Deutschland verschiffen soll. Sie hatten mir geschrieben, dass es im Moment extrem schwierig sei, Fahrzeuge zu verschiffen, da der Warenverkehr unglaublich zugenommen hat und auf der anderen Seite Personal in den Häfen durch Corona und seine Auswirkungen fehlt. Wir müssen also auf jeden Fall einen großen zeitlichen Puffer für die Verschiffung einplanen, damit Rangie verschifft werden kann, bevor wir Australien verlassen müssen. Also werden wir ihn Anfang April oder sogar schon Ende März auf die Reise gehen lassen müssen. Von diesem Termin hängt dann alles weitere ab.


Heute war der letzte Tag unseres Tasmanien-Aufenthaltes (Donnerstag, 24.02.2022). Die knapp drei Wochen sind wie im Flug vergangen und wir haben das Gefühl sehr viele Dinge verpasst zu haben. Aber es hilft nichts, unsere Zeit in Australien insgesamt neigt sich dem Ende zu und so müssen wir heute Abend mit der Fähre zurück nach Melbourne.

Frühmorgens sahen wir das Schild, dass der Campingplatz ausverkauft ist – No Vacancy. Da haben wir ja noch mal Glück gehabt.

Wir wollten auf der Fahrt von Coles Bay nach Devonport noch einmal in Launceston Halt machen, denn wir brauchen noch die Ausdrucke unserer Impfzertifikate und wollten auch in eine Autowäsche. Die Autowäsche war sowieso dringend nötig und vor allem wollten wir morgen nicht mit einem total verdreckten Auto in der Werkstatt auftauchen. Ich hatte beschlossen, dass wir die Reifen auf den beiden Hinterrädern dringend erneuern lassen müssen, denn damit würden wir in Deutschland nicht durch den TÜV kommen. Das wollen wir versuchen, in Melbourne machen zu lassen.

Die Fahrt von Coles Bay war relativ angenehm. Das Wetter war als Reisewetter OK und die Straßen waren relativ gut und nicht ganz so kurvig und bergig wie auf der Hinfahrt. In Launceston steuerten wir zuerst den Print-Shop an und dann die Autowäsche. Leider war die Autowäsche nur für PKWs geeignet, so dass wir unser Glück noch einmal in Devonport versuchen wollten.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es die letzten 100 Kilometer bis nach Devonport. Wir fanden tatsächlich eine schöne Waschanlage und gönnten Rangie ein Vollbad…

Wir spazierten dann noch etwas durch die Innenstadt von Devonport und fuhren schließlich zu Hafen.

Die Fähre lag schon im Hafen.

Es folgten die gleichen Prozeduren wie auf der Hinfahrt und gegen 17:30 Uhr war Rangie verstaut und wir in der Kabine.

Wir sahen uns noch das Ablegen an und verschwanden dann in unsere Kabine. Die Etappe „Tasmanien“ war damit Geschichte…

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