Snowy Mountains und Mount Kosciuszko

Als wir heute Morgen aufwachten, konnten wir kaum etwas erkennen, alles war in dichten Nebel gehüllt (Montag, 14.03.2022). Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen für unsere 2. Reise in die Berge.

In der Hoffnung, dass die Sonne den Nebel vertreibt, ließen wir uns mit der Abfahrt Zeit. Erst gegen 9:30 Uhr – also eine Stunde später als sonst fuhren wir los.

Übernachten wollten wir in Jindabyne, aber von dort aus zuerst noch 30 km bis nach Thredbo am Fuße des Mount Kosciuszko. Wir planen, morgen hinauf auf den Berg zu wandern, wobei ein Sessellift von Thredbo in 1.400 m hinauf auf 1.900 m Höhe führt. Von dort aus sind es etwa nochmals 300 Höhenmeter und 13 km Wegstrecke hin und zurück. Das sollte auch für uns machbar sein. Unser Ziel war es, erst einmal den Ort und die Seilbahn zu besichtigen, damit wir morgen vor etwaigen Überraschungen gefeit sind.

Schon kurz nach der Abfahrt von Dalgety aus, bemerkten wir, dass sich der Nebel lichtet.

Nach einer halben Stunde Fahrt war vom Nebel nichts mehr zu sehen. Es wurde sehr schönes Wetter. Bald erreichten wir Jindabyne und fuhren weiter nach Thredbo.

Zu unserer Überraschung war es ziemlich schwer einen Parkplatz zu finden, obwohl es wochentags und außerhalb der Ferienzeit war. Vielleicht liegt es auch daran, dass im benachbarten Victoria heute Feiertag ist (Tag der Arbeit).

Thredbo besteht eigentlich nur aus Appartment-Häusern, Hotels und anderer touristischer Infrastruktur.

Nachdem wir dann doch einen schönen Parkplatz gefunden hatten, schlenderten wir durch den Ort. Neben den verschiedensten Wintersportmöglichkeiten hat man auch viele Mountainbike-Strecken ausgebaut, insbesondere Downhill-Strecken. Ähnlich wie wir das in Neuseeland schon gesehen haben, kann man das Fahrrad mit dem Sessellift mitnehmen und dann die verschiedenen Downhill-Strecken herunterfahren.

Hier ahnt man, wie groß der Mountainbike-Park ist.
Die Talstation des Express-Sesselliftes, eine von vielen Seilbahnen, von denen aber die meisten im Sommer nicht in Betrieb sind.

Moni wäre am liebsten auch schon mal mit der Seilbahn nach oben gefahren, aber darauf war ich nicht vorbereitet. Mit Sandalen und kurzen Hosen auf fast 2.000 m hochfahren, wo heute etwa 10°C sind, ging halt nicht. Hoffen wir nur, dass morgen auch noch einigermaßen Wetter ist. Wir liefen dann langsam zum Auto zurück.

Mittagsrast. Im Hintergrund die Berge der Rams Head Range, wo sich auch die Bergstation der Seilbahn befindet.

Auf der Fahrt nach Jindabyne machten wir eine kurze Mittagspause und fuhren dann zum Campingplatz. Wir buchten einen Stellplatz auf dem NRMA Jindabyne Holiday Park, direkt im Zentrum und am Lake Jindabyne, einem künstlichen Stausee.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir einen kleinen Rundgang durch den Ort. Es gab keinen historischen Ortskern, weil der alte Ort durch den Stausee geflutet worden war. Der Damm wurde zwischen 1949 und 1974 gebaut. Die neue Stadt ist ziemlich gesichtslos, nur der Spaziergang am Ufer war ganz nett. Allerdings waren einige Abschnitte wegen Hochwasser nicht begehbar.

Der Mount Kosciuszko hat seinen Namen von dem polnischen Entdecker Paul Edmund de Strzelecki, der die Snowy Mountains ab 1840 erkundete und der Erstbesteiger des Berges war. Er benannte ihn nach dem polnischen Volkshelden Tadeusz Kościuszko.

Das Denkmal für Paul Edmund de Strzelecki

Zurück auf dem Campingplatz genossen wir noch das schöne Wetter.


Das Wetter zeigte sich heute Morgen nicht von seiner besten Seite, es war sehr wolkig und zwischen den Bergen hing Nebel (Dienstag, 15.03.2022). Aber es sollte nicht regnen, daher fuhren wir los in Richtung Thredbo. Schon kurz vor 9 Uhr kamen wir wieder auf dem Parkplatz, wo wir gestern schon gestanden haben, an. Wir zogen unsere Wanderausrüstung an und liefen in Richtung Seilbahn. Heute Morgen waren es an der Berg-Station der Seilbahn in knapp 2.000 m Höhe etwa 10°C. Mit etwas Wind wird es dann richtig kalt.

Im Ort war es fast menschenleer – gegenüber gestern der absolute Kontrast, aber es war natürlich auch noch sehr früh. An der Talstation (1.400 m Höhe) kauften wir die Tickets und fuhren dann mit dem Sessellift bequem bis in 1.927m Höhe.

An der Bergstation in 1.927 m Höhe

Hier oben waren wir dann nicht mehr alleine, mit uns wollten eine Menge weiterer Wanderer in Richtung Gipfel laufen. Auf dem Weg verteilte es sich dann später. Der Weg selbst war unglaublich gut ausgebaut. 80% des 6,5 km langen Weges bis zum Gipfel waren mit Metallgittern belegt, die etwas über der Vegetation standen und die Menschenmassen so keine Trampfelpfade hinterließen.

Ich hatte dies vorher gelesen und daher hatten wir unsere Wanderstöcke im Camper gelassen, obwohl Moni sie für den Weg bergauf gerne genutzt hätte. Der Weg führte aber sehr sanft in die Höhe und war gut zu gehen. Die Landschaft war alpin, wir waren weit über der Baumgrenze, nur Felsen und Grasmatten.

Hier blüht es aber trotzdem noch.

Der Mount Kosciuszko war anfangs nicht zu sehen, erst nach ein paar Kilometern hatte man an einem Lookout den ersten Blick. Er war sehr unspektakulär und wirkte in der weiten Hochebene eher wie ein großer Hügel.

Blick vom Kosciuszko-Lookout

Das Wetter besserte sich etwas, aber strahlenden Sonnenschein gab es während der gesamten Tour leider nicht. Aber wir waren zufrieden, die Sicht in die umliegenden Berge und Täler war gut und es wehte auch kein Wind. Wir näherten uns langsam unserem Ziel.

Der Weg führte zum Schluss fast einmal um den Berg herum. Früher konnte man sogar mit dem Auto bis auf den Gipfel fahren.

Am Rawsons Pass

Nach reichlich 2 Stunden erreichten wir den Gipfel des Mount Kosciuszko in 2.228 m Höhe. Die Steinpyramide, die das Gipfelkreuz der europäischen Alpen ersetzte, war dicht belagert. Etwa 20…30 Leute kamen und gingen immer wieder.

Obligatorisches Gipfelfoto auf dem höchsten Berg Australiens
Die Sicht war gut, aber es war ziemlich dunstig.

Wir machten eine Mittagspause und stiegen dann langsam wieder nach unten.

Wir waren froh, dass wir noch einen echten Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – für unseren Aufenthalt in Australien hatten und dass alles so gut geklappt hat. Während wir hinunterfuhren, kamen uns immer wieder Biker entgegen.

Hinunter in das Tal von Thredbo
Zwei entspannte Biker mit ihren Rädern.

Von der Talstation war es nochmal ein mühsamer Kilometer ehe wir am Auto waren, aber dann hatten wir es geschafft.


Wir hatten gestern Abend überlegt, ob wir noch einen Wandertag hier dranhängen sollten, aber wir entschieden uns dafür, doch zurück in Richtung Küste zu fahren (Mittwoch, 16.03.2022). Der Wetterbericht sagte nichts Gutes voraus und wir wollten uns auch nicht die schönen Eindrücke von unserer Bergtour vermasseln lassen. Außerdem war es hier oben ziemlich frisch und vielleicht ist es ja an der Küste wieder wärmer.

Also packten wir in Ruhe unsere Sachen zusammen. Nach dem obligatorischen Tanken und Einkaufen fuhren wir in Richtung Cooma los. Das ist die (selbsternannte?) Hauptstadt der Snowy Mountains, etwa 70 km entfernt. Der Weg führte wieder über die weite Hochebene in etwa 900…1000 m Höhe. Ringsherum nur gelb-braune Weiden, soweit das Auge reicht.

In Cooma machten wir eine Pause. Moni trank einen Caffé Latte und aß einen Cookie (entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten, Moni: manchmal braucht der Mensch ein “Bonbon”!). Danach spazierten wir durch die durchaus lebhafte kleine Stadt.

Im zentralen Centennial-Park gab es eine “Avenue of flags” mit den Fahnen der 27 Staaten, aus denen Arbeiter in diese Gegend gekommen waren. Die Mosaike gehören zum “Cooma-Monaro Time Walk”, einer Serie von Mosaiken, die 1988 anlässlich des 200. Geburtstages des Australischen Commonwealth geschaffen wurde.

Ansonsten ähnelt die Stadt den vielen anderen.

Dann ging es weiter. Eigentlich wollten wir nur weitere 60 km fahren, bis zu dem kleinen Örtchen Nimmitabel. Dort sollte es einen kleinen, einfachen Zeltplatz geben. Nimmitabel lag fast genau in der Mitte der Great Dividing Range, die das Inland, von der Küste trennt und eine Wasserscheide ist. Es lag auf knapp 1.100 m Höhe und so waren auch die Temperaturen.

Kurz entschlossen planten wir um und fuhren weiter in Richtung Bega. Dazu mussten wir von der Hochebene von 1.100 m hinunter bis auf 60 m. Aber die steile Straße hatten wir schnell gemeistert und dann waren es nur noch wenige Kilometer bis nach Bega. Der einzige Campingplatz lag etwas außerhalb der Stadt. Wir stellten den Camper ab.

Blick vom Campingplatz in die wolkenverhangenen Berge.

Ich ruhte mich etwas von der Fahrt aus und bereitete schon mal das Mittagessen für morgen vor. Moni wollte sich unbedingt die Beine vertreten und machte einen Spaziergang zur Stadt. Morgen geht es endgültig zurück an die Küste und noch ein bisschen weiter nach Norden.

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