Rangie ist auf dem Weg

Jetzt haben wir noch zwei Tage, bis wir Rangie im Hafen von Port Kembla abgeben können (Sonntag 03.04.2022). Die Zeit mussten wir nutzen, um Rangie für die Reise fertig zu machen. Alle Sachen, die im Rangie verbleiben sollen, müssen gesichtet werden, eine ganze Reihe von Dingen können wir entsorgen und der Rest muss dann in unsere beiden Reisetaschen passen. Den Seesack, den wir auf der Hinreise noch für unser Tauchgepäck hatten, haben wir zusammen mit den alten Anzügen, Flossen und Schuhen entsorgt. Nur die Brillen, Schnorchel und die Lungenautomaten haben wir noch behalten.

Wenigstens das Wetter unterstützte uns.

Den Vormittag nutzten wir ansonsten weiter zum Reinigen des Campers. Zwar sind die Anforderungen nicht so hoch wie bei der Einfuhr nach Neuseeland oder Australien, aber es hat sich schon eine Menge Staub und Dreck über die 1,5 Jahre angesammelt, die auch nicht mit einer einfachen Autowäsche beseitigt werden können.

Nach dem Mittagessen mussten wir noch einmal zu Officeworks fahren, weil ich noch ein paar Dokumente ausdrucken, ein Formular auch ausfüllen und wieder einscannen musste.

Nun hoffentlich doch zum letzten Mal bei Officeworks. Übrigens haben die auch Sonntags geöffnet und es war mehr Betrieb als an einem Wochentag.

Dann ging es noch mal in die Waschanlage und ich versuchte, den Unterboden etwas zu säubern. Auch der restliche Tag verging mit Aufräumarbeiten…

Abends machten wir uns mit dem Gedanken vertraut, dass es unsere letzte Nacht im Camper sein wird. Nach 2 ½ Jahren! Das ist schon ein sehr merkwürdiges Gefühl.


Auch die zwei, drei Stunden, die wir heute noch auf dem Campingplatz bleiben konnten (10 Uhr ist immer späteste Abfahrt) nutzten wir noch zum Reinigen des Campers und zum Sortieren unserer Sachen (Montag, 04.04.2022). Ich machte dann für Dienstagnachmittag noch einen Termin bei der Australian Border Force, damit unser Carnet abgestempelt werden kann. Die Mitarbeiterin konnte sich sogar noch daran erinnern, dass wir bereits vor 1,5 Jahren dort waren, um unser Carnet für die Einreise stempeln zu lassen. Da müssen wir ja einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben?! Letzendlich musste ich auch noch die Gasflasche los werden, denn die Mitnahme ist streng verboten. Aber in der Rezeption des Campingplatzes wurde mir geholfen und ich konnte die Gasflasche übergeben.

Dann fuhren wir in die Stadt (Wollongong) und machten einen längeren Spaziergang.

In der Fußgängerzone von Wollongong. Man beachte die “Pflanzart” der Palme.
Impression aus Wollongong

In unser nächstes Quartier, eine Kabine auf einem anderen Campingplatz, können wir erst gegen 14 Uhr. Wir kehrten in einem Pub zum Mittagessen ein – und wurden wieder mal enttäuscht. Dann fuhren wir etwas früher zu unserem neuen Quartier nur ein paar Kilometer weiter. Die restliche Zeit des Tages nutzten wir noch zum Aufräumen und Saubermachen, irgendwie hatten wir den Aufwand doch etwas unterschätzt.

Aber am Abend war alles erledigt und wir sind gespannt, wie der morgige Tag ablaufen wird. Um 9 Uhr müssen wir zur Übergabe des Campers im Hafen sein. Heute schlafen wir nicht mehr im Camper, sondern in der Kabine. Rangie steht abfahrbereit vor der Tür.


Wir haben ziemlich schlecht geschlafen, denn die Abgabe von Rangie spukte durch unsere Köpfe (Dienstag, 05.04.2022). Wir mussten um 9 Uhr in Port Kembla am AAT-Terminal sein. Ausgerüstet mit Warnwesten und festem Schuhwerk fuhren wir los.

Zum Schluss musste ich vor Ort noch die Seitenspiegel und den Adapter hinten an der Kabine für die LED-Leuchten abbauen.

Ich musste ein paar Aufkleber anbringen, damit Rangie nicht verloren geht.

Dann kam der Inspektor der Firma, die die Sicherheitsprüfung im Auftrag der Reederei durchführen sollte. Diesmal lief es ganz anders ab als in Zeebrügge (in Auckland waren wir ja nicht dabei, sondern schon in Sydney). Ihn interessierte das Thema Sauberkeit offensichtlich überhaupt nicht, so hat er keinen einzigen Blick unter das Auto geworfen.

Er checkte den Inhalt der Fächer gegen die Positiv-/Negativ-Liste der Reederei Wallenius. Gott sei Dank hatte ich die Liste dabei, die ich eigentlich für die amerikanische Firma erstellt hatte. Er ging die Liste durch, hatte nur ein paar Fragen und ließ sich dann jedes Fach zeigen und fotografierte es. Uns wurde schon ein bisschen mulmig, denn die meisten Sachen, insbesondere die etwas werthaltigen bzw. schwer wieder zu beschaffenden Sachen, hatten wir diesmal in die Fächer unterhalb des Bettes und an den Seiten verstaut. Dadurch, dass aber das Dach unten war, konnte man diese Fächer nicht sehen und er kam auch nicht auf die Idee, das Dach hochfahren zu lassen. Nach einer ¾ Stunde war die Prozedur erledigt. Dann gab es noch etwas Hick-Hack wie unser Auto nun auf den vorgesehenen Stellplatz im abgesperrten Hafengelände kommt.

Das letzte Foto mit Rangie in Australien…

Aber auch das klärte sich ziemlich schnell und ich konnte das Auto unter Anleitung eines Hafenmitarbeiters hineinfahren und abstellen. Ich habe noch das Dach mit Schlössern verschlossen und die Batterie des Campers ausgeschaltet. Diesmal brauchte ich auch nur den Zündschlüssel abgeben, nicht die Kabinenschlüsel, so dass keiner mehr „mal so“ in den Camper gehen kann.

Dann war alles erledigt und wir konnten das Hafengelände – zu Fuß – verlassen. Wieder einen wichtigen Schritt erledigt. Insgesamt sind wir rund 54.000 km durch Australien gefahren!

Wir liefen die knapp 2 km bis in die Innenstadt von Wollongong zurück und gingen später in ein vietnamesisches Restaurant zum Mittagessen. Der Termin bei der Australian Border Force (Zoll) zum Abstempeln des Carnets war dann auch schnell erledigt.

Das unscheinbare Gebäude der Australian Border Force (Zoll) in Wollongong

Nun war Rangie sozusagen schon außerhalb von Australien. Zur “Belohnung” gingen wir noch in die nahe gelegene Craftbeer-Brauerei “5 Barrels” und stießen erst einmal auf das Erreichte an.

Wir fuhren mit dem Bus zurück in Richtung unseres Campingplatzes und gingen noch etwas einkaufen. Zurück in unserer Hütte kam erst einmal die große Erleichterung, denn die letzten Wochen waren sehr, sehr nervenaufreibend. Nun können wir uns dem Rest unseres Aufenthaltes in Australien und die Rückreise nach Deutschland kümmern.


Der heutige Tag ist schnell erzählt (Mittwoch, 06.04.2022). Es hat den ganzen Tag geregnet, mal mehr, mal weniger. Moni ging vormittags einkaufen und nachmittags in das Hallenbad des Ressorts. Ansonsten haben wir einige Dinge organisiert, die in den nächsten Tagen und Wochen anstehen.

Ich habe den Rückflug von Sydney über Singapur nach Frankfurt für den 13.04. gebucht. In Singapur wollen wir eine Woche bleiben, um noch einmal „durchzuschnaufen“, bevor wir am 21.04.2022 wieder in Frankfurt landen werden. Morgen werden wir von Wollongong nach Sydney in eine AirBnb-Wohnung ziehen. Am 11.04. soll dann das Schiff mit Rangie losfahren – übrigens auch nach Singapur. Dort kommt es allerdings erst am 23.04. an, Rangie wird dort umgeladen und ist voraussichtlich einen Monat später in Bremerhaven.


Heute nahmen wir Abschied von Wollongong und nehmen unsere letzte Etappe in Sydney in Angriff. (Donnerstag, 07.04.2022). Wir haben 6 Nächte in einer AirBnb-Wohnung gebucht, die sehr zentral am Hauptbahnhof liegt. Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes und der Blick aus den Fenstern bestätigte es: es goss in Strömen. In den Nachrichten las ich, dass in Sydney in diesem Jahr bis heute schon so viel Regen gefallen ist, wie sonst in einem ganzen Jahr. Tendenz weiter steigend.

Warten auf das Taxi. In den beiden roten Taschen und den beiden Rucksäcken sind unsere gesamten Habseligkeiten verstaut.

Wir beschlossen, den Weg zum Bahnhof – reichlich 1,5 km nicht zu Fuß zu gehen, sondern ließen uns ein Taxi kommen. Dadurch waren wir sehr früh auf dem Bahnhof und mussten noch eine halbe Stunde warten.

Im Zug nach Sydney

Nach Sydney mussten wir einmal umsteigen und dann ging es plötzlich nicht weiter. Die Strecke war wegen Überflutung gesperrt. Die Bahn hatte aber Busse organisiert, die uns bis zur nächsten möglichen Bahnstation brachten.

Aus dem Bus sah man, wie überall von den Felshängen das Wasser herunterstürzte, aber die Straße war befahrbar.

Dort stiegen wir in einen anderen Zug und konnten weiter nach Sydney fahren. Am Hauptbahnhof gingen wir mit unserem schweren Gepäck bis zu unserer Wohnung und mussten es erst einmal 2 Stockwerke über eine schmale Treppe hinaufwuchten.

Und dann kam die Enttäuschung: die „Wohnung“ war winzig, geschätzt 10 m² und die versprochene Küche – auf die ich mich gefreut hatte – sowie Waschmaschine und Trockner entpuppten sich als Gemeinschaftseinrichtungen für das gesamte Haus in der Etage unter uns. Im Haus gab es 6 oder 7 solche Wohnungen. So eine Pleite! Dazu noch der Dauerregen, dass zog unsere Stimmung auf weit unter Null.

Nachdem wir uns von unserem ersten Schock erholt hatten, wollten wir noch einmal einen kleinen Stadtspaziergang machen. Aber wir kamen nicht sehr weit, denn es regnete unaufhörlich und wir wurden langsam trotz Regenschirms und Regenjacke durchnässt. Also gingen wir zur Wohnung zurück. Für die nächsten Tage ist noch weiterer Regen angesagt…

Abends gab es noch einmal Ärger. Ich hatte festgestellt, dass meine deutsche Handy-Nummer nicht mehr funktionierte. Um dem Nachzugehen wollte ich mich beim Provider (Blau.de) einloggen. Aber das klappte nicht, weder über die App noch über den Browser. Also telefonierte ich mit der Hotline von Blau über Skype und zum Schluss stellte sich heraus, dass die Login-Seiten von Blau.de für den Zugriff aus dem Ausland gesperrt sind. Ganz toll! Mal sehen, ob mir noch etwas einfällt oder wir die Zeit bis zum 21.04. einfach damit leben müssen.

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